Wie motiviere ich andere Menschen?
Von Tania Konnerth
Viele von uns stehen vor der Aufgabe, ein Team oder einzelne Kollegen, vielleicht auch Freunde oder Familienmitglieder für ein Projekt, eine Aktion oder ein Vorhaben zu motivieren. Schon allein, wenn Sie mit anderen einen Wochenendausflug oder eine Party organisieren wollen, müssen Sie diese oft motivieren. Und wer in einem Team arbeitet oder Mitarbeiter unter sich hat, weiß erst recht, wie oft es notwendig ist, andere Menschen zu motivieren. Und manch’ einem fällt das sehr schwer.
Ist Motivation möglich?
Vielleicht haben Sie ja schon einmal den Buchtitel “Mythos Motivation” von Reinhard Sprenger (erschienen bei Campus, 1992) gesehen. Der Autor stellt die provokante These auf, dass Motivation anderer unmöglich ist, ja mehr noch, dass Motivationsversuche andere Menschen sogar demotivieren. Wir vertreten hier einen etwas anderen Standpunkt. Grundsätzlich gehen wir zwar auch davon aus, dass der Antrieb und der Wille, an einem Projekt mitzuarbeiten und sich dafür so anzustrengen, dass man das Beste gibt, aus jeder einzelnen Person selbst kommen muss . Aber es gibt eine Menge Faktoren, die genau diese Bereitschaft bei unseren Mitarbeitern, Teamkollegen oder auch Freunden positiv beeinflussen können. Und das ist nach unserem Verständnis nichts anderes als Motivation.
Was bedeutet eigentlich Motivation?
Wenn wir von Motivation sprechen, meinen wir zwei Dinge, die immer zusammen beachtet werden müssen:
- Maßnahmen, um andere Menschen für ein Vorhaben zu gewinnen, so dass sie idealerweise mit Begeisterung und Freude mitmachen.
- Maßnahmen, die verhindern, dass Menschen demotiviert werden, also das Dafürsorgen, dass die Beteiligten möglichst störungsfrei und effektiv arbeiten können.
Wirklich motivierte Menschen sind von sich aus bereit, ihr Bestes zu geben, sie engagieren sich aus einer inneren Überzeugung heraus und sind persönlich an einem guten Ergebnis interessiert. Sie können natürlich versuchen, andere Menschen durch Angst und Druck dazu bringen, das zu tun, was Sie wollen. Das aber wäre für uns keine Motivation, sondern viel mehr Manipulation.
Die Merkmale einer konstruktiven Motivation
Im Buch “Die Kunst der Motivation” von Kurt Hank wird anhand eines sehr anschaulichen Beispiels klar, worauf es bei der Motivation ankommt: Fällt Ihnen eine Situation ein, in der Menschen motiviert sind, ihr Bestes zu geben und dabei auch noch Spaß haben? Denken Sie einmal an ein Mannschaftsspiel. Hier finden Sie alle Elemente einer gut motivierten Gruppe von Menschen:
- Alle Mitspieler haben ein klares und eindeutiges Ziel vor Augen und sie wollen bzw. können dieses Ziel nur gemeinsam erreichen.
- Die Regeln sind klar und jedem bekannt.
- Das zu erreichende Ziel stellt eine Herausforderung dar, ist aber erreichbar.
- Alle Mitspieler erhalten augenblicklich und kontinuierlich Feedback über ihre Leistung.
- Es kommt auf das Team als Ganzes, aber gleichzeitig auch auf jeden einzelnen an.
- Das Spiel spricht eine breite Palette von Fähigkeiten und Sinnen an.
- Es steht nicht nur das Ziel, sondern vor allem auch der Spaß und Freude am Spiel selbst im Vordergrund.
Ihr Ziel sollte es sein, eine Situation zu schaffen, in der alle Beteiligten mit dem Feuereifer und der Lust an die Aufgabe gehen, wie es die Spieler eines Mannschaftssportes tun, wenn es darum geht, ein Turnier oder ein Match zu gewinnen. Und dafür haben wir einige hilfreiche Tipps für Sie zusammengestellt.




