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Probleme wahrnehmen (Seite 2 von 9)

Problemlösen

Es scheint offensichtlich, dass wir erst beginnen können, ein Problem zu lösen, wenn wir es auch als solches wahrnehmen. Tatsächlich aber ist das nicht ganz so selbstverständlich, wie es vielleicht aussieht. Oft leiden wir unter einer Situation, sind unzufrieden, kommen aber nicht darauf, dass wir es mit einem Problem zu tun haben, das sich systematisch lösen lässt .

Wie wir Probleme entdecken

Wir nehmen Probleme z.B. wahr,

Beispiele

Wenn wir uns wiederholt vorgenommen haben, unser Normalgewicht zu erreichen und zu halten und wir merken nach einigen Monaten,  dass wir es immer noch nicht geschafft haben, dann haben wir offensichtlich ein Problem damit. Wenn immer mehr Kunden einer Firma sich über Verzögerungen bei der Auslieferung der Produkte beschweren, gibt es dort wohl ein Problem. Wenn wir uns mit unserem Lebenspartner mehr streiten als gut vertragen, scheint auch hier ein Problem zu bestehen.

Entscheidend ist, dass wir eine Situation, die uns nicht guttut, nicht als gegeben hinnehmen, sondern als ein Problem wahrnehmen, das sich lösen lässt .

Ich such mir jetzt ein Problem…

Proaktive Menschen – also Personen, die ihr Leben aktiv gestalten – versuchen Probleme zu erahnen und zu verhindern, möglichst schon bevor sie auftreten oder zumindestens bevor das Problem zu groß wird. Viele Firmen und Organisationen suchen im Rahmen von Qualitätssicherungs-Maßnahmen gezielt nach Problemen und deren Lösungen. Durch eine solche präventive Suche nach Problemen und deren Beseitigung lassen sich z.B. massiv Kosten einsparen.

Fragen mit denen Sie Probleme finden können

Um bestehende Probleme aufzudecken, können wir uns z.B. die folgenden Fragen stellen:

Vorsicht vor Perfektionismus

An dieser Stelle muss allerdings gewarnt werden: Vorsicht vor Perfektionismus.  Man sagt zwar, dass das Gute der Feind des Besseren ist, aber trotzdem muss nicht alles Gute auch verbessert werden. Suchen Sie sich die Schlacht- oder Betätigungsfelder, auf denen Sie Zeit, Geld und Energie investieren, sorgfältig aus.

Probleme oder nur Symptome?

Wenn wir uns auf die Suche nach Problemen machen, ist eines ganz wichtig: Was wir als Problem wahrnehmen, ist oft nicht das Problem selbst, sondern nur eine Auswirkung des eigentlichen Problems, also ein Symptom. Viele Menschen versuchen dann, die Symptome des Problems zu beseitigen. Das eigentliche Problem bleibt dabei aber unverändert bestehen und tritt dann auf anderen Wegen wieder zu Tage. Deswegen müssen wir uns immer genau überlegen, ob wir das Problem oder nur ein Symptom des Problems vor uns haben. Diese Unterscheidung ist Inhalt der zweiten Phase des Problemlösungsprozesses.

  1. Ingo schreibt am 24. April 2011 um 11:49

    "Folge Deinem Traum"

    Lösung ist in erster Linie das Sich-loslösen von den Anhaftungen an eine bestimmte Situation. Sodaß nicht mehr die Situation die Macht über mich hat, sondern ich selbst sie "besitze" (als von mir selbst erzeugt).

    Das heißt, daß ich mit dem SEIN kann, was derzeit ist. Dabei geht es nicht so sehr um die reale Situation, sondern vielmehr um mein persönliches Erleben, das durch die Situation ausgelöst wird.

    In der Regel erinnern uns Probleme an ungelöste Dinge aus unserer Vergangenheit. Dabei vermischen wir das damalige Erleben mit der jetzigen Situation. Von daher gilt es vor allem, mit dem SEIN zu können, woran uns die derzeitige Situation erinnert, also die Anhaftungen an unsere unerlöste Vergangenheit aufzulösen.

    Daß sich daraus oft ein anderes Tun ergibt, ist eine Folge der Los-Lösung.

    Lösung ist immer ein Sprung in's kalte Wasser. Der erst dadurch erleichtet wird, wenn ich im Laufe der Zeit erlebe, daß ich tatsächlich Stück für Stück mehr Freiheit erreiche, wenn ich mit etwas bislang Ungeliebtem SEIN kann.

    Das ist jedes mal wie ein Nach-Hause-Kommen. Dies ist das "Geschenk", das in jedem Problem und seiner Lösung liegt. Geschenke, von denen ich zunehmend mehr will. Lösungs Freudigkeit.

    Danke für's Thema, gesegnete Ostern *INGO* :-)

  2. Alsu schreibt am 25. April 2011 um 08:42

    Oder Einstellung Nr. 4: Ein Problem. Verdammt, nicht schon wieder! Naja, es hilft nichts - wie ist die Lösung?
    ;-)

  3. Helmut Peters schreibt am 25. April 2011 um 18:54

    Meine Erfahrung mit Problemen ist die, das viele "krampfhaft" nach Lösungen suchen, sprich, sich nicht genug Zeit nehmen, das Problem zu er"gründen", so wie es ausführlich beschrieben ist. Das hängt oft mit den unangenehmen Begleiterscheinungen zusammen, die man schnell "wegmachen" möchte. Wichtig und richtig finde ich, das Problem zu erkennen und zu benennen. Denn nur wenn ich es erkannt und benannt habe, kann ich damit arbeiten. Bei der "Problemlösungsmethode" Zukunftswerkstatt, mit der ich arbeite, wird zwischen Problem und Lösung (bzw. dem 1. Schritt zur Lösung) als Zwischenschritt eine "Phantasiephase" eingebaucht, in der ich mich vom Problem löse (es geht nicht verloren, da es schriftlich fixiert ist) und völlig frei phantasiere, "rumspinne" - alles ist möglich, ich habe alles Geld und alle Zeit der Welt. Vor dem Zwischenschritt ist es hilfreich, das, was ich als "Problem" identifiziert habe, positiv wende (Kopfstandtechnik). Nach der Phantasiephase kommt die Umsetzungs-/Realisierungsphase. Hier geht es darum, zu schauen, was ich aus der Phantasie in die Realität mitnehmen kann, auf die Realität runterbrechen kann. Und daraus ergibt sich der 1., der nächste Schritt. Der Vorteil bei Zukunftswerkstätten ist die gemeinsame Arbeit in Gruppen. Ich kann mir Unterstützung holen, ich bin mit "meinem Problem" nicht allein und andere haben vielleicht einen anderen Blick, der mich weiterbringt.