Wie Sie anderen den Stachel ziehen, ohne sich zu stechen (Barbara Berckhan)
„Wie Sie anderen den Stachel ziehen, ohne sich zu stechen. Mit schwierigen Menschen gut auskommen“ von Barbara Berckhan – München: Gräfe und Unzer Verlag GmbH, 2012 – 160 S. – ISBN: 978-3-8338-2738-9 – 14,99 €
Kennen Sie die?
- Den Nörgler, der immer nur das Negative sieht und alles und jeden kritisiert
- Die beleidigte Leberwurst, die bei der kleinsten Gelegenheit eingeschnappt ist und nur mühevoll wieder aus ihrer Schmollecke hervorkommt
- Den Blender, der in jeder Situation um jeden Preis einen guten Eindruck machen möchte
- Die Quasselstrippe, die einem die Zeit stiehlt und einen oftmals den letzten Nerv kostet
Vielleicht fallen Ihnen sofort ein paar Gesichter dazu ein. Und gleich noch ein paar weitere schwierige Mitmenschen, die Ihnen das Leben schwer machen und die nicht in diese Kategorien passen. Die meisten von uns kennen Menschen, die wir nicht so gerne mögen. Manche Menschen mögen wir zwar, uns stört aber vielleicht eine bestimmte unangenehme Eigenschaft oder Verhaltensweise an ihnen. Auf Dauer kann der Umgang mit diesen Menschen unwahrscheinlich anstrengend und nervtötend sein. Und das Leben wirklich erschweren.
In dem Buch „Wie Sie anderen den Stachel ziehen, ohne sich zu stechen“ erklärt die Autorin Barbara Berckhan verschiedene Möglichkeiten, mit solchen Menschen leichter zurechtzukommen. Sodass man nicht mehr so viel kämpfen, aber sich auch nicht geschlagen geben muss. Sie widmet folgenden Typen jeweils ein Kapitel:
- dem Blender
- der Quasselstrippe
- dem Wüterich
- dem Nörgler
- dem Lästermaul
- der beleidigten Leberwurst
- dem Antriebslosen
- dem distanzierten Typ
- dem Unentschlossenen
- dem Schmeichler
Vielleicht geht es Ihnen ähnlich. Ich habe eigentlich meine Schwierigkeiten damit, Menschen bewusst in Schubladen zu stecken. Aber häufig sieht man bei anderen auch Eigenschaften oder Verhaltensweisen, die sich ganz passend durch solche Kategorien darstellen lassen. Das muss dann ja nicht unbedingt die ganze Person betreffen. Vielleicht ist Tante Erna für einen selbst eine ewige Nörglerin, für jemand anderes womöglich eine geschätzte knallharte Realistin, die sagt, was sie denkt. Oder jemand hat Schwierigkeiten mit Onkel Fritz, weil der eine nervige Quasselstrippe ist, und für einen selbst ist der gute Onkel ein extrem interessanter Gesprächspartner. Und da kann dieses Buch einem helfen, mit dem nörgelnden Anteil von Tante Erna und der quasseligen Art von Onkel Fritz besser zurechtzukommen.
Die Kapitel zu dem jeweiligen Typ sind immer gleich aufgebaut und die übersichtliche Struktur macht es leicht, immer wieder nachzuschlagen. Dadurch ist das Buch ein hervorragender Langzeitbegleiter für den Umgang mit schwierigen Menschen. Dabei bietet das Buch mit zahlreichen alltagstauglichen Beispielen eine große Bandbreite handfester Tipps, wie sich mit Nörglern, Wüterichen, beleidigten Leberwürsten und anderen anstrengenden Menschen leichter umgehen lässt.
So erfährt man in jedem einzelnen Kapitel etwas über den jeweiligen Typ:
- dessen Körpersprache
- was einen an dem jeweiligen Menschen eigentlich so reizt
- wie man etwas mehr Verständnis für die jeweilige Person entwickeln kann
- was man auf keinen Fall im Umgang mit diesem Menschen tun sollte
- wie sich mit der jeweiligen Person möglichst gut auskommen lässt
Außerdem wird zu jedem Typ gefragt:
- ob man vielleicht selbst manchmal auch so ein Mensch ist
- was sich von der jeweiligen Person vielleicht lernen lässt
Dieser amüsant illustrierte und ansprechend gestaltete Ratgeber ist für alle etwas, die stressfreier und entspannter mit ihren schwierigen Mitmenschen umgehen möchten. Die konkreten Handlungsvorschläge und Beispiele machen ihn zu einer wirklichen Hilfe im Umgang mit anderen.
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Kommentare
“…ob man vielleicht selbst manchmal so ein Mensch ist.”
Ja, das ist spannend. Mir ist auch schon aufgefallen, dass ich an anderen oft die Dinge nicht mag, die ich an mir (bewusst oder unbewusst) nicht leiden kann.
Ich weiß, in mir steckt ein gutes Stück Quasselstrippe. Aber wenn ich auf Menschen treffe die selbst gern viel reden, geht mir das schnell auf den Nerv – vielleicht weil er/sie mir meine Redezeit einschränken?