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Was ist denn los mit ihr/ihm!

Von Gastautor

Von  Christine Öttl

Wohl jeder hat schon Erfahrungen dieser Art gemacht: Da guckt einen jemand schief oder abschätzig an, da hört ein Kollege/hören Kollegen auf zu sprechen, wenn man auftaucht, da geht einem eine Kollegin allem Anschein nach aus dem Weg u.ä.

Natürlich sind das alles andere als angenehme Momente und es ist absolut verständlich und nachvollziehbar, dass viele Menschen sich aus Getroffenheit und Unsicherheit zurückziehen oder “Gleiches mit Gleichem” vergelten. Doch es gibt hilfreichere Verhaltensweisen, um auch mit solchen Erfahrungen konstruktiv umzugehen – die allerdings erfordern, dass man sich ein Herz fasst und über den eigenen Schatten springt.

Die meisten Menschen reagieren sehr empfindlich, wenn sie den Eindruck haben, von anderen abgelehnt, nicht geschätzt oder ignoriert zu werden. Das ist ein harter Schlag für das Selbstwertgefühl – und viele greifen deshalb zu Reaktionen, mit denen sie nicht nur die Situation nicht verbessern (oder gar erst recht eskalieren lassen), sondern in erster Linie sich selbst stressen und schaden.

So besser nicht!

Hier ein paar weit verbreitete Strategien, die nicht sehr hilfreich sind und in der Regel allen Beteiligten mehr schaden als nützen:

Psychologisieren

Ein Versuch, mit der belastenden Sache umzugehen, besteht darin, sie im psychologischen Sinne zu erklären und einzuordnen: “Er/sie ist nicht gerade glücklich verheiratet, wie man so hört. Wahrscheinlich muss er/sie das kompensieren und es an jemand anderem auslassen, anstatt am eigenen Partner.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ja, es ist hilfreich, sensibel für andere Menschen zu sein und nicht alles auf die Goldwaage zu legen – vor allem, wenn jemand gerade in einer schwierigen Situation steckt. Aber sich hinter Spekulationen dieser Art zu verstecken, verhindert, dass man sich direkt und unmittelbar mit der Person beschäftigt und den Dingen auf den Grund geht. Auch kann man mit dieser Art von Erklärungen ganz schön daneben liegen.

Mit Dritten darüber sprechen

Viele Menschen wählen diesen Weg: Sie sprechen entweder mit Kollegen über die besagte Person und diskutieren darüber, was wohl dahinterstecken könnte und was das alles soll. Oder sie tragen das Erlebnis mit ins Privatleben und tauschen sich mit dem Partner, der Familie, Freunden oder Bekannten über die Sache aus.

Auch hier: Natürlich kann das hilfreich sein und einen selbst weiterbringen. Wenn sich die Gespräche jedoch darauf beschränken, theoretisch zu diskutieren, den “Schuldigen” zu verurteilen und sich selbst zu bemitleiden, dann ist der Austausch alles andere als hilfreich und verstärkt sowohl das miese Gefühl als auch die Barrieren.

Sich zurückziehen

Auch dieser Versuch, mit dem unangenehmen Erlebnis umzugehen, hat negative Auswirkungen auf einen selbst und auf die Beziehung zu der betroffenen Person – oft genug wird das gesamte unmittelbare Umfeld davon betroffen und so leidet die Atmosphäre im ganzen Team unter den Spannungen.

Denn – um die Sache (vermeintlich) nicht an sich herankommen zu lassen, oberflächlich so zu tun, als ob nichts passiert wäre, hat meistens die Konsequenz, dass man sich innerlich zurückzieht und eine Barriere zwischen sich und der betroffenen Person aufbaut. So wächst der Druck in einem selbst und rückt die Möglichkeit einer Annäherung meist in weite Ferne.

Mit gleicher Münze zurückzahlen und bestrafen

Nicht selten wissen sich Menschen nicht anders zu helfen, als selbst mit den gleichen Waffen zurückzuschlagen. Also: selbst böse und vorwurfsvoll zu gucken, die Person links liegen zu lassen und ihr aus dem Weg zu gehen usw.

All das ist nachvollziehbar und verständlich: Auslöser für diese Reaktionen ist fast immer die eigene Hilflosigkeit und Betroffenheit – nicht Bosheit oder Arroganz. Trotzdem führen sie in der Regel nur dazu, dass die Gräben immer größer werden und Angst und Unsicherheit auf beiden Seiten wachsen.

Was Sie statt dessen machen können, erfahren Sie  hier.

© bei Christine Öttl – objektiv. Management & Lebensqualität
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