Das Gute im schlechten Menschen entdecken

das gute entdecken

Es ist ein ganz normaler Tag. Sie sind dabei, Ihre haushaltlichen Pflichten zu erfüllen, und kaufen im Supermarkt Lebensmittel.

Typischerweise ist viel los an diesem Tag. Der Korb füllt sich stetig, die Einkaufsliste leert sich.

Als Sie gerade dabei sind, Milch in Ihren Einkaufswagen zu packen, rempelt Sie jemand von der Seite an und geht weiter. Ohne sich zu entschuldigen.

Sie sind entsetzt von dieser schroffen und unfreundlichen Art, die dieser Mensch an den Tag legt, und begeben sich in Richtung Kasse.

Nach und nach legen Sie die Produkte auf das Laufband, als Sie bemerken, dass ebendieser Mensch, der Sie gerade noch unhöflich angerempelt hat, hinter Ihnen steht. Er hat nur zwei Produkte in der Hand und scheint es ziemlich eilig zu haben. Denn er tritt unruhig auf der Stelle.

Lassen Sie diesem Menschen nun den Vortritt oder genießen Sie die Möglichkeit, es ihm heimzuzahlen?

Vermutlich haben Sie in diesem Moment die Frage ganz klar beantwortet. Sie lassen den Rempler selbstverständlich vor.

Aber wie sieht die Realität aus?

Und vor allen Dingen, wie viel Überwindung kostet es, diesem Menschen auch tatsächlich den Vortritt zu lassen?

Die geschilderte Situation ist nur ein kleiner Auszug aus unserem täglichen Leben mit scheinbar „schlechten“ Menschen.

Dem Gegenüber schlechte Absichten zu unterstellen ist eine einfache Sache. Egal ob es ein Fremder, Kollege oder sogar der eigene Partner ist. Fraglich ist nur, inwieweit uns diese Einstellung auf zwischenmenschlicher Ebene voranbringt.

Denn unterstellt man grundlegend einer Person ein schlechtes Verhalten, nimmt man sich jede Möglichkeit, diesen Menschen und damit das Leben zu verstehen.

Im schlimmsten Fall lässt man sich von dieser kleinen Reaktion sogar verleiten und verfällt selbst in schlechte Laune.

Dann wird sprichwörtlich „aus der Mücke ein Elefant“. Und alles nur wegen eines harmlosen Remplers ohne Entschuldigung.

Doch das muss nicht sein, denn die gute Nachricht ist:

( Randnotiz: Kennen Sie eigentlich schon Finde deinen Kompass. Nützlich, um seine Ziele und seine Richtung im Leben zu finden? )

Sie können sich durch solche Begegnungen in Menschenkenntnis üben und Ihre eigene Persönlichkeit ausbilden.

Um das Gute in einem (scheinbar) schlechten Menschen zu erkennen, brauchen Sie lediglich eine Grundvoraussetzung sowie eine Grundeinstellung.

Die Grundvoraussetzung:

Sie werden nur Erfolg dabei haben, etwas Gutes in einem unsympathischen Menschen zu entdecken, wenn Sie neugierig sind. Denn ohne Neugier verfallen Sie in eine zu schnelle Beurteilung Ihres Gegenübers. Und drücken ihm Ihren eigenen Stempel auf. Damit muss er dann herumlaufen.

Nun denken Sie vielleicht: „Dann soll mich mein Gegenüber doch gefälligst selbst überzeugen, dass es gut, nett und freundlich ist.“

Das ist richtig so, allerdings werden Sie so nie eine gemeinsame Ebene finden. Muss Sie Ihr Gegenüber allein überzeugen, besteht zudem die Gefahr des Aufgebens. Im schlimmsten Fall haben Sie also beide nichts davon.

Bleiben Sie jedoch mit einer gesunden Neugier an dieser Sache, werden Sie schnell neue Seiten entdecken, die Ihnen sicherlich sympathisch sind.

Das ist ziemlich leicht – mit der richtigen Grundeinstellung.

Die Grundeinstellung

Um das Gute im schlechten Menschen zu erkennen, ist ein Credo, das ich zuerst im NLP (neurolinguistisches Programmieren) kennen gelernt habe, hilfreich:

Unterstellen Sie jedem Menschen mit seinen Handlungen eine positive Absicht.

Das dürfte vorerst ein wenig absurd wirken. Denn wenn einen der Kollege beim Chef in die Pfanne haut oder der Ehepartner mit anderen anbändelt, ist es zunächst fraglich, welche positive Absicht wohl dahinterstecken mag.

Doch wenn Sie die Grundvoraussetzung „Neugier“ und die Grundeinstellung der „positiven Absicht hinter jeder Handlung“ zusammenfügen, werden Sie Antworten erhalten.

Schauen wir uns das zunächst am konkreten Beispiel des Supermarkts an: Der Mensch wirkt unruhig.

Sie erinnern sich an diesen Artikel und nutzen Ihre Neugier.

Hat er es eilig? Vielleicht hat er einen wichtigen Termin und deshalb gar nicht bemerkt, dass er mich angerempelt hat?

Sie fordern ihn also auf: „Sie scheinen es eilig zu haben, gehen Sie doch nach vorn.“

Der Mensch bedankt sich und meint beiläufig: „Das ist sehr nett. Meine Tochter erwartet mich zu ihrem Geburtstag. Ich bin schon ziemlich spät dran.“

Erkennen Sie die positive Absicht dahinter? Er möchte zu seiner Tochter. Möglichst schnell. Um sie nicht zu enttäuschen.

Können Sie ihm die Gedankenlosigkeit des Remplers ohne Entschuldigung also verzeihen?

Schwieriger wird es bei scheinbar schlechten Menschen im beruflichen oder privaten Umfeld.

Hier sind es Menschen, mit denen wir sehr viel Zeit verbringen und/oder die wir lieben, die uns vor die Herausforderung stellen, mit Neugier eine positive Absicht hinter ihrem Verhalten zu entdecken.

Dafür gibt es vier weitere Grundregeln, die Ihnen helfen werden, Ihrem Gegenüber wohlwollend zu begegnen: 

  1. Akzeptieren Sie die Gegebenheiten. Sie lassen sich nicht ändern. Nehmen Sie sich stattdessen vor, das Beste daraus zu machen.
  2. Nutzen Sie die Gelegenheit auch für eine Selbstreflexion. Sie werden eventuell bemerken, dass Sie sich in solchen Situationen ähnlich oder genauso verhalten. Dann ist das Ihre Chance zur Verhaltensänderung und Ausbildung der Persönlichkeit.
  3. Wenn Sie im Verhalten der Person keine positive Absicht erkennen können, achten Sie auf deren Handlungen und ihre Bedeutung für Ihr persönliches Leben. In unserem Supermarktbeispiel könnten Sie sich vornehmen, auf Ihr eigenes Verhalten in stressigen Lebenssituationen zu achten, und im Anschluss daran nach positiven Lösungen suchen. Die Lösung in diesem Fall könnte lauten: „In stressigen Situationen achte ich auf meine Mitmenschen und bitte sie, mir den Druck zu nehmen. Den Druck könnte ich mir nehmen lassen, in dem ich mich an einer vollen Kasse nach vorn frage.“ (Das schult auch das eigene Selbstbewusstsein und den Mut zur Offenheit.)
  4. Schließen Sie aus einer schlechten Handlung nicht verallgemeinernd auf eine schlechte Person. Sie verbringen viel Zeit mit diesen Menschen und haben sicher auch positive Augenblicke erlebt.
  5. Hilfreich hierbei ist die Möglichkeit, Gutes und Schlechtes einzuteilen. So kann eine gemeinsame Zeit beispielsweise zu 60 % toll und zu 40 % schlecht gewesen sein.
  6. Behandeln Sie diesen Menschen stets so, wie Sie selbst behandelt werden wollen. Sollten Sie nicht sofort in der Lage dazu sein, ist das in Ordnung, dann gönnen Sie sich den nötigen Abstand zu der Situation, bis es Ihnen möglich ist, diesen Menschen wie sich selbst zu behandeln.

Egal ob fremde oder geliebte Menschen: In jedem etwas Gutes und Schönes zu entdecken ist gar nicht so schwierig. Hierfür müssen wir uns einfach aus der alltäglichen Routine befreien und unseren Mitmenschen offen und ehrlich begegnen sowie den häufig entstehenden Frust in herausfordernden Lebenssituationen durch eine gesunde Neugier ersetzen.

Über Franz Peter Mosa

Franz Peter Mosa ist ausgebildeter Coach und Dozent in der Erwachsenenpädagogik.
Neben der Ausbildung von Dozenten widmet er sich insbesondere der Ausbildung
zwischenmenschlicher Fähigkeiten für Firmen und Privatpersonen.
Kostenlose Lebenstipps veröffentlicht er täglich auf seinem Blog.

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Kommentare

Martin schreibt am 23. Januar 2013

Das ist nur allzu wahr! Ich hätte den Mann wohl keinesfalls vorgelassen, wenn er mich zuvor angerempelt und unfreundlich gewirkt hätte.

Das Dumme dabei ist, dass es ja meist einen solchen Rempler gar nicht braucht. Oft sehe ich einen Menschen an und denke mir sofort, dass dieser Jemand unsympathisch ist. Allein schon in der Art wie er/sie sich bewegt und schaut.

Wenn man sich aber dessen bewusst ist, kann man noch gegensteuern.

Danke für den Artikel :)

Nina schreibt am 23. Januar 2013

Hallo,

danke für den Artikel, er hat mich zum nachdenken gebracht. Sehr wahrscheinlich hätte ich den Rempler auch aus niedrigen Rachegründen ;-) auch nicht vorgelassen. Aber wie es so schön heißt: jeder Mensch ist Dein Lehrer. Auch wenn es einem bei manchen schwerfällt, etwas Gutes zu sehen, so kann man immer noch dann bei sich anfangen und gucken, was dieser Mensch einem “beibringen” kann oder was er spiegelt. Wann z.B. ich auch drängele. Oder auch die goldene Regel: jeden so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte.

Man weiß nie, was in einem Menschen vorgeht bzw. warum er so ist, wie es ist, was für ein Schicksal er hat.

Red Boehme schreibt am 23. Januar 2013

Sehr richtig… ein so einfaches und doch so zufriedenheitssteigerndes Verhalten. Und das Beste: Genauso wie wir es uns (unbewusst) angewöhnt haben, das Schlechte im Menschen zu sehen und deshalb automatisch auf dieses Deutungsmuster zurückzugreifen, genauso können wir das Das-Gute-im-Menschen-Sehen kultivieren und automatisieren… von Mal zu Mal geht es leichter!

Thomas schreibt am 23. Januar 2013

Sehr schöner Artikel – auch von meiner Seite herzlichen Dank. Wie ich darauf reagiere, wie jemand mit mir umgeht, ist allein meine Sache (von ernsthaften Verletzungen oder Schlimmerem mal abgesehen). Es ist auch meine Sache, wie ich den Rempler interpretiere. Die Gefahr ist groß, dass mich mein Kopfkino nämlich zu wenig zutreffenden Interpretationen hinreißen lässt. Ich unterstelle mal vorsichtig, dass es nicht so häufig vorkommt, dass ein mir völlig fremder Mensch vorsätzlich Schaden anrichten möchte. Ja, Vorsatz ist eine Möglichkeit unter vielen…

Mosa, Tawfik und Ines schreibt am 23. Januar 2013

sehr gut das gefällt uns. Den Nagel auf den Kopf getroffen.
weiter so !!!!

Carolin schreibt am 24. Januar 2013

Schöner Artikel. Was mich nur (ganz allgemein) nachdenklich stimmt, ist die “Goldene Regel”. Was, wenn der Gegenüber gar nicht genau so behandelt werden möchte wie ich? Wenn er ganz andere moralische Vorstellungen und Werte hat als ich? Wäre es nicht besser, den Gegenüber so zu behandeln, wie ER behandelt werden möchte? Das setzt natürlich eine gewisse Beobachtungsgabe, Interesse an der Person und Einfühlungsvermögen voraus und ist bei völlig fremden Personen sicher schwer zu realisieren. Aber zumindest im Bezug auf Menschen, die zu unserem alltäglichen Leben gehören, halte ich diese “Goldene Regel” für überdenkenswert…

Franz Peter Mosa schreibt am 24. Januar 2013

Vielen Dank für die bisherigen Feedbacks zum Artikel.

Liebe Carolin,

ich sehe es ganz genau so. Dein Kommentar ist eine tolle Ergänzung zum Artikel. Danke dafür!
Natürlich ist es wichtig die Person als Individuum (an) zu erkennen und zu entdecken. Dafür muss ich, als Mensch, jedoch erst bereit dazu sein.
Diese Bereitschaft soll die Regel ermöglichen, erst einmal von sich aus zu gehen. Denn wenn man sich selbst in einer anderen Person entdeckt, fällt es oft leichter auch sie zu entdecken.

Viele Grüße.
Franz Peter Mosa

Mandy schreibt am 27. Januar 2013

Hallo

Danke wieder einmal für Euren tollen Beitrag. Allerdings sind es nicht die anderen Kunden die mein Problem sind sondern meistens die Verkäuferinnen an der Kasse. Völlig rücksichtslos wird bei Aldi und anderen kleinen Discounterketten die Ware so schnell über den Scanner gezogen das man als Kunde auf der anderen Seite gar nicht mehr hinterherkommt mit abräumen. Da wird eben weiter rücksichtslos die Ware zusammengeschoben, möglicherweise fällt dann noch was runter aber egal. Eigentlich wollte ich mein Eingekauftes ja im Ganzen nach Hause bringen. Und vor allem es gehen ja auch ältere Menschen einkaufen und da dauert es nunmal alles ein wenig länger. Da sitzt die Verkäuferin schon völlig ungeduldig in Ihrer Kasse macht böse und genervte Blicke zum Kunden welcher dann wiederrum sich von solchem Verhalten gehetzt fühlt. Also im Moment weiß ich da nicht wo ich was Gutes drin sehen soll weil so ein Verhalten auf mich rücksichtslos wirkt.

Viele Grüße
Mandy Reinhold

    Margit schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe Mandy,
    da muss ich dir recht geben, mich hat das auch immer sehr geärgert bei Hofer bzw. Aldi, in Österreich ist das nicht anders. Ich hab mich dann mal schlau gemacht und mit einer Kassiererin gesprochen. Bei Aldi oder Hofer werden sie angehalten das zu tun, das Geschäftsprinzip ist so. Mein Prinzip ist, ich lass mich ganz einach nicht mehr stressen an der Kasse, lass mir das Eingekaufte nicht einfach in den Einkaufswagen schieben und sage zur Kassiererin freundlich, dass ich Zeit brauch. Sie kann ja nichts machen, sie muss ja warten bis man bezahlt hat. Seit ich das mache, steh ich ruhiger und gelassener an der Kasse, es ärgert mich auch nicht mehr…..

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Hier noch einmal als Antwort direkt unter Ihren Kommentar:

    Sehr geehrte Frau Reinhold,

    dieses ” Phänomen” kenne ich nur allzu gut.
    Lassen Sie uns Ihr Beispiel noch einmal mit den Grundregeln beleuchten:

    1. Akzeptieren Sie das Verhalten.

    Diese Regel soll Ihnen vor all Dingen helfen Dinge zu akzeptieren, die sich nicht ändern lassen. Bei der Kassiererin ist das ein bisschen anders. SIE sind Kunde und Königin.
    Hier haben Sie natürlich auch die Möglichkeit die Kassiererin zu bitten, die Ware langsamer ein zu scannen.
    Akzeptieren kann aber auch heißen, dass Sie die Kassiererin ( oder den Kassierer) nicht in seinem Arbeitsprozess stören wollen. ( hierzu im folgenden mehr)

    2. Da ich Sie nicht Selbst reflektieren kann, reflektiere ich mich einmal selbst. Wie würde ich mich an Stelle der Kassiererin verhalten?

    Genau so. Ich würde die Artikel schnell über eine Kasse scannen. Damit die Schlange nicht allzu lang wird. Und die Wartezeiten sich nicht ins endlose ziehen. Die Artikel würde ich jedoch am Rand stapeln. Damit genug Zeit für die Kunden bleibt ihre Artikel ein zu packen.

    3. Wo ist die positive Absicht? Gibt es das in meinem Leben?
    Was bedeutet das für mein Leben? ( HIer auch wieder Selbstreflexion)

    Die positive Absicht der Kassiererin ( des Kassierers) liegt ganz
    offensichtlich darin die Wartezeiten zu verkürzen.
    Da meine Seminarteilnehmer meistens in einem Schwung kommen,
    kommt es auch hier gelegentlich zu Wartezeiten, da die Anmeldung
    einen Augenblick dauert.
    Das bedeutet für mein Leben, das ich meine Teilnehmer begrüße,
    Musik laufen lasse und diese zunächst zu ihrem Platz begleite.
    Damit diese nicht Warten müssen und der Anmeldeprozess nicht
    in Hektik ausarten muss.

    4. Schließen Sie nicht auf einen schlechten Menschen.

    Das stimmt. Denn für die Allgemeinheit scheint es mir wichtiger nicht ewig an der Kasse zu stehen. Die Kassiererin gibt also ihr bestes.

    5. Das ist eine klassische 60/40 Verteilung.
    Sie hat zwar meine Wartezeiten verkürzt, steckt mich aber mit
    ihrem Stress an.

    6. Wie würde ich in dieser Situation behandelt werden wollen?

    Ich würde von meinem Kunden Verständnis verlangen wollen.
    ( Und nebenbei über ein Seminarangebot für meinen Arbeitgeber
    nachdenken)

    Die Folge/ Das Fazit aus diesen 6 Schritten:

    1. Ich sage an der Kasse, dass ich verstehe das viel Stress ist, ich jedoch
    ein bisschen mehr Zeit zum einpacken benötige und bitte um
    Entschuldigung. ( Das trifft bei mir zu, wenn ich krank bin. Denn
    eigentlich bin ich recht schnell im Einpacken)

    2. An der Kasse bitte ich die Produkte zu stapeln. Dann kann ich
    drei Produkte mit einmal in meinen Korb packen.

    3. Wenn ich direkt in meine Einkaufstaschen packen möchte, stelle ich
    mich an den Rand der Kassiererin, damit sie weiter kassieren kann,
    während ich einpacke.

    4. Ich lächle an der Kasse und wünsche einen schönen Feierabend und
    Tag ( das wird nach dieser Analyse viel leichter fallen und vom
    Gegenüber als echt empfunden)

    Ich hoffe, dieser Beitrag konnte Ihnen ein wenig Unterstützung bei der Klärung der offenen Frage bieten.

    Viele Grüße
    Franz Peter Mosa

    * Ich habe überwiegend von ” der Kassiererin” geschrieben. Selbstverständlich gibt es auch Kassierer. Und davon nicht wenige.

    Yewa schreibt am 27. Januar 2013

    Die Kassierer(innen) bei Aldi werden genau beobachtet, ob und wie schnell sie kassieren. Sie sind also nicht rücksichtslos, sondern stehen unter Leistungsdruck – arbeiten, wenn man so will, im Akkord.

    Vielleicht hilft dieses Hintergrundwissen, ein wenig Verständnis für die Lage der Kassierer(innen) zu haben.

    Monika Fuhrig schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe Frau Reinhold,
    diese Gedanken kenne ich auch, gerade bei Aldi fühle ich mich sehr gedrängt, schnell und schneller alles einzupacken. Bei mir kommt noch hinzu, dass ich eigentlich nie einen Wagen nehme, sondern die “paar Sachen” auf dem Arm trage. Ich weiß aber auch, dass die KassiererInnen bei Aldi und co. ernormen Druck bekommen, dass sie so und so schnell sein müssen.
    Und ich bedauere im Kopf diese armen Frauen/Männer die diesen Job machen müssen/wollen/dürfen.
    Ich weiß also auch nicht, was ich daran Gutes sehen soll und für mich habe ich die Konsequenzen gezogen: ich gehe wirklich ganz bewusst in kleineren Läden (keine Ketten) einkaufen. und Aldi nur, wenn es unbedingt sein muss.

    Liebe Grüße von
    Monika Fuhrig

Gabriel schreibt am 27. Januar 2013

Sorry, aber ich finde diese Überschrift “Das Gute im schlechten Menschen entdecken” äusserst unglücklich gewählt. Es ist eines, eines Menschen Verhalten als “schlecht” zu beurteilen oder den Menschen überhaupt als schlecht zu bezeichnen und etwas ganz anderes, grundsätzlich einmal davon auszugehen, daß es den “schlechten Menschen” gar nicht gibt. Ich bin ein glühender Anhänger der zweiten Variante, in der man stets das Gute im Mitmenschen sieht.

Ich bin vollkommen davon überzeugt, daß alle Menschen grundsätzlich gut und okay sind, daß aber gewisse Umstände durchaus dazu führen können, daß ein Verhalten an den Tag tritt, das man dann als schlecht bezeichnen könnte – so man das will…

Ich will das für mich allerdings tunlichst vermeiden und ich fahre bereits seit vielen Jahren sehr gut damit. Als Folge ziehe ich auch fast immer nette, “gute” Menschen an und sollte mir einmal jemand in die Quere kommen, der das Prädikat “schlecht” verdienen könnte, begnüge ich mich mit einem “weniger gut, aber es wird noch werden…”.

Ich weiß, daß jetzt viele Leser aufheulen werden, denn es ist ja fast schon zu einem Sport geworden, das “schlechte” in den Menschen zu suchen und es noch dazu hervorzuheben. Aber es geht auch ganz anders. Wer es ausprobieren möchte, fühle sich von mir ermuntert, es auch tatsächlich zu tun!

Feedback ist stets erwünscht!

Alles Liebe aus dem sonnigen, sommerlichen Bali!

gabrielbali@hotmail.com

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Lieber Gabriel,

    vielen Dank für Ihr Feedback.
    Eine wunderschöne Einstellung die Sie da haben!
    Betrachten Sie das bitte als Zwischenstufe zu der Einstellung jeden etwas gutes zu unterstellen.

    Es geht hier vor allen darum auch das Gegenüber in seinem Handeln zu verstehen und Feedback zu geben. Ziel: Ein harmonisches UND selbsterfülltes Miteinander. Auch mit einem schlechten Gefühl im Bauch.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, das sich viele ( eine Zeit lang auch ich selbst) die Menschen dann selbst in ihren Gefühlen und Wünschen übergehen. Weil sie einfach zu sich sagen ” Er/ sie macht das schon gut so. ”
    Das ist kein erstrebenswertes Ziel. Die meisten Wachen dann irgendwann auf, Fragen sich für wen sie eigentlich leben oder wachen nie auf und begeben sich in eine, von ihrer inneren Einstellung geschaffenen, Selbstversklavung.
    Schlimmstenfalls geben sie dann noch anderen die Schuld dafür.

    Diesem Trauerspiel soll dieser Beitrag entgegen wirken.

    Viele Grüße aus dem verschneiten Deutschland.

    Franz Peter Mosa

Gabriel schreibt am 27. Januar 2013

Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Alles andere in diesem Beitrag finde ich sehr gut und lobenswert. Macht weiter so! ;-)

    claudiasofie schreibt am 27. Januar 2013

    Lieber Gabriel,
    ich bin auch davon überzeugt das jeder Mensch stets sein Bestes gibt, dass niemand absichtlich ” schlecht” ist. Mir geht es aber tatsächlich so, wie es Franz Peter schreibt ich übergehe mich selbst in meinen Gefühlen und Wünschen, da ich stets für mein Gegenüber eine Entschuldigung finde, warum er ekelhaft ist und mitfühlend reagiere. Ich habe sehr viel Kontakt mit sehr liebevollen Menschen, aber wir sind alle nur Menschen und haben Schwächen. So passiert es mir häufig, das ich mit diesen Schwächen meiner Mitmenschen konfrontiert werde, das diese ansich liebevollen Menschen ihren Ärger oder Unmut an mir auslassen. In der Situation höre ich zu und versuche herauszufinden was die tatsächliche Ursache ihres Ärgers ist und anschließend, wenn ich wieder allein bin, fühle ich mich nicht besonders gut und wundere mich warum gerade ich immer als ” Mülleimer” benutzt werde. Ärgere mich über mich selbst, weil ich mich mit meinem Verständnis und Mitgefühl und meiner Unfähigkeit in so einer Situation Grenzen zu setzten selbst dazu mache. Mein Ziel für 2013 ist daher, nicht immer die Verständnisvolle zu sein und Grenzen zu setzten wenn ich missachtet werde.
    Liebe Grüße
    Claudia

Frank schreibt am 27. Januar 2013

Das Supermarktkassiererinbeispiel empfinde ich als Herausforderung. Wenn ich dort säße,könnte ich dem Druck der Erwartung der in der Schlange stehenden nächsten Kunden widerstehen? Wäre ich nicht auch ganz schnell dabei, mit Tempo allen zu zeigen: “An mir liegt’s nicht, wenn’s hier nicht schnell geht?”… Vielleicht gibt’s ja auch einen Marktleiter,der zählt,wer am Tag die meisten Kunden pro Stunde schafft und belohnt die Siegerin? Ist das dann “kontraproduktive Motivation”? Ein unglücklicher Ansporn?

Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

Sehr geehrte Frau Reinhold,

dieses ” Phänomen” kenne ich nur allzu gut.
Lassen Sie uns Ihr Beispiel noch einmal mit den Grundregeln beleuchten:

1. Akzeptieren Sie das Verhalten.

Diese Regel soll Ihnen vor all Dingen helfen Dinge zu akzeptieren, die sich nicht ändern lassen. Bei der Kassiererin ist das ein bisschen anders. SIE sind Kunde und Königin.
Hier haben Sie natürlich auch die Möglichkeit die Kassiererin zu bitten, die Ware langsamer ein zu scannen.
Akzeptieren kann aber auch heißen, dass Sie die Kassiererin ( oder den Kassierer) nicht in seinem Arbeitsprozess stören wollen. ( hierzu im folgenden mehr)

2. Da ich Sie nicht Selbst reflektieren kann, reflektiere ich mich einmal selbst. Wie würde ich mich an Stelle der Kassiererin verhalten?

Genau so. Ich würde die Artikel schnell über eine Kasse scannen. Damit die Schlange nicht allzu lang wird. Und die Wartezeiten sich nicht ins endlose ziehen. Die Artikel würde ich jedoch am Rand stapeln. Damit genug Zeit für die Kunden bleibt ihre Artikel ein zu packen.

3. Wo ist die positive Absicht? Gibt es das in meinem Leben?
Was bedeutet das für mein Leben? ( HIer auch wieder Selbstreflexion)

Die positive Absicht der Kassiererin ( des Kassierers) liegt ganz
offensichtlich darin die Wartezeiten zu verkürzen.
Da meine Seminarteilnehmer meistens in einem Schwung kommen,
kommt es auch hier gelegentlich zu Wartezeiten, da die Anmeldung
einen Augenblick dauert.
Das bedeutet für mein Leben, das ich meine Teilnehmer begrüße,
Musik laufen lasse und diese zunächst zu ihrem Platz begleite.
Damit diese nicht Warten müssen und der Anmeldeprozess nicht
in Hektik ausarten muss.

4. Schließen Sie nicht auf einen schlechten Menschen.

Das stimmt. Denn für die Allgemeinheit scheint es mir wichtiger nicht ewig an der Kasse zu stehen. Die Kassiererin gibt also ihr bestes.

5. Das ist eine klassische 60/40 Verteilung.
Sie hat zwar meine Wartezeiten verkürzt, steckt mich aber mit
ihrem Stress an.

6. Wie würde ich in dieser Situation behandelt werden wollen?

Ich würde von meinem Kunden Verständnis verlangen wollen.
( Und nebenbei über ein Seminarangebot für meinen Arbeitgeber
nachdenken)

Die Folge/ Das Fazit aus diesen 6 Schritten:

1. Ich sage an der Kasse, dass ich verstehe das viel Stress ist, ich jedoch
ein bisschen mehr Zeit zum einpacken benötige und bitte um
Entschuldigung. ( Das trifft bei mir zu, wenn ich krank bin. Denn
eigentlich bin ich recht schnell im Einpacken)

2. An der Kasse bitte ich die Produkte zu stapeln. Dann kann ich
drei Produkte mit einmal in meinen Korb packen.

3. Wenn ich direkt in meine Einkaufstaschen packen möchte, stelle ich
mich an den Rand der Kassiererin, damit sie weiter kassieren kann,
während ich einpacke.

4. Ich lächle an der Kasse und wünsche einen schönen Feierabend und
Tag ( das wird nach dieser Analyse viel leichter fallen und vom
Gegenüber als echt empfunden)

Ich hoffe, dieser Beitrag konnte Ihnen ein wenig Unterstützung bei der Klärung der offenen Frage bieten.

Viele Grüße
Franz Peter Mosa

* Ich habe überwiegend von ” der Kassiererin” geschrieben. Selbstverständlich gibt es auch Kassierer. Und davon nicht wenige.

Frank schreibt am 27. Januar 2013

Auf den Text bezogen fällt mir das Phänomen der “automatischen Unterstellung” bei anderen ein. Es ist automatisch fast immer so, dass wir anderen Menschen, wenn sie z.B. unpünktlich zu einer Verabredung kommen, unterstellen, dass sie unorganisiert, desinteressiert, chaotisch oder sonst was sind. (Eigenschaften).
Wenn wir aber mal zu spät zu einer Verabredung kommen, lag’s am Verkehr, keiner Parkmöglichkeit, der U-Bahn, der Ampel usw. (Umstände).
Das hilft mir (als bei einer Verabredung auf den zu-spät-kommenden wartenden) mit einem Lächeln mit den automatischen Gedanken umzugehen.

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Lieber Frank,

    schade das es hier keine ” Gefällt mir” – Buttons für Kommentare gibt.
    Ich habe Ihren Kommentar soeben imaginär geliked ;-)

Adelheid schreibt am 27. Januar 2013

…die gute Absicht der Kassiererin ist es, ihren Job zu behalten. Denn ihre Arbeitsleistung wird von den Discountern anhand der Geschwindigkeit der über den Scanner gezogenen Lebensmittel pro Kunde überwacht….big brother is watching you. Seit ich das weiß, mache ich aus dem Einkauf immer einen kleinen Wettbewerb – vor allem meine Kinder haben viel Spaß am Schnelleinpacken – es ist auch noch nichts kaputt gegangen. Meine Einstellung hat sich durch diese Kenntnis verändert. Das Wissen um die Beweggründe des Handelns des Anderen verändert die eigene Einstellung, deshalb ist die Neugier so wichtig, sonst kann man nicht an dieses Wissen kommen.
Als Kölnerin kann ich nur sagen: “Jeck loss Jeck elans” oder “Jeder Jeck ist anders” – mit dieser Grundhaltung aus dem “Kölschen Grundgesetz” kann ich immer relativ entspannt auf Menschen zugehen. Wer die kölsche Art nicht versteht (und ihr vielleicht eher negativ gegenübersteht) kann sich mal einen Zugang über das “Kölsche Grundgesetz” verschaffen – da stecken verkürzt viele gute Grundsätze drin, die – ebenso wie dieses Beispiel – bei der Arbeit an der Grundeinstellung helfen können.
Danke für dieses Beispiel!

Margit schreibt am 27. Januar 2013

Gabriel ich bin da völlig deiner Meinung, ich versuche immer das Gute in einem Menschen zu sehen und fahre auch sehr gut damit.
Viele neigen dazu, über Personen zu urteilen, die sie gar nicht kennen, nur weil sie vielleicht anders aussehen, ein anderes Leben führen, sich anders kleiden usw.
Mit solchen Vorurteilen kann ich gar nichts anfangen.

Wo ich mir ein bisschen schwer tu das Gute in jemanden zu sehen, ist bei Menschen die andere mißhandeln – seelisch wie körperlich.
Man kann versuchen zu vergeben, loszulassen das allerdings fällt mir schwer….

Ansonsten, kann ich auch nur jedem raten nicht gleich über jeden ein schlechtes Urteil abzugeben, nur weil sie sich grad nicht so verhalten wie wir es gerne hätten oder voraussetzen.

Wünsche allen noch einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße aus Österreich

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe Margit,

    ich finde Ihre Einstellung toll.
    Wenn jemand einen Menschen mißhandelt ist das nicht in Ordnung.
    Hier möchte ich auf Grundregel Nummer 5 verweisen.

    Vielleicht erleichtert das Ihren Umgang mit dieser Thematik.

    Viele Grüße
    Franz Peter Mosa

Svente schreibt am 27. Januar 2013

Freu mich über den Artikel. Mir gelingt es beiweitem immer noch zu wenig. Und immer, wenn ich merke mich zu ärgern oder Kopfkino losgeht mit Verurteilungen, denke ich an den Sketch/folgende Geschichte….
Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Vielleicht hat er die Eile nur vorgeschützt, und er hat was gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts getan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht´s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch bevor er “Guten Tag” sagen kann, schreit ihn unser Mann an: “Behalten Sie Ihren Scheiss-Hammer doch”.
Nach dieser Gedankenstütze geht es meist besser.

Heide-Rose Decurtins schreibt am 27. Januar 2013

Da kommt mir der Begriff: Feindbild Mensch ! in den Sinn. Warum verhalten wir uns eigentlich immer wieder so feindlich gegen andere Menschen in gewissen Situationen ? Mir wurde eingeprägt: behandle andere so, wie du es gerne hättest, sehe immer zuerst das Gute im Menschen und handle so. Daraus habe ich auch im Geschäftsleben (HR) profitiert, Menschen nicht zu be- oder verurteilen, sondern zu fühlen, sie zu nehmen wie sie sind. NLP ist dabei sehr hilfreich. Die Kassiererinnen an der Kasse sind meist ungelernte Berufsleute, teils nicht stressresistent. Ein freundlichen Lächeln ein Gruss tut ihnen gut – und wenn mich jemand rempelt, sage ich laut “aua” – oder “hän Sie’s pressant” – und entscheide dann kurz, ob ich ihm den Vortritt lasse. Aber immer mit Lächeln. SInd Sie froh, dass Sie nicht an der CH-Grenze einkaufen gehen, denn da dürfen die Kassiererinnen die Mehrwertsteuerformulare ausfüllen, was auch noch Zeit benötigt. Niemand drängt, sondern wartet – es ist einfach so, wie es ist. Und wenn ich sehe, dass mein Obst, Gemüse gestaut oder geworfen wird, bitte ich, nicht so mit meiner Ware umzugehen. Alles ist nur Kommunikation – und ältere Menschen brauchen Zeit, die wir ihnen gönnen sollten. Setzen wir uns nicht laufend selbst unter Druck, wenn wir laufend von A nach B hetzen, denn so können wir ja auch nicht entspannt auf Situationen in unserem täglichen Lebens zugehen. Toleranz, Respekt sich selbst und anderen gegenüber,das würde unser Leben sicher vereinfachen.

claudiasofie schreibt am 27. Januar 2013

Wie ich Gabriel schon geschrieben habe, glaube ich das der Mensch an sich nicht absichtlich “schlecht” ist. Bei Fremden, die mir zufällig z.B beim Einkaufen über den Weg laufen und sich rüpelhaft benehmen kann ich ganz gut gelassen bleiben. Irgendwie weiß ich das ich nicht persönlich gemeint bin, dass jeder Mensch in der Regel so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dass er mich gar nicht sieht, bzw. nicht mich meint, wenn er seinen Ärger ablässt sondern nur ein Ventil sucht um Dampf abzulassen. Mir fällt es dann leicht zu lächeln und ihn/ sie vorbeizulassen bzw. an der Kasse vorzulassen. Fühle mich in dieser Situation weder missachtet noch herabgesetzt.,
Anders ist es, wenn ich in meinem privaten Umfeld oder in der Arbeit übergangen werde. Mein Problem ist hier dann nicht Verständniss zu haben, sondern das ich soviel Verständnis habe. Würde mich gern mehr wehren können. Schaffe es oft nicht meine Bedürfnisse und Wünsche auszudrücken.
Liebe Grüße
Claudia

Liebe Grüße
Claudia

    elfie schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe Claudia,
    in Ihrem Kommentar ‘entdecke’ ich meine Tochter. Sie ist auch eine aufmerksame Zuhörerin und ein mitfühlender Mensch, der Verständnis für “alle” und “alles” hat.
    *Sich abzugrenzen* ist nun ihr Thema Nr. 1 in 2013, weil sie fast krank daran wurde, ständig das “Gute im Gegenüber” gespickt mit entsprechendem Verständnis zu sehen.
    Meine Große ist nun auf einem guten Weg! Das wünsche ich Ihnen auch; passen Sie auf sich auf!
    Liebe Grüße Elfie

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe Claudia Sofie,

    wie Sie schon an Elfies Kommentar sehen sind Sie damit nicht allein.
    Das es vielen Menschen schwer fällt über ihre eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Probleme zu reden ist ein gesellschaftliches Problem.
    Häufig anerzogen.

    Sie sollten diesen Artikel als gelesen betrachten und sich mit dem Thema ” Selbstoffenbarung” befassen.
    Stellen Sie sich einmal folgende Frage:
    Was muss ich machen, um mehr Verständnis von meiner Umgebung zu erhalten?

    Schreiben Sie es auf und trainieren Sie dann ganz gezielt Ihr gewünschtes Verhalten. Sofern Sie sich kein Training oder ähnliches leisten können oder wollen ist vor allen Probieren angesagt.

    Viele Grüße und auch viel Erfolg an Ihre Tochter Elfie
    Franz Peter Mosa

Annette schreibt am 27. Januar 2013

Hallo liebes Team,
prima Artikel,
gestern ist mir Ähnliches “passiert”, worüber ich mich ärgerte. Da ich dazu neige zu freundlich zu sein. – Als ich meinen Großeinkauf aufs Band legte, zwitscherte eine “überdrehte” Dame zu mir, ich möge doch den Trennungsbalken auflegen. Gott sei dank habe ich zuerst meine Sachen fertig aufgelegt, bevor ich mich bevormunden “ließ”. Ich sagte dann wieder zu freundlich, dass ich erstmal fertig auflege und dann “Danke”.- Das “Danke” von mir war zuviel, denn sie sagte weder “bitte noch danke”, sondern “sonst wird ihre Rechnung ja noch länger, hahahaha”, naja, so ist das halt. Wahrscheinlich hätte ich noch antworten müssen, “ja ich finde das auch unendlich lustig, zum todlachen”, dann wohl beim nächsten mal, hoffentlich …
Schönen Sonntag und liebe Grüße

    Monika Fuhrig schreibt am 27. Januar 2013

    Hallo Annette,

    ich sage auch manchmal solche Sachen zu den Leuten vor mir an der Kasse und meine das ganz und gar nicht böse oder sonstwie doof. Ich bemerke einfach, dass der trennungsbalken nicht da liegt und wenn ich nicht dran komme, frage ich ob sie ihn hinlegen können. Manchmal ergibt es sich dann durchaus, dass ich scherze und sowas sage, wie: “Aber Sie können es auch lassen und zahlen meine Sachen einfach mit, da bin ich auch nicht böööööse.” Sowas sage ich dann aber stets mit einem charmanten/spitzbubenhaften Lächeln. Und bisher scheint das bei niemandem komisch angekommen zu sein. Meistens erwidern die Menschen dann selbst etwas lustiges, wie: “ach neee, Bioessen vertrage ich nicht”… oder so.

    Solche Situationen können also durchaus nett und freundlich gemeint sein und der Gegenüber fühlt sich dennoch geärgert dadurch.

    Liebe Grüße von Monika Fuhrig

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe Annette,

    empfehlen Sie der Dame doch beim nächsten mal einfach diesen Artikel und Homepage. ;-)
    Wie Frau Fuhrig schon schreibt, wollte Sie Ihnen sicher nur ein lächeln in das Gesicht zaubern. Ging wohl nach hinten los..

    Viele Grüße

    Franz Peter Mosa

Ela Brüninghaus schreibt am 27. Januar 2013

Obwohl der Artikel sehr gut ist, muss ich doch ein wenig Kritik aussprechen: “Das Gute im schlechten Menschen entdecken”.
Wer sag uns eigentlich, was “gut” oder “schlecht” im Menschen ist?
Ist es unsere persönliche Wahrnehmung, weil wir, ich, anders handeln würde?
Wir Menschen sind doch in all unseren persönliche Facetten so unterschiedlich, unterschiedlicher kann es doch nicht sein.
Diese Situation mit dem “Rempler” nehme ich einfach an, sowie es im Augenblick ist. Nun ist er hier hinter mir in der Warteschlange, hat sehr wenig in der Hand, warum soll ich ihn nicht vorlassen.
Natürlich lasse ich ihn vor, aber nicht, ohne eine kleine Bemerkung fallen zu lassen wie z.b. “sie haben nicht bemerkt, das sie mich vorhin an-gerempelt haben, oder so ähnlich, gleichzeitig würde ich lächeln.
Ist es nicht so, das wir in die Gedankenwelt dieser Menschen in dem Fall des Remplers gar nicht hinblicken können. Hat er Probleme, das er sein Umfeld in diesem Augenblick nicht wahrgenommen hat?
Stelle ich einfach mal zur Diskussion..
Danke und einen schönen Sonntag:-)
Ela

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Sehr geehrte Frau Brüninghaus,

    damit haben Sie doch ein recht tolles Fazit aus dem Artikel gezogen und für sich bemerkt, das Sie bereits alles richtig machen oder nicht?

    Was schlecht und was gut ist sagt Ihnen im übrigen Ihr Kopf, Ihr Herz und/ oder Ihr Bauch.
    Der Artikel soll auch ein wenig dazu anstiften dieses entstehende Gefühl zu hinterfragen und nicht einfach nur zu verdrängen oder es hin zu nehmen.

    Viele Grüße
    Franz Peter Mosa

testsiegerin schreibt am 27. Januar 2013

Ich finde dieses Verhalten ja sehr löblich. Gleichzeitig aber auch ein bissl anstrengend. Ich mag manchmal einfach nur leben. Ohne ständig überlegen zu müssen, was die Kassiererin empfindet (ich weiß aber, dass die den Druck von oben haben, also so schnell wie möglich die Waren über den Scanner ziehen müssen), und ich mag nicht dauernd analysieren, warum sich wer wie verhält und das Gute suchen. Ich mag nicht ständig irgendein Modell oder eine Theorie über mein Leben stürzen, sondern authentisch bleiben. Und dazu gehört auch, sich manchmal zu ärgern, über Klienten, Vordrängler, KollegInnen,… und damit klarzukommen. Das Leben ist halt nicht nur rosarot. Das ist manchmal Scheiße. Da muss man nicht die Rosinen in der Scheiße suchen.
Ich merke auch, dass ich ein bissl allergisch reagiere, wenn ich das Gefühl hab, mit Menschen zu tun zu haben, die sich bemühen, ausschließlich das Gute in mir zu sehen, wenn ich grantig, zornig und schlecht gelaunt bin.
Ich hab da immer den Eindruck, dass das nicht ganz ehrlich und eigentlich auch egoistisch ist (nach dem Motto: Wenn ich das Gute in allem sehe, geht es mir selbst besser).

Mit freundlichen Grüßen und einem ernstgemeinten Lächeln ;-)

    Monika Fuhrig schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe Testsiegerin,

    oh, auch diese Seite des denkens kenne ich. Ich übe in den letzten Jahren es vor mir selbst zuzulassen, auch mal schlechtgelaunt zu sein. Früher war ich immer nur gut gelaunt, lächelte fast immer. Und zu Hause habe ich dann geweint.
    Das war auch nicht gut. Vor allem nicht für mich.
    Und heute bin ich auch mal kratzbürstig, sogar manchmal für andere ganz grundlos. Und dann sage ich innerlich “ja” zu mir und zu meinen Gefühlen, meiner schlechten Laune und meiner Kantigkeit die ich zeige.
    Wenn ich einem Menschen damit unrecht tue, kann ich mich auch wieder entschuldigen.
    Manchmal ist es aber auch total angebracht und richtig, mal en Zorn oder die Wut rauszulassen, die ich verspüre.
    Und die meißten Leute ziehen sich dadurch nicht von mir zurück, mögen mich also immer noch. Das finde ich schon eine erstaunliche Erfahrung.

    Liebe Grüße von Monika Fuhrig

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe testsiegerin,

    hier geht es nicht darum ” Rosinen in der Scheiße zu suchen” .
    Es geht um Verständnis und Empathie.
    Und eben darum die Ruhe zu finden, in dem man nicht gerade polarisiert ( NUR gut oder NUR schlecht) .
    Wenn man diese Ruhe hat ( auch und gerade gegenüber Klienten) , erhält sich schließlich jeder die Möglichkeit einer klaren und lösungsorientierten Kommunikation.
    Das heißt. Sie erreichen Ihr Ziel viel eher.
    Bleiben Sie authentisch. Dieser Artikel soll jeden dazu anregen. Das ist eine wichtige Kommunikationsgrundlage.

    Kurz gesagt. Ich kann einem Klienten sagen ” Ich finde Dich scheiße! ” oder ich sage ” Wir haben eine wundervolle Projektarbeit geleistet. Bei der ich viel Spaß hatte, aber das Sie nicht zahlen ist scheiße! ”

    ( Siehe Grundregel Nummer 5)

    Wenn ich richtig gelesen habe, machen Sie das aber schon so.

    Viele Grüße
    Franz Peter Mosa

Janina schreibt am 27. Januar 2013

das was du schreibst, empfinde ich auch ganz ähnlich. das passt aber auch dazu, dass man eben nicht sich selbst dabei übergehen soll.
ich darf mich eben auch mal ärgern und muß nicht krampfhaft verständnisvoll sein. geht ja dann auch meistens gar nicht und ist in solchen fällen auch nicht echt.

für mich gibt es auch situationen oder verhaltensweisen, die ich nicht so einfach wegstecken kann und darf. es wurde ja auch weiter oben schonmal gesagt, wie schwer es ist, wenn menschen andere mißhandeln, sehr agressiv sind usw.

da ist für mich wichtig, ganz klar auch zu zeigen, zu spüren, wo die grenze ist und das auch zu signalisieren. trotzdem schwer.

trotzdem ist auch dabei die neugier hilfreich. denn sonst kommt man nicht weiter im gespräch mit dem anderen.

aber es ist schwer die balance zu finden zwischen “den anderen als menschen anerkennen” und “schädigendes verhalten zurückweisen”. ich denke jetzt vielleicht auch arg in meinen sozialarbeiter-arbeitsalltags-zusammenhängen.

auf jeden fall sollte man nicht vergessen, all diese regeln, z.b. andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden will, auch umgekehrt anzuwenden. es nützt ja nichts, immer nur den anderen gegenüber neugierig und verständnisvoll zu sein, diese freundliche behandlung sollte ich mir selbst auch gönnen.

entschuldigt bitte die kleinschreibung…;-)

Mona schreibt am 27. Januar 2013

Das Gute im Menschen zu sehen: Nur was macht man, wenn der andere, in meinem Fall die eigene Schwester, partout keinen Kontakt wünscht? Sie lebt irgendwo in Las Palmas, ich weiß nicht mal genau wo.
Dann ist es schon etwas schwieriger, nur noch das “Gute”
im Menschen zu sehen- oder?

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Liebe Mona,

    beschreiben Sie die Lage doch einmal näher.
    Die Informationen reichen leider nicht aus.

    Viele Grüße.
    Franz Peter Mosa

asterix2608 schreibt am 27. Januar 2013

Irgendwie komisch,dass ich gerade heute auf diesen Artikel stoße, nachdem ich gestern ein Erlebnis hatte, das mich noch immer rat- und fassungslos macht.
Mein Sohn ( 16) war von einem Freund zu einem Essen bei Chinesen eingeladen (17. Geburtstag feiern).
Nachdem ich ihn dorthin gebracht hatte, rief er mich an ich solle ihn bitte wieder abholen, der Vater des Freundes hatte ihm vorgeworfen sich selbst eingeladen zu haben und verlangt, dass er das Lokal verlässt.
Hintergrund der Geschichte war wohl, dass P.’s Vater nicht einverstanden war, dass unser Sohn auch zu dieser Essenseinladung eingeladen war und hatte vom Sohn verlangt ihn wieder auszuladen. Das hat P. aber nicht getan, weil ihm wohl die Freundschaft wichtiger war, hat aber zuhause nichts davon erwähnt. Natürlich ist der Vater davon ausgegangen, dass nun mein Sohn sich selbst eingeladen hat, denn sein Sohn widersetzt sich doch nicht seinen Anweisungen… denkt er wohl! und hat meinen Sohn vor dem gesamten Freundeskreis heruntergeputzt.( Warum der Vater übrigens so gegen die Freundschaft zwischen P. und meinem Sohn wettert, ist uns völlig unverständlich, bis vor 1 Jahr war er dort gern gesehener Gast und es ist nichts vorgefallen, was diese Haltung erklären könnte ….) So und nun versuche ich mir und meinem Sohn die Situation irgendwie zu erklären, unser Großer war extremst enttäuscht und wirklich mitgenommen von diesem Vorfall… vor allem von der Unterstellung sich selbst eingeladen zu haben und über die Tatsache, dass er wohl persona non grata bei diesem Leuten ist, ohne es zu wissen. Und jetzt kommt ihr…, wie suche ich nun das Gute in diesem unmöglichen Vater?
Was kann einen Vater dazu bewegen, einen Freund seines Kindes so anzugehen und abzulehnen. Ich würde meinem Kind nicht in die Wahl seiner Freunde hineinreden- solange ich keine Gefahr für das Kind sehe- sollte mir die Art des Freundes nicht gefallen, würde ich tolerant bleiben und das Gute suchen ;) und darauf vertrauen, dass mein Kind die Freundschaft beendet, wenn etwas nicht stimmt. Und ich fahre damit eigentlich ganz gut, denn meine Kinder ( alles Teenager) haben bis dato noch niemanden mit nach Hause gebracht, mit dem ich ein dickes Problem gehabt hätte.
Wie soll ich also nun in diesem Menschen was Gutes sehen…
Kommunikation ist übrigens sinnlos, er legt immer wieder den Hörer auf wenn man mit ihm reden möchte am Telefon. Persönlich geht nicht, das er nicht im gleichen Ort wohnt …

    Franz Peter Mosa schreibt am 27. Januar 2013

    Lieber asterix2608 ( Wie ist denn Ihr Vorname? ) ,

    das ist eine sehr interessante Geschichte, die sich nicht selten zwischen Teenagern und ihren Eltern abspielt.
    Hier sicherlich auf einer eher extremen Ebene.

    Mit diesen Informationen ist eine Klärung eher schwierig. Erlauben Sie mir also lediglich über die Sachlage zu fantasieren:

    Grenzen Sie sich und Ihren Sohn doch einmal völlig von dem geschehen ab und betrachten Sie die Lage.
    Der Junge wird erwachsen und entzieht sich den Regeln und ” Fürsorge” des Vaters.
    Wie wird sich der Vater fühlen?
    Er wird vermutlich Angst haben seinen Sohn zu verlieren.
    Vielleicht sehnt er sich nach der Nähe und den väterlichen Stunden die beide gemeinsam verbracht haben?

    Denke ich diese Träumerei weiter könnte sich das Szenario für den Vater wie folgt abgespielt haben:
    Vater: Ich verbringe endlich wieder einmal Zeit allein mit meinem Sohn.
    Sohn: Mein Freund ( Ihr Sohn) kommt mit.
    Vater ( innerlich) : Reiche ich ihm nicht mehr aus? Ich wollte Zeit
    mit ihm allein verbringen. Wollte Vater sein und
    kein Geldgeber. Das bin ich oft genug. Unfassbar.
    Ich habe meinen Sohn nicht mehr für mich allein.
    Bin nur noch zum Geld geben da.

    Hier vor allen ” Ich habe meinen Sohn nicht mehr für mich allein! ”

    Das Problem:
    Durch die Liebe zum eigenen Kind wird das Problem verlagert.
    Das heißt der Vater liebt seinen Sohn und möchte nicht allein ihn für sein Erwachsen werden verantwortlich machen. Entsprechend muss ein Symbol dafür gefunden werden: Ihr Kind!

    Die Lösung:
    Da es nur eine Fantasie ist, kann ich Ihnen keine Lösung bieten. Das müsste man sich näher ansehen.
    Aber sollte sich diese Fantasie bestätigen wäre ebenso die Frage geklärt weshalb der Vater ständig auflegt, wenn Sie ihn darauf ansprechen wollen. Über Gefühle und Ängste in Bezug auf die eigenen Kinder zu reden fällt schließlich vielen schwer.
    Sie kennen das möglicherweise: Als Elternteil ist man ständig hin und her gerissen. Einerseits möchte man seinen Teenager in den Schritt zur vollständigen Selbstständigkeit begleiten und unterstützen, andererseits will man sein Kind behalten.
    Wenn einem dann noch andere Eltern Ratschläge geben oder Probleme klären wollen, ist Überforderung nicht selten an der Tagesordnung.

    Ermöglichen Sie Ihrem Sohn und seinem Freund ein paar gute Stunde zusammen. Das wird sicher beide freuen.

    Viele Grüße,

    Franz Peter Mosa

asterix2608 schreibt am 27. Januar 2013

Hallo Herr Mosa,
vielen Dank für Ihre Antwort… klar war das Szenario eher dürftig beschrieben.
Das Väter ( und Mütter ) Ängste haben ist mir ja auch nicht fremd, das ihm dieser Abend mit seinem Sohn nicht zur Verfügung stand dürfte ihm schon klar gewesen sein, denn mein Großer war ja nicht der einzige Gast , es waren noch einige andere Jungs dabei ( ich kenne diese Jungs allesamt, sie gehen alle in die gleiche Klasse!)

Offensichtlich hat der Vater schon einige Tage und Wochen vorher immer zu verstehen gegeben,dass er M. nicht wünscht. Aber P. hat dazu bei seinem Vater wohl keine Stellung bezogen. Stattdessen hat er wohl gehofft ,es käme nicht heraus, dass M. auch eingeladen ist… es wurde dann so dargestellt, dass M. sich selbst eingeladen habe und er auf keinen Fall direkt persönlich von P. eingeladen wurde sondern wohl von gemeinsamen Freunden von der Einladung erfahren haben muss. Das hat meinen Sohn richtig empört, denn er sagt, so etwas würde er nie tun- und so habe ich ihn auch erzogen!
Der Vater hat die Jungs nur zum Lokal gefahren und sich dann wieder verabschiedet,aber eben vorher meinen Sohn erklärt ,er sei unerwünscht. Mein Sohn hat dann noch das Geschenk seinem Kumpel übergeben und dabei riskiert, Schläge zu kassieren, die ihm der Vater angedroht hat, falls er nicht geht ( mit Geschenk !). Allein dieses Niveau hat mich so schockiert, die Jungs gehen in 11. Gymnasium und die Eltern sind – wie wir -auch Akademiker!
Also ehrlich gesagt, habe ich mir die ganze Nacht Gedanken um den Freund gemacht, wie der wohl nun zuhause behandelt wird . Ich hoffe nur, dass er nicht mißhandelt wurde. Er hat ja nur verhindern wollen ,dass die Freundschaft zu unserem Sohn kaputt geht. Allerdings war das Mittel eher ungeschickt, aber sie sind ja erst 17 und 16. Nur bei einem erwachsenen Mann kann ich dieses Verhalten doch nicht tolerieren oder gar nicht das Gute suchen…

LG Astrid

    Franz Peter Mosa schreibt am 28. Januar 2013

    Liebe Astrid,

    der Vater hat P. immerhin bis zum heutigen Tag am Leben erhalten und Obdach geboten. Das ist eine gute Tat.
    Was sich hinter den Wänden abspielt lässt sich nur vermuten und entsprechend nicht ändern, vermutlich würde ich jedoch auch mit innerer Unruhe darauf reagieren ( ich meine zu diesem Thema hier einen Artikel entdeckt zu haben, stöbern Sie doch einmal) .

    Des weiteren steckt noch eine gute Sache im Verhalten des Vaters:
    Sie können durch diese negative Erfahrung Ihrem Sohn M. an die Thematik der Zwischenmenschlichkeit heran führen und gemeinsam an dieser Erfahrung wachsen.

    Machen Sie das Beste daraus.

    Viele Grüße
    Franz Peter Mosa

Alexandra schreibt am 28. Januar 2013

Also, ich würde mich über den Rempler je nach Stimmungslage mehr oder weniger ärgern. Wenn der Typ (falls ich mir sein Gesicht überhaupt gemerkt habe) dann mit seinen 2 Artikeln hinter mir an der Kasse trippelt lasse ich ihn wahrscheinlich trotzdem vor. Allerdings erst nachdem er mich angesprochen hat (wenn ich es eilig habe frage ich auch ob ich nach vorne darf) und nachdem er auf meinen Hinweis auf den Rempler auch mit Verständnis auf meinen Ärger reagiert. Ich muß keine Riesensache daraus machen, aber einen Heiligenschein muß ich mir auch nicht verdienen.

    martin l. schreibt am 28. Januar 2013

    Netter Hinweis mit dem Heiligenschein :)

martin l. schreibt am 28. Januar 2013

Tue Gutes und rede darüber! daran erinnert mich dieser Blog. also hier treffen sich die Gutmenschen und die , die es werden wollen…

Muss man krampfhaft in jedem Menschen das Gute suchen – selbst wenn er es nicht will – nur um selbst nicht verstehen zu müssen, dass andere (und ich selbst) auch mal schlecht sind?
Nur gute Menschen auf der Erde – das sind Träume vom Paradies. Und wenn ich schon bei diesem Beispiel bin, die Auslegung der Geschichte von Kain und Abel soll uns doch gerade diesen Dualismus zeigen.
Wenn man sich mal ein bißchen Gedanken macht, wird man darauf kommen, dass jeder von uns Kain sein kann und den andern im Streit vor den Kopf stößt, ungerecht behandelt, mißachtet, beleidigt.
Jeder und jede hier hat sicher schon mal etwas getan, das er/sie bedauert, also etwas “Böses”, und wenn es nur ne rote Ampel war.
Dann ist es an dem Gutmensch zu sehen, dass es auch in ihm steckt, nicht nur Gutmensch zu sein, sondern dass er/sie auch seine Schwächen hat, z.B. seine Mitmenschen vor den Kopf stößt.
Eine Schreiberin weiter oben hat den Trennungsbalken erwähnt, nachdem ausführlichst das Eimkaufsverhalten durchleuchtet wurde – das ist ein guter Ansatz: Leute , führt einen Trennungsbalken mit euch, um euch mal abgrenzen zu können!
in diesem Sinne, eine trennungsreiche Woche!
Martin L.

    Franz Peter Mosa schreibt am 28. Januar 2013

    Lieber Martin,

    danke für die sinnvolle Ergänzung zum Artikel und Ihren Kommentar.
    Sie unterstreichen auf eine schöne Art und Weise Grundregel Nummer 5.
    Es geht keinesfalls darum nur das Gute im Mitmenschen zu erkennen, eben das soll der Artikel nicht vermitteln. Und ich frage mich, welche Textpassagen Ihnen diesen Eindruck vermittelt haben. Können Sie mir das bitte mitteilen?!
    Im Mittelpunkt steht Verständnis und die Ausprägung von Einfühlungsvermögen.
    Denn auch wenn Sie gern mal ” schlecht” sind ( was ich toll finde, ich bin auch gern mal “schlecht” , wenn mich etwas richtig nervt) wollen Sie sicher dennoch von Ihren Mitmenschen akzeptiert und vor allen Dingen verstanden werden.
    Wir verlangen stets Akzeptanz und Verständnis für unser Verhalten und unsere Launen von unseren Mitmenschen. Wie man da hin kommt, ohne sich selbst zu übergehen erzählt der Artikel.

    Viele Grüße
    Franz Peter Mosa

Heike schreibt am 28. Januar 2013

Sehr geehrter Herr Mosa,

heute morgen habe ich Ihren Beitrag gelesen, mit gemischten Gefühlen.

Im Gruandsatz stimme ich Ihnen zu.
Ich kann und sollte mich stets um Verständnis für den amderem in SEINER Situation bemühen, das ist richtig.
Was MICH “nervt”, kann aus einem nachvollziehbaren Bedürfnis des anderen motiviert sein, für das ich durchaus Verständnis habe.
Und kann meine Haltung gegenüber seinem Verhalten verändern.

MEIN Credo ist, dass es keine “schlechten” Menschen gibt,
sehr wohl aber Menschen, die ich nicht verstehe.
UND ICH MUSS AUCH NICHT ALLE VERSTEHEN !

Es gibt einige wenige Menschen, die für ihre eigenen Handlungen, deren Folgen, und auch für (eingebildete) Selbstbeschränkungen anderen Mitmenschen direkt oder indirekt Schuld zuweisen (wollen) – ohne selbst ihre eigenen Anteile zu sehen, sehen zu wollen, oder geschweige denn, zu bewerten;
(sogar ihrem Mitmenschen bei üblicherweise positiv besetzten Handlungen negative Absichten unterstellen).

Dann ist aus meiner Sicht die Grenze erreicht, wo auch Neugier und das Bemühen, den anderen Menschen und seine ihn motivierenden Bedürfnisse entdecken und verstehen zu wollen, endet.

Wenn diese Grenze nicht beachtet wird, sind darüberhinausgehende Fragen nach dem Verstehen wollen ungesund, geistig wie emotional.

In diesen Fällen gilt Regel Nr. 1

Freundliche Grüße,
Heike

    Franz Peter Mosa schreibt am 28. Januar 2013

    Liebe Heike,

    ich habe einen Ergänzungsvorschlag zu Ihrem Credo:
    ” Es gibt keine schlechten Menschen, nur schlechte Beweggründe. ”

    Was halten Sie davon?

    Ihre Einstellung finde ich grundsätzlich gesund.
    Regel Nummer 1 ist da sicher hilfreich. Problematisch wird es für diejenigen, die mit eher schwierigen Menschen auskommen müssen.
    Etwa Partnerschaften, in denen eine Person einer Sucht verfallen ist oder eine Handlung begeht, die nicht den geschaffenen Beziehungsregeln entspricht.
    Dann muss, ganz gleich ob die Beziehung beendet wird oder nicht, der Partner in seiner Handlung zumindest verstanden werden.
    Andernfalls wird dieses Unverständnis auf andere Person verlagert oder führt unweigerlich zu ausweichenden Handlungen ( der betroffene Partner bleibt nach der Trennung Single)

    Viele Grüße

    Franz Peter Mosa

Joy schreibt am 28. Januar 2013

Auch ich bin seit langem schon der Meinung dass man gelegentlich schlecht handelnden Menschen gegenüber nicht voreingenommen sein sollte.
Dementsprechend versuche ich im Alltag immer wieder, tolerant zu denken und zu handeln. Aber ich kenne auch Zeitgenossen, die es sich offensichtlich zur Regel gemacht haben scheinen, dass man übergriffig werden muss um Respekt zu verdienen. Menschen, die es gewohnt sind, wegen jeder Lappalie laut zu werden, die oft rücksichtslos zu handeln, und zuvorkommende, hilfsbereite Menschen nicht achten sondern verachten.
Da findet man meist keine positive Logik hinter dem negativen Benehmen, die Ursache ist dann ganz simpel ein „Ich-bin-wichtiger-als du-Prinzip“…

    Franz Peter Mosa schreibt am 28. Januar 2013

    Lieber Joy,

    das Verhalten der von Ihnen beschriebenen Personen ist mir auch als
    ” etikettierende Reaktion” bekannt.
    Im Laufe eines Entwicklungsprozesses werden bestimmte Verhaltensweisen zunächst unterbunden und als schlecht abgewertet.
    Die betroffene Person beginnt sich im weiteren Verlauf damit zu identifizieren und schließt sich Gruppen an, denen es ähnlich geht.
    Innerhalb dieser Gruppen identifiziert man sich dann mit diesem Verhalten und es bilden sich Normen heraus die ein solches Verhalten sogar als Ehrung anheben.
    Kommt es infolge dessen zu weiteren Sanktionen durch die Umwelt, wird man quasi ausgezeichnet und ein positives Gefühl stellt sich ein.
    Traurig, aber wahr.

    Was Menschen angeht, die wegen jeder Lappalie herum schreien so kann ich dazu nur eines sagen:
    Es wird solange herum Schreier geben, solange es Menschen gibt, die ihnen beim schreien zuhören.
    Das heißt, solange der Schreier erfolgreich schreit, wird er sein Verhalten bei behalten.

    Viele Grüße
    Franz Peter Mosa

Irisa schreibt am 28. Januar 2013

Nun, ich glaube solch eine oder eine ähnliche Situation ist jedem schon mal passiert – ob nun im Supermarkt oder anderswo. Natürlich habe ich in dem Moment, wenn ich an der Kasse stehe und er hinter mir mit 2 Artikeln, 2 Bedürfnisse: 1. Ich möchte ihm helfen (in seiner Eile) und ihn vorlassen, weil ich genauso behandelt werden möchte. Und 2. ich möchte ihm das nicht einfach so zugestehen, weil ich ja ach so emphatisch bin. In diesem Fall sage ich lächelnd: ‘Junger Mann, wenn Sie’s eilig haben können Sie mich gerne fragen, ob ich Sie vorlasse!’ Und dann warte ich, ob er fragt. Sehr oft meinen Leute mit Helfersyndrom, ihren Mitmenschen mit einem Blick anzusehen, was Sie brauchen und wollen, was jetzt das Beste für sie ist. Damit verstoßen sie aber gegen das Gebot, sich selbst zu lieben und zu achten. Das spiegeln sie auch nach außen und fordern damit andere auf, es gleichzutun (liebe Claudiasofie). Immer nur auf andere Rücksicht nehmen und Bedarfsanalyse zu betreiben um daraufhin zu helfen und anderen den Weg zu ebnen, geht – für die eigene Person – nach hinten los. Es führt dazu, dass man einen großen Teil seiner Kraft nicht für sich selbst einsetzt und sich nach einiger Zeit ausgelaugt und ausgenutzt fühlt. Ein gesunder Egoismus ist für mich ganz wichtig!
Und wenn sich der junge Mann nicht zu einer netten Bitte durchringen kann, dann muss er eben warten. Aber wenn er mich fragt, kommt garantiert noch eine kleine nette Bemerkung und sowas macht uns allen das Leben noch ein bissel fröhlicher.

Vielen Dank für dieses Forum und Liebe Grüße von Iris

    Franz Peter Mosa schreibt am 28. Januar 2013

    Ein toller Beitrag.
    Vielen Dank
    Franz Peter Mosa

Mona schreibt am 28. Januar 2013

Auf Ihre Frage, lieber Franz-Peter Mosa, möchte ich Ihnen kurz antworten: Meine Schwester hatte zuletzt Kontakt mit mir beim Tod unserer Mutter. Dabei hat sie mich angeschrien und mir gesagt, daß sie mich hasse. WARUM aber weiß ich nicht. Sie hat auch meiner älteren Schwester verboten, mir die genaue Adresse in Las Palmas mitzuteilen.Alle Versuche meinerseits irgendwie Kontakte zu bekommen, sind gescheitert. Obwohl ich ihr längst verziehen habe, leide sehr unter dieser Situation und vor allem unter der Vorstellung, sie nie wieder zu sehen.

    Franz Peter Mosa schreibt am 29. Januar 2013

    Liebe Mona,

    bitte senden Sie Ihre Mail erneut. Durch einen Serverwechsel wurde sie leider gelöscht.

    Vielen Dank und Grüße
    Franz Peter Mosa

Franz Peter Mosa schreibt am 28. Januar 2013

Liebe Mona,

Sie schreiben das Ihre Schwester keinen Kontakt wünscht und im einen späteren Satz dann ” …obwohl ich ihr längst verziehen habe…”
Haben Sie Ihre Schwester denn auch verstanden?

Ihre Informationen sind immer noch sehr spärlich.
Sofern Sie nicht öffentlich schreiben möchten, nehmen Sie bitte auf anderen Weg Kontakt mit mir auf.

Viele Grüße
Franz Peter Mosa

Volker Specht schreibt am 29. Januar 2013

“Er hat nur zwei Produkte in der Hand und scheint es ziemlich eilig zu haben. Denn er tritt unruhig auf der Stelle.”

Da haben wir auch schon den wahrscheinlichen Grund für die “Unhöflichkeit”! Er hat das Anrempeln in der Eile möglicherweise gar nicht bemerkt. Und das Anrempeln war auf keinen Fall ein ANGRIFF!

Wenn ich bemerke, dass Jemand hinter mir nur einige Teile in der Hand hat, lasse ich ihn selbstverständlich vor. Wenn ich in der Schlange stehe, macht mir das Warten sogar Spaß. Ich kann Menschen beobachten oder sogar mit ihnen in’s Gespäch kommen und sie Anlächeln.

Volker Specht

dirk rehm schreibt am 29. Januar 2013

Ich arbeite im sicherheitsdienst, veranstaltubgsschutz bei konzerten und ähnlichem, und muss sagen man kommt mit schwierigen Menschen viel leichter voran, wenn man statt zu schimpfen oder dominant zu dirigieren eine persönliche ebene aufbaut. Ich mache das in dem ich mich egal in welcher situation, sei es ein aufrührer oder ein betrunkener schläger, mit meinem namen vorstelle. Hallo, ich bin der Dirk, wie heißt du ?…….und dann stelle ich die zweite Frage: Findest du es in ordnung wie du dich gerade allen andren gegenüber verhälst? Ich bin doch sehr freundlich zu dir gewesen und habe dir den eintritt gewährt, und jetzt fällst du mir in den rücken, das ist nicht wirklich okay, was ist denn los?…oder… Ich gehe davon aus dass du eine intelligente person bist, und jetzt so ein verhalten, ?……meistens ist dann eine schwierige situation ohne rauswurf regelbar und das verhalten der person ändert sich von frust und wut in verständniss und es ist überhaupt kein thema dass derjenige sich bei andren entschuldigt und oder den schaden reguliert. Sein verhalten reflektiert und projeziert sich dann automatisch auf die andren menschen im raum. Ich selbst habe eine hypnose basis ausbildung und gelernt diverse suggestionstechniken im realen leben anzuwenden. Gerade Bei offenen gefühlszuständen von fremden menschen gibt es immer einen grund für das verhalten. Mein motto lautet daher….anerkennen statt urteilen,denn meckern ist soviel leichter als heilen aber nur heilung und anerkennung schafft frieden…verzeihen heißt, gelebtes vergeben…..

Etwaige rechtschreibfehler dürfen gerne behalten werden, ich schrieb diesen beitrag vom tablet, und verzichte deshalb gerne auf groß und kleinschreibung,…denke das ist okay…

Liebe grüße, euer dirk

    Franz Peter Mosa schreibt am 29. Januar 2013

    Und das Du das im wahren Leben wirklich so machst kann ich Aufgrund meiner Erfahrungen mit Dir auch gerne bestätigen.

    Danke für Deinen Beitrag Dirk.

    Viele Grüße
    Franz

Mike schreibt am 31. Januar 2013

Der Artikel hat mir sehr gut gefallen und auch die vielen verschiedenen Kommentare dazu.
Ich bin leider ein Mensch der recht schnell sauer wird wenn mich jemand “anrempelt” oder “unfreundlich” zu mir ist und reagiere entsprechend darauf, meist recht laut.
Durch den obigen Artikel angespornt werde ich in Zukunft einfach gelassener und wie ich gerade vorher in einem anderen Artikel gelesen habe mehr “Achtsamkeit” in diese Situationen legen. Danke
LG
Mike

    Franz Peter Mosa schreibt am 31. Januar 2013

    Danke für Ihren Kommentar.
    Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Entdeckung dieser neuen Lebenserfahrung.

    Franz Peter Mosa

Katharina schreibt am 3. Februar 2013

Ich habe den Artikel gelesen und viele Kommentare, einigen kann ich davon mehr zustimmen als dem, was Sie schreiben Herr Mosa; ich finde das, was Sie sagen einfach nicht alltagstauglich, wer hat schon so viel Zeit und nach einem anstrengenden Tag sich Gedanken über einen Fremden an der Kasse zu machen und auch noch Neugierde zu entwickeln seine Bewegründe kennenzulernen, um das sogenannte Positive zu entdecken? Ich habe nicht nur schlechte Alltagserfahrungen gemacht , sondern auch so schlimme Erlebnisse mit Menschen gehabet, die mich traumatisiert haben, obwohl ich immer an das Gute im Menschen geglaubt habe. Aber auf diesem Hintergrund und dem Wissen, dass es Menschen gibt , wie ein Bericht im WDR 3 Fernsehen vor einer Weile zeigte, die als Kind von ihrem Vater mehrfach missbraucht worden sind und auch noch seinen KOT essen mussten, kann ich nicht mehr glauben , dass in jedem Menschen etwas Gutes ist, dieser Mann ist immer noch in der geschlossenen Psychatrie, weil er immer noch sehr gefährlich ist, ich hoffe, er kommt niemals frei, ich jedenfalls möchte ihm an gar keiner Supermarktkasse begegnen. Ich rege mich innerlich über Ihren Artikel auf , Herr Mosa, auch Ihre Antwort für Astrid zu dem Erlebnis Ihres Sohnes, finde ich kaum psychologisch fundiert, von der manipulativen Technik des NLP halte ich gar nichts, ich habe auch Seminare besucht. Was die Einkäufe im Aldi betrifft, so kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass es wichtig ist ersteinmal tief Luft zu holen und dann erspüren, ob man etwas sagen möchte oder nicht, aber motzen ist nicht gut, wenn man selbst in friedlicher Stimmung ist, dann reicht eine freundliche Geste und läßt den Rempler vor o. man sagt einen humorvollen Satz, Humor schützt vor Angriffen und tut einem selbst gut, aber ich finde es ist auch erlaubt, wenn man einen schlechten Tag hatte, auch mal ein bischen motzen zu dürfen, schließlich ist man ja auch nur ein Mensch. Ich habe mir Jetzt 20 Jahre viele Gedanken zu und über die Menschen gemacht, ich habe mir die Zeit genommen und bin dadurch bewußter und erwachsen geworden und muß eher aufpassen, dass ich nicht zu viel reflektiere. Aber ich habe daraus viel gelernt, deshalb empfinde ich was Sie sagen Herr Mosa, verzeihen Sie , wenn ich so direkt bin, als Laberei, die nicht wirklich durchdacht ist.
Ich möchte Allen, die meinen Kommentar gelesen haben noch ein Gedicht von Hans Kruppa mit auf ihren Weg zum nächsten Einkauf geben:
JEDER MEINT ES NUR GUT

Man müsste von Zeit zu Zeit
einen Tag einlegen,
an dem man sich besußt macht,
dass jeder, der uns begegnet,
es nur gut mit uns meint.
Der Verkäufer, der uns zu wenig Wechselgeld herausgibt,
will bloß unsere Aufmerksamkeit schärfen.
Der Autofahrer, der uns schneidet,
möchte nur unser Reaktionsvermögen schulen.
Der Taschendieb, der uns
um unser Portemonnaie erleichtert,
ist so nett, uns an die Unbeständigkeit
irdischer Güter zu erinnern.
Und all die Menschen, die uns mißmutige,
unfreundliche Gesichter zeigen,
bemühen sich uneigennützig darum,
uns als abschreckende Beispiele zu dienen.

Mir hilft das Gesicht immer wieder mal , wenn Blödes oder Schäbiges im Alltag passiert ist, es besänftigt mich, beruhigt und kann manchmal auch ein Lächeln hervorzaubern.

Danke für Eure Aufmerksamkeit und danke Herr Moser, dass sie etwas angestoßen haben.

Katharina

    Franz Peter Mosa schreibt am 3. Februar 2013

    “Ein Mann tötet einen anderen, und die Menschen bezeichnen ihn als Mörder, doch wenn es der Emir ist, der ihn daraufhin töten lässt, nennt man ihn einen gerechten Richter. ” ( Khalil Gibran)

    Da Ihnen Gedichte anscheinend eine gute Stütze sind, öffne ich hier gerne meine Antwort mit einem Zitat von Khalil Gibran.
    Eine tolle Wahrheit die er da vermittelt oder?

    Vielen Dank für Ihren Kommentar Katharina.
    Ich stolpere leider über Ihre Kritik zum NLP, denn das ist doch eine starke Verallgemeinerung, die, wenn das für Sie in Ordnung ist, ja auch ok ist. Allerdings finde ich in Ihrem Text viele suggestive und hypnotische Sätze, die sich so oder ähnlich auch in den (eher manipulativen Teil des NLP wieder finden) . Aber aus diesem Grund haben Sie ja nicht kommentiert.
    Sie haben kommentiert, wenn ich Sie richtig verstanden habe, um mit zu teilen, das Ihnen dieser Artikel nichts nützt. Ebenso wenig psychisch kranken Menschen. Ich hoffe ich liege da richtig.
    Sollte dem so sein bin ich Ihnen sehr Dankbar für die Unterstreichung dieser Tatsache.
    Der Artikel wurde nicht für psychisch Kranke geschrieben, sondern für gesunde Menschen, die Ihr Miteinander verbessern möchten und ein wenig mehr Glück und Liebe in ihren Alltag empfinden möchten.
    Das kleine Beispiel im Supermarkt ist ein kleiner Auszug aus unserem Alltag. Und um ehrlich zu sein, wem es schon zu anstrengend ist, seinen Mitmenschen zu zu hören und sich Zeit zu nehmen ihn zu verstehen, der wird wohl hier und da anecken, Streiten, Probleme haben. Wer Lust darauf hat, soll sich diese Dinge des Lebens gönnen, andere Menschen haben vielleicht weniger Interesse daran, für diese Menschen ist der Artikel geschrieben.
    Ausserdem Frage ich mich, wievielen psychisch Kranken ich schon an der Supermarkt- Kasse begegnet bin?
    In der letzten Woche genau einen: Und den habe ich selbst in die Psychiatrie gebracht.

    Ebenso habe ich lange Zeit mit Vergewaltigern als auch mit vergewaltigten Personen ( Kindern! ) gearbeitet und ich frage mich, was Sie mir mitteilen wollen?
    Auch diese Menschen haben ein Leben!
    Im Artikel geht es um ein Miteinander und nicht um ein Gegeneinander. Um einen Alltag und nicht um einen Einzelfall. Und eben dazu soll er auch anregen, das negative als Detail zu erkennen und die Fähigkeit zu entwickeln aktiv zu zu hören und sich in seine Mitmenschen ein zu fühlen. Denn wir müssen Miteinander leben!

    Wenn Sie über die Dinge einfach lachen und Sie mit Humor betrachten, ist das dann eigentlich ehrlich gegenüber sich selbst und Ihrer Umwelt?

    Viele Grüße.

    Franz Peter Mosa

Franz Peter Mosa schreibt am 3. Februar 2013

Den wichtigsten Punkt habe ich aber vergessen:

Ändere die Dinge die Du ändern kannst und lass die Dinge ziehen, die Du nicht ändern kannst.
An einer Doku aus dem wdr kann ich NICHTS ändern.
Aber aktiv werden kann ich in meinem direkten Umfeld und ( viel wichtiger) bei mir selbst.

In diesem Sinne. Abermals viele Grüße.
Franz Peter Mosa