Wie Sie einflussreicher werden

einfluss

Darf ich vorstellen, das ist Helena. Helena ist 33 Jahre alt und arbeitet in einem mittelständischen Betrieb. Sie leitet dort die Personalabteilung. Helena genießt den Respekt ihrer Chefs, Kollegen und ihrer Mitarbeiter. Sie wird von ihren Kollegen nicht nur in Personalfragen um Rat gefragt, sondern auch, wenn es um andere Unternehmensbereiche geht. Ihre Meinung zählt etwas in ihrem Betrieb. Zu wichtigen Meetings wird sie grundsätzlich eingeladen. Und jede wichtige Information landet irgendwie bei ihr.

Oder anders gesagt: Helena hat Einfluss. Sie kann mitgestalten. Sie kann ihre Wünsche und Ideen einbringen.

Wie kommt es eigentlich, dass manche Menschen mehr Einfluss haben als andere? Selbst dann, wenn jemand keine Chefposition innehat? Oder wenn derjenige nicht der reichste Bauer im Dorf ist?

Wieso haben manche Menschen Einfluss und werden gehört? Und andere dagegen nicht?

Das liegt wahrscheinlich daran, dass man sich unabhängig von seiner Position Einfluss auch verdienen kann.

Und wie geht das? Wie wird man einflussreicher, selbst wenn man kein Amt innehat oder (noch) nicht den Chefhut aufhat?

Dazu hier einige Gedanken:

Erlauben Sie sich die Führungsrolle

Einfluss zu gewinnen, beginnt im Kopf. Wer Einfluss haben und ausüben möchte, muss sich das zuerst einmal selbst innerlich erlauben.

Hier hilft es, so etwas in der folgenden Art zu denken und auch zu glauben:

„Ich zähle. Ich bin kompetent. Meine Meinung zählt. Ich habe oft gute Ideen. Es ist gut für meine Umgebung, wenn ich meine Ideen einbringe und manchmal auch durchsetze. Ich darf Einfluss ausüben. Ich darf meine Umgebung mitgestalten.“

Haben Sie bei diesen Gedanken Bauchschmerzen? Dann erlauben Sie sich nicht, in Führung zu gehen und Ihren Einfluss auch auszuüben.

Vielleicht glauben Sie nicht an sich selbst. Oder vielleicht haben Sie auch Angst vor Ihrer eigenen Kraft. Oder Sie scheuen die Verantwortung, die Einfluss mit sich bringt.

Hier lohnt sich die Frage:

„Erlaube ich mir die Führungsrolle?“

Falls nicht, fragen Sie sich vielleicht „Warum nicht?“. Und versuchen Sie die inneren Widerstände und Blockaden aufzulösen, die zwischen Ihnen und Ihrer inneren Erlaubnis stehen. Oft ist das übrigens ein Selbstwertproblem.

( Randnotiz: Kennen Sie eigentlich schon Finde deinen Kompass. Nützlich, um seine Ziele und seine Richtung im Leben zu finden. )

Übernehmen Sie Verantwortung

Einfluss bringt Verantwortung mit sich. Wer Einfluss hat und ausübt, verändert seine Umgebung. Und für diese Veränderung trägt man Mitverantwortung. Im Guten, aber auch im Schlechten. Das heißt, wenn etwas schiefgeht, müssen Sie sich das dann vielleicht anhören. Und vielleicht müssen Sie auch für Konsequenzen einstehen. Dazu müssen Sie bereit sein.

Sind Sie dazu bereit? Dann tun Sie Folgendes, um die Verantwortung zu übernehmen:

Machen Sie es sich zur Aufgabe, sich um das Wohl Ihres Vereins, Ihrer Gemeinde, Ihrer Initiative, Bewegung, Ihres Betriebs oder Ihrer Familie zu kümmern.

Sagen Sie sich:

Das ist mir wichtig. Und ich engagiere mich dafür.

Tun Sie es, weil Ihnen die Sache wichtig ist und weil Sie es als Ihre Verantwortung begreifen. Tun Sie es nicht in erster Linie, um eine Gegenleistung zu bekommen. Klar formulierte Gegenleistungen sind manchmal wichtig, sollten aber vielleicht nicht Ihre wichtigste Triebfeder sein. Sonst ist Enttäuschung oft vorprogrammiert. Denn die Welt nimmt Engagement oft selbstverständlich und ist nicht selten undankbar.

Und übrigens bekommt man ja auch oft am meisten zurück, wenn man nur wenig als Gegenleistung erwartet. Das ist eine dieser paradoxen Geschichten des Lebens.

Fragen Sie hier also:

„Bin ich bereit, wirklich Verantwortung zu übernehmen, mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt?“

Machen Sie sich nützlich

Sobald Sie Ihre Führungsrolle und Ihre Verantwortung akzeptiert haben, gilt es, aktiv zu werden und zu handeln. Das tun Sie, indem Sie sich in Ihrer Umgebung nützlich machen:

  • Helfen und unterstützen Sie die Menschen in Ihrem Bereich (Firma, Gemeinde etc.) durch Rat und Tat.
  • Werden Sie zum Experten in dem Gebiet, in dem Sie Einfluss gewinnen wollen. Und geben Sie Ihr Expertenwissen freigiebig weiter.
  • Werden Sie zur Anlaufstelle, zum Multiplikator und zu einer Instanz in Ihrem Gebiet.

Aber tun Sie das alles nach Ihren Regeln und Prinzipien. Legen Sie vorher fest, was und wie viel Sie bereit sind zu geben. Legen Sie fest, was Sie bereit sind zu tun und was nicht. Sonst kann es schnell passieren, dass Sie ausgenutzt werden oder dass andere Sie für ihre Zwecke einspannen.

Legen Sie auch fest, was Sie als Gegenleistung für Ihr Tun erwarten. Und bringen Sie Ihre Erwartungen klar zum Ausdruck. Denn es ist unangenehm, wenn jemand etwas für uns scheinbar freiwillig tut und dann hinterher eine Gegenleistung fordert, die nicht vereinbart war.

Eine Stolperfalle gibt es hier übrigens: Nicht wenige Menschen versuchen mit Dingen nützlich zu sein, die andere gar nicht wollen oder brauchen. Nützlichkeit definiert sich aber durch die Nachfrage. Nützlich ist, was anderen in ihren Augen nutzt, Nicht das, was ICH denke, was andere brauchen. Seien Sie also nützlich, indem Sie Dinge tun, die andere als nützlich und wertvoll empfinden.

Indem Sie sich nützlich, ja vielleicht sogar unersetzbar machen, stärken Sie Ihren Einfluss auf Ihre Umgebung.

Fragen Sie sich hier:

„Wie kann ich mich in meiner Umgebung wirklich nützlich machen? Was kann ich besonders gut? Wie kann ich anderen besonders gut helfen? Was brauchen und wollen andere, was ich geben kann? Was wollen sie nicht von dem, was ich geben will?“ 

Stellen Sie gute Verbindungen zu Menschen her

Einfluss zu haben, bedeutet oft, die Meinung anderer Menschen zu beeinflussen und andere von den eigenen Ideen zu überzeugen. Das geht am besten, wenn man eine gute Verbindung zu anderen Menschen hat.

Und wenn man bei wichtigen Dingen um seine Meinung gefragt werden will, muss man zugänglich sein. Das heißt, andere müssen sich trauen, zu mir zu kommen, und der Kontakt mit mir muss angenehm sein.

Was hilft, eine gute Verbindung zu anderen Menschen aufzubauen und zugänglich zu sein? Dazu 5 wichtige Tipps:

  • Zeigen Sie sich menschlich. Stehen Sie zu Ihren eigenen Fehlern. Erwarten Sie von sich und anderen keine Perfektion.
  • Suchen Sie im Gespräch immer nach den Gemeinsamkeiten und nicht nach dem, wo Sie anders sind und was Sie anders sehen.
  • Schenken Sie den Menschen in Ihrer Umgebung Aufmerksamkeit. Hören Sie zu. Interessieren Sie sich für den anderen. Fragen Sie nach.
  • Seien Sie sehr, sehr sparsam mit Kritik und geben Sie gerne und bereitwillig ehrlich gemeintes Lob. Aber loben Sie auf Augenhöhe und nicht von oben herab.
  • Reden Sie mit anderen nie schlecht über Dritte. Ihr Gesprächspartner vermutet dann, dass Sie wahrscheinlich mit anderen auch schlecht über ihn sprechen.

Mit diesen 5 einfachen Verhaltensregeln können Sie die Verbindung zu anderen Menschen stark verbessern. Sind diese Regeln einfach umzusetzen? Für die meisten von uns eher nicht. Aber es lohnt sich, dieses Verhalten zu üben und zu trainieren. Denn je besser Ihre Verbindung zu anderen Menschen ist, desto einflussreicher werden Sie.

Fragen Sie sich hier doch einmal:

„Wie gut ist meine Verbindung zu anderen Menschen? Welche der obigen Regeln befolge ich bereits? (Bitten Sie hier auch Dritte um eine Einschätzung, wenn Sie sich trauen.) Und welche der Regeln könnte ich als Erstes üben und trainieren?“

Seien Sie kompetent

Wen fragen wir um Rat, wenn wir ein Problem haben? An wen wenden wir uns am liebsten? Wem vertrauen wir uns an? Wem trauen wir zu, dass er die Lage schon schaukeln wird?

Ganz einfach: jemanden, den wir für kompetent halten.

Aber wie bekommen Sie von anderen Kompetenz zugesprochen? Das geht so:

  • Werden Sie zum Experten in Ihrem Gebiet. Lernen Sie immer weiter dazu. Und gehen Sie wirklich in die Tiefe. Beschäftigen Sie sich auch mit den Sonderfällen und Ausnahmeregelungen. Werden Sie zum wandelnden Lexikon. Oder wenn Ihr Gebiet eher praktischer Natur ist, dann werden Sie ein wahrer Meister Ihres Handwerks.
  • Lernen Sie Ihr Wissen alltagstauglich zu vermitteln. Lernen Sie, Ihr Wissen so zu erklären oder vorzumachen, dass es auch ein 12-Jähriger verstehen würde.
  • Werden Sie kein Fachidiot. Bringen Sie immer auch in Erfahrung, wie man Ihr Wissen anwendet. Wie geht man am besten vor, wenn man XYZ erreichen will? Womit fängt man an? Wie geht es weiter? Welche Schritte sind sinnvoll? Worauf muss man aufpassen? Wo sind die Stolperfallen? Wissen zu haben ist prima. Aber ohne Umsetzungswissen ist alles nur graue Theorie. Werden Sie also zum Praktiker. Denn so können Sie anderen auch dabei helfen, Ihr Wissen in die Tat umzusetzen. Stichwort: Nützlichkeit.
  • Seien Sie kein Besserwisser. Viel zu wissen ist nützlich. Aber lassen Sie Ihr Wissen besser nicht ständig und nicht ungefragt vom Stapel. Damit kann man Menschen extrem nerven.
  • Aber bringen Sie Ihr Wissen dort ein, wo es angebracht und nützlich ist. Zeigen Sie dort, dass Sie etwas von Ihrem Fachgebiet verstehen. Helfen Sie anderen mit Ihrer Expertise. Zeigen Sie, was Sie können, nur wenn andere etwas davon haben.

Das ist ein Weg, von anderen als kompetent wahrgenommen zu werden. Und Kompetenz bringt Einfluss.

Hier könnten Sie sich fragen:

„Was ist meine Kompetenz? Wo kenne ich mich gut aus? Wo möchte ich mich gut auskennen und wie komme ich dahin? Wie kann ich meine Kompetenz alltagstauglich machen? Wie kann ich anderen mit meinem Wissen und Können helfen?“

Seien Sie integer

Um eine natürliche Autorität zu werden, braucht es Integrität, sonst vertrauen einem andere Menschen nicht. Und man kann noch so kompetent sein, aber wenn einem andere Menschen nicht vertrauen, werden sie nicht zu mir kommen und um Rat fragen.

Integrität, was bedeutet das? Wie wird man von anderen als integer wahrgenommen? Dazu wieder einige Hinweise:

  • Seien Sie Sie selbst (authentisch). Verstecken Sie sich nicht hinter einer Maske. Stehen Sie zu Ihren Fehlern. Zeigen Sie sich menschlich. Man muss bei Ihnen sehen: Was auf der Packung draufsteht, ist auch drin.
  • Seien Sie verlässlich. Halten Sie Ihre Absprachen und Versprechen. Tun Sie, was Sie angekündigt haben. Und wenn es mal ausnahmsweise nicht klappt, entschuldigen und erklären Sie sich, damit andere Ihre Unzuverlässigkeit einordnen können.
  • Seien Sie berechenbar. Wechseln Sie nicht jeden Tag Ihre Meinung oder Ihr Verhalten. Seien Sie nicht jeden Tag von einer anderen tollen neuen Idee begeistert.
  • Sagen Sie die Wahrheit. Behaupten Sie nichts, von dem Sie nicht wissen, dass es wirklich stimmt. Geben Sie zu, wenn Sie bei einer Sache unsicher sind. Wenn Sie beim Lügen erwischt werden, vertrauen Ihnen die Menschen nicht mehr.

Wer andere langfristig auf natürliche Art beeinflussen möchte, dem hilft Integrität weiter. Wir lassen uns lieber von Menschen beeinflussen, die ehrlich, verlässlich und vertrauenswürdig sind.

Fragen Sie sich hier:

„Bin ich integer? Bin ich meistens authentisch? Stehe ich zu meinen Fehlern? Bin ich verlässlich? Bin ich berechenbar und einigermaßen geradlinig? Bin ich ehrlich?“

Mehr Einfluss anzustreben ist ein wertvolles Ziel. Denn nur wenn wir Einfluss haben, können wir unsere Ideen vorantreiben und das in der Welt stärken, was uns wichtig ist. Manchmal müssen wir sogar Einfluss gewinnen, damit wir Missstände beseitigen können.

Wer sein Leben ändern oder sogar die Welt ein bisschen besser machen möchte, der braucht Einfluss. Und auf dem Weg helfen Ihnen vielleicht die obigen Ideen ein bisschen weiter.

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Kommentare

Siegfried schreibt am 27. November 2012

Hallo Ralf,
vielen Dank für den sehr inspirierenden Artikel. Für mich ist der erste Teil, das Erlauben der Führungsrolle ein sehr wichtiger Teil. Ich bin in zwei Vereinen aktiv und auch im beruflichen Bereich gibt es den ein oder anderen Teilbereich in dem ich gerne mitgestalten würde. Zum Teil gelingt mir das auch, weil meine Ideen gut sind und teilweise gelingt es mir nicht. Dort wo es mir nicht gelingt, sind ganz klar die Bereiche wo ich es mir nicht erlaube, die Führungsrolle zu übernehmen. Dabei sind die Gründe unterschiedlich. Entweder mag ich einem anderen nichts wegnehmen, der schon länger dabei ist oder ich bin mir aus seltsamen inneren Gefühlen heraus nicht sicher ob es mir zusteht, Einfluss zu nehmen, um zwei Beispiele zu nennen. Bei beiden Situationen sind die Gefühle tiefer verwurzelt und nicht wirklich angebracht. Und sie behindern extrem, auf jeden Fall mich, wenn nicht sogar das Wachsen der Gruppe. Wie Du zum Schluss auch sagtest, manchmal müssen wir sogar Einfluss gewinnen, damit wir Missstände beseitigen können. Dies ist ein motivierender Gedanke, der mir gefällt.

Marcel Barros schreibt am 2. Dezember 2012

Hallo, mein Name ist Marcel Barros aus Luxemburg. Ich arbeite in einem Behindertenheim seit 7 Jahren als Hausmeister. Von Anfang an gefiel mir mein Job, ich gab immer mehr als erwartet, manchmal wurde ich gebremst, mir gefällt nicht wenn Mitarbeiter gegen die Direktion reden. Es ist nicht einfach Entscheidungen zu treffen. Wer was macht, darf sich auch mal irren. Ich kümmere mich um viele Angelegenheiten die mich “eigentlich” nichts angehen. Ich tue das weil ich ein Verantwortungsgefühl habe, damit alles gut läuft. Jeder kennt mich in den verschiedenen Häusern des Behindertenheims, ich spreche die Leute gerne an, schenke jedem Aufmerksamkeit ,natürlich auch den Bewohnern-die Menschen mögen das. Vor 2 Wochen hatte ich einen Arbeitsunfall, fiel von einer Leiter und brach mir einen Wirbel. Nun sitze ich zuhause und warte auf die grosse OP. Mein Chef kam vorbei, mit einer Grusskarte von allen Chefs unterschrieben, meine Arbeitskollegen haben mir auch mehrere Grusskarten und Geschenke mitgebracht. Dies war für mich ein Zeichen dass die Leute mich mögen, alle vermissen mich schon. Wie Sie schon geschrieben haben: man wird “einflussreich” wenn man mehr als erwartet, wenn man sich um die Vorgänge die um sich geschehen, interessiert und versucht mitzugestalten.

    Christine schreibt am 3. Dezember 2012

    Ja, so kann es in der Praxis laufen.
    Alles erdenklich Gute für Sie, Marcel!!! Ihre Chefs und Kollegen wissen offenbar, was sie an Ihnen haben. Es liegt vieles auch an einem selber: Wie menschlich man ist. Es freut mich für Sie, dass Sie jetzt in der besonderen Situation von Ihrer Arbeitsstelle nicht vergessen werden.
    Eine erfolgreiche OP, gute Gedanken, viel Zuversicht und Gesundheit!

    Saskia schreibt am 6. Dezember 2012

    Danke Marcel für diese bewegenden und interessanten Zeilen. Hier zeigt sich “Einfluss” ganz praktisch und ich weiß, dass viele Menschen in den unreschiedlichsten Positionen Einfluss in diesem Sinne haben und ausüben, einfach etwas tun auch für andere. Gute Verbindungen zwischen den Menschen sind wichtiger als vieles andere. Auch ich werde meine Möglichkeiten dafür weiter nutzen, habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht.
    Ihnen wünsche ich von Herzen eine schnelle Genesung und weiterhin ein so tolles Umfeld – Sie habens ja auch wirklich verdient!

Marita schreibt am 2. Dezember 2012

Hallo Ralf,
an dem was du schreibst, ist sicher etwas dran. Es kann aber auch sein, dass du kompetent bist, gern Verantwortung übernimmst und dich engagierst, dass das anderen aber -Mitarbeitern wie Chefs – ein Dorn im Auge ist und du ständig ausgebremst oder sogar gemobbt wirst. Und ich habe lange gebraucht, um eine Ahnung zu bekommen, warum das so sein könnte. Es ist wohl Angst, nicht mithalten zu können, Angst um die eigene Position oder Aufstiegsmöglichkeit o.ä. Und in so einem Fall tut man sich dann wohl gern einmal zusammen gegen einen anderen. Mir ging es so, dabei lag mir nichts daran, anderen das Wasser abzugraben oder selbst eine steile Karriere zu machen. Ich hatte einfach nur Freude an Engagement und meiner Arbeit.

    Marianne schreibt am 2. Dezember 2012

    Hallo Marita,

    auf genau die Probleme,
    die du hier schilderst,
    ist Ralf aber auch eingegangen.

    Er hat sehr genau beschrieben,
    wie Probleme bei der Übernahme von Verantwortung
    bereits im Vorfeld verhindert werden können.

    LG,
    Marianne.

monika schreibt am 2. Dezember 2012

an mir selbst erlebte ich, dass es ein reifungsprozess ist, verantwortlich zu agieren, engagement wahrzunehmen und zu einer leitenden person zu werden.
es hängt auch sehr mit dem selsbtbewusstsein zusammen, und einfühlungsvermögen.

wenn ich ans enneagramm denke, zeigt mir das, dass nciht jeder mensch zu einer führungsrolle geeignet ist.so halt ich es für wichitg, dass jede/r seine begabung entdeckt und authentisch leben kann.

Peter schreibt am 2. Dezember 2012

Das kann auch eine Falle sein. Ich selbst habe erlebt, dass ich von vielen Menschen ausgenutzt wurde bzw. mich habe ausnutzen lassen. Also habe ich die Notbremse gezogen und ziehe mich soweit zurück, dass ich nicht mehr die Anlaufstelle für alle und jeden bin. Funktioniert prima und schützt vor dem Ausbrennen.

    Marianne schreibt am 2. Dezember 2012

    Hallo Peter,

    dass die Gefahr des Ausnutzens besteht,
    hat der Ralf auch beschrieben,
    und gleichzeitig gab er dazu entsprechende
    nachvollziehbare Ratschläge und Hinweise,
    um das zu verhindern.

    Gerade das ist das Tolle von Ralf`s Beiträgen,
    dass er ein Thema von allen Seiten betrachtet.

    LG,
    Marianne.

Sandra schreibt am 2. Dezember 2012

Inspirierender Artikel – es wartet noch ein wenig Arbeit (an mir selbst) auf mich :-).

mieke schreibt am 2. Dezember 2012

Ich finde diesen Artikel schwierig, denn meine Erfahrung zeigt, dass es nicht ausreicht zu schauen was für Persönlichkeitsmerkmale und Eigenschaften ein Person mit natürlicher Autorität besitzt um sie mir dann anzueigenen. Vorallem wenn die Motivation ist innerhalb eines Systhems aufzusteigen und mehr Einfluss zu gewinnen sind sie wahrscheinlich schon in ihrer Ehrlichkeit und Echtheit getrübt. Beispiele aus dem Artikel “Schenken Sie den Menschen in Ihrer Umgebung Aufmerksamkeit. Hören Sie zu. Interessieren Sie sich für den anderen. Fragen Sie nach.” Das Interesse für die anderen darf, meines erachtens, nicht mehr und nicht weniger sein als das Interesse für die Anderen, also aus sich selbst motiviert sein. Alles andere, also auch das Motiv an seinen Möglichkeiten Einfluss zu gewinnen, ist hier falsch und wird auch wahrgenommen. Kurz: alle Ansätze die ein “um-zu” Motiv beinhalten können nicht autentisch sein. (ich interesiere mich für die Menschen UM Einfluss ZU gewinnen) Ich glaube alle oben genannten Punkte sind Aspekte die dazu beitragen Einfluss zu gewinnen, aber nur aus sich selbst motiviert. (ich interessiere mich für die Menschen, weil ich die Menschen interessant finde, oder Ich teile mein Wissen, weil ich es gerne teilen möchte)
ich hoffe ich habe meinen Gedanken klar genug formuliert…

    Andrea Piro schreibt am 2. Dezember 2012

    Verantwortung übernehmen, genau das halte ich für das allerwichtigste.

Wolfgang schreibt am 2. Dezember 2012

Ja, auch ich finde diesen Artikel anregend. Um sich jedoch nicht auf gefährliches Glatteis zu im Irrgarten der Hierarchien zu begeben, sollte jemand, der hervorragen möchte oder wird, auch seinen Chef/ seine Chefin für sich gewinnen. Eine weitere Handlungsleitlinie könnte also heißen: “Nimm’ deinen Chef/ deine Chefin mit.” Ohne ein Denken und Handeln in diese Richtung werden Rückschläge und Demotivation eine häufige Folge sein. Chef/ Chefin muss davon überzeugt sein, dass das, was ich als hervorragender Mitarbeiter mache, auch seinen/ ihren Interessen dient. Erst dann ist eine eigene Entwicklung in Richtung Exzellenz eingermaßen gesichert.

Andrea schreibt am 2. Dezember 2012

es kommt mir sehr gelegen, dieses Thema hier einmal reflektieren zu können. Ich erlebe in meiner Firma, wie eine Kollegin sich zur “grauen Eminenz” etabliert hat. Kennzeichnend war, dass sie sehr selbstbewusst auftritt, die Interessen einer bestimmten Kollegengruppe vehement vertritt und diese auch bis zu einem Tag X hinter sich hatte, bis das dann etwas gekippt ist. Auslöser war hier wohl ihre eigene Weiterbildung, inwieweit andere Dinge noch mit hineinspielten, kann ich jetzt nicht beurteilen.
Dem Gesamtteam hat das alles gar nicht gut getan, wir haben da jetzt eine recht massive Spaltung. Nach außen hin war das für den gesamten Bereich vom Image her auch nicht positiv. Das äußerte sich darin, dass erbetene Hilfen nicht oder nur schleppend gewährt wurden. Ich habe diesen sich über Jahre hinziehenden Prozess beobachtet und fand es schon erstaunlich, was ich da erlebte. Meine Versuche, auf etwaige Folgen hinzuweisen, blieben ungehört. Ich denke deshalb, dass ein ganzheitlicher, von Verantwortungsgefühl getragener Blickwinkel und dementsprechendes Handeln notwendig sind, ansonsten scheitert die Person irgendwann und es tut dem Ganzen nicht gut. In einem System wie einer Firma ist es wichtig, dass sich in den Schlüsselstellen Menschen befinden, die verantwortliches Handeln als Maxime haben und den schon erwähnten ganzheitlichen Blick, die Fachkompetenz haben und souverän auch selbst Hilfe annehmen können. Dann sind, glaube ich, die Chancen gut sich da im positivem Sinne einzubringen und mitzugestalten.

Marianne schreibt am 2. Dezember 2012

Ja Ralf,

deine Ideen bestätigen unsere Erfahrung,
und helfen weiter.

Wieder gibst du sehr praktische, gut zusammen gefasste Ratschläge,
ohne Schnörkel und lange theoretische Diskussion.

Das schätzen wir so an dir.

Wieder ein hervorragender Beitrag von dir, Ralf.

Danke.

LG,
Marianne.

Karin schreibt am 2. Dezember 2012

Also, wenn “Helena” all diese Tipps beherzigt, und das tut sie ja wohl, sonst hätte sie nicht dieses Image im Betrieb,
dann wundert’s, dass sie immer noch nicht einen offiziellen “Chef-Hut” und das passende Gehalt dazu hat.

Stattdessen taktiert und manipuliert (i.m.S. positiver Begriff) sie zum Wohle aller -ganz in der Weibchen-Rolle:
helfend, stützend, zuarbeitend, im Hintergrund wirkend-

Ich würde ihr dringend raten, sich mal auf dem Markt zu orientieren oder mit ihrem Chef ein offenes Wort zu reden und vorher auf ihren Gehaltszettel zu schauen.

    Christine schreibt am 3. Dezember 2012

    Oooch, nö…. Was wäre die Welt, wenn wir solche Menschen NICHT hätten und alle erst auf ihren Gehaltszettel schauen würden? Die Einstellung “Zum Wohle aller” ist etwas wunderbares – wenn der Betreffende damit ebenfalls glücklich ist. Nur dann, wenn die Gefahr droht, ausgenutzt zu werden, auszubrennen, dann besteht aus meiner Sicht ein Anlass für Veränderungen.

Hubert Glaser schreibt am 3. Dezember 2012

Klar, verständlich, lebenswirklich!
Danke.

Hubert

Monika schreibt am 4. Dezember 2012

Toller Beitrag, der mir hilft in Worte zu fassen, was nach der Umstrukturierung in der Firma passiert ist.

Kerstin A. schreibt am 8. Dezember 2012

Danke für den tollen Beitrag!!!

Meine Frage dazu ist nur: Wie kann ich damit umgehen, wenn andere dann neidisch werden, mich mobben etc.? Ich versuche mein Bestes zum Wohle der Allgemeinheit, und man verbietet es mir von der Leitung her, ich koche alles runter, ohne mich zu verbiegen, wenns geht. Aber irgendwer scheint man mir meinen Einfluss, Kontakte, gute Beziehungen etc. nicht zu gönnen.
Hat jemand Erfahrungen mit sowas gemacht??? Bin für jeden Tipp dankbar ;-)
Danke und nen schönen 2.Advent! Eure Kerstin A.

    Lucinda schreibt am 8. Dezember 2012

    von mir auch recht herzlichen Dank für den Beitrag Ralf.
    Ich schließe mich der Frage von Kerstin an, zzt. mache ich leider absolut die gleiche Erfahrung. Meine Erfolge werden heruntergespielt, ich bekomme eine der schlechtesten Bewertungen seit ich denken kann, meine Kontakte werden durch Wegnahme der Projekte gekappt, meine guten Beziehungen verhindert und mein Ruf demontiert. Ein Kommilitone, er ist ca. 10 Jahre jünger, wird befördert und hochgelobt. Tja, so läuft es nämlich in der Realität, da kann Frau machen was sie will, den Kampf verliert sie leider immer noch und alles was Ralf schreibt hilft mir leider nicht dabei. Hier geht es schlicht um Kompetenzkampf zwischen Mann und Frau, Macht, Neid und Geld. Wichtige Info, ich will seine Stelle gar nicht, es ist einfach ein Kleinhalten von Management Seite. Was dann? Es ist frustrierend, macht wütend und zugleich traurig. Denn ich stehe hinter meiner Firma und setze mich gerne ein. Sie nehmen es und halten mich klein un ihm den hellen Schein zu geben. Ich she mich nicht in einer destruktiven Rolle, im Gegenteil, ich beachte was Ralf schreibt, es hilft dabei aber leider nicht. Denn wie gesagt geht es um Macht und Geld und Neid. Es tut mir in der Seele weh und ich hätte nie gedacht, dass mir so etwas mal passiert. Eure Lucinda

Silke Mersmann schreibt am 16. Dezember 2012

Vielen Dank für den Beitrag. Jetzt verstehe ich besser warum viele extra Dinge an mich herangetragen werden und wie ich meine Rolle systematisch stärken kann.

Barbara schreibt am 17. Dezember 2012

Liebe Kerstin und liebe Lucinda,

was mir bei beide Kommentaren auffällt, ist der Bezug auf das Management/den Chef/die Leitung.
Vielleicht hilft es, sich etwas davon zu trennen, denn Einfluss gewinnt man auch über den Respekt der Kollegen auf gleicher (oder tieferer) Ebene. Projektpartner wechseln, aber der eigene gute Ruf unter den Kollegen verbreitet sich.
Versucht, für die Kollegen ein Ansprechpartner zu sein – nicht jemand, der ihnen alle Arbeit abnimmt, aber jemand, der sich auf bestimmten Gebieten gut auskennt und mit Rat und Tat helfen kann. Seien es PC-Fragen, Bedienung irgendwelcher Werkzeuge oder Formulare oder auch ein Fachgebiet, in dem ihr euch so richtig Wissen aneignet und damit zum gefragten Ratgeber werden könnt. Oder versucht, als Ruhepol zu wirken, indem ihr euren Kollegen, wenn sie grade ängstlich oder wütend sind über die Art, wie die Dinge in der Firma passieren, zuhört und ihnen helft, das Problem wieder in eine angebrachte Perspektive zu bringen. Es gibt viele Wege, wie man sich im Kollegenbereich einbringen kann, auch ohne sich ständig ausnutzen zu lassen. Wenn das auf einem Gebiet erstmal klappt, kann man es auch noch auf andere Bereiche ausweiten.Dabei wenn möglich nicht gegen den Chef arbeiten oder schimpfen, sondern so konstruktiv wie möglich sein.Die Kollegen müssen Vertrauen zu euch, eurer Kompetenz und eurer souveränen Ruhe gewinnen.
Wenn die Kollegen einen erstmal als wichtige Bezugsperson schätzen, geben sie das auch untereinander weiter, und irgendwann kommt das auch beim Chef an – und wenn es mit dem Chef garnicht klappt, weil die Chemie einfach nicht kompatibel ist, schafft man sich damit immerhin einen besseren Ausgangspunkt bei der (internen) Suche nach einer anderen Stelle.

Wichtig ist dabei auch nicht als Nervensäge, Wichtigtuer oder gar als ständiger Meckerer anzukommen (das kenne ich nur allzugut). Einwände sollten ein, zwei mal deutlich angeführt werden – wenn sie nicht beherzigt werden, bringt es nichts, sie immer wieder auf den Tisch zu bringen oder gar, wenn es schief gegangen ist, darauf hinzuweisen, dass man davor ja gewarnt habe. Lieber dann, wenn es schiefgegangen ist, die Frage aufwerfen, wie das Problem in Zukunft zu vermeiden ist, und dabei kann man dann auch den eigenen Vorschlag nochmal aufs Tapet bringen, aber ganz neutral, ohne “ich hab’s doch gleich gesagt”.

Ich will beileibe nicht behaupten, dass Feindseligkeit von Chef oder Kollegen immer selbstverschuldet ist, aber es ist doch nützlich, einmal kurz zu reflektieren, was man eventuell tut, um diese herauszufordern – sprich, woran sich die anderen “reiben”, und dann zu versuchen, das zurückzufahren. Das ist anstrengend und manchmal auch schmerzhaft, aber hilfreich. Mir hilft dabei oft, einmal zu betrachten, was mich meinerseits an den Kollegen nervt, denn oft sind die eigenen “Fehler” gerade die Dinge, auf die man bei anderen selbst besonders empfindlich reagiert.

Ich hoffe, ich konnte euch vielleicht den einen oder anderen Denkanstoss geben und wünsche euch viel Erfolg – und nicht unterkriegen lassen!

Lucinda schreibt am 30. Dezember 2012

Danke Barbara, das werde ich bei mir beobachten und auf jeden Fall versuchen! Die Chemie zwischen meinem Chef und mir stimmt absolut nicht, daher versuche ich seit längerer Zeit schon intern woanders unterzukommen. Meine Reputation hat aber offenbar schon zu sehr gelitten und die schlechte Bewertung werden potentielle neue interne Chefs auch bekommen.Gutes Zeugnis würde kaum ich bekommen, wenn ich die Firma verlassen würde. Es heißt ja immer man verlässt den Chef und nicht die Firma/Abt. da ist was dran, aber der Preis wäre bei mir sehr hoch, denn ich würde sehr sehr alten Vertrag aufgeben. Genau das wollen sie vermutlich. Abfindung könnte man abwägen gegen wirklich körperlich krankmachende Umstände für mich, habe ich die Umstände des Mobbings verursacht? Weil ich ca. 10-15 Jahre mehr Erfahrung habe als mein Chef? Umstrukturierung ist ca. 3 Jahre her und ich weiß nicht, wie ich das noch aushalten und mich nicht unterkriegen lassen soll:( Ist eine Zwickmühle aus der ich gerade nicht herauskomme. Liebe Grüße, Lucinda

Bene schreibt am 6. Januar 2013

Hallo zusammen,
Mir gefällt diese website und dieser Artikel gut. Vor allem die Punkte zu Beziehung/Kommunikation und Integrität sind zwar grundsätzlich bekannt, aber es hilft trotzdem immer wieder sich diese nochmals zu Gemüte zu führen und durchzudenken.

Im Bezug auf Einfluss möche ich hier gern ein Buch empfehlen, welches sehr schön die Themen “Interessensbereich vs Einflussbereich” beschreibt und sich dabei aber immer an der jeweiligen Person, im Sinne von persönlicher Weiterentwicklung, orientiert:

> “Die sieben Wege der Effektivität – Prinzipien für beruflichen und persönlichen Erfolg.” Steven R. Convey.

Mfg,
Bene