3 praktische Tipps, die Ihnen den Gedanken daran erleichtern, dass es keine feststehende Wahrheit gibt
Nach den Denkanstößen folgen hier nun noch drei praktische Tipps zum Thema:
Tipp 1: Hinterfragen Sie Ihre Wahrheiten
Achten Sie einmal auf Ihre persönlichen Wahrheiten und hinterfragen Sie diese spielerisch.
Ergänzen Sie einmal ganz spontan die folgenden Satzanfänge:
- Ich bin fest davon überzeugt, dass…
- Ich weiß, dass…
- Jeder sagt, dass…
- Es ist eine unumstößliche Wahrheit, dass…
Wenn Sie auf diese Weise einige Ihre persönlichen Wahrheiten ermittelt haben, können Sie einmal die folgenden Fragen dafür nutzen, diese zu hinterfragen:
- Ist das wirklich immer so oder könnte es theoretisch auch eine Situation geben, in der das so nicht stimmt?
- Könnte es einen Menschen geben für den das so nicht stimmt?
- Wie könnte eine andere Wahrheit dazu aussehen?
- Was würde es bedeuten, wenn Ihre Wahrheit nur eine von vielen Wahrheiten ist?
Extra-Tipp
Gewöhnen Sie sich ruhig auch im Alltag an, Ihre eigenen Überzeugungen immer wieder für sich zu hinterfragen. Besonders in Konfliktsituationen kann es sehr hilfreich sein, einmal die eigene Ansicht darauf zu überprüfen, ob sie tatsächlich die einzige mögliche Sicht der Dinge ist.
Tipp 2: Trainieren Sie sich in dem Gedanken, dass Ihre Wahrheit nicht die einzige ist
Achten Sie einmal ganz bewusst darauf, wo in Sie in Ihrem Alltag mit "unterschiedlichen Wahrheiten" konfrontiert werden und wie Sie darauf reagieren. Versuchen Sie neue Wege zu finden, wie Sie reagieren können.
- Wie reagieren Sie, wenn Sie eine Meinung haben und jemand anders widerspricht Ihnen?
- Und wie könnten Sie reagieren, wenn Sie sich einmal klarmachen, dass Sie beide recht haben könnten?
- Sie haben Ihre Arbeit bisher immer auf die gleiche Art erledigt. Sie sind fest davon überzeugt, dass dies der beste Weg ist. Wie reagieren Sie, wenn ein neuer Kollege alles ganz anders macht als Sie?
- Und wie könnten Sie statt dessen in Zukunft reagieren?
- Sie lernen einen Menschen kennen, der eine vollkommen andere politische Einstellung, eine andere Religion, eine andere Einstellung zur Ehe oder zum Leben als Sie hat. Was tun Sie?
- Und was könnten Sie statt dessen tun?
Tipp 3: Denken Sie seltener "entweder-oder" und öfter "sowohl-als-auch".
Wir neigen dazu, in die Welt z.B. in "schwarz oder weiß" oder "gut oder böse" aufzuteilen zu wollen und es gibt dann für uns auch immer nur das eine oder das andere. Dabei übersehen wir oft, dass es immer auch ganz viele Zwischentöne und Farben innerhalb dieser Bandbreite gibt. Viel einfacher machen wir es uns selbst und auch anderen, wenn wir lernen, andere Wahrheiten als Erweiterung unseres Horizontes zu sehen. Wir müssen dann deutlich weniger kämpfen und können viel offener sein.
Gewöhnen Sie sich also an, öfter mal "sowohl-als-auch" zu denken und weniger "entweder-oder". Der kleine Gedankenwechsel vom "entweder-oder" zum "sowohl-als-auch" macht uns das Leben erheblich leichter, denn es öffnet Türen. Plötzlich geht es nicht mehr um Abgrenzung und wir müssen uns nicht für oder gegen etwas entscheiden. Mit einem Mal können ganz verschiedene Dinge richtig sein. Das ist vielleicht etwas verwirrend, vor allem aber bereichernd.
Literatur zum Thema
- Tania Konnerth: Leben kann so einfach sein (Quelle des Artikels)





