Die 365-Tage-Freiheit (Volker Kitz)

365-tage-freiheit

Die 365-Tage-Freiheit. Ihr Leben ist zu wertvoll, um es mit Arbeit zu verbringen“ – von Volker Kitz – München: Ariston Verlag, 2012 – 283 S. – ISBN: 978-3-424-20068-3 – 16,99 €

Die Mehrheit der deutschen Arbeitnehmer ist unzufrieden mit ihrem Job. Viele davon würden eigentlich lieber etwas ganz anderes machen und träumen von einem Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Volker Kitz war einer von ihnen und ist deshalb aus seinem Job als Anwalt ausgestiegen.

Nun möchte er auch andere Menschen ermutigen, diesen Schritt zu wagen. In der „365-Tage-Freiheit“ stellt er dafür 25 Strategien vor, wie man aus dem „Hamsterrad“ aussteigen kann. Materielle Zwänge, wie Wohnung und Essen, betrachtet Volker Kitz als Hauptgrund, weshalb wir trotz Unzufriedenheit überhaupt einer Erwerbsarbeit nachgehen. Deshalb beschäftigen sich alle vorgeschlagenen Strategien mit der Frage, wie man seine materiellen Zwänge loswird.

Im ersten Teil von der „365-Tage-Freiheit“ liefert Volker Kitz eine wirklich scharfsinnige Analyse der Nachteile des klassischen Arbeitslebens. Er beschreibt hier die 5 wesentlichen Gründe, warum so viele Menschen mit ihrem Job unzufrieden sind. Dabei trifft er das Gefühl des normalen Angestellten an vielen Stellen ziemlich gut auf den Punkt. Ich vermute mal, hier wird sich jeder in Teilen wiederfinden, der schon einmal als ganz normaler Angestellter gearbeitet hat. Dieses erste Kapitel des Buchs ist sehr unterhaltsam zu lesen, denn Volker Kitz bringt sehr locker und pointiert den „Zirkus“ des Erwerbslebens auf den Punkt.

Im zweiten Teil des Buches stellt Volker Kitz dann Strategien zum Ausstieg vor. Als ich mir im Inhaltsverzeichnis die einzelnen Strategien durchlas, war ich schon ein wenig skeptisch. Neben durchaus ernst zu nehmenden Strategien, um auszusteigen, gibt es auch einige in meinen Augen ziemlich schrullige Vorschläge. Beispielsweise „reich zu heiraten“ oder „Millionenerbe zu werden“.

Aber für alle Strategien – auch die etwas kuriosen Vorschläge – liefert Volker Kitz eine praktische Anleitung nach dem Muster:

  • Wie funktioniert das Prinzip?
  • Für wen ist die Strategie geeignet?
  • Wie gehen Sie Schritt für Schritt vor?

„Die 365-Tage-Freiheit“ bietet denjenigen, die sehr unzufrieden mit ihrer Arbeit sind bzw. damit, dass sie nicht das tun können, was sie wirklich möchten, ein paar tolle Denkanstöße. Es erweitert den Horizont für Lebensmodelle neben dem klassischen Arbeitsleben.

Allerdings muss man auch ganz klar einschränken: Dieses Buch ist kein Ratgeber für jedermann. Man sollte offen für ungewöhnliche Wege und Vorschläge sein. Denn Volker Kitz verkörpert die Einstellung des „Nichts ist unmöglich, wenn man nur will“. Wenn man vom Grundsatz damit übereinstimmt, kann man für sich aus dem Buch zumindest ein paar neue Inspirationen ziehen. Für alle anderen sind die in dem Buch vorgestellten Strategien an manchen Stellen wohl etwas zu weit von der Realität entfernt.

Bewertung: PunktPunktPunkt-Punkt Punkt

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Kommentare

Daniel schreibt am 17. Juni 2012

Das erinnert mich sehr an das Buch “Die 4-Stunden Woche” von Timothy Ferriss, welches ich zweimal gelesen und einiges davon umgesetzt habe. Volker Kitz scheint da noch etwas weiter zu gehen… Ich werde mir das Buch gleich bestellen.

Ich wünsche allen Unternehmern “gutes Gelingen” und allen Unterlassern “neue Energie”.

Estar schreibt am 18. Juni 2012

Danke, ZZL und danke, Volker Kitz! Ich unterbreche jetzt gleich meinen arbeitslosen Montag für einen Gang in die Stadt, kaufe mir das Buch und dann ein Eis und lasse mich bestärken. Darin, dass man spätestens in der Mitte des eigenen Lebens darüber nachdenken darf oder sollte, ob bzw. inwiefern man sich diesen Hamster-Arbeitsrädern wieder/weiter aussetzen sollte. Genau, Herr Kitz, mein Leben ist zu wertvoll, um es mit ungeliebtem Tätigsein zu verbringen! (Und Glückwunsch an alle, die sich in ihrem “Hamsterrad” gesund, wohl und zufrieden fühlen! Euch beneide ich oft, weil ich noch weiß, wie es *auch* sein kann.)