Hoheitsgebiete (Berit Brockhausen)

hoheitsgebiete

„Hoheitsgebiete. Revierkämpfe in der Liebe“ – von Berit Brockhausen – München: südwest Verlag, 2012 – 224 S. – ISBN: 978-3-517-08794-8 – 14,99 €

Viele Liebesbeziehungen sind wie ein Schlachtfeld. Es wird gerangelt, gestritten und gekämpft. Es wird gekämpft darum, wie man die gemeinsame Zeit verbringt, wer sich um die Kinder kümmert, wer wie viel im Haushalt tun muss oder über das nächste Urlaubsziel.

Wenn es auch zu viel Kampf in Ihrer Beziehung gibt, dann lohnt sich für Sie ein Blick in das vorliegende Buch.

Die Autorin Berit Brockhausen beschreibt in ihrem Ratgeber, wie Paare im täglichen Miteinander oft gegenseitig ihre Grenzen überschreiten, um die eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Und das Ganze, ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, was sie beim anderen anrichten. Das Ganze endet oft in Dauerstreit, Machtkämpfen und letztlich kaputten Beziehungen. Die Psychologin Brockhausen nennt diese Grenzüberschreiten „Eindringen in das Hoheitsgebiet des Partners“. Daher der Name des Buches.

Dabei wollen Partner in einer Beziehung eigentlich meist das Gleiche: Nähe, Miteinander, Aufmerksamkeit, Zuneigung, Rücksicht oder einfach nur gesehen werden. Nur weil wir oft noch in unseren eigenen Verstrickungen und kindlichen Mustern verhaftet sind, können wir diese Bedürfnisse nicht auf erwachsene, angemessene Art einfordern. Stattdessen manipulieren wir unseren Partner und kämpfen mit Waffen, die letztlich unsere Beziehung kaputt machen können.

Das Buch der Paartherapeutin Brockhausen hilft Ihnen dabei, die typischen Grenzüberschreitungen (Verletzung des Hoheitsgebiets des anderen) zu erkennen – bei Ihrem Partner und auch bei sich selbst. Und Sie lernen erwachsene Verhaltensweisen, um für sich selbst und Ihre Bedürfnisse zu sorgen.

Dazu gehört beispielsweise:

  • Eigene Irritationen über Grenzverletzung wahrzunehmen und erwachsen zu artikulieren, statt den anderen anzugreifen.
  • Verantwortung für sich selbst und die eigenen Hoheitsgebiete und Bedürfnisse zu übernehmen.
  • Dem Partner die eigenen Grenzen, Bedürfnisse und Hoheitsgebiete sichtbar zu machen.
  • Die eigene Bedürftigkeit und Abhängigkeit vom Partner zu erkennen und anzunehmen.
  • Die Andersartigkeit des Partners zu akzeptieren.

Ich fand das vorliegende Buch gut und verständlich geschrieben. Durch die vielen Beispiele ist es sehr lebensnah. Es ist ein rundum nützlicher Ratgeber für alle, die ihrer Beziehung eine neue, konstruktive Richtung geben möchten. Das funktioniert natürlich – wie meistens – nur, wenn man bei sich anfängt und das eigene Verhalten ändert. Das Buch „Hoheitsgebiete“ zeigt Ihnen, wie.

Bewertung:

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Kommentare

susanne fabiankovits schreibt am 21. Januar 2013

Lieber Ralph!

Danke für den Buchtipp. Ich selbst bin gerade in Ausbildung zur Paarberaterin und kann weiters 2 Bücher sehr empfehlen.

Harville Hendrix: Ohne wenn und Aber!
Hervorragendes Buch, dass uns aufzeigt, was meine Beziehung mit meiner Lebensgeschichte zu tun hat und wie wir unbewusst versuchen unsere Kindheit zu vollenden und daher siegessicher genau diesen Partner aussuchen….uvm.

Eva-Maria-Zuhorst: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest. Mehr Wahrheit über sich selbst, wenn ich sie zulassen, gibt es wohl nicht :o)

Vielleicht kennst du ja diese Bücher bereits…wenn nicht, viel Spaß beim Les(b)en.

Herzliche Grüße aus Wien
Susanne

    Heike schreibt am 21. Januar 2013

    Liebe Susanne, lieber Ralph,

    mir ist des Buch von Eva-Maria-Zurhorst: Liebe dich selbst und es ist egal,wen du heiratest. während eines Gesprächs über Beziehungen empfohlen worden. Ich habe es gelesen und habe mich gewundert, wie allgemein doch die Beziehungsschwierigkeiten sind. Jetzt lese ich es nochmals und stelle fest, es geht wirklich besser in meiner Ehe. Die wichtigste Erkenntniss, glaube ich, man soll sich selbst nicht so wichtig nehmen und sich genau klar darüber werden, wieviel man für sein EGO braucht.
    Jetzt werde ich mir eure Empfehlungen auch noch besorgen und vielleicht liest mein Mann dann auch und versteht sich besser. Ich wünsche es für ihn.
    Liebe und dankbare Grüße aus dem verschneiten Sachsen.
    Heike