Ich wünsch mir mehr Disziplin!

disziplin

Wer kennt das nicht: Zuerst geht man mit regelrechtem Feuereifer an ein Projekt, Ziel oder Vorhaben heran. Nach dem ersten viel versprechenden Start lässt der Elan allerdings oft nach und die anstehenden Aufgaben werden vor sich hergeschoben oder nur noch halbherzig erledigt.

Kein Wunder, dass sich viele Menschen da mehr Selbstdisziplin wünschen! Sie auch?

Hier finden Sie zunächst einige Infos und Denkanstöße darüber, was Disziplin eigentlich ist und was uns das Disziplinhalten so schwer macht, denn das Wissen darüber erleichtert es, wirkungsvolle Strategien zu entwickeln. Im Anschluss haben wir dann noch einige praktische Tipps für Sie, wie Sie sich in Zukunft etwas besser disziplinieren können.

Für viele ist “Disziplin” nicht gerade etwas Positives. Ihnen kommen Assoziationen wie

  • Militärdrill,
  • Kadavergehorsam,
  • Anstrengung,
  • kein Spaß,
  • Strenge,
  • Härte,
  • Strafen
  • usw.

in den Sinn. Geht es Ihnen ähnlich? Dann ist es an der Zeit, den Begriff einmal neu zu definieren.

Was genau ist eigentlich “Disziplin”?

Im Duden-Wörterbuch kann man u.a. Folgendes lesen:

“Disziplin ist das Beherrschen des eigenen Willens,
der eigenen Gefühle und Neigungen, um etwas zu erreichen.”

Das ist doch schon einmal eine sehr gute Ausgangsbasis. Hier geht es zwar auch um das “Beherrschen”, also schon um etwas eher “Hartes” – wichtig ist aber der Zusatz “um etwas zu erreichen“.

Disziplin ist also nichts, was allumfassend sein muss, sondern wir können punktgenau diszipliniert sein, wenn wir z.B. ein Ziel erreichen oder ein Projekt beenden wollen.

Disziplin hat etwas mit Macht zu tun

Zur Disziplin kann man von außen gezwungen werden und zwar von Menschen, die in einer machtvollen Position sind, wie z.B. Lehrer, Vorgesetzte o.ä.

Wer in seiner Kindheit erlebt hat, welche Folgen es haben kann, nicht diszipliniert zu sein, hat sich als Erwachsener vielleicht irgendwann entschieden, sich von niemanden mehr etwas sagen zu lassen. Auch wer einen strengen Vorgesetzten hat, der pingeligst auf Disziplin wert legt, kann das Wort nicht mehr hören.

Hierzu ein möglicherweise neuer Gedanke: Selbstdisziplin hat etwas mit Ihrer Macht zu tun! Es geht also in der Quintessenz um das, was man freien Willen nennen kann:

“Der freie Wille besteht nicht in der Freiheit,
das zu tun, was man tun möchte,
sondern in der Kraft, das zu tun, was getan werden muss,
auch wenn es uns innerlich widerstrebt.”

George MacDonald

Oder anders ausgedrückt:

Kurz nachgefragt: Wann haben Sie sich zuletzt so richtig in Ihrer Mitte gefühlt? Wann waren Sie das letzte Mal mit sich und der Welt komplett im Reinen? Unser Projekt: Belastendes loslassen hilft Ihnen, Ihren inneren Frieden wiederzufinden.

“Who is driving the bus?” (“Wer ist eigentlich der Busfahrer?”)

Richard Bandler

Selbstdisziplin heißt, Macht über sich selbst zu haben

In dem Gedanken, dass Selbstdisziplin ein Zeichen von Macht ist, die wir über uns selbst haben, liegt ein entscheidender Schlüssel dazu, in Zukunft disziplinierter zu sein: Je klarer wir uns machen, dass wir das Thema “Disziplin” für uns selbst angehen, desto leichter wird es uns fallen, hier etwas Entscheidendes zu verändern und vielleicht einige der praktischen Tipps auszuprobieren, die wir im zweiten Teil dieses Artikels anbieten.

Schauen wir aber zuvor noch kurz auf die Ursachen mangelnder Selbstdisziplin.

Was es uns schwer macht, diszipliniert zu sein

Eigentlich kann uns alles von der Aufgabe ablenken, die wir uns gerade vorgenommen haben! Ob das nun die Blumen sind, die mal wieder gegossen werden müssen oder ob es das Kopierpapier, was nachgelegt werden muss, ob wir unbedingt schauen müssen, ob wir neue Emails haben oder… oder… oder…

Dass wir uns so leicht ablenken lassen, kann ganz unterschiedliche Ursachen haben, wie z.B.:

  • fehlende Motivation / Anreize
  • fehlender Sinn
  • Trotz
  • anderes ist wichtiger oder angenehmer,
  • innere, unbewusste Widerstände
  • u.ä.

Und es gibt noch einen Aspekt, der bei diesem Thema häufig übersehen wird, der aber nicht zu unterschätzen ist: Nämlich die Tatsache, dass in uns allen verschiedene Stimmen oder wie man es auch nennen kann, verschiedene Persönlichkeitsanteile wirken, die sich gegenseitig regelrecht “aushebeln” können:

 

Beispiel

Sie wissen, dass Sie mal wieder zum Zahnarzt müssten. Ein “vernünftiger” Teil in Ihnen weiß, dass es besser ist, nicht so lange zu warten, bis Sie Zahnschmerzen haben, sondern lieber schon jetzt zu gehen. Dieser Teil in Ihnen hat viele gute Gründe und rationale Argumente. Und doch gehen Sie nicht. Denn es gibt da noch einen Teil in Ihnen und der hat Angst vorm Zahnarzt. Alle noch so guten Gründe können ihn nicht überzeugen. Er blockt.

Nicht immer kann man solche internen Interessenkonflikte selbst erkennen oder lösen. Denken Sie aber das nächste Mal, wenn Sie sich selbst von etwas abhalten, an das Modell der inneren Teile und spüren Sie nach, wer da in Ihnen was genau empfindet. Hierauf einmal genauer zu achten, kann neue Wege aufzeigen.

Im Folgenden finden Sie nun fünf praktische Tipps für mehr Selbstdisziplin.

 

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Kommentare

lilifee schreibt am 26. Juli 2012

Ich finde,dass Selbstdisziplin mir auch Freiheit schenkt.
Habe ich eine Aufgabe erledigt,habe ich Zeit für Dinge die mir Spass machen.
Ich muß nicht mehr das schlechte Gewissen haben,dass ich eine Aufgabe noch nicht erledigt habe und habe auch nicht mehr den Zeitdruck.
Ich bin frei für Dinge die mir Spass machen.

sonnige Grüße aus NRW

lilifee

Michaela schreibt am 26. Juli 2012

Leider laufen oftmals so viele unbewusste Programme, so dass es schwierig scheint, diese Selbstdisziplin jemals zu erreichen.

Aber auch diese unbewussten Programme, Ängste und Muster lassen sich “umprogrammieren” und die alten Verknüpfungen kann man entfernen.

Das geht nicht unbedingt von heute auf morgen und manchmal erfordert die Suche danach Hartnäckigkeit und Ausdauer.

Aber wenn man einmal von der “Macht” genascht hat, die Selbstdisziplin mit sich bringt, dann motiviert das auch, dran zu bleiben.
Mit jedem Schritt, den man “trotzdem” geht wird der nächste Schritt leichter.
Und man weiß, dass es die ersten (vielleicht sehr harten) Schritte wert war.

Viele Grüße
Michaela