Was Sie als Kollege oder Kollegin tun können
Wenn Sie miterleben, dass in Ihrer Abteilung gemobbt wird, haben auch Sie eine gewisse Verantwortung. Wenn Sie nämlich so tun, als ob Sie nichts davon wüssten (aus einem sicher verständlichen Bedürfnis danach, nicht auch Probleme zu bekommen), tragen Sie das Mobbing-Geschehen mit.
Finden Sie Ihre eigene Position
Als allererstes müssen Sie selbst Klarheit in dieser Situation bekommen. Je klarer Sie sich selbst über Ihre Gefühle und Einstellung in diesem Konfliktfall sind, desto leichter wird es Ihnen fallen, sich aktiv für eine Konfliktlösung einzusetzen. Vielleicht befürchten Sie, selbst Opfer zu werden oder Sie verspüren auch aggressive Tendenzen in sich und möchten am liebsten mitmachen? Was auch immer in Ihnen vorgeht – Sie sollten sich darüber im Klaren sein und dann in Ihrem Sinne für sich aktiv werden.
Tun Sie etwas
Tipp
Werden Sie sich über die folgenden Fragen klar: Wie sehen Sie den Konflikt? Gibt es realistische Gründe und Ursachen oder stehen sich hier nur noch die Personen gegenüber? Welche Gefühle tauchen in Ihnen auf? Macht Ihnen die Situation Angst? Wenn ja, wovor haben Sie Angst? Solche und ähnliche Fragen helfen Ihnen dabei, sich aktiv mit dem Problem auseinander-zusetzen, und nicht einfach nur den Kopf in den Sand zu stecken.
Wegschauen und Mitmachen sind beides keine besonders guten Reaktionen auf einen Mobbing-Fall. Nehmen Sie das Problem als etwas wahr, das aus Ihrer Abteilung, aus Ihrem Kollegenkreis entstanden ist und überlegen Sie, was Sie vielleicht selbst mit dort hineinbringen – aktiv oder passiv. Vielleicht wissen Sie ja schon seit längerem, dass der eine Kollege genervt ist und immer ungnädiger wird. Vielleicht haben Sie das immer ignoriert? Vielleicht haben Sie auch schon öfter mitbekommen, wie fies die Kollegin zu dem Neuen ist und Sie haben es ihm heimlich sogar gegönnt? Wie auch immer, Sie sollten etwas dafür tun, dass der Konflikt und die Mobbing-Situation gelöst werden kann. Und wenn Sie sich einfach erst einmal ein Buch zu diesem Thema besorgen oder mit Freunden darüber reden.
Ermutigen Sie das Mobbing-Opfer
Es ist oft schon viel geholfen, wenn Sie dem Mobbing-Opfer Ihre Sympathie zeigen und zum Ausdruck bringen, dass Sie das Verhalten des Kollegen oder der Kollegin nicht in Ordnung finden. Hören Sie dem oder der Gemobbten zu, wenn er oder sie einmal ein offenes Ohr braucht. Gehen Sie ganz bewusst mit dem Opfer zur gemeinsamen Mittagspause und laden Sie dazu andere Kollegen ein. Sprechen Sie aus, was Sie denken. Laufen Sie nicht einfach mit.
Zeigen Sie Zivilcourage: Weisen Sie den Mobber in seine Grenzen
Sie können dem Mobber freundlich aber bestimmt zeigen, dass Sie sein oder ihr Verhalten nicht gutheißen. Das erfordert natürlich ein bisschen Mut. Aber Mobber können vor allem dort aktiv werden, wo sich niemand im Kollegium traut, etwas zu sagen. Ziel sollte es sein, dass Sie alle einigermaßen miteinander auskommen – Sie müssen sich ja nicht lieben. Wenn aber jemand durch sein Tun die Stimmung so schlecht macht, sollten sich die anderen Kollegen zusammentun. Und das auch dann, wenn Sie vielleicht selbst Schwierigkeiten mit dem Mobbing-Opfer haben. Es kann gut sein, dass diese Person wirklich etwas an sich hat, was auch Sie und andere Kollegen nervt. Dann sollten Sie das aber möglichst offen und transparent machen und nicht durch “Mitmobben”. Seien Sie fair.
Bitten Sie um Hilfe, wenn Sie allein nicht weiterwissen
Wenn Sie nicht den Mut haben, aktiv zu werden, können Sie andere Kollegen ansprechen und gemeinsam überlegen, was zu tun ist. Oder gehen Sie mit Ihrem Problem zu Ihrem Vorgesetzten, wenn das möglich ist. Suchen Sie dort Rat und Unterstützung. Vielleicht ist auch der Betriebsrat die richtige Adresse. Bleiben Sie auf jeden Fall nicht allein mit Ihrer Furcht und Ihrem Unbehagen – auf Dauer macht das nämlich auch Sie krank.





Ein Freund von mir wird gemobbt mit unzähligen kleinen Gehässigkeiten (mehrmals wird der Urlaub wird aus dem Urlaubsplaner gelöscht; man legt Betriebsfeste zu Terminen zu denen er bekanntermaßen nicht kann; unterstellt ihm er sei unkollegial, dabei muss er allein die Arbeit machen und die anderen Kollegen quatschen miteinander etc. pp) Und sein Vorgesetzter macht das Ganze mit, indem er in Berichte Unwahrheiten hineinschreibt, die er erst nach Hinzunahme des Betriebsrates korrigiert. Er hält das Klima fast nicht mehr aus, weil es so viel Energie kostet und er Angst hat, auch wirklich mal einen große Fehler zu machen. Die Personalabteilung hat ihn auch nicht ernst genommen und er ist ziemlich ratlos.
Was also tun in einer solchen Situation?
KÜNDIGEN!
Ich bin auch für kündigen, denn warum soll man sich das Leben schwer machen lassen??
Gleichzeitig bin ich für >Arbeit an mir selbstMutterthema< will endlich bearbeitet werden.
Wie gesagt, hinter Mobbing steckt viel mehr.....
Es trifft vor allem Menschen, die endlich aufwachen sollten und vor allem, die sich mit sich selbst auseinander setzen sollten. Schönen Sonntag!!!!
Ich habe gerade in diesen Tagen von einem Selbstmord erfahren, dessen Auslöser "auch" Mobbing war.
Und es ist nicht das erste Mal: vor einigen Jahren hat sich ein guter Freund (*) von mir das leben genommen "auch" (in diesem fall vielleicht hauptsächlich!) wegen Mobbing!
(*) verheiratet, mit zwei kleinen Kindern
Hallo,
ich war und bin aktuell zum Mobbing-"Opfer" geworden. Das schon jahrelang und zwar durch einen Kollegen, der sehr subtil vorgeht, immer zu jedem außerordentlich freundlich und hilfsbereit ist. Ich habe ihn einmal als "Aal" bezeichnet, weil er wirklich sehr schlecht greifbar ist.
Eines kann ich mir selbst auf die Fahne schreiben, ich hätte schon sehr viel früher für mich sorgen und mich nach etwas Neuem umsehen sollen. Doch war ich mit den weiteren Umständen und meiner Arbeit "eigentlich" zufrieden. Ich habe versucht mich anzupassen, ohne mein Gesicht zu verlieren. Zeitweise ist mir das gelungen.
Doch unter dem Strich habe ich verloren und habe zu viel, viel zuviel Energie in etwas gesteckt, was es nicht wert war. Oft ist es die Angst, die uns lähmt zu agieren und zwar in jeder Hinsicht. Ich kann nur jedem raten, in einer solchen Situation sich Verstärkung zu holen und rechtzeitig zu gehen. Aber zu gehen und auch bei sich zu schauen, was dazu geführt haben könnte und was ich selbst anders machen sollte.
Interessant finde ich, und das möchte ich an dieser Stelle noch mal erwähnen, dass andere Menschen ja unsere Spiegel sind...
Das schon süchtig zu nenende Verhalten des Mobbers hat folgenden Grund :
er haut auf seinen Spiegel : das Opfer triggert seine Abwehr an/ bedroht deeren Stabilität - die Abwehr seiner eigenen Ohnmachtsgefühle/erfahrungen
deswegen helfen auch all die gängigen, wenn auch noch so gut gemeinten Interventionen nicht : es ist ihm nicht bewusst!
Opfer und Täter ( und auch die "Helfer" ) haben das gleiche Thema und alle drei kennen die Erfahrung von großer Hilflosigkeit / Ohnmacht - zumeist aus der Kindheit.
Alle drei beschließen sehr schnell : daaaaaaas will ich nicht mehr fühlen und verdrängen :
Das Opfer verdrängt oft mithilfe von besonders freundlich, engagiert, genau
der Täter beschließt unbewusst " Nie wieder Opfer " und geht gern in den Angriff
der Helfer hilft dem Opfer, um sein eigenes Ohnmachtsgefühl zu verdrängen
All das unbewusst - deswegen nicht geheilt.
In Deutschland bringen sich ca. 1000 Erwachsene/ pro Jahr wegen Mobbings um - die Duunkelziffer wird weit höher sein - über Kinder/Jugendliche gibt es überhaupt keine Zahlen!!
Richtiges Mobbing ( der Begriff wird nicht immer zutreffend verwandt ) ist traumatisch - Kinder, die das erlwebt haben, werden oft später Täter oder wieder Opfer, in Ehe und Familie, Beruf.
Wenn Eltern ihre Erfahrung nicht heilen, nimmt mindestens ein Kind das Thema wieder auf....
In einer inneren Arbeit kann das Opfer in der Begegnung mit seinem Täter die Verstrickung lösen, sich seine Macht zurückholen : am nächsten Tag hat der Täter kein Interesse mehr an der Person! Erklärung : s.o.!
herzlichst ! Laura Bach
Mobbing ist 'ne harte Sache. Wir sollten alle mithelfen und Unterstützung anbieten wenn wir ein Mobbingopfer kennen oder bei uns in der Arbeit jemand gemoppt wird. Es sind nicht nur die Mobber sondern auch all die die zusehen.
Ist man Opfer bleibt leider oft wirklich nur die Kündigung. Dies ist je nach Lage natürlich schwierig. Dennoch Mobbing kann bleibenden Schaden hinterlassen. Das Vertrauen leidet sehr und die Persönlichkeit kann derart geschädigt werden das man an der neuen Stelle wieder gemobbt wird.
Ursacheforschung finde ich nur bedingt sinnvoll. Es sollte klar sein wer Opfer und wer Täter ist denn jeder wirklich jeder kann von Mobbing betroffen werden.
Eins noch: Wir müssen uns nicht immer alles gefallen lassen,
" Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt"
ja, auch ich möchte zu diesem Thema etwas schreiben, weil ich Mobbing in meinem Leben oft genug erlebt habe.
Tania, vielen Dank dafür, dass du es erneut gewaagt hast, dieses Thema aufzugreifen. Aber ehrlich gesagt, ich glaube, ihr könntet jede Woche etwas darüber schreiben, so akut ist es mittlerweile in Deutschland!
Ich bin selbst am überlegen, ob ich meinen noch Arbeitgeber auf diesen Link aufmerksam machen soll!
Sich wehren? Ja ist gut, aber wenn die Kollegen über Leichen gehen und lügen, dann stehst du allein da, ohne Beweise ohne Zeugen!
Und selbst kündigen? Dann hast du die A-KArte, weil du nämlich noch vom Arbeitsamt zusätzlich gesperrt wirst, als wohlverdiente Strafe für dein unartiges Verhalten!
Nach dem Motto: "Wer anders ist, muss büßen!"
Viele Grüße am Sonntag wüsncht Euch
Ach und noch was! In dem Augenblick paßt Albert Einsteins Spruch wunderbar hin:
WER EIN TADELLOSES MITGLIED einer SCHAFHERDE SEIN WILL, MUSS SELBST EIN SCHAF SEIN!
Viele Grüße einer nicht Schafstammenden und nicht Schafwerdenden Frau!
Morganne, danke für deinen Spruch, ich gehöre auch zu der nicht Schafwerdenden Rasse....:-))
Hallo zusammen
und danke für das erneute Verlinken dieses Artikels. Er kam zur rechten Zeit, da ich seit Monaten erhebliche Angst davor habe, noch einmal gemobbt zu werden, nur gemerkt habe ich das so richtig erst heute durch den Artikel.
Jetzt bin ich traurig, aber auch froh, über diese Erkenntnis und gleichzeitig dankbar für Eure Ideen dazu, was jeder der Beteiligten dagegen tun kann, was auch wichtig ist. Denn ein Konflikt zwischen zwei Personen ist lange nicht so schlimm, als wenn dann andere auf den Zug aufspringen und mitmachen, statt Farbe zu bekennen. Mir war mobben schon immer ein Graus, egal wie ungewöhnlich anders Menschen sind. Aber ich liebe ja auch die Vielfalt und fände es furchtbar, wenn alle gleich ticken würden. Aber genau das erwarten manche Mobber: dass andere sind wie sie.
In einem Führungskurs vor ein paar Jahren wurde meinem früheren Chef beigebracht, dass jede Gruppe Ihren Sündenbock brauche und dass es der Gruppe gut täte, gegen jemanden zu sein, um Frust abzulassen. Nur zu sehr übertreiben sollte man das nicht und auch nett zu dem Sündenbock sein. Damals konnte ich mich nicht dagegen zur Wehr setzen. Mittlerweile bin ich wehrhafter, trotzdem sorgt der zunehmende Streß dafür, dass ich wieder merke, dass ich schwächer werde, aber es ist nicht mehr die gleiche Situation. Man lernt nie aus und es ist für mich wichtig, nie aufzuhören, anzufangen
liebe Grüße
Monika
hallo, zum thema Mobbing empfehle ich noch das Buch von Martin Wolmerath "Mobbing", das das Thema "Sündenbock" sehr ausführlich beschreibt...
Määäää,määää, määäääää
Morganne!
P.S. Lachen ist auch eine sehr gute Anti-Mobbing-Therapie!