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Und irgendwann ist alles vorbei - Gedanken zum eigenen Tod (Seite 2 von 4)

Wirklich zu verstehen, dass das eigene Leben irgendwann zu Ende geht, ist keine einfache Erkenntnis. Den Gedanken an unsere Vergänglichkeit zuzulassen, macht schnell Angst. Vielen Menschen helfen spirituelle oder philosophische Ansätze dabei, mit der Tatsache zu leben, dass unser Dasein irgendwann zu Ende geht. So kann die Aussicht auf einen himmlischen Zustand nach dem Leben, auf eine Wiedergeburt oder auch die Vorstellungen eines energetischen Zustandes, in den wir übergehen, für den einen oder andern sehr tröstlich sein.

Tipps

Befassen Sie sich doch einmal ganz bewusst mit den unterschiedlichen Denkansätzen, die die verschiedenen Religionen oder auch Philosophen hervorgebracht haben und überlegen Sie, welche Vorstellungen Ihnen ganz persönlich den Gedanken an Ihren Tod leichter und annehmbarer für Sie machen.

Reden Sie auch mit anderen Menschen über den Tod. Der Austausch mit anderen hilft bei der Bewältigung eigener Ängste und ermöglicht neue Gedanken.

Den Tod akzeptieren

In letzter Konsequenz können wir uns nur von unserer Angst vor dem Sterben frei machen, wenn wir lernen, unseren Tod als etwas ganz Natürliches zu akzeptieren.

Übung

Überlegen Sie einmal, wie Ihr eigener Tod aussehen könnte: Wenn es ein Bild, eine Figur, ein Wesen gäbe, was Ihren Tod symbolisieren würde, wie sähe das aus? Können Sie es beschreiben? Vielleicht sogar malen?

Möglicherweise haben Sie schnell sehr beängstigende und grauselige Bilder im Kopf. Dann versuchen Sie sich diesen Bildern zu stellen, in dem Sie z.B. Fragen an Ihren Tod stellen und ihm Ihre Ängste mitteilen. Lernen Sie ihn kennen.

Das mag sich vielleicht merkwürdig anhören, aber durch die inneren Bilder, die wir in unserem Kopf erschaffen können, haben wir die Möglichkeit, genau so etwas zu tun. Sie können sich auf diese Weise sehr konstruktiv mit Ihrem Tod auseinandersetzen und er verliert so seinen Schrecken.

Beim Thema Tod geht es vor allem um das Leben

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod bringt uns fast zwangsläufig zu der Frage, was wir aus unseren Leben machen wollen. Denn was auch immer wir annehmen, was nach unserem Tod geschehen wird, so geht es für uns in diesem Augenblick doch einzig darum, zu leben. Keiner weiß wirklich, was nach unserer Existenz hier folgt, und dass wir hier sind, stellt uns vor die Aufgabe, etwas aus unserem Leben zu machen.

Was uns der Tod lehren kann

Wenn wir uns mit unserem eigenen Lebensende beschäftigen, können wir daraus vieles für uns lernen:

Es geht hier nicht darum, Gedanken an den eigenen Tod zu verherrlichen. Aber wer sich wirklich einmal bewusst macht, dass sein Leben irgendwann zu Ende ist, kann daraus die Motivation und auch die Lust schöpfen, heute etwas aus der Zeit zu machen, die man hier hat.

Übung

In vielen Selbsterfahrungsseminaren wird der eigene Tod dafür genutzt, herauszufinden, was man wirklich will. Diese Übungen können sehr heftig, aber auch sehr hilfreich sein. Sie müssen für sich selbst entscheiden, inwieweit Sie sich auf eine solche Übung einlassen wollen.

Ein Klassiker ist die Visualisierung der eigenen Beerdigung. Sie stellen sich dazu das vor, was Sie möchten, was an Ihrem Grab über Sie und über Ihr Leben gesagt wird.

Eine ähnliche Übung, die wir an anderer Stelle vorgestellt haben, ist die Übung Der 80. Geburtstag.

Carpe diem – Nutze den Tag!

Was immer Sie glauben mögen, was nach dem Tod passieren wird – es lohnt sich, heute im Hier und Jetzt zu leben. Denn das Leben jetzt ist Ihnen sicher.

Jeder Augenblick, den Sie hier sind, ist es wert, von Ihnen wertgeschätzt und genossen zu werden. Leben Sie Ihr Leben!

Der Tod eines nahestehenden Menschen oder eines geliebten Wesens reißt ein großes Loch ganz tief in uns. Der Schmerz ist so unendlich groß und es scheint, als könnten nie wieder unbeschwerte und fröhliche Tage kommen. Die Verzweifelung über den Verlust kann so groß sein, dass manch einer selbst kaum weiterleben will. Wie kann man lernen, mit einem solchen Verlust umzugehen und wie können wir den Tod derer, die wir lieben akzeptieren?

Über Abschied und Trauer

Das Annehmen des Verlusts von Menschen und Wesen, die wir lieben, ist eine der schwersten Aufgaben, die wir in unserem Leben zu bewältigen haben. Wir müssen erkennen, dass wir nichts festhalten können und dass es Dinge gibt, die sich unserer Kontrolle entziehen, so verzweifelt wir auch versuchen mögen, Einfluss zu nehmen. Abschied und Trauer sind Themen, die früher oder später auf jeden von uns zukommen und wir müssen lernen, mit dem Schmerz umzugehen.

Phasen der Trauer

Die Verarbeitung eines Verlusts durch den Tod erfolgt in der Regel in verschiedenen Phasen (n. Verena Kast):

In der Praxis sind diese Phasen keineswegs deutlich voneinander zu trennen und sie stellen auch kein gradliniges Nacheinander dar. Vielmehr mischen sich die einzelnen Phasen, gehen ineinander über und wechseln sich ab. Es gibt auch bei Personen, die glaubten, über den Verlust hinweggekommen zu sein, immer wieder heftige Gefühlsausbrüche und man kann auch noch nach Jahren heftig schmerzende Trauerphasen erleben.

Trauer braucht vor allem Zeit

Eine so tiefe Wunde, wie die, die durch den Verlust eines geliebten Wesens entsteht, heilt nicht schnell. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass Trauer und Abschied sehr langwierige Prozesse sein können. Jeder Mensch hat hier sein ganz eigenes Tempo – und manch einer trauert Jahre. Lassen Sie sich also selbst Zeit mit Ihrer Trauer und geben Sie diese Zeit auch anderen Menschen, die trauern. Als Angehörige von trauernden Menschen neigen wir dazu, uns zu wünschen, der andere solle doch den Tod möglichst schnell überwinden. Das aber geht oft schlicht nicht. Trauer über den Verlust eines geliebten Menschen ist eine tiefe Verletzung und so wie Menschen oft nach einer körperlichen Erkrankung eine sehr lange Rekonvaleszenzzeit brauchen, um wieder zu Kräften zu kommen, so ist es auch beim Trauerschmerz.

Der Satz “Das Leben geht weiter”

“Das Leben geht weiter” ist vielleicht einer der Sätze, die man in der Trauer am wenigsten hören mag. Der Satz wirkt zynisch angesichts der Leere, die man empfindet. Gleichzeitig aber ist es ein sehr tröstlicher Satz, der den Blick nach vorn öffnen kann. Wer trauert, will manchmal selbst nicht mehr leben. Aber genau darum geht es: Weiterzuleben. Und das Weiterleben ist möglich, so schlimm uns der Verlust auch scheint. Wer seine Trauer und den Schmerz annimmt und lernt, mit dem Tod der Lieben zu leben, wächst und reift. Und dabei können vielleicht unsere Übungen für den Umgang mit der Trauer ein kleines Stück weiterhelfen.