Zeit zu genießen

faulistschoen

Vor einigen Wochen habe ich einen wirklich interessanten Artikel gelesen. Der Titel: „Deutsche können alles – außer genießen“. Im ersten Moment dachte ich da an das typische Vorurteil, das Deutsche ja besonders im Ausland verfolgt … Aber in dem Artikel ging es um eine kürzlich erschienene repräsentative Studie, die besagt, dass die Deutschen tatsächlich zunehmend die Fähigkeit zum Genießen verlernen.

Fast die Hälfte der 1000 Studienteilnehmer hat demnach angegeben, dass es ihnen im Alltag immer seltener gelingt, etwas zu genießen. Bei den Jüngeren waren es sogar mehr als die Hälfte, die dazu nicht mehr in der Lage sind. Aber 91 % der Befragten stuften das Genießen als sehr wichtig ein und sagten, dass Genuss das Leben lebenswert mache. Es besteht also ein ziemlich großes Missverhältnis zwischen dem Wunsch, zu genießen, und der Fähigkeit dazu. Wie würden Sie das bei Ihnen einschätzen: Können Sie im Alltag noch gut etwas genießen?

Der Alltag als Genuss-Killer

Vielleicht geht es Ihnen auch so, dass Sie auf diese Frage nicht wirklich überzeugt mit „Ja“ antworten können. Im Alltag fehlt uns dafür oft schlicht und einfach die Zeit! Schließlich haben nur noch die wenigsten in der Woche Zeit, abends mal ein Bierchen mit Freunden trinken zu gehen. Oder morgens ausgiebig zu frühstücken. Wenn man arbeitet, den Haushalt schmeißt und dazu womöglich noch Familie hat, dann wird es ziemlich eng mit der Zeit. Und wenn man dann noch eines seiner Hobbys regelmäßig betreiben möchte, ist die Woche eigentlich immer vollkommen durchgeplant. Der Alltag lässt uns einfach sehr wenig Zeit für Momente des Genusses.

Keine Zeit mehr zu haben und ständig gestresst zu sein, das sind Phänomene unserer heutigen Zeit. Der in unserer Gesellschaft stetig zunehmende Leistungsdruck führt dazu, dass wir unser Leben immer weiter optimieren wollen und müssen. Die Beliebtheit des Zeitmanagements ist ein Beispiel hierfür. Inzwischen macht dieser Optimierungsgedanke aber auch vor unserer Freizeit nicht mehr halt. Freizeit ist heute nicht unbedingt mehr Muße-Zeit, sondern ein Raum nahezu unendlicher Möglichkeiten, die genutzt werden wollen. Der berüchtigte „Freizeitstress“ lässt grüßen. Aber Stress und Zeitmangel im Alltag führen eben auch dazu, dass wir nicht richtig entspannen können. Selbst in der Freizeit laufen wir oft mit dem Gedanken durch die Gegend: „Ich muss noch …“

Können Sie im Alltag gut genießen?

Dazu möchte ich ein kurzes Experiment mit Ihnen machen:

Stellen Sie sich vor, es ist Montagmorgen und es wartet diese Woche ein Berg von Arbeit auf Sie. Doch plötzlich denken Sie sich: „Ach, eigentlich könnte ich die Woche doch auch angenehm starten. Ich werde jetzt erstmal so richtig schön ausgiebig frühstücken.“

Würden Sie jemals auf solch eine Idee kommen? Verspüren Sie vielleicht schon alleine bei dieser Vorstellung leichtes Unbehagen?

Na dann gehören Sie sicher zur großen Mehrheit der Deutschen, die in der Umfrage sagten, es falle ihnen leichter, zu genießen, wenn sie vorher etwas geleistet haben. Viele können erst dann richtig abschalten, wenn die täglichen Aufgaben erledigt sind. Das heißt, ein Großteil der Menschen in Deutschland hat also das Gefühl, sich Genuss erstmal irgendwie verdienen zu müssen. Der Spruch „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ wird in Deutschland so gut wie uneingeschränkt akzeptiert, und das sogar von den Jüngeren. Grundsätzlich ist ein solches Pflichtbewusstsein ja positiv. Aber wenn man das mal mit anderen Lebenseinstellungen vergleicht, ist das doch auch schon eine ziemlich nüchterne, sehr „preußische“ Sicht auf das Vergnügen und den Genuss.

Deswegen folgen hier nun 4 Tipps, die Ihnen vielleicht dabei helfen können, im Alltag wieder ein wenig mehr zu genießen.

Tipp 1: Schreiben Sie eine Genuss-Liste

Welche Aktivitäten oder Dinge bereiten Ihnen besonderes Vergnügen oder sprechen Ihre Sinne in besonderem Maße an? Halten Sie ruhig einmal kurz inne und überlegen Sie einmal, wie viel Ihnen dazu so einfällt. Schreiben Sie sich eine Liste. Dabei lohnt es sich, neben dem großen Genuss auch nach den kleineren Sachen zu schauen.

Ich genieße es beispielsweise ganz besonders, mit meinen besten Kumpels loszuziehen und dabei den ganzen Abend etwas zum Lachen zu haben. Das ist für mich ein großer Genuss. Ich genieße es auch, einen schönen Song zu hören und dabei mitzusingen. Das ist dann eher ein kleiner Genuss. Und das auch nur für mich ;-)

Als ich die Frage, was einem Genuss bereitet, mal in meinem Freundeskreis gestellt habe, habe ich darauf unter anderem folgende Antworten bekommen:

  • die Leibspeise essen
  • draußen sitzen und ein gutes Buch lesen
  • sich die Sonne für einige Zeit ins Gesicht scheinen lassen
  • ins Café gehen mit einer Freundin/einem Freund
  • den Sonnenuntergang beobachten
  • an seinem Ruheort einfach mal eine Zeit lang nur daliegen
  • den Lieblingssong im Radio hören

War auf dieser Liste auch etwas für Sie dabei? Sind Ihnen schon einige kleine und große Dinge eingefallen, die Sie so richtig genießen? Gut! Schreiben Sie sich alles auf, was Ihnen dazu einfällt, und ergänzen Sie Ihre Liste stetig. So erschaffen Sie ein Bewusstsein dafür, was für Sie Genuss bedeutet. Damit fällt es Ihnen dann auch viel leichter, den Genuss gezielt in Ihr Leben zu bringen.

Tipp 2: Schaffen Sie einen Rahmen

Nun wissen Sie hoffentlich von einigen Dingen, die Sie genießen. Doch wann haben Sie eines dieser Dinge zum letzten Mal gemacht? Können Sie sich noch daran erinnern, zu welcher Gelegenheit das war? Im Urlaub, am Wochenende etc.? Genuss geht mit Entspannung einher. Beide bedingen sich gegenseitig. Das hat den Vorteil, dass Sie sich Genuss „vornehmen“ können, indem Sie regelmäßig Entspannungszeiten planen. Beispielsweise die heiße Badewanne nach einem langen Tag, das leckere Essen im Lieblingsrestaurant oder auch der Wochenendausflug ans Meer. Das alles erfordert allerdings Zeit. Aber solche Genussmomente sind es, an die Sie sich am Ende des Tages am liebsten erinnern. Deshalb sollten Sie sich auch Freiräume für solche Genussmomente schaffen. Es müssen ja nicht immer gleich große Wochenendausflüge sein. Täglich ein kleiner Genussmoment kann Ihr Leben schon sehr bereichern!

Ein so im Voraus geplanter Genuss funktioniert aber nur dann gut, wenn man auch gut entspannen kann. Vielen gelingt gerade das aber nicht so ohne weiteres. Vielleicht wissen Sie, wie das ist: Sie haben Feierabend, aber Sie haben noch vergessen, die eine E-Mail abzuschicken. Und das spukt Ihnen jetzt die ganze Zeit im Kopf rum. Oder Sie haben den ganzen Tag an Ihrer To-do-Liste verbracht, aber Sie haben immer noch drei Punkte offen … Nicht allen gelingt es dann, wie auf Knopfdruck loszulassen. Und das kann Ihnen die Badewanne oder das leckere Essen manchmal auch ganz schön vermiesen.

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Tipp 3: Nutzen Sie Rituale zum Entspannen

Viele von Ihnen kennen bestimmt dieses grandiose „Feierabend-Gefühl“, was man z. B. besonders stark freitags verspürt oder kurz vor dem Urlaubsbeginn. Diese Vorfreude und Gelassenheit ist ein Zustand, in dem wir entspannt sind und besser loslassen können. Doch wie lässt sich dieses Gefühl herstellen, wenn man gerade kein Wochenende oder Urlaub hat? Eine wissenschaftlich erforschte Methode, um nach der Arbeit ein richtiges „Feierabend-Gefühl“ zu verspüren, sind Rituale. Ein Ritual hilft uns dabei, Distanz zu gewinnen, und dadurch gelingt es uns, leichter in den Entspannungsmodus zu gehen. Ein Ritual für den Feierabend kann es z. B. sein, auf dem Rückweg von der Arbeit noch einen Spaziergang durch den Park zu machen. Oder sich direkt nach dem Nach-Hause-Kommen einfach für 15 Minuten in seinen Lieblingssessel zu setzen und nichts zu tun. Jeder kann sich sein eigenes, für sich passendes Ritual erschaffen. Wichtig ist dabei nur, dass Sie dieses Ritual regelmäßig ausüben, damit es seine entspannende Wirkung erzielen kann.

Tipp 4: Seien Sie achtsam

Wenn Sie wissen, was Sie genießen, sich Freiräume einplanen und in der Lage sind, gut zu entspannen, dann sind das schon die optimalen Rahmenbedingungen, um Genuss erleben zu können. Eine weitere Möglichkeit, prompten Genuss zu erfahren, besteht darin, seine ganze Aufmerksamkeit auf diesen jetzigen Moment zu richten und sich voll und ganz auf sich selbst und sein jetziges Umfeld zu fokussieren. Sie müssen dabei nichts weiter tun, als zu beobachten, was in Ihnen und um Sie herum passiert, und das dann nur auf sich wirken lassen. Oftmals fühlt sich das ziemlich gut an. Achtsamkeit kann also auch ein schöner Weg sein, um Genuss zu erleben. Das Leben bietet uns dafür manchmal auch besondere Gelegenheiten. Stellen Sie sich vor: Auf einmal wird der Song aus der Zeit Ihrer ersten großen Liebe im Radio gespielt und Sie drehen auf und singen lauthals mit. Oft erleben wir so völlig unerwartete Genussmomente. Wir genießen diese dann ganz besonders, weil sie ungeplant sind. Wenn Sie darauf achten, werden Ihnen solche Überraschungsmomente im Alltag sicher auch ab und an mal begegnen. Probieren Sie es mal aus und singen Sie doch nächstes Mal auch einfach mit ;-)

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Kommentare

Birgit schreibt am 3. Juli 2012

Erstaunlich, wie schwer es fällt, aus dem Hamsterrad des Alltags auszusteigen und einfach nur zu genießen. Mir fällt auf, dass nicht nur ich, sondern auch viele andere Menschen, mit denen ich mich austausche, ein tiefes Bedürfnis nach Ruhe verspüren. Die oben genannten Antworten auf die Frage, was bereitet euch Genuß, spiegeln das auch sehr deutlich.
Gestern abend habe ich es geschafft, mich aufzuraffen und auf mein Fahrrad zu setzen und eine Runde durch die Felder zu drehen. Hab mir den Bauch mit geklauten Kirschen vollgeschlagen, auf einer Bank gesessen und in die weite Landschaft geschaut – das war GENUSS!!!!

    Selina schreibt am 9. Juli 2012

    Ich habe eben mit großem Interesse die Meinungen gelesen – und Fazit: jeder hat seine Sichtweise und empfindet auf seine Weise. was für ihn Genuss ist und was nicht. So soll es auch sein!
    Ich bin im Übrigen sehr dankbar, dass diese Thema mir hier sozusagen zur rechten Zeit “über den Weg läuft”. Im Moment habe ich gerade beruflich das Gefühl, etwas unter zu gehen. Herzlichen Dank für die Erinnerung daran, wie wichtig es ist, gerade auch in solchen Zeiten inne zu halten, zu genießen und sich auf darauf zu konzentrieren, dass es nir gut geht – damit es insgesamt gut läuft in meinem Leben! :-)

Ralf schreibt am 8. Juli 2012

Ich behaupte sogar : Viele Menschen können nicht Leben !

Die meisten sehnen sich nach Ruhe, Geborgenheit, Liebe..aber finden sie nicht.
Menschen “packen” sich, größtenteils fremdgesteuert, so viele Verpflichtungen und Termine in diese kleine Lebenszeit, das keine Zeit mehr zu einem (bewussten) Leben bleibt.
Das Leben ist kurz, auch wenn es 90 Jahre dauern sollte.
So wie im ersten Kommentar zu lesen ist:

GENUSS !!! liegt in den einfachen Dingen

Genuss ist nicht das, was wir glauben sollen, was uns täglich von den Werbemedien eingehämmert wird.

Das Leben als “Hamsterrad” zu begreifen, kann nicht treffender sein.
Aber WIR haben uns dieses Leben selbst geschaffen.

Die erste Maßnhame wäre, TV, Radio und Zeitung zu entsorgen..das braucht wirklich niemand zum Leben.

Schon nach 4 Wochen tritt eine deutliche Besserung des Befindens ein..

    Jenni schreibt am 8. Juli 2012

    @ Ralf..
    sehe ich ebenfalls so.. haben uns vor Jahren vom Thema Handy verabschiedet.. finde es auch unfassbar wie Leute ihre Lebenszeit in so einen Scheiß wie 20 tausend Apps reinstecken… und nur noch über Foren kommunizieren…
    Wir alle machen uns selber krank durch eine Flut an Medien, keiner nimmt sich merh Zeit für etwas…, nur leider wird wie immer nur gemeckert und ändern tut sich nichts….

    Paula schreibt am 8. Juli 2012

    Mit wenigen Worten hat Ralf alles auf einen Punkt gebracht!!

    Nur wie kann ich meinen “inneren Hamster” überlisten? Dass Abschalten des TV u.a. ist ja nur der Anfang…

    Ich möchte immer funktionieren und bin dann ziemlich am Boden, wenn etwas schief läuft. Meistens sind es völlig unwichtige Dinge, die im Kopf dann kreisen und die kleine Gedankenwelt negativ beeinflussen…

    Wir können doch nicht alle eine Therapie machen!! ?! ;-)

    De Boeck Sonja schreibt am 8. Juli 2012

    Hallo Ralph
    TV,Radio und Zeitung wollen Sie abschaffen? Aber das Internet darf bleiben? Ist das nicht ein grosser Widerspruch?
    Ich finde es ein Genuss, morgens die Nachrichten aus dem Radio zu hören (und abends die dazugehörigen Bilder im Fernsehen zu sehen). So bin ich wenigstens über das Weltgeschehen informiert. Ausserdem laufen im Fernsehen zahlreiche wissenswerte Dokumentationen. Wer keine Werbung sehen will, muss sich halt die Sender raussuchen, die keine Reklame ausstrahlen. Und die meisten Zeitungen liefern Neuigkeiten über die Gegend, in der man wohnt. Ich freue mich jeden Abend auf den Moment, indem mein Mann nach Hause kommt und mir die Zeitung aus dem Nachbarort auf dem Tisch legt.
    Ohne diese drei Medien würden wir geistig “den Zug verpassen”. Sie behaupten, man müsse diese drei Medien entsorgen. Das heisst ja so viel wie: man darf nicht weltoffen sein. Man darf nicht neugierig sein. Schade eigendlich.

Asset Saved schreibt am 8. Juli 2012

Für mich hat Genießen mit Dankbarkeit und Freude zu tun. Es ist interessant, dass auch der Fokus dieses Beitrages für Genießen im Wesentlichen auf Zeiten außerhalb des “Verpflichtungsbereiches” liegt, sprich außerhalb der Arbeit, der Fahrt zur Arbeit, des Einkaufens, des Arztbesuchs usw. Aber innehalten, die Welt um mich herum wahrnehmen, kann ich immer und überall, auch in der Arbeit oder auf der Autobahn. Und wenn Dankbarkeit und Freude im Vordergrund stehen, dann kann ich genießen, dass ich ein CD-Player im Auto habe und im Stau meine lieblings Musik hören kann, dass ich einen Arbeitsplatz habe, der sauber und trocken ist, dass ich soviel Auswahl im Supermarkt habe, dass ich schon beim Einkaufen gedanklich schlemmen kann.

Es ist Zeit, dass wir wieder bescheiden und dankbar werden.

    monika schreibt am 8. Juli 2012

    ich bin derselben ansicht, wie arved. wenn wir wieder lernen, prioritäten zu setzen, lernen wir auch:danken schützt vor wanken, loben zieht nach oben.

    man muss aber wohl erst durch tiefen hindurch, um zu dieser erkenntnis zu gelangen, und dann kann man auch mit radio, fernsehen etc. das für sich herausziehen, was einem guttut.

    solange wir der werbung “nachjagen”, das glück immer hinter der nächsten ecke vermuten, überall meinen dabei sein zu müssen, bleiben wir gehetzte.

    allen einen erholsamen sonntag mit zeit zum auftanken.

Birgit Treupel schreibt am 8. Juli 2012

Alles Abschalten? Radio und mein Sonntagmorgenmail aus Lüneburg ist doch was schönes und andere Meinungen lesen.
Mein Montagmorgen beginnt mit einem- Enkeltochterritual- meine Tochter macht mir meinen Superkaffee obwohl sie wirklich ruck-zuck starten muss und ich darf mit meiner Enkeltochter spielen garniert mit Anziehstress und in den Kindergartenbringen( 4). Inzwischen kann ich das richtig geniesen.
Eine gute Woche.
Noch eine Birgit

    Maria I (I wie italienisch) schreibt am 8. Juli 2012

    Für Monika
    Danke! für die beiden Sprüche zu Danken und Loben, ich habe sie auf die erste Seite meines Computers kopiert.

Asset Saved schreibt am 8. Juli 2012

PS an Ralf

Wenn schon Radio, Fernseher und Zeitung abschaffen dann aber bitte schön als erstes Computer und Internet!

Da wird ja klar, dass es nicht das so verteufelte Fernsehen oder die täglichen Hiobsbotschaften aus der Zeitung sind, die uns die innere Ruhe zum genießen und Innehalten rauben, sondern unsere Wertungen und vor allem unsere Ansprüche und Erwartungshaltungen.

Ich habe täglich mit Menschen zu tun, die tatsächlich materiell arm sind. Die, die damit am besten zu Recht kommen, sind die, die ihre Ansprüche ablegen können bzw. dazu bereit sind, sich zu ändern.

Wenn sie das geschafft haben, dann sind sie wie befreit … und manchmal auch glücklich!

Renate Berger schreibt am 8. Juli 2012

Einen schönen guten Morgen wünsche ich allen.

Ich möchte Arved auch recht geben, aber ob arm oder reich? Wo ist da der wirkliche Unterschied? Jeder kann sich doch jeden Tag so eine “Insel” schaffen, wo er Zeit hat nur für Sich. Diese Insel muss nicht groß sein.. Aber seit ich vor 13 Jahren das Fernsehen abgeschafft habe, habe ich auch wieder richtig Muße, mal ein schönes Buch zu lesen, mir nicht alles von der Werbung diktieren zu lassen.

Liebe Sonntags-Grüsse aus Bremen

Wolfgang schreibt am 8. Juli 2012

Genuss, Glück… Ich glaube, dass der bewusste Blick auf die schönen Dinge des Lebens – auch des Arbeitslebens – und entsprechende bewusste Entscheidungen in diese Richtung weiterhelfen. Das ist denn wohl auch eine Frage der inneren Haltung, des Hinsehen-könnens und -wollens. Wenn ich Schönes gestalten oder auch nur wahrnehmen will, werde ich es auch tun und erleben.

Vielleicht genießen die Menschen, die täglich wertvolle Lebenszeit mit ihren mobilen elektronischen Kommunikationsgeräten verbringen, ja tatsächlich diese Zeit. Man muss sich entscheiden, wie man sein Grundbedürfnis nach Kommunikation befriedigt.

Ich habe mich kürzlich dagegen entschieden, den elektronischen Kommunikationszeitanteil noch auszubauen. Statt Smatphonekauf mit Flat und Folgen läuft jetzt mein altes Handy mit einer Prepaid-Card. Ich spare Geld (für mich ein genussvoller Gedanke) und kann meine Zeit besser einsetzen. Immer, wenn ich daran denke, freue ich mich. Kein Gedanke daran, etwas zu vermissen. Und – meine Freunde gibt es noch.

Susanne Körner schreibt am 8. Juli 2012

Hallo zusammen,

an dieser Stelle freue ich mich, dass ich jemand bin, der genießen kann und zwar richtig :)

Ich “darf” mich ausruhen, faul sein, relaxen und auch mal nix tun – heeerlich! Und ich bedauere von Herzen, wenn es immer mehr Menschen gibt, die das offenbar gar nicht (mehr) können oder “dürfen”.

Ich beobachte unterwegs gerne mal Menschen, die unentwegt mit ihrem Handy beschäftigt sind und gar nicht die Zeit haben, einfach nur die Fahrt z. B. mit Bus oder Bahn zu genießen. Oder wenn nicht genießen, dann aber doch das Geschehen einfach mal laufen zu lassen, vor sich hinzuträumen, vielleicht den Tag noch einmal auf sich wirken zu lassen o. ä.

Aber ich beobachte auch mich und ertappe mich dabei, dass z. B. für mich die Beschäftigung mit dem Internet sehr wichtig ist – gut, auch aus beruflicher Hinsicht, aber die Häufigkeit und Intensität könnte auch bei mir manchmal weniger sein.

Ich bin davon überzeugt, dass die andauernde Ablenkung/Beschäftigung, mich immer weiter von mir weg bringt. Meinen Empfindungen, Bedürfnissen und dem Kontakt zu mir selbst. Das kann langfristig fatale Folgen haben, weil ich das Gespür zu mir selbst total verlieren kan.

Außerdem: Ab und zu eine wirkliche Auszeit kann Wunder bewirken und den Akku wieder aufladen!

    De Boeck Sonja schreibt am 8. Juli 2012

    Hallo Susanne
    Es freut mich, dass ich hier auf jemand treffe, der so richtig von sich behauptet, dass er geniessen kann. Ich kann das auch und tue es ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben. Ich tue nur das, was mir Spass macht. Manchmal stosse ich auf Unverständniss, weil “man” dass eben in manchen Situationen nicht macht, aber daran störe ich mich nicht.
    Geniessen heisst für mich auch, auf seinen Körper hören. Wenn der sagt: “Ich bin jetzt müde, ich brauche jetzt Ruhe.” Dann gebe ich ihm die auch. Und wenn im Haushalt noch so viel zu tun ist. Das kann auch eine halbe Stunde warten.

    Geniessen ist Spass haben, egal was man tut. Ob das jetzt drinnen oder draussen ist. Mit oder ohne Medien. Alleine oder zusammen.

Javier Fraile schreibt am 8. Juli 2012

Hallo Zusammen,

das Thema finde ich superinteressant. Das passt wunderbar in meinem beruflichen Alltag hinein. Da ich mit vielen Menschen in Kontakt bin, die zudem Ihrem Lebensmut verloren haben, sind auch viele von denen nicht in der Lage etwas kleines und normales zu genießen. Vieleicht kannst du mir die Quelle der Studie nennen Mathias. Dann könnte ich denen, dass auch noch einmal anhand von Zahlen zeigen.

Liebe Dank im Voraus :-)

Javier

Annemarie Schwab schreibt am 8. Juli 2012

Vielen Dank für diesen wichtigen Eintrag!
Ja, wir haben irgendwie verlernt, zu geniessen und Musse (statt Busse!) zu leben! Das fällt einem manchmal extrem auf, zum Beispiel bei Ferienbeginn. Und “ach du liebe Zeit jetzt MUSS ich doch geniessen!” Da kommt dann ein so enormer Druck, dass man 15 Dinge gleichzeitig “geniessen” möchte, was natürlich nicht klappt. Die Zeit ist schliesslich keine Zitrone, die es auszupressen gilt. Oft getraut man sich in den Ferien nicht, normale Alltagssachen zu machen.
Eventuell müssten wir aufhören, die Zeit einzuteilen in Arbeitszeit und Freizeit: 8 – 17 Uhr ist Effizienz, und danach Faulenz.
Wenn ich mich zum Beispiel spontan bewege, ein paar Übungen mache, welche sich gut anfühlen, dann lebe ich wirklich, dann BIN ICH einfach …. als Bewegungsmensch sowieso. Ich fühle mich dann glücklich und voll verbunden mit mir selber – gehe auf in meinem Tun, egal ob ich nun zufällig gerade Ferien habe oder nicht. Das sind für mich Genussmomente, da stellt sich Glücksgefühl ein.
So hat jeder Mensch seine Beschäftigungen, die ihm entsprechen und das kann auch durchaus etwas sein, was mit dem Beruf … noch besser: der Berufung zu tun hat – und seien es nur 5 Minuten.

    Ronald Hörstmann schreibt am 8. Juli 2012

    Liebe Annemarie, immer wieder stelle ich fest, daß das Wort “Busse” falsch ausgelegt wird. “Busse” bedeutet nichts anderes als “Umkehr” nicht Selbstkasteiung!!!! Bei dem angesprochenen Thema “Zeit zu genießen” ist als Busse = mkehr sogar angebacht. – Aber hallo, wirst Du jetzt sagen, was sagen denn die Christen dazu? Da ich selbst überzeugter Christ bin, kenne ich die falsche Auslegung selbst unter Christen. Busse bedeutet im christlichen Sinne ganz konkret: verlaß den Weg der Sünde und kehr um (und nicht, geh jetzt in Asche und kasteie dich!!!!!)

Ronald Hörstmann schreibt am 8. Juli 2012

“Jeder ist seines Glückes Schmied” gilt nicht nur in Deutschland, sondern überall auf der Welt. Wer sich das “Genießen” nehmen lässt, ist selbst Schuld. Manche wollen es doch auch nicht anders. Sie sind nur glücklich, wenn sie gesteuert werden und durch die Hektik gefangen werden. “Geh langsam, wenn Du schneller gehen sollst” “Am siebten Tag sollst Du ruhen” – Ach, soll ich noch mehr schreiben, besser ists zu singen, so wie die Sklaven es einst in den Südstaaten getan haben. Viele Menschen finden selbst ihren Weg. Das ist besser, als von außen gesteuer zu werden. Ich kann es nur empfehlen. Sei Du, seien Sie spontan, das ist das Beste!!!!

    Martina Weitemeyer schreibt am 12. Juli 2012

    Lieber Ronald (falls du das noch lesen solltst)

    nicht zum Thema – aber zur Rechtschreibung: “Busse ” fahren auf der Straße und nicht in der Biebel!

    Sorry, aber das kann ich nicht mit ansehen…

    Gruß
    Martina

Corinna Altmann schreibt am 8. Juli 2012

Hallöchen an alle,

ich habe bereits heute früh einen Kommentar abgegeben, aber irgendwie ist er nicht mehr im Forum.

Tschüsssssssiiii und allen eine schöne und angenehme Woche, bis nächsten Sonntag und vielen Dank für die schönen Beiträge.

LG Grüsse an alle.

Corinna Altmann schreibt am 8. Juli 2012

Jetzt bin ich es noch einmal,

ich habe gerade bemerkt, dass der Kommentar, den ich heute früh geschrieben habe – zum Thema:”Herausforderungen genießen…”, ist.

Also, ich bin der Meinung und gehe von mir dabei aus, dass ich immer Zeit für 1 mal genießen am Tag habe und auch finde.
Ich wusste nur bis heute nicht, dass z. Bsp. ein Buch lesen…, den Sonnenutergang betrachten, im ald spazieren gehen, Bafruss im nassen gras herum zu laufen, im Regen ohne Jacke zu laufen…dies ich persönlich wunderbar einfach finde und toll, das dies mit dem Thema “Geniessen” und unter das Thema “Geniessen” fällt,
für mich war es bis heute “normal” und selbstverständlich.
Doch ich werde dies ab heute alles unter das Thema “Geniessen” für mich setzen und stellen, hört sich echt auch aufregender, neuer und ungewohnt für mich an, doch schön eben.
LG Grüsse und allen einen schönen Abend noch, sowie eine angenehme Woche und vorallem eine geniesserische.

Bis nächsten Sonntag, höre jetzt auf mit schreiben, in Radio – auf unseren Heimatsender – Radio Sachsen – MDR 1 – bringen sie ein Lied von Albano und Romina Power, dieses Lied möchte ich geniessen.

Tschauiiiiiiiii!!!

Beate Mies schreibt am 8. Juli 2012

Im Saarland gibt es eine schöne Alternative zum Glaubenssatz “Erst die Arbeit, dann das Vergnügen”. Sie lautet “Hauptsach´ gut gess, geschafft han mir schnell!” (Übers.: Hauptsache (wir haben) gut gegessen, gearbeitet haben wir schnell). Eine wie ich finde, schöne Prioritätensetzung.

Simone El´Sherin schreibt am 8. Juli 2012

Hallo,

für mein eigenes Leben sehe ich einen Unterschied zwischen dem konsumieren und dem genießen, wobei das Konsumieren auf vielfältige Verführungen aus der Außenwelt antwortet, wohingegen das Genießen aus einem inneren Empfangen heraus geschieht und mich erfüllt. Konsumieren stärkt eher mein Empfinden von Mangel, und hinterlässt mich unbefriedigt, was mich gerne in eine gewissen Abhängigkeit von etwas scheinbar im Aussen Befindlichem bringt. Konsumieren ist eher nehmen als empfangen. Empfangen ist eine weibliche Eigenschaft in einem jeden von uns, etwas Bewusstes, Achtsames, zutiefst Nährendes, und es bedarf lediglich der Offenheit, Empfangsbereitschaft und des Vertrauens. Haben wir nicht genügend Vertrauen, haben wir ein gewisses Maß an Angst, und die liegt für mich dem Nicht-Genießen zugrunde, denn diese Grundangst als Lebensgefühl verschließt uns oft den Zugang zu uns selbst, zum gegenwärtigen Augenblick und unserer inneren Lebendigkeit und Fülle, sowie des Augenblicks natürlicher Fülle und Lebendigkeit,

Simone

Petra schreibt am 9. Juli 2012

Ich lebe und arbeite als Deutsche in Neuseeland und die oben beschriebene Untersuchung ueber die Genussfaehigkeit der Deutschen schaffte es sogar in der hiesigen Tageszeitung auf die vorderen Seiten zu kommen.
Wir sind u.a. wegen der teilweise “lebensfeindlichen” Umstaende in Deutschland nach Neuseeland gegangen, auch weil wir kleine Kinder haben. Und es stimmt tatsaechlich: Kinderfreundlichkeit und der alltaegliche Umgang miteinander sind um Welten besser als in Deutschland. Damit geht allerdings ein schlechterer finanzieller Status einher….
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich mich noch nie so sehr als Deutsche gefuehlt habe wie hier – es ist unglaublich, wie tief verwurzelt diese Verhaltensweisen in einem sind. Es faellt einem natuerlich wesentlich leichter sie hier abzulegen – wo jeder sehr viel entspannter ist. Ich kann jedem waermstens so eine Auslandserfahrung empfehlen, wenn sich einem die Moeglichkeit bietet – sozusagen eine “Radikaltherapie” in Sachen Horizonterweiterung, Perspektivwechsel und Verhaltensaenderung..
Herzliche Gruesse vom anderen Ende der Welt
Petra

Dirk schreibt am 9. Juli 2012

Wenn ich Bilder aus der Kindheit sehe, wundere ich mich manchmal, wie einfach wir damals (70er Jahre) gelebt haben.
Viele Dinge der damaligen Zeit vermisse ich heute: den Nutzgarten, Omas Rezepte, den einfachen Urlaub im Wohnwagen, die Wäsche – die noch Aprilfrisch roch.
Das waren damals normale Dinge, die nicht auffielen. Heute weiß ich, dass sie diese Ruhe und Genuß brachten, die wir heute suchen.
Beispiel auch das gute alte Buch im Urlaub: Das konnte überall liegen bleiben, vertrug Sonne, Sonnenmilch, Sand. Heute muss es bei vielen “kindle” sein, weil es modern ist, flach, 400 Bücher speichern kann usw. Aber der Stress steigt: Aufpassen, dass es nicht verloren geht / gestohlen wird, aufpassen, dass es nicht verschmutzt usw. Es wird stressiger und nicht entspannter. Und wer braucht 400 Bücher gleichzeitig?

Brigitte schreibt am 9. Juli 2012

Ich findes es sehr schade, dass es manchen Menschen auch zu diesem Thema nur schwarz oder weiß gibt. Warum alles abschaffen, um wieder genießen zu können? Ich kann mir wunderbar Räume schaffen für’s genießen. Am Wochenende ausgiebig frühstücken – möglichst draußen- dazu die ausführliche Lektüre der Wocheneneausgabe der Zeitung. Jeden Morgen vor der Arbeit der Spaziergang mit meinem Hund – wetterunanhängig – immer gibt es etwas zu entdecken, ein Eichhörnchen, was mit einem Tannenzapfen beschäftig ist, eine Entenmutter mit ihren Küken, auch das ist genießen. Ich bin dazu sehr gerne informiert, auch über verschiedene Medien – bei Abschaffung des Internets hätten wir auch diesen wunderbaren Newsletter nicht mehr, was sehr schade wäre. Wenn man es wirklich will, gibt es ganz viele Möglichkeiten zu genißen, man muss es abre auch zulassen.

Christine schreibt am 9. Juli 2012

Danke, Ralf! Ich habe die Anregung aufgegriffen und so werde ich meinen Mann heute zu einem Abendessen-Picknick einladen. Einfach mal wieder den Alltag unterbrechen…Mit solchen Kleinigkeiten (und zum Beispiel einer Radtour nach Feierabend, einem sponatnen (Wander-) Wochenende mit Übernachtung in der Umgebung oder auch einfach nur zusammen auf der Couch liegen und erzählen gelingt es uns auch nach weit über 30 Ehejahren Genuss und Würze in unseren Alltag zu bringen.

Volker Specht schreibt am 10. Juli 2012

Im Alltag fehlt uns dafür oft schlicht und einfach die Zeit! ????????????????????????????????????????????????

Jeder Mensch hat 24 Stunden Zeit am Tag! Wenn er die Zeit falsch einteilt, dann hat er natürlich Probleme. Wenn er sich zu spät wecken lässt, beginnt der Tag bereits mit Hetze. Dann bleibt oft für ein gemütliches Frühstück keine Zeit mehr. Wenn er sich dann auch noch während des Hauptberufsverkehrs auf den Weg zur Arbeit begibt, ist das Feststecken im Berufsverkehr vorprogammiert. Er kommt dann gestresst im Büro an. Wenn dann die Arbeit nicht optimal erledigt werden kann, liegt auf der Hand. Auch in der Mittagspause ist dann oft von Pause keine Rede. Rückweg von der Arbeit, na ja. Dann die “Freizeitgestaltung”. Vor die Glotze setzen. Ein par Pullen Bier reinziehen. Und dann erst viel zu spät schlafengehen. Dann ist die Nacht natürlich zu kurz. Und der gute Mensch wacht unausgeschlafen auf. Auf ein Neues!

Heinz Würfele schreibt am 10. Juli 2012

Hallo Ralf,

ihr Beitrag ist genau richtig, seit 2 Jahren sehe ich mir keine Tagesschau mehr an, mir fehlt nichts.
Nachrichten höre ich in Diskussionen, mir fehlt nichts.

Arbeit ist ein guter Faktor zur Zufriedenheit, das musste ich lernen, Freizeit muss geplant werden, Zufriedenheit mit
sich selbst ist für mich der wichtigste Grundstein im Leben.

Heinz Würfele

Jens schreibt am 10. Juli 2012

Wenn ich in eine Straße abbiege und feststelle es handelt sich um eine Sackgasse, drehe ich einfach um. Es macht keinen Sinn am Ende dieser Gasse zu verharren und zu jammern. Erkennen wir also ein Gefühl, des Nicht-Genießens, ist es wie das Erkennen der Sackgasse oder die unbewusste ungewünschte Wahl an einer Weggabel; … dann können wir einfach dankbar sein. Warum? Wir erkennen, das wir selbst gewählt haben und entscheiden neu. Das Nicht-Genießen ist die Ablehnung des Selbst und eine Verurteilungen einer Entscheidung, die bereits in der Vergangenheit liegt. Dies macht keinen Sinn und hält uns auch noch in dieser Situation, auch mal gerne über Jahre, gefangen. Genießen findet also erst im Kopf statt, dann im Körper. Genießen gibt Dir die Möglichkeit die Gegenwart mit allen Sinnen einfach mal zu spüren. Nicht-Genießen ist eine Vorstellung von Ablehung. Fragen wir uns doch, wen oder was lehen wir gerade ab?… und H A N D E L N danach. Wie viele Sackgassen dieser Art wollen wir Menschen noch bauen und befahren um dann noch einen Schuldigen dafür zu suchen, den es nicht gibt?

Martina Kindl schreibt am 11. Juli 2012

Ich bin jetzt 44 Jahre alt, habe aber erst jetzt so richtig gelernt zu genießen. Nachdem ich meinen Job verloren habe, versuchte ich durch Haushaltsarbeit meinen Leben einen Wert zu geben. Genuss ist für mich nach langer Kasteiung keine tierischen Fette mehr zu essen, endlich ein Butterbrot mit Radieschen aus dem eigenen Garten zu essen, in der Hängematte zu liegen und die Natur zu genießen, Früh aufzustehen und den Sonnenaufgang zu sehen, danach ein ausgiebiges Frühstück, und mit einem guten Tänzer übers Parkett zu fegen. Das alles hat auch mit Enthaltsamkeit zu tun. Wenn ich dies jeden Tag hätte, könnte ich es nicht genießen. Also auch dies gehört zum Genuß bei mir dazu!

DI Martina Kindl