Zurück in die Fassung

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Manche Begegnungen im Alltag gehen uns ganz schön an die Nieren. Ich meine nicht, dass uns mal etwas ein wenig auf die Nerven geht oder wir mit den Augen rollen. Sondern es geht mir um Situationen, wo uns etwas außergewöhnlich stark trifft: Jemand macht Sie grob von der Seite an und trifft dabei einen wunden Punkt. Sie werden Zeuge einer Ungerechtigkeit. Oder Sie werden richtig aggressiv wegen einer aus Ihrer Sicht unmöglichen Haltung.

Es gibt diese Ausnahmesituationen, die uns so richtig aus der Fassung bringen.

Die Gefühlsflutwelle schwappt über uns hinweg.

So richtig drastisch wird es immer dann, wenn uns das Verhalten eines anderen kalt erwischt.

… wenn uns eine unerwartet krasse Reaktion wie ein linker Haken trifft, den wir nicht haben kommen sehen (etwa wenn jemand etwas, das Sie sagen, völlig in den falschen Hals bekommt und krass darauf reagiert).

… wenn uns Worte oder Taten mitten ins Herz treffen (zum Beispiel, weil Ihnen jemand in den Rücken fällt, Ihr Vertrauen missbraucht oder hinter dem Rücken schlecht über Sie redet).

… wenn wir total aggressiv werden (etwa, weil sich jemand unfair verhält, respektlos mit Ihnen umgeht oder einen Ihrer „Das macht man doch nicht!“-Werte verletzt).

Wann immer uns so eine Gefühlsflutwelle fest in ihrer Gewalt hat, sind wir nicht mehr wir selbst. Manche werden dann ausfallend. Andere ziehen verletzt den Kopf ein. Die Bandbreite der Affekthandlungen ist groß. Alles, was wir in diesem hochemotionalen Zustand ad hoc sagen, tun und beschließen, kommt aus dieser Gefühlsmacht. Dann sagen und tun wir Sachen, die wir hinterher oft bereuen. Oder wir sagen etwas nicht und überlegen später stunden- oder tagelang, was wir hätten sagen wollen/sollen/können.

Das Ideal: Möglichst nicht aus der Fassung geraten

Es gibt sie, die grundsouveränen, ruhigen, ausgeglichenen Leute, die nichts aus der Ruhe bringt. Ich habe in meinem Leben nur wenige dieser naturgelassenen Menschen getroffen, genau genommen erinnere ich mich nur an zwei Personen, die eine so angenehme – ja, fast friedliche – Ausstrahlung hatten und die nichts aus der Fassung bringen konnte.

Ich gehöre jedenfalls nicht dazu. Wie jeder Mensch habe ich so meinen „Knöpfe“. Das, was mich auf die Palme bringt, stecken Sie vielleicht mit einem Schulterzucken weg. Umgekehrt können Sie bestimmte Dinge nicht vertragen, die ich nicht mal bemerke.

Aber eines verbindet uns alle: Immer dann, wenn uns etwas über Gebühr trifft, wird es schwierig mit der Souveränität. Der Spruch „Wo Menschen sind, da menschelts“ trifft es schon sehr gut: Wir sind eben keine Roboter.

Darum finde ich es immer wichtig, sich selbst besser kennenzulernen. Denn das Verhalten anderer lässt sich nicht kontrollieren, aber unser eigenes können wir zu 100 % beeinflussen (lernen). Es lohnt sich also, alles, was unsere extremen Gefühlswellen auslöst, genauer unter die Lupe zu nehmen. Wenn wir dann noch die Sprüche „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“ und „… ist die halbe Miete“ miteinander koppeln, sieht es für unsere Impulskontrolle gut aus.

Um von akuten Gefühlswellen nicht hilflos mitgerissen zu werden, gilt es also, ganz vorne anzusetzen:

(Etwas anderes:  Haben Sie sich schon einmal unser Projekt: Tagebuch angeschaut? Für alle, die sich schreibend selbst coachen möchten. )

Herauszufinden, was typische Verhaltensweisen und Themen sind, die Sie aufregen/nerven/verletzen/aggressiv machen. Und wie es sich innerlich und nach außen hin auswirkt, wenn Sie damit konfrontiert werden.

Wer sich mehr Gelassenheit für diese Ausnahmesituationen wünscht, darf sich nicht erst im Ernstfall darum bemühen. Genau wie ein Sportler nicht erst im Wettkampf mit dem Training beginnt, ist es auch für das Miteinander sinnvoll, sich mit Ausnahmesituationen auseinanderzusetzen, bevor es so weit ist. Ergründen Sie also dieser Tage einmal für sich, mit welchem Typ Mensch, mit welchen Inhalten und Verhaltensweisen Sie ein richtiges Problem haben, warum und mit welchen Konsequenzen. So verlieren manche Auslöser ihre Wucht, andere können Sie vermeiden – und Sie werden sich Ihres bisherigen Verhaltensrepertoires bewusst.

Und noch eine simple, sehr wirkungsvolle Empfehlung: Gehen Sie davon aus, dass sich der andere nicht aus Bosheit so verhält. Die meisten Menschen sind ganz normale Leute wie Sie und ich. Auch wenn sie sich im Ton vergreifen und gemein sind, steht hinter dem Verhalten irgendein Grund. Nur ganz selten ist dieser Grund bösartig motiviert. Oft fühlt sich jemand gerade schlecht, ist frustriert, hat keine Impulskontrolle oder reagiert heftig, weil er sich in die Ecke getrieben fühlt. Damit wir uns richtig verstehen: Das ist kein Freibrief für ungutes Verhalten! Aber es ist ein Unterschied, ob jemand Ihnen absichtlich gegen den Karren fährt, Sie in irgendeiner Weise verletzt oder ob es aus eigener, momentanen Unzulänglichkeit geschieht.

Man muss ja auch fair sein: Jeder von uns verhält sich immer mal ungut! Sie verletzen andere auch einmal durch unbedachte Bemerkungen. Sie reagieren ebenfalls mal grob, wenn das Nervenkostüm gerade dünn ist. Vielleicht werden Sie hin und wieder laut oder knallen mit der Tür … oder bestrafen den anderen mit demonstrativem Schweigen.

Das ist alles kein schönes Verhalten, aber es passiert den meisten immer mal im Alltag. Weil wir eben keine Roboter sind. Genauso wenig, wie wir selbst in diesen Situationen aus abgrundtiefer Bosheit anderen eine reinwürgen, ist das umgekehrt so.

Es ist also sehr wichtig, sich zu behaupten und anderen Grenzen aufzuzeigen, wenn sie sich ungut verhalten. Aber es ist ebenso wichtig, zu erkennen, dass das Gegenüber „auch nur ein Mensch ist“.

Ignorieren, entziehen oder ansprechen?

Kommunikation – besonders, wenn uns etwas an die Nieren geht – ist eines der schwierigsten Dinge im Leben. Nicht umsonst biegen sich in den Buchhandlungen die Regale, gibt es Abertausende von Kommunikationstrainings … und nicht umsonst hat der Durchschnittsmensch in seinem Leben immer wieder mit Knatsch und Konflikten zu kämpfen.

Ich habe also nicht die Illusion, Ihnen hier mal eben ein paar Tipps zu geben, und alles ist gut. Deshalb sehen Sie meine Anregungen einfach als Pfosten, an denen Sie Ihre Fassung wieder „anbringen“ können, wenn sie denn mal verloren geht:

 

Fokus auf mich

Wenn uns etwas total angreift, ist das ein sehr persönliches Empfinden. Denn die meisten Begegnungen im beruflichen und privaten Alltag greifen uns ja nicht an. Ist es also wieder mal so weit, geschieht gerade etwas Besonderes, das uns in einen Ausnahmezustand versetzt. Also checken Sie vor einer Ad-hoc-Reaktion ab: Was ist da jetzt los? Warum greift mich das so an? – Einige Situationen verlieren an dieser Stelle übrigens ihren Zündstoff, indem man merkt: „Ich reagiere gerade über …“ oder „Eigentlich bin ich stinksauer auf meinen Chef, darum fühle ich mich jetzt so vom Kollegen provoziert …“.

Wichtig ist, dass es wirklich ein Fokus auf SIE bleibt. Ein „Ich fühle mich ungerecht behandelt, weil der andere ein ignoranter Depp ist“ wäre kontraproduktiv (erst recht, weil Sie sich innerlich damit aufpeitschen).

Gefühle wahrnehmen

Ein wichtiger Extra-Baustein dieses Selbst-Fokus ist es auch, wahrzunehmen, WIE der Auslöser sich auswirkt. Wie fühlen Sie sich gerade? Das ist sozusagen das bewusste Wahrnehmen, wie die Gefühlswelle, die gerade über Sie schwappt, beschaffen ist. Nicht nur, ob Sie verletzt, verwirrt oder wütend sind, sondern es sich anzugewöhnen, so richtig konkret hinzuschauen. So wird Ihnen zum einen die Intensität deutlich (sind Sie angenervt, empört oder stinksauer?). Zum anderen aber merken Sie auch, was das eigentliche Gefühl ist, das dahintersteckt. Denn hinter Aggressivität kann sich auch tiefe Traurigkeit verbergen.

Je mehr Sie sich – auch im ganz normalen Alltag – immer mal auf sich fokussieren und differenzierter wahrnehmen, wie es Ihnen geht und warum das so ist, desto sensibler werden Sie für sich selbst. Das hilft Ihnen im Ernstfall, denn dann reißt die Gefühlswelle Sie nicht mehr gnadenlos mit, bevor Ihnen bewusst wird, was da gerade passiert. Nur wer seine Impulse wahrnimmt, kann sie im akuten Fall auch bewusst beeinflussen.

Entscheidung treffen

Vor über zwanzig Jahren habe ich ein sehr eindrückliches Beispiel in einem Konfliktseminar erlebt: Die Trainerin bat einen Freiwilligen nach vorne. Dann schob sie einen Stuhl neben ihn, holte den Papierkorb und stellte sich auf den Stuhl. Plötzlich hob sie den Papierkorb und begann, diesen langsam über ihm auszuschütten. Der Teilnehmer ließ es über sich ergehen, bis die Trainerin fragte: „Welche Möglichkeiten haben Sie denn?“ – Jetzt trat er einfach einen Schritt zur Seite, und schon flog der ganze Papiermüll neben ihm auf den Boden.

Machen Sie sich diese Entscheidungsfreiheit immer bewusst: Sie können auf ein Verhalten reagieren. Sie können sich aber auch entscheiden, sich nicht darauf einzulassen. Ausschlaggebend dafür ist, ob es wichtig ist, eine Grenze aufzuzeigen, oder nicht. Das wird je nach Gegenüber und je nach Inhalt unterschiedlich sein. Wenn ein Fremder im Zug sich dumm verhält, kann Sie das aufregen, aber letztlich ist es nicht von besonders großer Bedeutung. Wenn sich in Ihrem Bekanntenkreis jemand Ihnen gegenüber immer wieder ungut verhält, ist es wichtig, dem einen Riegel vorzuschieben.

Anspruch an mich selbst

Wenn Sie hier bei zeitzuleben.de regelmäßig lesen, dann kennen Sie dieses Konzept des eigenen Anspruchs bereits, denn ich habe darüber bereits geschrieben. Es geht dabei darum, dass Sie einen Anspruch für sich setzen, dem Sie gerecht werden MÖCHTEN. Mein Anspruch an mich ist es, respektvoll mit anderen umzugehen. Daran halte ich mich. In Situationen, in denen mich eine Gefühlswelle erfasst hat, gelingt mir das nicht immer. Da ich aber diesen Anspruch an mich selbst stelle, kann ich mich oft fangen, bevor ich spontan etwas sage oder tue, was diesem Anspruch nicht gerecht wird. War ich in meinem Verhalten schneller und höre mich etwas sagen, das ich „eigentlich“ nicht sagen möchte, dann merke ich dank dieses eigenen Anspruchs: „Uhoh, das ist jetzt aber nicht der Bringer, denn respektvoll ist das nicht!“ In diesen Fällen kann ich mich entschuldigen und mein Verhalten korrigieren. Ist die Situation schon vorbei, lerne ich für das nächste Mal daraus.

Der Clou dabei ist, dass man diesem selbst gewählten Anspruch gerecht werden will, und zwar für sich selbst. Völlig unabhängig davon, wie sich das Gegenüber verhält und wer inhaltlich gerade im Recht ist. Der Anspruch an mich selbst soll sichern, dass Sie sich souverän und in Ihrem Sinne verhalten. Wichtig ist, dass es ein konstruktiver, für Sie erstrebenswerter Anspruch ist. Ein „Ich lasse mir nichts mehr gefallen!“ wäre schon sehr auf Krawall gebürstet. Derselbe Inhalt, aber konstruktiver wäre: „Ich trete für mich ein – freundlich und klar.“

Besonders, wenn Sie andere auf ihr Verhalten ansprechen möchten, sind diese vier „Fassungspfosten“ wichtig, weil Sie dadurch die Gefühlswelle in Schach halten können. Damit sind wir dann schon bei der halben Miete ;-)

… und jetzt „nur noch“ schön auf Kurs bleiben!

Jede Situation ist anders, oft sind WIR auch anders, je nachdem, wer uns gegenübersteht und worum es geht. Und doch gibt es natürlich günstige Rahmenbedingungen, die immer gelten, wenn man ein schwieriges Gespräch führt. Wenn Sie sich also entschließen, ein ungutes Verhalten anzusprechen oder eine Grenze zu ziehen, sind diese 5 Faktoren vorteilhaft:

1. Seien Sie tonangebend.

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum manche Menschen eine permanente Zielscheibe sind – und mit anderen würde man so etwas nie machen? Ein wichtiger Faktor ist das Auftreten: Tonangebend zu sein bedeutet, dass Sie den Mund aufmachen: Kein Um-den-Brei-Herumreden, kein „man“ statt „ich“. Sondern klare und selbstbestimmte Ansagen. Es bedeutet aber vor allem auch, dass Sie den Grundton für das Gespräch setzen und selbst einhalten: respektvoll, konstruktiv und eindeutig.

2. Sag nur, was du auch meinst, aber sag nicht alles, was du denkst!

Die gute alte Besonnenheit eben. Schwierige Gespräche erfordern auch Taktgefühl, erst recht, wenn der andere keins hat. Verzichten Sie auf Sticheleien, Provokationen und das Wiederaufwärmen, um einen Pingpongeffekt zu vermeiden. Das gießt nur Öl ins Feuer.

3. Sagen Sie, wie Sie sich fühlen.

Nur, weil Sie die Gefühlswelle im Griff haben, heißt das nicht, dass die Gefühle verschwinden. Aber: Es ist ein großer Unterschied, ob man ungefiltert danach handelt, wie man sich gerade fühlt (etwa jemanden anschreit), oder ob man diese Gefühle in Worte fasst: Ich zum Beispiel bin eher von der temperamentvollen Seite, und wenn ich mich mächtig aufrege, kann ich verbal richtig reinhauen. Bereits ein „Meine Halsschlagader schwillt gerade mächtig an, weil …“ signalisiert meinem Gegenüber, dass ich mich ärgere, ohne dass ich ihn das mit ganzer Macht spüren lassen muss. Es hilft vor allem auch mir selbst, denn der Kopf übernimmt jetzt das Steuer: Ich nehme meine Gefühle ernst, gebe ihnen Ausdruck, aber reguliere die Gefühlswelle für mich runter.

Das gilt für alle anderen Situationen genauso:

- „Ich bin total betroffen, wie das bei dir angekommen ist …“

- „Das war jetzt ein richtiger Schlag in die Magengrube für mich …“

- „Ehrlich gesagt verstehe ich jetzt gerade überhaupt nicht, was los ist …“

Auf diese Weise merken andere oft auch erst, dass ein Verhalten auf bestimmte Weise bei Ihnen ankommt. Sie wissen ja: Nicht jedes Verhalten ist böse Absicht.

Übrigens: Emotionen zu zeigen ist nie ein Drama. Wenn Sie zum Beispiel weinen müssen, dann weinen Sie. Holen Sie sich ein Taschentuch raus, schnäuzen Sie kräftig und sagen Sie dann unter Tränen, was gerade los ist. Es geht nur darum, anderen die Emotionen nicht durch explosives Verhalten um die Ohren zu hauen oder zu versuchen, es durch demonstrative (oder gar provokative) Körpersprache zu sagen.

4. Reden Sie konstruktiven Klartext – und geben Sie Ihren Aussagen Raum!

Die Kombination „Blick und Schweigen“ ist eines der kraftvollsten Kommunikationswerkzeuge überhaupt: Lassen Sie Ihre Statements wirken. Wann immer Sie etwas sagen und vor allem, wenn Sie eine Frage stellen, schauen Sie sachlich-auffordernd und halten Sie den Mund – bis der andere das Schweigen füllt. So laufen Sie nicht Gefahr, das, was Sie sagen, zu verwässern. Vor allem aber nehmen Sie Ihr Gegenüber in die Pflicht. Sagen Sie einfach klipp und klar, was Sache ist.

Wenn Sie an sich einen guten Kontakt miteinander haben, dann sagen Sie das dazu:

  • „Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie Gerüchte über mich in die Welt setzen. Lassen Sie das.“
  • „Ich schätze unsere Freundschaft sehr. Aber es geht nicht, dass andere mir Dinge ‚zurückerzählen‘, die ich dir – und nur dir! – anvertraut habe.“

Wenn Sie etwas schon länger in sich hineinfressen:

  • „Ich hätte das schon viel früher ansprechen sollen: Wenn du mich bei jeder Kleinigkeit verbesserst, komme ich mir geschulmeistert vor.“

Denken Sie bitte daran, den Blickkontakt zu halten. Warten Sie ab, was der andere sagt, bevor Sie wieder den Mund öffnen.

5. Halten Sie Kurs, auch wenn es Turbulenzen gibt!

Stellen Sie sich auf Gegenwind und Ablenkungsmanöver ein, so lassen Sie sich nicht vorschnell abbringen. Wie schade ist es, wenn man sich ein Herz gefasst hat, für sich einzustehen, und dann schnell wieder zurückrudert, nur weil die Reaktion des anderen einen gleich wieder aus dem Konzept bringt. Lassen Sie sich bitte auch nicht vorschnell zu etwas hinreißen: zu sagen „war ja doch gar nicht so schlimm“, eine Entschuldigung anzunehmen, wenn Sie das gar nicht möchten; einzuschlagen und „wieder gut“ zu sein, wenn die Sache für Sie noch nicht erledigt ist.

Wenn Sie etwas ansprechen, das Ihnen schon länger gegen den Strich geht, bereiten Sie sich gezielt vor: Was könnte passieren? Was könnte der andere sagen? Auf diese Weise sind Sie gerüstet und können festen Kurs halten, um das, was Sie loswerden – oder durchsetzen – möchten, auch klar anzubringen.

Ist das alles so einfach, wie es da steht? Natürlich nicht! Aber auch in der Kommunikation macht die Übung den Meister. Besonders, wenn Sie bisher vieles in sich hineingefressen oder ungefiltert Ihre Emotionen herausgelassen haben.

Wenn Sie sich jetzt noch möglichst zeitig ein Herz fassen, es anzusprechen, wenn jemand eine persönliche Grenze übertritt, anstatt etwas wieder und wieder über sich ergehen zu lassen, machen Sie es sich leichter. Denn dann sind und bleiben Sie „in Ihrer Fassung“ und können viel besser für sich eintreten.

Über Gitte Härter

Gitte Härter war viele Jahre Coach und Trainerin für Businessthemen bis sie sich mit www.schreibnudel.de ganz auf das Schreiben spezialisiert hat. Am allerliebsten schreibt sie Bücher – und hat bereits über zwei Dutzend Ratgeber veröffentlicht. (Aktuell: „ Peinlich, peinlich: So blamieren Sie sich selbstbewusst“, in dem es um kleine Alltagsblamagen und ernsthafte grobe Klöpse geht.)

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Kommentare

Juliane schreibt am 7. Dezember 2012

Also das mit der klaren An- bzw. Aussprache und danach abwartend, sachlich dem Gegenüber in die Augen blicken bis dieser sich rührt, das funktioniert richtig, richtig gut. Wenn man nicht in ein altes Gleis zurückrudert und sich rechtfertigt oder doch noch los schnauzt…

Mit meiner Mutter habe ich manchmal ein kritisches Verhältnis. Seit einigen Monaten bessert es sich, kurz, seitdem ich klar weiß was ich will und was nicht in Bezug auf sie und meine Eltern. Jedes Mal, wenn sie anfängt mich wie eine Jugendliche zu behandeln (bin mittlerweile fast 40 Jahre alt), sehe ich zu nicht mehr in die alten Muster zu fallen und konfrontiere sie direkt mit meinen Gedanken dazu. Danach “Gittes Rezept” :-). Was passiert? Sie reagiert nachdenklich, entschuldigt sich und so langsam gewinnen wir ein neues, gleichberechtigteres Verhältnis zueinander. Allerdings habe nicht nur ich dieses Problem, sie ist sozusagen das Alphatier für einen Großteil unserer weitläufigen Familien. Rückfälle gibt es noch, aber sie nehmen ab.

Gerhard Grimm schreibt am 9. Dezember 2012

Guten Morgen Frau Härter,
wieder mal einer der vielen genialen Beiträge bei Zeit zu leben.
Das Thema beschäftigt mich schon lange persönlich. Sie bringen es kurz, praxisorientiert und “griffig” auf den Punkt.
Herzlichen Dank dafür und weiterhin viel Erfolg.
Schöne Grüße
GG

Kerstin A. schreibt am 9. Dezember 2012

Sehr gut, werd ich wohl mit einigen Freunden teilen… Dankeschön, hat mich z.T. bestätigt, z.T weitergeholfen.

Josef Buitmann schreibt am 9. Dezember 2012

Hallo liebes Team von Zeit zu leben, Hallo Frau Härter,
Mir gefällt der Artikel wirklich sehr gut. Ich lese Zeit zu leben regelmäßig. Es gibt mir jedes Mal gute Denkanstöße und Impulse.
Aus dem Artikel von Frau Härter kann ich wirklich sehr viel für mich und mein Leben mitnehmen. Vielen Dank dafür.
Ich freue mich schon jedes Mal auf die neuen Newsletter…
Viel Erfolg weiterhin.
Mit freundlichen Grüßen
Josef Buitmann

Martina Sannek schreibt am 9. Dezember 2012

Vielen Dank für die wunderbaren Tipp’s, das beste Beispiel ist der ausgeleerte Papierkorb………………..ich habe oft eine Möglichkeit etwas in andere Schienen laufen zu lassen und wenn es nur ein Schritt zur Seite ist.

Eine klare, definierte Ansage hilf mehr als das ganze drum herum Gerede. Es ist nicht immer einfach, aber die Erfahrung lehrt einem, die Ruhe zu bewahren.

Der Bericht war für mich sehr hilfreich, die Situationenen, die mich belasten neu zu überdenken.

Die Beiträge helfen mir oft, im Alltag etwas umsichtiger mit meinen Mitmenschen umzugehen und sie auch besser zu verstehen.
Vielen Dank dafür.
Liebe Grüße Martina

Christiane schreibt am 9. Dezember 2012

Guten Tag Frau Härter,
mir fällt zu diesem Artikel folgende Aussage Mahatma Gandhi’s ein:
“Wenn du im Recht bist,
kannst du es dir leisten,
die Ruhe zu bewahren,
bist du es nicht,
kannst du es dir nicht
leisten,
sie zu verlieren.”

Mit freundlichen Grüßen

Christiane

Gitte Härter schreibt am 11. Dezember 2012

Hallo zusammen,

vielen Dank für die schönen Feedbacks und Ergänzungen! Ich freue mich, dass Ihnen der Artikel gut gefällt.

Herzliche Grüße
und eine schöne Vorweihnachtszeit!
Gitte