Werner Gross: Sucht ohne Drogen. Arbeiten, Spielen, Essen, Lieben…
Von Tania Konnerth
| Gross, Werner: Sucht ohne Drogen: Arbeiten, Spielen, Essen, Lieben… – Frankfurt: Fischer, 2002. – ISBN: 3-5961-5215-1 Sucht, Abhängigkeit, stoffungebundene Süchte, Kaufsucht, Spielsucht, Esssucht, Workaholics, Arbeitssucht ZusammengefasstIn diesem Buch über Süchte stehen nicht Alkoholismus, Medikamenten- oder Drogensucht im Mittelpunkt, sondern hier geht es um die so genannten "stoffungebundenen Süchte". Süchte also, bei denen kein chemischer Stoff auf uns wirkt, sondern z.B. um die Sucht zu kaufen, um das Spielen, das Betreiben von Extremsportarten und dergleichen mehr. Dass wir solche Sachen überhaupt suchtartig betreiben, liegt an der Fähigkeit des Körpers, selbst Drogen zu produzieren. Auf diese Weise können wir einen Rausch eben auch mit Dingen erleben, die auf den ersten Blick mit Sucht nicht viel zu tun haben. Was tatsächlich alles als "Sucht" zu bezeichnen ist, ist in der Fachwelt umstritten. Der Autor dieses Buches wählt einen sehr weitgefassten Begriff. Dadurch können sich auch Betroffene z.B. von Essenssucht, Liebessucht, Kaufsucht u.ä. ernst genommen fühlen. Das Buch liest sich sehr gut. Mit seinem umfangreichen Info-Teil (Kontaktadressen für Betroffene) und mit seinen gezielten Fragen, mit denen man sich prüfen kann, wie stark man selbst betroffen ist, bietet es aktive Hilfestellung. Die Frage ist nur, ob tatsächlich Betroffene zu dem Buch greifen werden. Süchtige sehen in der Regel ihr Verhalten keinesfalls so klar, dass sie für sich realisieren, betroffen zu sein. Wieso sollten sie dann also zu einem solchen Buch greifen? Und wer von den Betroffenen wirklich so weit ist, Hilfe zu suchen, dürfte in vielen Fällen kaum die Kraft haben, dieses Buch zu lesen. Für wen ist dieses Buch?Aufgrund der Problematik, dass Betroffene nur bedingt zu einem Buch greifen werden, ist dieses Buch vor allem für Angehörige geeignet, die die Suchproblematik verstehen wollen und für interessierte Fachleute. Aus dem Inhalt
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