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Ihre persönlichen Stärken - eine Bestandsaufnahme

Von Gitte Härter

Haben Sie schon mal überlegt, was Sie ausmacht? Was Sie super, ganz gut, passabel oder überhaupt nicht können? Was Sie gern intensivieren oder neu lernen möchten?

Wenn Sie sich noch nie so recht damit auseinander gesetzt haben, dann befinden Sie sich in bester Gesellschaft: Leider ist es fast die Regel, dass sich Leute gar nicht mit sich selbst beschäftigen. Das heißt, dass sie sich auch gar nicht dessen bewusst sind, welche Qualitäten sie haben oder auch, wo es vielleicht Defizite gibt, die auch schon mal ein Hindernis darstellen können.

Welche Stärken habe ich?

Eine gute Möglichkeit, sich da heranzutasten, ist es, sich mal hinzusetzen und in Ruhe aufzuschreiben:

Tipp: Machen Sie es sich noch etwas schwerer: Nehmen Sie sich vor, mindestens 15 Stärken zu finden. Gerne auch mehr!

Wichtig: Begnügen Sie sich nicht damit, irgendwelche allgemeinen Begriffe runterzurattern (zuverlässig, kommunikativ, …), sondern schreiben Sie eine Begründung oder Ihre eigene Definition mit dazu.
Denn nur so können Sie konkret sagen, was Sie meinen, wenn Sie sich als zuverlässig ansehen. Außerdem fallen Ihnen andere Begriffe ein, die vielleicht noch besser passen bzw. die dazu gehören und quasi weitere Qualitäten zeigen.

Ich bin halt so: Das ist doch keine Stärke

Manche Menschen tun sich schon mit dem Wort “Stärke” schwer – weil sie einen sehr strengen Maßstab haben (“das kann ich gut, aber nicht so gut, dass ich gleich sagen würde, es ist eine Stärke von mir”) oder auch weil es etwas ist, das sie eben einfach können oder immer schon so waren.

Bevor Sie sich also frustriert die Haare raufen: Wenn Sie sich schwer damit tun, irgendwelche Stärken zu benennen, dann ändern Sie einfach die Fragestellung so ab, dass Sie sich wohl damit fühlen.

Dann gibt es eben unterschiedliche Kategorien:

Schwächen

Genau wie bei den Stärken: Klammern Sie sich nicht ans Wort. Was gemeinhin unter Schwächen fällt, muss gar keine “Schwäche” sein. Vielleicht ist es eine Sache, die Sie selbst gern noch besser können würden oder etwas, wo Sie merken, da haben Sie nicht immer recht die Kontrolle drüber (zum Beispiel ein bestimmtes Verhalten wie jähzornig sein oder schnell Selbstzweifel bekommen). Vielleicht ist es aber auch etwas, wo Sie sagen: Neenee, da müsste/möchte ich schon gern was machen.

Also machen Sie mal Nägel mit Köpfen:

Wichtig: Seien Sie auch hier konkret: Überlegen Sie sich genau, was Sie mit dieser Sache meinen. Was verstehen Sie darunter? Was sind Beispiele dafür aus Ihrem Alltag?

Denken Sie auch immer daran: Jeder Mensch ist sehr differenziert. Sie können faul (im Haushalt) UND fleißig (für Kunden) sein, Sie können gut mit Geld umgehen können (in der Arbeit) UND es verprassen (privat), Sie können Fehler tolerieren (bei anderen UND sie überhaupt nicht leiden können (bei sich selbst).
Schauen Sie genau hin! – Bemerken Sie es auch, wenn Sie sich in bestimmter Hinsicht selbst abstempeln bzw. in eine Schublade gesteckt haben (“Ich bin halt so …”, “Das konnte ich noch nie …”).

Wie sind Sie als Mensch?

Seien Sie auch hier möglichst genau: Belassen Sie es nicht bei allgemeinen Begriffen, sondern werden Sie konkret: Was genau meinen Sie damit? Was ist Ihre Definition davon? Wo stehen Sie?

Alles in sich aufnehmen – und sehen, was Sie tun möchten

Lassen Sie Ihre Bestandsaufnahme auf sich wirken. Wie waren die Fragen für Sie? Was fiel Ihnen leicht? Was nicht? Wo waren Sie selbst erstaunt? Wie ist es so für Sie, diese Bilanz zu sehen?

Und natürlich: Greifen Sie sich ein, zwei Dinge heraus, die Sie gerne vertiefen, sich aneignen oder einfach angehen möchten. Was ist das? Wie werden Sie vorgehen?

© bei Gitte Härter
www.schreibnudel.de

Von Gitte Härter

Gitte Härter war viele Jahre Coach und Trainerin für Businessthemen. Seit einem Jahr hat sie sich mit www.schreibnudel.de ganz auf das Schreiben spezialisiert. Am allerliebsten schreibt sie Bücher – und hat auch schon zwei Dutzend Ratgeber veröffentlicht (Aktuell: "Sorry! Entschuldigungen aussprechen, annehmen, ablehnen")