Annahmen machen und überprüfen
Wenn wir uns mit einer Problemstellung befassen, gehen wir automatisch von bestimmten Grundannahmen aus. Wir haben diese Grundannahmen in der Vergangenheit durch unsere Erfahrungen gelernt und verallgemeinert, so dass wir ganz sicher glauben, bestimmte Dinge zu wissen.
Grundannahmen können Sie über alles Mögliche haben
Grundannahmen können ganz allgemeiner Art sein, wie z.B. “Geld verdienen ist gut.” oder “Ich finde nie eine Arbeit.” oder “Nur wer Sport macht, bleibt gesund.” Oder sie können sich auf Ihr konkretes Problem beziehen: Wenn Sie z.B. abnehmen wollen, könnte es sein, dass eine Ihrer inneren Grundannahmen ist: “In unserer Familie waren immer schon alle rundlich – ich habe keine Chance.” oder Sie können denken: “Abnehmen ist kinderleicht.” An diesem Beispiel können Sie erkennen, wie unterschiedlich Grundannahmen sein können.
Diese Grundannahmen müssen nicht der Realität entsprechen
Siehe auch
Zu diesem Thema könnte für Sie auch der Exkurs: Die Landkarte ist nicht das Gebiet interessant sein.
Wir sind von unseren Grundannahmen in der Regel sehr überzeugt. Aber das muss nicht heißen, dass sie auch wirklich der Realität entsprechen.
Wenn Sie in der Kindheit ein Hund gebissen hat, haben Sie vielleicht daraus die Grundannahme gewonnen, dass größere Tiere gefährlich sind. Wenn in meiner Firma die letzten zwei Projekte schief gegangen sind, schließe ich vielleicht daraus, dass Projektarbeit nicht funktioniert. In beiden Fällen ist das natürlich nicht allgemeingültig. Projektarbeit funktioniert oft sehr gut und es gibt viele große Tiere, die ungefährlich sind. Solche persönlichen Verallgemeinerungen prägen aber unsere Wahrnehmung und können zu einer sogenannten “selbsterfüllenden Prophezeiungen” werden.
Unsere Grundannahmen können verhindern, dass wir alle möglichen Lösungsansätze in Betracht ziehen
Bei der Problemlösung verhindern viele unserer Grundannahmen, dass wir auch einmal in eine ganz andere – vielleicht viel sinnvollere – Richtung denken, um ein Problem zu lösen. Aufgrund unserer Grundannahmen schließen wir oft bestimmte Lösungswege von vorneherein aus. Wer z.B. bei einer Krise in seiner Beziehung der festen Überzeugung ist, dass “dieser ganze Psychoquatsch” nichts bringt, der wird von vorneherein ausschließen, zu einer Paartherapie zu gehen. Eine solche Therapie hätte aber möglicherweise diese Beziehung wesentlich weiterbringen können.
Es geht darum, sich die eigenen Grundannahmen selbst klarmachen
Um offen und flexibel für neue Lösungsansätze zu sein, müssen wir unsere persönlichen Grundannahmen erkennen und sie – wenn nötig – in Frage stellen. Nur wenn wir wissen, wo unsere eigenen blinden Flecken sind, können wir bei der Problemlösung die ganze Bandbreite möglicher Lösungsansätze ausschöpfen.
Wie Sie Ihre Grundannahmen erkennen können
Um herauszufinden, welche Grundannahmen wir über eine Problemsituation haben, ist es zunächst hilfreich, die folgende Frage zu beantworten.
Was weiß ich – bzw. wissen wir – ganz sicher über dieses Problem?
Sie können sich so eine Liste Ihrer Grundannahmen erarbeiten. Geben Sie sich dabei aber nicht nur mit sachlichen und offensichtlichen Antworten zufrieden, sondern überlegen Sie z.B. auch, welche inneren, ganz persönlichen Überzeugungen und Glaubenssätze Sie zu diesem Problem haben.
Grundannahmen in Frage stellen
Im nächsten Schritt versuchen Sie jede dieser Überzeugungen über Ihr Problem zu überprüfen, indem Sie dazu die folgenden Fragen stellen:
- Woher genau wissen wir das?
- Inwiefern ist das bewiesen?
- Was wäre, wenn das nicht so wäre?
- Unter welchen speziellen Umständen ist das vielleicht nicht so?
Wenn Sie Ihre Grundannahmen gezielt in Frage stellen, öffnen Sie sich für neue Möglichkeiten. Das Überprüfen der eigenen Grundannahmen ist eine wichtige Voraussetzung für den nächsten Schritt: Lösungsalternativen für Ihr Problem entwickeln.





"Folge Deinem Traum"
Lösung ist in erster Linie das Sich-loslösen von den Anhaftungen an eine bestimmte Situation. Sodaß nicht mehr die Situation die Macht über mich hat, sondern ich selbst sie "besitze" (als von mir selbst erzeugt).
Das heißt, daß ich mit dem SEIN kann, was derzeit ist. Dabei geht es nicht so sehr um die reale Situation, sondern vielmehr um mein persönliches Erleben, das durch die Situation ausgelöst wird.
In der Regel erinnern uns Probleme an ungelöste Dinge aus unserer Vergangenheit. Dabei vermischen wir das damalige Erleben mit der jetzigen Situation. Von daher gilt es vor allem, mit dem SEIN zu können, woran uns die derzeitige Situation erinnert, also die Anhaftungen an unsere unerlöste Vergangenheit aufzulösen.
Daß sich daraus oft ein anderes Tun ergibt, ist eine Folge der Los-Lösung.
Lösung ist immer ein Sprung in's kalte Wasser. Der erst dadurch erleichtet wird, wenn ich im Laufe der Zeit erlebe, daß ich tatsächlich Stück für Stück mehr Freiheit erreiche, wenn ich mit etwas bislang Ungeliebtem SEIN kann.
Das ist jedes mal wie ein Nach-Hause-Kommen. Dies ist das "Geschenk", das in jedem Problem und seiner Lösung liegt. Geschenke, von denen ich zunehmend mehr will. Lösungs Freudigkeit.
Danke für's Thema, gesegnete Ostern *INGO* :-)
Oder Einstellung Nr. 4: Ein Problem. Verdammt, nicht schon wieder! Naja, es hilft nichts - wie ist die Lösung?
;-)
Meine Erfahrung mit Problemen ist die, das viele "krampfhaft" nach Lösungen suchen, sprich, sich nicht genug Zeit nehmen, das Problem zu er"gründen", so wie es ausführlich beschrieben ist. Das hängt oft mit den unangenehmen Begleiterscheinungen zusammen, die man schnell "wegmachen" möchte. Wichtig und richtig finde ich, das Problem zu erkennen und zu benennen. Denn nur wenn ich es erkannt und benannt habe, kann ich damit arbeiten. Bei der "Problemlösungsmethode" Zukunftswerkstatt, mit der ich arbeite, wird zwischen Problem und Lösung (bzw. dem 1. Schritt zur Lösung) als Zwischenschritt eine "Phantasiephase" eingebaucht, in der ich mich vom Problem löse (es geht nicht verloren, da es schriftlich fixiert ist) und völlig frei phantasiere, "rumspinne" - alles ist möglich, ich habe alles Geld und alle Zeit der Welt. Vor dem Zwischenschritt ist es hilfreich, das, was ich als "Problem" identifiziert habe, positiv wende (Kopfstandtechnik). Nach der Phantasiephase kommt die Umsetzungs-/Realisierungsphase. Hier geht es darum, zu schauen, was ich aus der Phantasie in die Realität mitnehmen kann, auf die Realität runterbrechen kann. Und daraus ergibt sich der 1., der nächste Schritt. Der Vorteil bei Zukunftswerkstätten ist die gemeinsame Arbeit in Gruppen. Ich kann mir Unterstützung holen, ich bin mit "meinem Problem" nicht allein und andere haben vielleicht einen anderen Blick, der mich weiterbringt.