Kontakt
Facebook
Twitter
RSS
Gästebuch
Wöchentlicher Newsletter

Das Problem benennen und Ziele entwickeln (Seite 3 von 9)

Problemlösen

Je besser wir ein Problem kennen, desto leichter wird es uns fallen, es zu lösen.

Wir kennen oft nur die Symptome unseres Problems

Oft kommt es vor, dass wir zwar merken, dass wir ein Problem haben, aber wir wissen nicht genau, worin unser Problem tatsächlich besteht. Wir sehen an verschiedenen Punkten die Auswirkungen des Problems – z.B. in Form von Symptomen wie einem schlechten Gefühl, mangelnder Qualität, Fehlern oder Konflikten – aber die Wurzel des Problems können wir nicht fassen.

Beispiel für eine zuerst undurchsichtige Problemursache

Ausgangslage – Ein Abteilungsleiter stellt fest, dass seine Mitarbeiter zunehmend unmotivierter und unzufriedener werden. Er kann sich das nicht erklären, denn dem Unternehmen geht es blendend, die Gehälter wurden vor kurzem deutlich erhöht und die Geschäftsführung hat den neuen Plänen zugestimmt, die Arbeitszeiten flexibler zu gestalten. Die Auswirkungen (Symptome) des Problems sind: offensichtliche Demotivation und Unzufriedenheit der Angestellten.

Die Wurzel des Problems – Nach vielen Einzelgesprächen stellt der Abteilungsleiter fest, dass die Mitarbeiter Angst vor Entlassungen haben. Sie sehen die flexible Gestaltung der Arbeitszeiten als Vorboten einer Entlassungswelle, nachdem das in anderen Betrieben bereits so gehandhabt wurde. Das Problem ist also: Mangelnde Information der Angestellten durch die Geschäftsführung und mangelnde Transparenz der Unternehmenssituation.

Es geht darum, das Problem zu lösen und nicht nur die Symptome

Tipp

Gute Problemlösungen sind langfristig orientiert. Eine wichtige Frage, die Sie in diesem Zusammenhang stellen können: “Wird diese Problemlösung das Problem langfristig und dauerhaft beseitigen?”. Diese Frage bewahrt uns vor manchem “Schnellschuss”.

Es sollte immer darum gehen, das eigentliche und ursächliche Problem zu lösen und nicht nur an den Symptomen herumzudoktern.  Es gilt, das Problem an seiner Wurzel anpacken, um es langfristig zu beseitigen. Dazu müssen wir zuerst einmal die Wurzel finden. Dieser Schritt ist im Grunde der Wichtigste. Hier stellen wir die Weichen für den gesamten Problemlösungsprozess. Nur wenn wir an dieser Stelle unser tatsächliches Problem identifizieren, werden wir überhaupt erst Lösungen für dieses Problem finden können.

Suchen Sie nicht nach Schuldigen

Ein häufiger Fehler bei der Problemsuche ist, dass wir uns zuerst auf die Suche nach einem Schuldigen machen. In unserem Kopf herrscht dann die Vorstellung, dass das jeweilige Problem von einer Person abhängt. Diesen Schuldigen wollen wir dann am liebsten bestrafen – z.B. kritisieren, ausschimpfen oder feuern -  und dann denken wir, ist auch das Problem verschwunden. So einfach ist das aber nicht. In der Regel ist nie nur ein Element – also eine Person oder ein Arbeitsschritt – die Ursache des Problems. Wir haben es meist mit einem ganzen Ursachenbündel zu tun. Deshalb geht es bei einer wirkungsvollen Problemlösungsstrategie  niemals darum, den Schuldigen zu suchen, sondern immer darum, Lösungen für das Problem zu finden.

Das Problem genau beschreiben

Tipp

Die Methode  Consider all facts (CAF) kann Ihnen dann dabei helfen, Ihr Problem in seine einzelnen Teile zu zerlegen, um noch ein tieferes Verständnis über das Problem zu bekommen.

Um alle wichtigen Informationen über das zu lösende Problem zu sammeln, beantworten Sie schriftlich die folgenden Fragen:

Wenn Sie diese Fragen gezielt und ehrlich beantworten, haben Sie bereits einen guten Überblick über das Problem.

Suchen Sie die Ursachen für Ihr Problem

Als nächstes müssen die Ursachen Problems herausgefunden werden. Fragen Sie also zu jedem einzelnen Symptom des Problems z.B.:

Oft kann es sein, dass Sie bei der Suche nach den Ursachen nicht sofort die Wurzel des Problems finden. Viele Ursachen entdecken wir erst im Laufe der Zeit. Notieren Sie dann ein Fragezeichen und überlegen Sie sich, wen Sie zu diesem Symptom noch um Rat fragen könnten.

Fragen Sie immer weiter nach der Ursache

Um wirklich die Wurzel eines Problems zu finden, müssen wir oft tief graben. Das heißt, Sie müssen immer wieder nach der Ursache fragen – nach der Ursache des Symptoms, dann nach der Ursache dieser Ursache und wieder nach der Ursache der Ursache usw. Das sieht dann vielleicht so aus:

Problem/ Symptom:

Ich fühle mich einsam.

Ursache:

Ich lebe alleine ohne Partner.

Davon die Ursache:

Ich gehe selten aus, so dass ich auch niemanden kennen lernen kann.

Davon die Ursache:

Ich weiß nicht, wohin ich ausgehen sollte.

usw.

Das Ganze machen Sie so lange, bis Sie etwas gefunden haben, bei dem Sie sinnvoll ansetzen können.

Manche Probleme haben verschiedene Ursachen

Geben Sie sich mit Ihren Antworten nicht zu schnell zufrieden. Oftmals hat ein Problem nämlich nicht nur eine Wurzel sondern mehrere. Es ist wichtig, möglichst alle Wurzeln eines Problems zu erkennen, um geeignete Lösungsansätze zu entwickeln.

Manchmal wissen wir nicht genug

Ein erstes Ergebnis Ihrer Suche nach den Ursachen für Ihr Problem kann auch sein, dass Sie entdecken, dass Sie bestimmte Dinge noch genauer beobachten und analysieren müssen. Wenn Ihr Problem z.B. ist, dass Sie ständig zu wenig Geld haben, dann müssen Sie vielleicht erst einmal einen Monat lang genau aufschreiben, wofür Sie wieviel Geld ausgeben. Erst dann wissen Sie genug, um überhaupt erst die Ursachen für Ihren Geldmangel benennen zu können – vorher haben Sie vielleicht nur Vermutungen angestellt.

Formulieren Sie Ziele

Wenn Sie Ihr Problem genau identifiziert und beschrieben haben, dann wissen Sie, was Sie nicht mehr wollen. Sie wissen also, von welchem Zustand oder von welcher Situation Sie weg wollen. Aus dieser Beschreibung müssen wir nun sinnvolle Ziele entwickeln, damit wir eine präzise Vorstellung davon gewinnen, wie die Situation aussieht, wenn das Problem gelöst ist – also beschreiben können, wohin wir wollen.

Dazu können Sie sich folgende Fragen stellen:

Nachdem Sie Ziele entwickelt haben, achten sie darauf, dass diese wirkungsvoll formuliert sind. Die genaue Formulierung von Zielen hat eine große Bedeutung. Setzen Sie sich vor allem einen Termin, bis zu dem das Ziel erreicht sein soll.

  1. Ingo schreibt am 24. April 2011 um 11:49

    "Folge Deinem Traum"

    Lösung ist in erster Linie das Sich-loslösen von den Anhaftungen an eine bestimmte Situation. Sodaß nicht mehr die Situation die Macht über mich hat, sondern ich selbst sie "besitze" (als von mir selbst erzeugt).

    Das heißt, daß ich mit dem SEIN kann, was derzeit ist. Dabei geht es nicht so sehr um die reale Situation, sondern vielmehr um mein persönliches Erleben, das durch die Situation ausgelöst wird.

    In der Regel erinnern uns Probleme an ungelöste Dinge aus unserer Vergangenheit. Dabei vermischen wir das damalige Erleben mit der jetzigen Situation. Von daher gilt es vor allem, mit dem SEIN zu können, woran uns die derzeitige Situation erinnert, also die Anhaftungen an unsere unerlöste Vergangenheit aufzulösen.

    Daß sich daraus oft ein anderes Tun ergibt, ist eine Folge der Los-Lösung.

    Lösung ist immer ein Sprung in's kalte Wasser. Der erst dadurch erleichtet wird, wenn ich im Laufe der Zeit erlebe, daß ich tatsächlich Stück für Stück mehr Freiheit erreiche, wenn ich mit etwas bislang Ungeliebtem SEIN kann.

    Das ist jedes mal wie ein Nach-Hause-Kommen. Dies ist das "Geschenk", das in jedem Problem und seiner Lösung liegt. Geschenke, von denen ich zunehmend mehr will. Lösungs Freudigkeit.

    Danke für's Thema, gesegnete Ostern *INGO* :-)

  2. Alsu schreibt am 25. April 2011 um 08:42

    Oder Einstellung Nr. 4: Ein Problem. Verdammt, nicht schon wieder! Naja, es hilft nichts - wie ist die Lösung?
    ;-)

  3. Helmut Peters schreibt am 25. April 2011 um 18:54

    Meine Erfahrung mit Problemen ist die, das viele "krampfhaft" nach Lösungen suchen, sprich, sich nicht genug Zeit nehmen, das Problem zu er"gründen", so wie es ausführlich beschrieben ist. Das hängt oft mit den unangenehmen Begleiterscheinungen zusammen, die man schnell "wegmachen" möchte. Wichtig und richtig finde ich, das Problem zu erkennen und zu benennen. Denn nur wenn ich es erkannt und benannt habe, kann ich damit arbeiten. Bei der "Problemlösungsmethode" Zukunftswerkstatt, mit der ich arbeite, wird zwischen Problem und Lösung (bzw. dem 1. Schritt zur Lösung) als Zwischenschritt eine "Phantasiephase" eingebaucht, in der ich mich vom Problem löse (es geht nicht verloren, da es schriftlich fixiert ist) und völlig frei phantasiere, "rumspinne" - alles ist möglich, ich habe alles Geld und alle Zeit der Welt. Vor dem Zwischenschritt ist es hilfreich, das, was ich als "Problem" identifiziert habe, positiv wende (Kopfstandtechnik). Nach der Phantasiephase kommt die Umsetzungs-/Realisierungsphase. Hier geht es darum, zu schauen, was ich aus der Phantasie in die Realität mitnehmen kann, auf die Realität runterbrechen kann. Und daraus ergibt sich der 1., der nächste Schritt. Der Vorteil bei Zukunftswerkstätten ist die gemeinsame Arbeit in Gruppen. Ich kann mir Unterstützung holen, ich bin mit "meinem Problem" nicht allein und andere haben vielleicht einen anderen Blick, der mich weiterbringt.