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Ein Problem aufstellen und Lösungsmöglichkeiten finden

Von Ralf Senftleben10 Kommentare

problemaufstellung

Erinnern Sie sich noch an den Artikel vor einigen Wochen zum Thema Systemaufstellungen als Selbstcoaching-Instrument? In dem Beitrag ging es ja darum, wie man bei einem Problemthema sich selbst und alle Beteiligten symbolisch mit kleinen Figuren aufstellt, um das Problemthema besser zu verstehen und Lösungsideen zu bekommen. Bei dieser herkömmlichen Art der Aufstellung stellt man in erster Linie die am Problemthema beteiligten Menschen auf.

Man kann diese Art der Aufstellung aber auch anders nutzen. Und zwar, indem man nicht die Menschen, sondern ein Problem selbst in all seinen Facetten aufstellt.

Ziel dabei ist, auf eine neue, andere Art über eine Problemstellung und deren Struktur und mögliche Lösungsmöglichkeiten nachzudenken. Durch den neuen Zugang kommt man oft zu neuen Erkenntnissen und sieht das Problem und mögliche Lösungsalternativen klarer.

Und wie genau das aussehen könnte, möchte ich Ihnen heute an einem Beispiel zeigen.

Zuerst möchte ich der Klarheit und Eindeutigkeit wegen ein paar Begriffe definieren, die ich in diesem Zusammenhang verwenden möchte.

Einige Definitionen

So, das war es schon mit der langweiligen Begriffsbildung. Kommen wir nun dazu, wie man ein Problem aufstellen kann, um es besser zu verstehen und zu durchdringen.

Das Problem und alle beteiligten Kräfte aufstellen

Also … wenn wir ein Problem aufstellen möchten, können wir das wieder mit kleinen Papieraufstellern machen, so, wie Sie es in unserem ersten Artikel zu dem Thema ja schon kennengelernt haben.

Problemaufstellung Übersicht

Problemaufstellung Überblick

Für die Problemaufstellung basteln Sie für das Problem, für Ihr Ziel, für alle Plus- und Minus-Kräfte und auch für alle Lösungsmöglichkeiten jeweils einen Aufsteller aus Papier. Wie das genau geht, erfahren Sie später. Die gebastelten Aufsteller stellen Sie dann einfach auf einen Tisch. Oder stellen Sie sie auf den Boden, wenn Sie noch mehr Platz brauchen.

Platzieren Sie die Aufsteller dabei wieder nach Gefühl an die Stelle, wo sie intuitiv für Sie am meisten Sinn ergeben. Versuchen Sie hier nicht zu logisch vorzugehen. Folgen Sie Ihrem Bauchgefühl.

Und durch das Aufstellen und auch das Hin- und Herschieben gewinnen Sie wahrscheinlich wieder Erkenntnisse und Einsichten, die Ihnen sonst nicht so zugänglich gewesen wären.

Die Aufsteller basteln – zuerst das Problem …

O. k., wie kommen Sie nun zu den einzelnen Aufstellern? Fangen wir am besten mit dem Problem an.

Eine wichtige Sache vorweg: Beschäftigen Sie sich nicht zu lange mit dem Problem. Sonst besteht die Gefahr, dass das Problem Sie emotional zu sehr in Beschlag nimmt. Und dadurch leidet Ihre Kreativität und Handlungsfähigkeit, die Sie brauchen, um das Problem aufzulösen.

Betrachten Sie das Problem möglichst distanziert, rational, sachlich, abgeklärt, wie durch ein Fernglas, wie aus großer Höhe, wie durch eine Glasscheibe, wie ein emotionsloser Wissenschaftler es tun würde. So, als ob Ihnen das Problemdingens eigentlich auch ein bisschen egal ist, so, als ob es Ihnen nichts anhaben kann, so, als ob Sie eigentlich nichts damit zu tun haben.

Und aus dieser etwas abgeklärten Gefühls- und Geisteshaltung heraus fragen Sie sich:

Was war jetzt eigentlich noch mal das Problem? Was wollte ich noch mal anders haben? Welcher Zustand soll anders sein als bisher? Was will ich nicht mehr so gerne?

Und dann schreiben Sie den Problemzustand kurz und prägnant auf Ihren Problem-Aufsteller.

Also zum Beispiel:

Und wenn Sie Lust haben, schreiben Sie unter den Problemzustand noch:

Es ist im Augenblick, wie es ist. Ich komme damit irgendwie klar. Aber ich würde es bevorzugen, wenn es anders wäre.

Zu Demonstrationszwecken in diesem Artikel nehmen wir mal das Problem:

„Ich bin zu dick.“

Und so sieht Ihr Aufsteller dazu aus:

Das Problem

Der Ziel-Aufsteller

Wie gesagt, konzentrieren Sie sich bitte nicht zu lange auf das Problem. Klären Sie lieber möglichst schnell, was Sie anstelle des Problems haben wollen.

Legen Sie also ausgehend von Ihrem Problem Ihr Ziel fest.

Hier gibt es häufig mehrere Herangehensweisen, um auf Ziele zu kommen:

Welchen Weg Sie wählen, bleibt Ihnen überlassen. Mal ist der eine und mal der andere Weg am zielführendsten. Hier gibt es kein richtig oder falsch. Entscheiden Sie am besten nach Ihrer Intuition.

Wichtig ist nur, im Hinterkopf zu behalten, dass man Probleme immer auf verschiedenen Ebenen lösen kann:

O. k. … überlegen Sie sich also bitte, was Sie anstelle Ihres Problems wollen. Und schreiben Sie das dann auf Ihren Papier-Aufsteller.

Aber Achtung: Nicht einfach nur das Problem negieren. Also nicht aus dem Problem

„Ich bin zu dick“

das Ziel

„Ich bin nicht zu dick“ machen.

In der Pizzeria bekommen Sie auch nichts Vernünftiges zu essen, wenn Sie sagen: „Ich hätte gerne keine Pizza Salami.“ So ist es hier auch. Sagen Sie genau, welche Pizza Sie wollen.

Schreiben Sie also ganz genau und konkret, was Sie wollen, und das möglichst ohne die Wörter

Beispiele dafür:

Als Leitfragen für gute Ziele können Sie verwenden:

Für unser Beispiel:

Ziel

„Ich wiege morgens nach dem Aufstehen 65 kg und habe einen Bauchumfang von 84 cm (und ich halte mein Gewicht seit 1 Jahr +/– 1 kg).“

Die Plus- und Minus-Kräfte

Perfekt. Problem und Ziel sind aufgestellt. Die Basis ist gelegt. Wir haben den Ist-Zustand (das Problem) und den Soll-Zustand (das Ziel).

Jetzt versuchen wir, das Spannungsfeld zwischen diesen beiden Polen aufzustellen. Dazu überlegen wir die Plus- und Minus-Kräfte zwischen Problem und Ziel.

Wir fragen uns:

Hier noch einmal Beispiele für Plus-Kräfte:

Und hier einige Beispiele für Minus-Kräfte:

Ihre Aufgabe ist es jetzt, für Ihr Problem und Ihr Ziel alle wichtigen Plus- und Minus-Kräfte zu finden und diese in der Aufstellung darzustellen. Bauen Sie für jede Kraft einen Aufsteller. Für die Plus-Kräfte zeichnen Sie ruhig ein eingekreistes Plus auf den Aufsteller und für die Minus-Kräfte zeichnen Sie ein eingekringeltes Minus mit auf das Kärtchen. So können Sie die Kräfte gleich gut auseinanderhalten.

Sie können auch gerne unterschiedliche Farben verwenden. Oder Sie verwenden je nach Gewichtigkeit der Plus- oder Minus-Kraft unterschiedliche Größen für die Aufsteller, um die Stellung im System besser zu verdeutlichen.

Und wo platzieren Sie die Aufsteller für die Kräfte am besten? Das machen Sie wieder ganz nach Intuition. Lassen Sie sich hier von Ihrem Gefühl leiten.

Ich habe zum Beispiel oft das Bedürfnis, eine bestimmte Minus- und eine Plus-Kraft sehr eng zusammenzustellen. Und wenn das passiert, schaue ich genauer hin, was diese beiden Kräfte miteinander zu tun haben. Oft ist es tatsächlich nur eine oder zwei Kräfte, die das gesamte System beherrschen. Räumt man z. B. eine sehr große Minus-Kraft aus dem Weg, erreicht man sein Ziel oft mühelos, weil die vorhandenen Plus-Kräfte einen dann wie von alleine zum Ziel hinziehen.

Zusätzlich zu den Beispielen von oben gibt es natürlich noch mehr Plus- und Minus-Kräfte. Wenn Sie Ihr Problem aufstellen, werden Ihnen sehr wahrscheinlich weitere unterstützende und hinderliche Faktoren einfallen. Seien Sie hier einfallsreich und denken Sie über die Beispiele von oben hinaus. Das ist hier kein festes Regelwerk, sondern nur eine Inspiration für Sie, wie Sie vorgehen können. Sie werden wahrscheinlich sowieso Ihren eigenen Stil und Ihre eigene Vorgehensweise finden.

Nehmen wir mal wieder unser Beispiel von oben: So sieht meine Aufstellung hier aus …

Plus:

Minus:

Und so sieht das jetzt aus:

Problemaufstellung mit Kräften

Sie sehen, die Minus-Kräfte überwiegen bei weitem. Und wir sehen: Wir müssen wahrscheinlich einiges an Aufwand betreiben, um das Kräfteverhältnis so zu ändern, dass wir das Ziel dauerhaft erreichen.

Die Lösungsmöglichkeiten

O. k. … bis jetzt haben Sie aufgestellt,

Und wenn Sie ein Problem haben, sind die Minus-Kräfte stärker als die Plus-Kräfte. Denn sonst hätten Sie Ihr Ziel ja schon erreicht. Das heißt, insgesamt zieht Sie mehr von Ihrem Ziel weg, als Sie zum Ziel hinzieht.

Wenn Sie zum Ziel kommen möchten, müssen Sie also das Kräfteverhältnis der Plus- und Minus-Kräfte zugunsten der Plus-Kräfte verändern. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten.

Und wie machen Sie das? Das hängt natürlich von Ihrer individuellen Situation und Ihrer speziellen Kombination von Plus- und Minus-Kräften ab. Es gibt die folgenden Lösungsansätze:

Das Entwickeln der Lösungsmöglichkeiten ist oft nicht ganz einfach. Aber die systematische Darstellung in der Aufstellung hilft einem dabei, ein bisschen rationaler und klarer auf die eigene Situation zu schauen. An dieser Stelle hilft es übrigens auch, Freunde und Bekannte miteinzubeziehen, weil diese oft unvoreingenommener auf das ganze System schauen können und frischere, bessere Lösungsideen haben.

Konkret sieht das so aus, dass Sie zu den Kräften, bei denen Sie ansetzen wollen, wieder kleine Aufsteller dazuplatzieren, auf die Sie die Lösungsmöglichkeit geschrieben haben.

Für unser Beispiel könnte das so aussehen:

Problemaufstellung komplett

Beim Einführen und Umsetzen von Lösungsideen haben sich die folgenden Regeln bewährt:

So … das war die Vorgehensweise, mit der Sie ein Problem aufstellen und Lösungsideen entwickeln und umsetzen können. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren.

  1. Christine schreibt am 18. Februar 2012 um 13:50

    Gradiose Seite. Hat mir schon bei vielen Problemen geholfen.
    Ein Problem aufstellen und Lösungsmöglichkeiten finden wurde für mich zum Erfolg.

    Einige Bücher haben bei mir Platz 1 gefunden.

    Herzlichen Dank und weiter so!

  2. Susanne schreibt am 19. Februar 2012 um 06:14

    Hallo liebes Zzl-Team,
    manchmal weiß ich nicht, was da passiert, aber ich sehe, dass es tatsächlich passiert.
    Schon so oft bin ich in euerem Newsletter auf Themen gestossen, bei denen mir bewusst wurde, da ist eine Baustelle, an der noch zu arbeiten ist.
    Und Hand aufs Herz, euren Newsletter abonniere ich nun schon seit ca 5 Jahren, seit ich anfing, mir selbst nachzuforschen, was ich damals lange nicht durfe....egal warum, es war einfach so...und es war nicht gut.

    Und dann hab ich im Netz nach bestimmten Themen gesucht und auch ihr seid dabei erschienen, habt mich neugierig gemacht. Seither lese ich jede Woche wieder mit großer Neugier euren Newsletter und sehr oft kann ich etwas daraus für mich entnehmen.
    Manchmal denke ich sogar: Mensch, woher habt ihr das gewusst? ;-)

    So auch heute wieder, und nach all der Zeit möchte ich euch einfach mal danke sagen für all die vielen Denkanstöße. Ich werde demnächst wegen burnout auf Reha gehen, ich habe lange gezögert, mit mir selbst gehadert, ob das wirklich sein muss, ob ich wirklich "so schwach" bin...aber ja, ich muss das wohl so annehmen, denn wenn ich das nicht tu, dann werd ich langfristig noch schwächer und es wird der Punkt kommen, an dem ich nicht mehr gegensteuern kann, so sehr ich es auch will, weil mir sämtliche Skills und jeglicher Glaube an mich und in mich fehlen, was man nicht von jetzt auf eben lernen kann.

    Trotz allem, danke für euere Newsletter, all die Denkanstöße, die mir oft mal gesagt haben, dass es richtig, gut und wichtig ist, wie ich denke, fühle und handle.
    Gegen Kraftlosigkeit ist leider noch kein Zaubergedanke gewachsen, bis dahin gibts ne Reha.....und die wird gut. ;-)

    Danke und alles Liebe euch!

    S.B.

  3. Roland Kopp-Wichmann schreibt am 19. Februar 2012 um 07:07

    Aufstellungen sind ein machtvolles Werkzeug. Ich arbeite selbst oft mit "Bodenankern". Das sind kleine Karten, auf die man die entsprechenden Bezeichnungen schreibt und sich dann selbst auf die Karten jeweils stellt.

    Wenn man dann noch den Text der Karte spricht, am besten mit geschlossenen Augen in Achtsamkeit, kann man noch mal mehr spüren, was es damit auf sich hat.

  4. Jeanette Richter schreibt am 19. Februar 2012 um 10:02

    Liebes Zzl-Team, vielen Dank lieber Herr Senftleben. Es ist einfach toll, dass Sie jeden Sonntag so wundervolle Texte ins Netz stellen, das viele Menschen inspiriert und ihnen hilft.
    Herzlichen Dank dafür.
    Ihre Jeanette Richter

  5. Franziska Schumacher schreibt am 19. Februar 2012 um 10:20

    Ich arbeite schon lange im Coaching mit dieser Aufstellung und bin immer wieder überascht, wie einfach manchmal Lösungen erscheinen. Allerdings ist dann das TUN im Alltag die Hürde. Denn der Weg vom Bewusstmachen des Problems über das Bewusst machen - dem Üben, bis zum unbewussten TUN ist lange...geht mir selber auch oft so. Da sind die Regeln von Ralf ein guter Leitfaden - danke dafür!
    Vielen Dank für den Sonntagsnewsletter überhaupt. Ist für mich immer eine gute Einstimmmung auf den Sonntag - fast ein Ersatz für die Sonntagspredigt ;-). Sag ich aber unserem Pfarrer lieber nicht.
    Franziska

    • Dieter schreibt am 19. Februar 2012 um 21:50

      hallo franziska,

      der umnterschied zwischen wissen und tun ist ein zentrales problem zum erfolg.

      auch ich schätze sehr die einfachen , vor allem umsetzbaren, praktischen lösungshilfen,
      die der ralf immer wieder vorstellt.

      da unterscheidet er sich deutlich und angenehm von vielen vergleichbaren angeboten.

      aber auch das erfolgstagebuch, auch von ralf sehr gepriesen, ist eine ganz tolle hilfe zum aktiv werden.

      das erfolgstagebuch hat mich bei der überwindung vom wissen zur tat schon entscheidend voran gebracht.

      gruß,
      dieter.

  6. Karin Mathes schreibt am 19. Februar 2012 um 11:22

    Lieber Ralf,

    vielen Dank für die tolle Werkzeugkiste die du uns mit der Seite zur Verfügung stellst. Ich arbeite in einer Beratungsstelle die von Menschen aufgesucht wird, deren Leben (wirtschaftlich) aus den den Fugen geraten ist die und meist noch andere Probleme mitbringen. Auch dieser Artikel hat mir wieder wertvolle Impulse für meine Arbeit gegeben. - Und auch allein für sich im "stillen Kämmerlein" ist dies eine Methode um eine andere Sicht und neue Erkenntnisse für sich zu gewinnen.

    Nochmals Danke und einen schönen Sonntag
    Karin

  7. Dieter schreibt am 19. Februar 2012 um 19:06

    hallo ralf,

    wieder so ein praktischer lösungsansatz von dir,
    wie man ein problem buchstäblich "packen" kann,
    deutlicher sichtbar machen kann,
    und dadurch vieles klarer wird.

    durch diese neue klarheit
    werden lösungsansätze ja geradezu "provoziert",
    man kann garnicht anders als zum stift zu greifen,
    und lösungen sich auszudenken,
    die einen dann schön mehrdimensional anlachen.

    das motiviert immer weiter zu machen.

    danke für diese idee.

    ich schätze deine "faßbaren" hilfen immer besonders.

    gruß,
    dieter.

  8. mani schreibt am 19. Februar 2012 um 19:46

    Lieber Ralf

    Auch ich nehme mir fast jeden sonntag mal mehr mal weniger Zeit zum lesen deines newsletter. je nach themen die ich denke sind wertvolle denkanstösse für mein leben. das problem ist nur danach die zeitaufwendung um das in die praxis umzusetzen. ich gehöre zur lesergruppe 55+und da ist es echt schwierig sein lebensgewohnheiten umzukrempeln. doch in gewissen momenten hole ich mir einige deiner ratgeber tips wieder in erinnerung damit es wieder ok ist für mich. vielleicht hat jemand eine idee damit es auch für mich einfacher wird.
    in der hoffnung auf weitere spannende sonntagslektüre möchte ich mich bei dir bedanken.

    liebe grüsse mani

  9. Ein Ureinwohner schreibt am 19. Februar 2012 um 20:21

    Hallo Ralf,
    hab die Übung gleich ausprobiert. Herzlichen Dank für die genaue Beschreibung, die mir das möglich gemacht hat, sie selbst auszuführen zu können und für die Foto´s so dass ich sofort eine Vorstellung davon hatte, wie das aussehen könnte!

    Nun möchte ich gerne kurz feiern, wie ich zu meiner Zwischenlösung gekommen bin: Hab das erst so gemacht, wie beschrieben - mit den Minus Kräften und den Plus Kräften. Der Eindruck der beim ersten Aufstellungsbild entstanden ist: Hilfe - bin von den Minus Käften total gefangen. Habe diese Interpretation dann übersetzt in Gefühle und Bedürfnisse und hab mich dann aufgemacht, so mit allen Kärtchen vorzugehen. Erinnerte mich an die Aussage bei einer Ausbildung der Gewaltfreien Kommunikation: "Erst wenn unsere Gefühle und Bedürfnisse gehört worden sind - ändern wir uns".
    Um zu den Bedürfnissen zu kommen habe ich jedes Kärtchen systematisch eins nach dem Anderen hergenommen und angeschaut. Die Minus Kräfte hatte ich rot angemalt - die plus grün. Habe also den roten Minus Kärtchen mit einem grünen Bedürfnisbalken eingerahmt und auf der Rückseite habe ich die empathische Vermutung hingeschrieben (zB. und da hättest Du gerne, dass sich das sofort ändert, am liebsten von selbst..etc...). Damit meine ich das Bedürfnis, das zu kurz gekommen ist, oder von dem ich befürchtete, dass das zu kurz kommt. Bei den grünen Kärtchen, den plus Kräften hatte ich vorwiegend Strategien genannt - auch hier hatte ich die Bedürfnisse dahinter gesucht und auf die Rückseite geschrieben. Zum Schluß habe ich die Problemkarte hergenommen. Auch die war rot bemalt und durchgestrichen. Die habe ich also auch liebevoll mit einem dicken grünen Rahmen versehen und auf die Rückseite (und Vorderseite aus Platzgründen) alle Bedürfnisse hingekritzelt, die ich gerne erfüllt hätte. Bei dieser Karte kamen mehr als 10 unerfüllte Bedürfnisse raus. Werde dazu später noch die Ärgerübung machen, damit auch wirklich alle unerfüllten Bedürfnisse gefunden werden. So habe ich jetzt nur noch das Ziele Kärtchen in der Mitte des Tisches, auch mit dem Bedürfnissen auf der Rückseite, und in der Hand den Stapel an Bedürfnissen, die ehemaligen Minus und Plus Kärtchen. Werde später von allen Kärtchen neue machen, und nur die Bedürfnisse schön säuberlich aufschreiben und die rund um das Ziel auf den Tisch stellen, um zu schauen, was dann passiert, wie sich das anfühlt. Bin schon gespannt.

    Herzlichen Dank lieber Ralf für die newsletters an den Sonntagen, die mich sehr bereichern!