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PMI - Plus-Minus- Interesting nach E. de Bono (Seite 3 von 8)

Beim PMI (Plus Minus Interesting) überlegen Sie sich alle positiven und alle negativen Folgen einer Entscheidung, um so die möglichen Alternativen besser einschätzen zu können.

Minus- und Pluspunkte zu einer Fragestellung oder einer Entscheidung erarbeiten

Beim PMI  richten Sie Ihre Aufmerksamkeit nacheinander gezielt für jeweils zwei bis drei Minuten erst auf die positiven und dann auf die negativen Aspekte einer anstehenden Entscheidung und schreiben das Ergebnis Ihrer Gedanken auf.

Siehe auch

De Bono, Edward: Thinking Course. – London: BBC, 1993

Es lohnt sich, vorher ein CAF durchzuführen, damit Sie möglichst viele Einflussfaktoren der jeweiligen Entscheidung kennen und für das PMI berücksichtigen können.

Beispiel für ein PMI

Fragestellung: Soll ich das Jobangebot der XYZ AG als Abteilungsleiter annehmen?

Pluspunkte
+ Höheres Einkommen als bisher.
+ Mitarbeitererfolgsbeteiligung in Aktien.
+ Aufgabe ist interessanter als bisher.
+ Bessere Aufstiegsmöglichkeiten.
Minuspunkte
- Weniger Urlaub als bisher.
- Muss französisch lernen.
- Muss in eine neue Stadt ziehen.
- Mein Lebenspartner, meine Lebenspartnerin findet die Idee des Umzugs nicht gut.
- Die Kinder müssen die Schule wechseln.

Aspekte, die für Sie sowohl positiv als auch negativ zu bewerten sind, sollten Sie in beiden Tabellen aufführen.

Für offene Fragen gibt es eine weitere Kategorie

Für Aspekte, die weder positiv noch negativ sind, bei denen Sie die Auswirkung noch nicht einschätzen können sowie für offene Fragen eröffnen Sie eine weitere Kategorie mit der Bezeichnung “Interessant”.

Interessant
i Werde ich den neuen Anforderungen gewachsen sein?
i Werde ich dort mehr Gestaltungsspielraum haben?
i Wie werden sich meine Mitarbeiter von mir führen lassen?
i Wie schwierig wird es sein, dort eine Wohnung zu finden?

Die i-Aspekte zeigen Ihnen in der Regel, wo Sie noch Informationsbedarf haben. Wenn Sie mehr über die einzelnen Fragen wissen, können Sie  meist auch entscheiden, ob der jeweilige Aspekt positiv oder negativ für Sie ist.

PMI gibt keine klaren Antworten

Das PMI gibt Ihnen noch keine klare Antwort auf die Frage “ja oder nein?”. Es dient in erster Linie dazu, Ihre Aufmerksamkeit gezielt auf die Plus- und Minuspunkte einer Fragestellung zu lenken, um sich über möglichst alle Folgen der anstehenden Entscheidung klar zu werden. Zusätzlich erhalten Sie einen Überblick über offene Fragen.

Erweiterung der PMI-Methode, um eine eindeutige Antworten zu erhalten: das gewichtete PMI

Um eine eindeutige Antwort auf die Frage “ja oder nein?” zu bekommen gehen Sie wie folgt vor:

  1. Bewerten Sie die einzelnen Plus- und Minusaspekte mit einer Zahl zwischen eins und sechs, je nach der Bedeutung des Aspekts. Sechs bedeutet “sehr wichtig” und eins “gar nicht wichtig”. Schreiben Sie hinter dem Plus- oder Minuspunkt jeweils die entsprechende Zahl. Für einen wichtigen Aspekt geben Sie z.B. fünf Punkte und für einen weniger bedeutenden Aspekt z.B. nur zwei Punkte.
  2. Zählen Sie alle Punkte der Plusaspekte zusammen.
  3. Zählen Sie alle Punkte der Minusaspekte zusammen.
  4. Ziehen Sie nun das Ergebnis der Minusaspekte von dem der Plusaspekte ab.
  5. Ist das Ergebnis größer als Null, heißt die Antwort “ja”, ist es kleiner als Null, bedeutet das “nein” und wenn das Ergebnis gleich Null ist, dann ist es ein Unentschieden.

Beispiel für ein gewichtetes PMI

Fragestellung: Soll ich nach Australien auswandern?

Ein gewichtetes PMI

Das gewichtete PMI bei mehreren Alternativen

Tipp

Verwenden Sie eine Tabellen-Kalkulation, um die Rechenaufgaben zu erledigen. So können Sie sich ganz auf die eigentlichen Argumente konzentrieren.

Auch wenn Sie eine Entscheidungssituation haben, bei der Sie sich zwischen drei oder mehr Möglichkeiten entscheiden müssen, können Sie diese Methode benutzen: Führen Sie dazu einfach ein gewichtetes PMI für alle Alternativen durch. Wenn Sie die Plus- und die Minusaspekte aller Entscheidungsmöglichkeiten einzeln bewerten und wieder jeweils die Minus- von den Pluspunkten abziehen, dann gewinnt am Ende die Alternative mit dem höchsten Ergebnis.