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So lernen Sie, flexibel zu denken (Seite 2 von 2)

Flexibilität hat sehr viel mit der Fähigkeit zu tun, flexibel denken zu können. Und flexibles Denken wiederum ist a) eine Einstellungssache und b) eine Fähigkeit, die sich erlernen und trainieren lässt.

Grundsatz: Verinnerlichen Sie Veränderlichkeit

Die meisten Menschen haben ein hohes Sicherheitsbedürfnis. Diese Tendenz ist gleichsam genetisch festgelegt, denn schon in Urzeiten bedeuteten Veränderungen Gefahr. Folgerichtig versuchen viele Menschen, das, was ist zu bewahren. Eine Strategie, die zwar verständlich ist, aber nicht immer nützlich. Zum einen führt sie dazu, dass wir oft an dem festhalten, was uns gar nicht glücklich oder zufrieden macht und zum anderen widerspricht sie massiv der Realität. Die nämlich zeigt uns ständig, dass Veränderungen zum Leben gehören.

Um flexibler zu werden, ist es deshalb unerlässlich, Veränderlichkeit als ein Grundelement des Lebens anzunehmen. Wenn Sie akzeptieren, dass nichts wirklich sicher ist und dass sich alles ändern kann, schaffen Sie die Erkenntnisbasis für ein effektives flexibles Denken.

Und machen Sie sich klar, dass Sie Veränderungen bewältigen können

Nun wirken auf viele Menschen Veränderungen vor allem eines: lähmend. Sie haben Angst, ihnen nicht gewachsen zu sein, sie wissen nicht, was am Ende dabei herauskommt und so nehmen sie die sprichwörtliche Position des Kaninchens vor der Schlange ein. DAS ist natürlich nicht das, was Flexibilität fördert.

Hier hilft vor allem Vertrauen. Vertrauen in sich, in die eigenen Fähigkeiten und auch Vertrauen in das Leben. Schauen Sie einmal zurück: Sie haben bereits sehr, sehr viele Veränderungen überstanden und gemeistert! Und Sie können noch viel mehr Veränderungen schaffen.

Die Fähigkeit, flexibel mit dem Fluss des Lebens zu gehen, basiert auch auf dem inneren Gefühl, es schaffen zu können. Sehen Sie es doch einmal so: Jede weitere Veränderung, die Sie aktiv gestalten, bringt Ihnen mehr Kraft und Können.

Und hier finden Sie noch einige praktische Tipps für das flexible Denken:

Tipp 1: Machen Sie einmal täglich etwas anders als sonst

Man kann schon mit kleinen Dingen viel erreichen: Wenn Sie sich angewöhnen, immer mal wieder etwas anders als gewohnt zu machen, wird Flexibilität zum Alltagsgeschäft. Wählen Sie z.B. einen anderen Weg zur Arbeit, putzen Sie sich die Zähne mit der anderen Hand, essen Sie etwas anderes als sonst zum Frühstück, durchbrechen Sie Ihre Arbeitsroutine und… und… und…

Tipp 2: Nutzen Sie die Methode des 6-Hut-Denkens

Edward de Bono hat eine geniale Methode entwickelt, mit der man spielerisch lernen kann, flexibel zu denken.

Es handelt sich um das 6-Hut-Denken, einer Methode, bei der man nacheinander symbolisch verschiedene Denkhüte aufsetzt und auf diese Weise ein Problem oder eine Fragestellung aus ganz verschiedenen Blickwinkeln betrachten und durchdenken kann. Die Systematik der Methode hilft auch Ungeübten dabei, das Denken flexibel zu gestalten und auf diese Weise den eigenen Horizont erheblich zu erweitern. Hier finden Sie eine ausführliche Darstellung der Methode.

Extra-Tipp

Auch andere Denk- und Kreativitätsmethoden, wie z.B. das Mind Mapping, die Fragetechnik und viele andere mehr sind sehr gut dazu geeignet, den Geist für ein flexibles Denken vorzubereiten.

Tipp 3: Lernen Sie, in Möglichkeiten zu denken

Flexibilität besteht vor allem darin, nicht nur einen Weg, sondern möglichst viele andere Möglichkeiten zu erkennen, die sich einem noch bieten.

Viele Menschen sind froh, wenn sie in einer problematischen Situation eine Lösungsidee gefunden haben. Geben Sie sich damit aber möglichst nicht zufrieden, sondern gewöhnen Sie sich an, immer mehrere Lösungsansätze zu entwickeln. Zunächst bedeutet das zugegebenermaßen ein deutliches Mehr an Arbeit, aber mit ein bisschen Übung wird es Ihnen immer leichter fallen, automatisch verschiedenste Lösungen zu finden. Und genau das macht Sie flexibel.

Tipp 4: Planen Sie flexibel

Flexibles Denken können Sie auch exzellent immer dann üben, wenn Sie einen Plan machen. Wer einen so genannten “Plan B” in der Hinterhand hat, kann deutlich flexibler reagieren als jemand, der sich nur eine einzige Vorgehensweise zurechtgelegt hat.

Planen Sie also eine Sache (ein Projekt, ein Vorhaben o.ä.) zunächst einmal so durch, wie Sie es am liebsten hätten. Überlegen Sie sich dann Störfaktoren, die den Verlauf verändern können und erstellen Sie auch dafür einen Plan. Diese Art der Planung führt übrigens auch oft dazu, dass wir einen deutlich besseren Weg entdecken als den, den wir zuerst beschreiten wollten.

Tipp 5: Seien Sie offen für Anregungen

Die Fähigkeit zum flexiblen Denken hat viel damit zu tun, wie offen wir sind. Unflexible Menschen neigen dazu, sich z.B. nur mit wenigen Themen zu beschäftigen, eher immer dieselben Wege einzuschlagen und auch eine einmal erlernte Sache genauso beizubehalten und nicht weiterzuentwickeln.

Flexibilität wird aber durch ein ständiges Dazulernen genährt.

Befassen Sie sich also mit möglichst vielen verschiedenen Dingen. Lesen Sie viel. Hören Sie sich um, was andere Menschen erlebt und zu sagen haben. Fragen Sie andere nach Ideen und Meinungen. Saugen Sie alles in sich auf wie ein Schwamm und sehen Sie Ihr Wissen als einen reichen Schatz aus dem Sie jederzeit schöpfen können.

Literatur zum Thema

Und ein Leserbuchtipp: