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Methoden zur kreativen Problemlösungsfindung (Seite 6 von 9)

Problemlösen

Es gibt viele Methoden, um Lösungsalternativen für ein Problem zu produzieren. Ziel dieser Methoden ist es, so viele Lösungsansätze wie möglich zu entwickeln. Es geht hier noch nicht darum, welche Ideen später tatsächlich umgesetzt werden können oder sollen, sondern allein darum, eine möglichst große Auswahl an Lösungsansätzen zu erarbeiten. Wir stellen Ihnen hier eine Auswahl solcher Methoden vor:

Methode: Freie Assoziation

Tipp

Diese Übung zur Visualisierung bietet sich zum Beginn einer Kreativ-Sitzung an. Dadurch lockern Sie sozusagen Ihre kreativen Muskeln und stimmen sich auf Ihr Problem ein.

Um auf möglichst viele verschiedene Lösungsansätze zu kommen, ist es hilfreich, die eigenen Gedanken einmal vollkommen frei in verschiedene Richtungen wandern zu lassen. Dafür bietet sich die Methode der freien Assoziation an: Wählen Sie dafür zunächst einen Begriff  aus dem Bereich Ihres Problems. Nehmen Sie dieses Wort als Ausgangspunkt und schreiben Sie das nächstbeste Wort auf, das Ihnen einfällt.  Und dazu fällt Ihnen wieder ein Begriff ein, den Sie aufschreiben können.  Das wiederholen Sie so lange, bis Sie einen ordentlichen Vorrat an Wörtern haben (ca. 20-50 Wörter). Diese Wörter können Sie dann dafür nutzen, weitere Ideen zu entwickeln.

Beispiel

Nehmen wir an, Sie sind sehr im Stress und wollen dieses Problem lösen. Sie beginnen Ihre freie Assoziation mit dem Wort “Stress” und schreiben dann z.B. folgende Wörter:

Ausruhen – fehlender Ausgleich -Urlaub – zu wenig Zeit – zu wenig Schlaf – usw.

Nun  können Sie zu jedem einzelnen Wort einen Lösungsansatz entwickeln: Zu “ausruhen” fällt Ihnen ein, dass Sie auf Ihrer Arbeit alle zwei Stunden konsequent eine viertel Stunde lang Pause zum Ausruhen machen könnten. Zu “fehlender Ausgleich” überlegen Sie sich, dass Sie sich einen ganzen Tag und zwei halbe Tage in der Woche vollkommen für Freizeitaktivitäten freischaufeln wollen. Und so können Sie zu allen Begriffen, die Ihnen durch das freie Assoziieren eingefallen sind, Lösungen entwickeln.

Methode: Mind Mapping

Siehe auch

Mind Mapping

Das Mind Mapping ist eine sehr kreative Art der Aufzeichnung und inhaltlichen Aufarbeitung eines Themas oder Problemfeldes. Fertigen Sie also einfach ein Mind Map zu Ihrem Problem an. Fügen Sie viele Graphiken in Ihr Mind Map ein und verwenden Sie viele Farben.  Das stimuliert Ihre Kreativität und Sie werden so vielleicht auch zu neuen und ungewöhnlichen Ideen kommen.

Methode: Systematische Checkliste für mögliche Veränderungen

Tipp

Erweitern Sie die Begriffe in der Checkliste so, wie es Ihren Bedürfnissen entspricht. Je mehr Begriffe, desto mehr Möglichkeiten können entstehen.

Um auf neue Lösungsansätze zu kommen, können Sie Ihr Problem einmal anhand einer systematischen Checkliste erörtern, in der Sie bereits im Vorfeld alle Möglichkeiten aufgeschrieben haben, die Sie an dem jeweiligen Problem verändern könnten. Das sieht z.B. so aus:

Beispiel

Nehmen wir an, Ihre Verkaufsmannschaft setzt nicht mehr genug Produkte ab. Dann könnten anhand der  Checkliste folgende Ideen entwickelt werden:

Sie können so systematisch die einzelnen Elemente der Checkliste auf Ihr Problem anwenden und dadurch zu Lösungsansätzen kommen, die Ihnen ohne diese Checkliste vielleicht nicht eingefallen wären.

Methode: Umdrehen Ihrer Grundannahmen

Im vorangehenden Schritt haben Sie Ihre Grundannahmen über Ihr Problem genauer analysiert. Wenn Sie diese Grundannahmen umdrehen, können Sie schnell zu überraschenden Ergebnissen kommen.

Beispiel

Nehmen wir an, Sie haben das Problem, dass Ihr Chef Sie regelmäßig in lautem Ton kritisiert und Sie sehr darunter leiden. Ihre Grundannahmen dazu: “Wenn ich meinem Chef die Meinung sage, verliere ich meine Stelle”. Wenn Sie diese Grundannahmen umdrehen, entsteht eine neue Ausgangslage: Dann könnte die Annahme heißen “Wenn ich meinen Chef nicht die Meinung sagen, verliere ich meine Stelle.” oder: “Auch wenn ich meinem Chef die Meinung sage, behalte ich meinen Job.”

Durch das Umdrehen der Grundannahmen öffnen Sie sich gedanklich für neue Möglichkeiten. Sie können so einmal gedanklich durchspielen, was geschehen würde, wenn Sie das Gegenteil von dem tun, was Sie eigentlich tun würden. Dabei geht es aber nicht darum, nun sofort genau dieses Gegenteil in die Tat umzusetzen, sondern vielmehr darum, dadurch vielleicht auf ganz neue Ideen zu kommen.

Methode: Morphologischer Ansatz

Der morphologische Ansatz basiert auf dem zufälligen Kombinieren von bestimmten Eigenschaften eines Problems. Das Ganze lässt sich am besten an einem Beispiel demonstrieren.

Beispiel:

Nehmen wir an, Sie wollen ein neues Produkt im Bereich “Unterhaltung für weibliche Personen” entwickeln. Aus dieser Problemstellung heraus entwickeln Sie die folgende Tabelle:

Art Alter Thema
Zeitschrift 5-12 Karriere
Fernsehsendung 12-17 Soap-Opera
Show 17-25 Haushalt
Online-Angebot 25-35 Sex
Verein 35-50 Beauty
Wettbewerb 50-65 Sport
Gewinnspiel 65-99 Mode

In der obersten Zeile stehen die thematischen Kategorien und unter dem Eintrag finden Sie Beispiele für diese Kategorie. Bei Art der Unterhaltung finden Sie z.B. Zeitschrift, Show oder Verein. Durch willkürliches Auswählen einer Kombination aus allen drei Spalten lassen sich nun Ideen entwickeln. Ideen könnten z.B. sein: Ein Sportverein für Frauen von 65-99 oder ein Gewinnspiel für Mädchen von 12-17 zum Thema Soap-Operas.

Methode: Brainstorming

Siehe auch

Brainstorming

Beim Brainstorming sammeln Sie alleine oder in der Gruppe möglichst viele Ideen. Dabei dürfen die Ideen nicht gleich kritisiert und bewertet werden, sondern es ist alles erlaubt – je verrückter, desto besser.

Methode: Brainwriting

Das Brainwriting kann in einer Gruppe von 3 – 12 Teilnehmern durchgeführt werden. Die Teilnehmer sitzen im Kreis an einem Tisch und haben alle ein Blatt Papier vor sich. Nachdem das Problem genau definiert ist, schreibt jeder der Teilnehmer drei Ideen für eine Lösung für das Problem auf sein Blatt. Nach einer vorher festgelegten Zeitspanne schiebt jeder sein Blatt zu seinem rechten Nachbarn. Der Nachbar schreibt dann, inspiriert von den Ideen seines Vorgängers, drei weitere Ideen auf.  Das Ganze wird  so lange wiederholt bis jeder sein Blatt wieder vor sich hat. Durch die Assoziationen mit dem, was jeweils die anderen geschrieben haben, führt diese Methode zu einer Fülle von Ideen.

  1. Ingo schreibt am 24. April 2011 um 11:49

    "Folge Deinem Traum"

    Lösung ist in erster Linie das Sich-loslösen von den Anhaftungen an eine bestimmte Situation. Sodaß nicht mehr die Situation die Macht über mich hat, sondern ich selbst sie "besitze" (als von mir selbst erzeugt).

    Das heißt, daß ich mit dem SEIN kann, was derzeit ist. Dabei geht es nicht so sehr um die reale Situation, sondern vielmehr um mein persönliches Erleben, das durch die Situation ausgelöst wird.

    In der Regel erinnern uns Probleme an ungelöste Dinge aus unserer Vergangenheit. Dabei vermischen wir das damalige Erleben mit der jetzigen Situation. Von daher gilt es vor allem, mit dem SEIN zu können, woran uns die derzeitige Situation erinnert, also die Anhaftungen an unsere unerlöste Vergangenheit aufzulösen.

    Daß sich daraus oft ein anderes Tun ergibt, ist eine Folge der Los-Lösung.

    Lösung ist immer ein Sprung in's kalte Wasser. Der erst dadurch erleichtet wird, wenn ich im Laufe der Zeit erlebe, daß ich tatsächlich Stück für Stück mehr Freiheit erreiche, wenn ich mit etwas bislang Ungeliebtem SEIN kann.

    Das ist jedes mal wie ein Nach-Hause-Kommen. Dies ist das "Geschenk", das in jedem Problem und seiner Lösung liegt. Geschenke, von denen ich zunehmend mehr will. Lösungs Freudigkeit.

    Danke für's Thema, gesegnete Ostern *INGO* :-)

  2. Alsu schreibt am 25. April 2011 um 08:42

    Oder Einstellung Nr. 4: Ein Problem. Verdammt, nicht schon wieder! Naja, es hilft nichts - wie ist die Lösung?
    ;-)

  3. Helmut Peters schreibt am 25. April 2011 um 18:54

    Meine Erfahrung mit Problemen ist die, das viele "krampfhaft" nach Lösungen suchen, sprich, sich nicht genug Zeit nehmen, das Problem zu er"gründen", so wie es ausführlich beschrieben ist. Das hängt oft mit den unangenehmen Begleiterscheinungen zusammen, die man schnell "wegmachen" möchte. Wichtig und richtig finde ich, das Problem zu erkennen und zu benennen. Denn nur wenn ich es erkannt und benannt habe, kann ich damit arbeiten. Bei der "Problemlösungsmethode" Zukunftswerkstatt, mit der ich arbeite, wird zwischen Problem und Lösung (bzw. dem 1. Schritt zur Lösung) als Zwischenschritt eine "Phantasiephase" eingebaucht, in der ich mich vom Problem löse (es geht nicht verloren, da es schriftlich fixiert ist) und völlig frei phantasiere, "rumspinne" - alles ist möglich, ich habe alles Geld und alle Zeit der Welt. Vor dem Zwischenschritt ist es hilfreich, das, was ich als "Problem" identifiziert habe, positiv wende (Kopfstandtechnik). Nach der Phantasiephase kommt die Umsetzungs-/Realisierungsphase. Hier geht es darum, zu schauen, was ich aus der Phantasie in die Realität mitnehmen kann, auf die Realität runterbrechen kann. Und daraus ergibt sich der 1., der nächste Schritt. Der Vorteil bei Zukunftswerkstätten ist die gemeinsame Arbeit in Gruppen. Ich kann mir Unterstützung holen, ich bin mit "meinem Problem" nicht allein und andere haben vielleicht einen anderen Blick, der mich weiterbringt.