Täglich glücklich
Sind Sie glücklich? Oder zufrieden?
Falls ja, dann möchte ich Ihnen hiermit gratulieren. Sie scheinen vieles richtig zu machen … Also machen Sie bloß weiter so. Und tun Sie sich den Gefallen und gehen Sie ganz bewusst mit Ihrem Glück um: Tun Sie weiterhin etwas dafür. Nehmen Sie es nicht als selbstverständlich. Und seien Sie dankbar für Ihre Glücksmomente und für das Leben, das Sie gerade führen.
Falls Sie aber gerade nicht so zufrieden oder glücklich sind, dann möchte ich gerne heute einmal meine Gedanken dazu mit Ihnen teilen.
Ich glaube ja, Glück – oder Zufriedenheit – ist ein Zustand, den man erreichen kann, wenn man etwas dafür tut.
Wenn ich sage: „Ich bin glücklich“, dann ist das in der Regel auch so, dass ich etwas dafür getan habe. Ich habe die Dinge getan, die mich glücklich machen – und tue sie weiterhin.
Mich ganz persönlich machen die Begegnungen mit meinen liebsten Freunden und meiner Familie glücklich. Mich macht es glücklich, wenn ich Sport mache. Mich macht es glücklich, wenn ich irgendetwas abgeschlossen habe. Damit meine ich, dass ich Ziele erreiche oder Dinge erledige, die mich belastet haben. Ich bin glücklich, wenn ich ein tolles Buch lese und darin so richtig versinke. Mich macht es glücklich, wenn ich ein richtig leckeres Essen gekocht habe. Und sogar die Tatsache, dass mein Schreibtisch hier gerade unglaublich aufgeräumt ist, macht mich glücklich. Dafür habe ich übrigens eine Stunde meiner Arbeitszeit verwendet – und ich freue mich heute, 4 Tage später, immer noch sehr darüber.
Mein Lebensglück oder meine Zufriedenheit besteht einfach aus vielen kleinen Dingen, die mir guttun. Und größtenteils sind das alles Dinge, die ich selbst für mich tun kann.
Und so denke ich, dass wir alle täglich und regelmäßig etwas für unser Glück tun können.
Deshalb fragen Sie sich doch heute auch einmal:
- Was macht mich glücklich?
- In welchen Momenten bin ich vollkommen zufrieden?
- Worüber freue ich mich?
Und überlegen Sie da bitte im ganz Kleinen: Welche ganz kleinen Dinge machen Sie glücklich? Zum Beispiel ein Waldspaziergang, jemanden zum Lachen zu bringen oder ein bestimmtes Lied, das Ihnen gefällt.
Oder manchmal fällt es uns ja leichter, von dem auszugehen, was uns stört. Sie können sich also auch fragen:
- Was nervt mich?
- Was macht mich unzufrieden?
- Worüber bin ich traurig?
Aus den Antworten, die Sie hier aufschreiben, können Sie dann in der Regel auch gut ableiten, was Sie bräuchten, damit Sie eben nicht genervt oder unzufrieden wären.
Zum Beispiel:
- Mich nervt das Chaos in meiner Wohnung -> Ordnung macht mich glücklich.
- Ich habe wenig Zeit für mich -> Zeit für mich zu haben macht mich glücklich.
- Ich fühle mich einsam -> Meine Freunde/Familie macht mich glücklich.
Und dann sorgen Sie – am besten täglich – für Ihr Glück. Denn für die meisten Dinge müssen wir nur wenig Zeit am Tag investieren.
Vielleicht haben Sie sich aus den Fragen, die ich weiter oben gestellt habe, ja eine kleine Liste erstellt, welche Dinge Sie glücklich machen. Dann nehmen Sie sich diese Liste doch jetzt noch einmal hervor und überlegen Sie, welche kleinen Schritte oder 5-Minuten-Gewohnheiten Sie etablieren könnten, damit Sie immer wieder dieses Glück erfahren.
Ich zum Beispiel könnte jeden Tag Kontakt zu einem meiner Liebsten aufnehmen. Jemanden treffen oder anrufen. Oder zumindest mal in einer SMS mein Interesse an ihnen ausdrücken.
Ich könnte täglich ein kleines bisschen Sport machen. Nur 5 Minuten täglich meine Kettlebells schwingen. Oder mal wieder zum Zumba gehen. Oder, weil selbst das schon ein Stückchen mehr Bewegung für mich wäre als momentan: einfach mal regelmäßig spazieren gehen.
Ich könnte die Dinge, die ich ständig vor mir herschiebe und die mir Unbehagen bereiten, auf eine separate To-do-Liste schreiben. Nur 5 Minuten für diese Dinge investieren. Und sie Tag für Tag, peu à peu abarbeiten.
Ich könnte mir einfach mal wieder einen schönen Krimi kaufen und täglich darin lesen. Als ich noch in Hannover gearbeitet habe, habe ich täglich im Zug gelesen. Diese Zeit gönne ich mir heute gar nicht mehr. Aber diese Zeit habe ich – und wenn es mir doch einen Glücksmoment beschert, dann kann ich sie doch vielleicht auch täglich dafür nutzen?
Ich könnte übrigens auch täglich etwas dafür tun, dass mein Schreibtisch so wunderbar aufgeräumt bleibt, wie er jetzt gerade ist. Das würde nur bedeuten, dass ich 5 Minuten am Tag darin investiere. Tasse wegbringen, Bücher wegsortieren und wegschmeißen, was in den Müll gehört. Das klingt für viele vielleicht banal … aber Ordnung halten fällt mir nicht leicht. Und trotzdem genieße ich es sehr, wenn ich Ordnung habe.
Vielleicht können meine kleinen Ideen Sie ja inspirieren, auch etwas ganz Kleines für Ihr persönliches Glück zu tun. Nicht alles auf einmal. Aber jeden Tag ein kleines bisschen. Und vielleicht kann das ein kleiner Vorsatz sein, den Sie im nächsten Jahr verfolgen möchten: Dass Sie sich ganz bewusst und ausdrücklich dafür entscheiden, täglich 5 Minuten für Ihr persönliches Glück zu investieren.

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Kommentare
Ja, dieser Artikel bringt es für mich auf den Punkt: Glücklichsein ist für mich ein Zustand im JETZT, fühlt sich nicht immer gleich an, macht mir Freude, und am leichtesten werde ich mir darüber durch Dankbarkeit bewusst – danke! Gottfried Rath
Glück wird überbewertet
Ich merke, schön langsam gehen mir diese endlosen Glücksdebatten und Anleitungen zum Glücklichsein ein bisschen auf den Keks. Ich hab ein bisschen das Gefühl, es wird schön langsam ein Zwang zum Glücklichsein. So, als müsste man sich schlecht fühlen, nicht in allem und überall ein Quentchen Glück zu sehen. Ich mag manchmal grantig sein dürfen. Ich liebe es, wenn mir gelegentlich langweilig ist und ich wütend oder genervt bin (da entstehen oft die schönsten Texte, denn wer will schon ständig über Glück und Zufriedenheit lesen). Außerdem… das alles bin ich, das macht mich aus. Nicht nur Friede, Freude und Eierkuchen.
Außerdem ist es für mich schon ein bissl egoistisch, ständig das eigene Glück in den Vordergrund zu stellen. Ich kann mich auch am glitzernden Schnee und einem gelungenen Text freuen, ohne im Hinterkopf zu haben “Fang das Glück, hier fliegt es vorbei.”
Vielleicht ist uns ja schon ein bissl fad im Kopf, dass wir so sehr ständig mit unserem Innenleben beschäftigt sind, auf der Suche nach dem verloreren Glück. Ich weiß nicht, ob ich es in Worte fassen kann, was mich grad ein klein wenig wütend macht. Ich glaub, es ist dieses zielgerichtete: “Was kann ich tun, um glücklich zu sein.” Alles dem Zweck und Zwang glücklich zu sein, unterzuordnen.
Außerdem lese ich hier immer nur vom persönlichen Glück, nie vom kollektiven. Das wäre aber wesentlich wichtiger. Darauf zu schauen, dass es weniger Armut gibt, weniger Gewalt, mehr Gerechtigkeit auf der Welt. Auch, wenn das für uns persönlich ein Nachteil sein könnte.
Nun, da mich seit geraumer Zeit eine beschwerliche Phase “verfolgt “, freue ich mich, wenn mir das,was ich mir vorgenommen hatte, auch geglückt ist. Dieses zufriedene Gefühl schätze ich sehr, denn es kommt selten vor. Dann allerdings motiviert es mich und da diese Gefühlswelle anhält,provitiert auch meine Umwelt, dieMenschen, die mich umgeben.Das nenne ich Glück.Und,dass meine Familie gesund ist und meine Haustiere auch.
Für Eure zuverlässigen Sonntagsbriefe,die mir auch ein glückliches Gefühl bescheren, danke ich Euch sehr.
Die Musik, die ich hören kann, macht mich froh, da ist mir dann der komisch gelaunte Nachbar egal. Ein Grinsen macht sich in meinem Gesicht breit, daß ich das kann, macht mich auch glücklich.
Und es bleibt mit überlassen, ob ich (sh.Vorposter) Texte über Glück jagen, übertrieben finde.
Da fällt mir ein:
JEDER IST SEINES GLÜCKES SCHMIED.
Sagen Sie das mal Menschen, die Schicksalsschläge erlitten haben, an chronischen Krankheiten leiden, nicht genug Geld haben, um zu überleben,…
Ich finde diese Redewendung mit dem Glückes Schmied zum Teil zynisch.
@testsiegerin
Es gibt einen Menschen, der totunglücklich sein müsste. Nach allem, was ich von ihm weiß, ist das aber nicht der Fall. Er hat sein Glück geschmiedet!!! Und das hat sicher nichts mit Zynismus zu tun.
“Die Ärzte sagten ihm, er habe nur noch wenige Jahre zu leben. Da war Stephen Hawking 21 und unbekannt. Jetzt wird er 70 und ist der berühmteste Wissenschaftler der Welt. Fachwelt und Popkultur feiern den Mann im Rollstuhl, der die Astrophysik revolutionierte.” (Spiegel Online)
Glück und Leid, zwei Polaritäten die nur in unserem Denken bestehen. Steigen wir in die Transzendenz, dann sehen wir dass beides seinen Sinn hat und wir sollten aus dem Beurteilungsmodus aussteigen! In jedem Glück ist Leid enthalten und in jedem Leid auch der Weg wieder zum Glück. Inneres Glück bedeutet einen Freiraum zu finden, wo wir zum nichtverstehenden Wissen kommen, wo wir jenen Teil des Selbst entdecken, der selbst versteht, alles Wissen übersteigend!
Sehr schöne liebevolle Anregungen
Dankeschön!
Mir geht es ganz ähnlich: Auch ich freu mich über einen aufgeräumten Schreibtisch/Wohnung und ich liebe Zumba! Und ich genieße es Zeit für mich zu haben. Es macht mich glücklich: ein Saunabesuch, ein schönes Essen, ein Spaziergang, ein gutes Buch, spontan auf einen Song im Radio zu tanzen, oder im Auto dabei laut mitzusingen, ein Treffen mit lieben Freundinnen (wie z.B. gestern), eine liebe SMS meiner 10jährigen Tochter, einen Brief bekommen, eine Umarmung meines Liebsten, küssen, streicheln, Kerzenschein, duftender Kaffee, Plätzchen….. usw…usf… hach, ist das Leben nicht wunderbar
Liebe Grüße an Euch alle und ein zauberhaftes Weihnachtsfest,
Lissy
Mein Buchtipp dazu: “Anleitung zum Unglücklich sein” von Paul Watzlawick. Nach fast 20 Jahren immer noch aktuell…
Ist man, wenn man nicht unmittelbar glücklich ist gleich depressiv? Und wenn depressiv, wie den weg der kleinen schritte gehen? Einen Ausweg finden erscheint umso schwieriger, je mehr man sich in Selbstmitleid suhlt.Das intellektuelle wissen um die kleinen Dinge, welche da zu tun sind um glücklich zu sein, scheint mir eher im weg zu stehen..oft wünschte ich mir ich wäre “dumm“, würde also nicht wissen wie ich aus dem Chaos herausfinde.denn dann wüsste ich ja auch nicht, daß ich überhaupt depressiv bin.also wie der aufmerksame Leser schon raushört, gehöre ich zu jenen, die nicht glücklich sind.
Vor vier Jahren lag ich im Krankenhaus, es war die Nacht zum 24. Dezember. Ich befand mich mitten in meiner schwersten Lebens- und Beziehungskrise, und jetzt auch noch dieser Verkehrsunfall. Mehrere Wirbel gebrochen, ich wusste nicht, ob ich jemals wieder heil werden würde. Aber anstelle von Verzweiflung und Angst überschwemmten mich vollkommen andere Gefühle: In meinem Inneren war ein Knoten geplatzt, ein Pfropfen herausgeflogen, ich floss über vor Glück und Liebe. Es war völlig unerklärlich, niemand bei mir, ich lag da ganz allein in diesem Krankenzimmer mit Neonbeleuchtung und piepsenden Apparaten. Und war hemmungslos glücklich. Nicht etwa, weil ich überlebt hatte und dafür dankbar war. Das kam erst später. Nein, dieses Gefühl war so mächtig, so etwas kann der Verstand nicht erzeugen.
Mit Hilfe dieser unglaublichen Energie wurde ich ohne Operation vollkommen gesund, in sehr kurzer Zeit. Und ich fing an zu suchen und zu forschen, wie ich dieses Glücksgefühl dauerhaft bei mir bewahren konnte. Dabei bin ich noch durch einige sehr dunkle Täler gewandert, aber immer mit diesem Licht vor Augen, mit der Sicherheit, dass ich es finden werde. Heute habe ich es gefunden. Es ist das Vertrauen in das Leben, das Vertrauen und der Glaube, dass alles, was ist, gut ist und seinen Sinn hat, auch wenn man es nicht immer gleich versteht. Und es ist auch das Annehmen der „negativen“ Gefühle, die nicht weggedrängt, sondern wahrgenommen und geheilt werden wollen.
All dies, was ich erlebt und gefühlt habe, gebe ich heute weiter. Ich begegne immer wieder Menschen, die auch auf der Suche sind, oftmals, ohne sich dessen bewusst zu sein. Man kann hier sehr viel helfen und bewegen, oft einfach nur durch Zuhören und Anteilnahme. Die Welt kann nur heilen, wenn jeder sich auf den Weg macht, sich selbst zu heilen.
Wenn ich höre und sehe, was auf der Welt passiert (z.B. 6 Männer vergewaltigen eine junge Frau), dann kann ich diesen Glauben “dass alles, was ist, ist gut” nicht nachvollziehen.
Danke für die tollen Tipps und Anregungen! Eure gesamte Seite ist wirklich toll!
Spontan fällt mir zum Thema Glück und glücklich-sein dieser interessante Spruch ein:
“Der Weg ist das Ziel.”
Ich glaube, dass vielen gar nicht klar ist, welche Dinge das sind, die einen wirklich glücklich machen. Die meisten leben ja gar nicht ihr Leben, sondern jenes, das ihnen von der Gesellschaft quasi aufgezwungen wird. Sie sind sich dessen aber gar nicht bewusst.
Da hilft es sicher, sich mal zu fragen, was mich wirklich glücklich macht und was mich nervt.
PS: Wirklich eine gelungene Webseite mit vielen interessanten Tipps. Weiter so
Für Glück muss man nichts tun! die meisten meinen, man werde erst glücklich wenn man etwas erreicht hat oder etwas dafür tut. Das ist Quatsch. Angenommen einer meint er wird erst glücklich wenn er reich ist. Klar, wenn er dann reich wird ist er glücklich. Aber niemals langfristig. Wenn er das erreicht hat, frägt er sich: Ok gut jetzt bin ich reich aber irgendwie macht mich das nicht glücklich, was tu ich jetzt?… und dann geht alles von vorne los. Die Wahrheit ist, für Glück braucht man keinen Grund. Man kann jetzt sofort grundlos glücklich sein! Man muss sich nicht erst die Erlaubnis geben wenn man etwas bestimmtes erreicht glücklich zu sein, das kannst du auch jetzt! Ohne Grund! Sei glücklich einfach dafür dass du am Leben bist, einfach grundlos!
mfg
Nico