Wege zur Selbsterkenntnis: Tarot & Co
Von Tania Konnerth
Das Kartenlegen ist für viele Menschen mit kopftuchtragenden Wahrseherinnen auf Jahrmärkten verbunden, gehört in die Ecke “Esoterik” oder ist sogar “Humbug”. Das ist schade, denn Kartensets wie z.B. das Tarot können ein sehr hilfreiches Instrument zur Selbsterkenntnis sein.
Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie Kartensets ganz praktisch für sich nutzen können.
Die Sache mit dem Wahrsagen
In diesem Artikel geht es nicht darum, wie aus den Karten die Zukunft abgelesen werden kann. Wir folgen hier Evelin Bürger und Johannes Fiebig, die in ihrem Buch Tarot: Spiegel der Erfahrungen folgendes schreiben:
“Um es als Orakel zu gebrauchen, ist das Tarot viel zu schade! Man kann es natürlich versuchen. So wie man vielleicht eine Bratpfanne nimmt, um einen Nagel in die Wand zu schlagen, oder wie man sich auch Bücher kaufen kann, um darin kleine Pflanzen trockenzupressen. Wer jede Tarot-Karte in zwei, drei Stichwörtern zusammenfasst oder eine Auslage danach bewertet, wie viele “gute” oder “schlechte” Karten darin enthalten seien, der oder die braucht im Grunde überhaupt kein Tarot. Ihm oder ihr würden auch ein paar Loszettel oder Textkärtchen mit aufgedruckten Begriffen der Warnung, des Trostes, der Ermunterung usw. genügen.”
Das gilt eigentlich für alle Kartensets. Wirklich gewinnbringend ist es nämlich, die Karten als Möglichkeit zu sehen, über sich selbst nachzudenken.
Kartensets bieten hilfreiche Gedankenanstöße
Kartenlegesets bieten Ihnen vor allem Denkanstöße. Wenn wir uns auf eine Themen- oder Fragestellung konzentrieren und in einem kleinen Ritual aus einem verdeckten Stapel einige Karten ziehen und diese dann deuten, finden wir Zugang zu unserer Intuition. Am rein rationalen Denken vorbei können wir so auf Aspekte aufmerksam werden, die uns zuvor entgangen sind. Neue Fragen tauchen auf, wir sehen Zusammenhänge plötzlich anders und finden zu neuen Ideen und Lösungsansätzen.
Karten zeigen Symbole
Kartenlegesets beinhalten vielfältigste Symbole, die stellvertretend für Gefühle, Situationen oder auch Ereignisse stehen. Je nach Ursprung und Kultur werden die Symbole auf unterschiedlichste Art und Weise dargestellt. So gibt es neben den klassischen Tarotkarten inzwischen auch viele andere Kartenlege-Sets. Schauen Sie doch einmal welche Ihnen persönlich am meisten liegen und Ihnen den Zugang in die Welt der Symbole am leichtesten machen.
Komplexe Deutungen
Kartenlegesets haben oft sehr komplexe und vielfältige Bilder, in denen auch die kleinen Elemente symbolträchtig sind. Achten Sie z.B. auf eine Pflanze, die am Kartenrand wächst, einen winzigen Vogel, der am Horizont zu sehen ist, ein Liebespaar als Schattenriss und ähnliches. Genau in diesen Details können sich wertvolle Denkanstöße verbergen, die die Hauptaussage einer Karte z.T. auch vollkommen verändern können.
Beispiel:
Im Tarot gibt es eine Karte mit dem Titel “Der Tod”. Diese Karte wirkt auf die meisten Menschen sehr bedrohlich. Aber dort sind z.B. in der klassischen Variante des Rider-Waite-Tarots rechts unten zwei Kinder zu erkennen, von denen das eine einen Strauß Blumen in der Hand hält. Wer diese Kinder sieht, kommt auf vollkommen andere Deutungsmöglichkeiten der Karte als derjenige, der nur das grausige Skelett erkennt.
Auch hier entscheidet vor allem unser Fokus darüber, wie wir die Welt (der Karten) sehen.
Mut zur individuellen Deutung
Tipp
Sie können die Karten auch sehr gut als Inspiration z.B. zum Schreiben oder für entspannende Phantasiereisen nutzen.
Die meisten Symbole haben allgemeingültige Bedeutungen, so wie z.B. ein Herz für Liebe steht oder ein Skelett für Tod. Diese Bedeutungen können uns eine erste Orientierung geben. Viel entscheidender ist aber, ein Symbol ganz individuell und persönlich zu deuten. So kann ein Herz für den einen z.B. auch für Gefühl allgemein stehen oder ein Skelett für das Ende einer schwierigen Situation.
Lassen Sie sich Deutungen nie vorgeben, sondern fragen Sie sich immer selbst, was Ihnen an Assoziationen zu einem Symbol in den Kopf kommt – dann finden Sie viel über sich selbst heraus.





