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Wie coache ich mich selbst? Schritte 4 + 5 (Seite 3 von 3)

Am Anfang eines neuen Vorhabens sind wir fast immer “Feuer und Flamme” und wir glauben fest daran, dass diese Begeisterung für den Rest unseres Coachingprojekts anhalten wird. Die Wirklichkeit sieht leider oft etwas anders aus: Sobald die erste Begeisterung nachlässt, vergessen wir oft auch unser Coachingprojekt schnell. Das Dumme ist nur, dass sich ja der Grund für unser Vorhaben meistens nicht erledigt hat, weswegen wir unser Selbstcoachingprojekt in Angriff genommen haben…

Schritt 4: Planen Sie Ihre Durchhaltestrategie

Tipp

Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Selbstmotivation.

Was uns hier hilft, ist bereits im Vorfeld eine Durchhaltestrategie zu planen und uns zu überlegen, wie wir trotz Unlust, Bequemlichkeit, Rückschlägen und fehlender Selbstdisziplin weiter an unserem Selbstcoaching dranbleiben und es erfolgreich zum Abschluss bringen können.

Bestandteile Ihrer Durchhaltestrategie können sein:

Erinnern Sie sich immer wieder selbst an das, was Sie tun und lassen wollen

Oft vergessen wir ganz einfach, was wir uns vorgenommen haben. Wenn sich etwas anderes in den Vordergrund drängt, dann beschäftigen wir uns erst einmal damit. So gerät unser Coachingziel schnell aus unseren Augen. Uns selbst immer wieder an unser Ziel zu erinnern, ist ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor für die tatsächliche Umsetzung.

Was wir also brauchen, sind Möglichkeiten, uns selbst daran zu erinnern, was wir uns vorgenommen haben. Drei Möglichkeiten dazu sind:

Kleine Haftzettel

Sie kennen bestimmt diese kleinen gelben Haftzettel (z.B. PostIt-Notes). Diese eignen sich sehr gut dazu, sich selbst an das eigene Coachingziel zu erinnern. Nehmen Sie sich einfach 5-10 dieser Haftzettel und schreiben Ihr Coachingziel darauf. Dann verteilen Sie diese Haftzettel an Orten in Ihrer Wohnung oder Ihrem Büro, wo Sie oft darüber stolpern. So erinnern Sie sich selbst an Ihr Coachingziel.

Extra-Tipp: Verändern Sie ruhig öfters mal die Orte, wo Sie Ihre Haftzettel ankleben, denn wir neigen dazu Dinge zu übersehen, an die wir uns gewöhnt haben und bei den Haftzetteln ist es genauso, wenn diese immer an der gleichen Stelle kleben.

Ein Wecker oder eine Zeitschaltuhr

Auch eine gute Möglichkeit, sich selbst an das eigene Coachingziel zu erinnern, ist ein Wecker oder eine Eieruhr. Stellen Sie sich Ihren Wecker auf die Zeit, wo Sie an Ihrem Coachingziel arbeiten wollen, dann können Sie es nicht vergessen.

Auch eine Zeitschaltuhr kann Ihnen bei der Umsetzung Ihres Coachingziels helfen. Wenn Sie sich z.B. daran erinnern wollen, alle 30 Minuten von Ihrem Bürostuhl aufzustehen, ein paar Schritte zu laufen und sich zu strecken, dann stellen Sie sich die Zeitschaltuhr auf 30 Minuten und lassen sich so erinnern.

Lassen Sie sich erinnern

Auch Freunde, Bekannte, Familienmitglieder oder Kollegen können Sie bitten, Sie regelmäßig an Ihre Coachingziele zu erinnern. Das hat sogar noch den Nebeneffekt, dass Ihr Coachingziel noch eine größere Verbindlichkeit bekommt, wenn Sie anderen davon erzählen und diese mit einbeziehen.

Es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten, wie Sie sich selbst an Ihr Coachingziel erinnern können. Welche Möglichkeiten fallen Ihnen ein?

Lenken Sie den Fokus immer wieder auf die Wichtigkeit Ihres Coachingziels

Wenn wir eine Weile an unserem Coachingziel gearbeitet haben und die ein oder die andere Schwierigkeit aufgetaucht ist, dann verschiebt sich oft unser Blick auf unser Ziel. Die Schwierigkeiten drängen sich in den Vordergrund und erscheinen deshalb plötzlich gewichtiger, als die Gründe, wegen derer wir unser Vorhaben begonnen haben.

Deswegen ist es sehr wichtig, sich immer wieder die ursprünglichen Gründe für das Coachingziel klarzumachen – und das am besten sogar täglich, damit die emotionale Verbindung zu Ihrem Ziel nicht abreißt und im Alltag untergeht.

Fragen Sie sich doch einmal:

Und wenn Sie die Antworten auf diese Fragen gefunden haben, dann schreiben Sie diese bitte auch auf Ihr Coaching-Blatt. Dann haben Sie alles auf einen Blick, nämlich

Schaffen Sie sich eine Umgebung, die das Erreichen Ihres Coachingziels begünstigt

Unsere Umgebung beeinflusst, wie einfach es uns fällt, an unserem Coachingziel dranzubleiben. Wenn Sie abnehmen wollen, und Ihr Kühlschrank ist nur mit kalorienarmen Lebensmitteln gefüllt, dann hilft Ihnen das dabei, standhaft zu bleiben (während Ihnen ein gut gefüllter Kühlschrank mit Kalorienbomben die Sache schwerer macht). Und wenn jeden Morgen die Sporttruppe um 8:00 Uhr bei Ihnen klingelt, um Sie zum Walken abzuholen, dann stellt sich die Frage gar nicht, ob Sie heute Sport treiben oder nicht.

Oft können wir unsere Umgebung so organisieren, dass sie unser Coachingziel begünstigt und wir können sie aber genauso so organisieren, dass sie unser Coachingziel behindert.

Ihre Aufgabe ist jetzt, schon im Vorfeld Ihre Umgebung so zu gestalten, dass Sie es möglichst einfach haben, an Ihrem Coachingziel dran zu bleiben. Das geht natürlich nicht immer, aber erstaunlich oft.

Dazu wieder einige Fragen für Sie:

Und dann müssen Sie natürlich die Erkenntnisse aus diesen Fragen noch in Ihr Leben einbauen.

Schritt 5: Fangen Sie an und bleiben Sie dran

Tipp

Lesen Sie auch unseren Artikel zum Thema Aufschieberitis.

Bisher war alles nur Planung, aber jetzt geht es wirklich los. Fangen Sie an, Ihren Coachingplan in die Tat umzusetzen.

Nehmen Sie sich Ihren Coachingplan vor und schauen Sie, was der erste Schritt ist, den Sie unter 10% eingetragen haben. Fangen Sie mit diesem Schritt jetzt gleich an. Schmieden Sie das Eisen, solange es noch heiß ist. Der beste Zeitpunkt etwas zu beginnen, ist immer jetzt.

Also los :-)

Eines dabei ist wirklich wichtig: Fangen Sie auch wirklich nur mit den 10% an. Beginnen Sie klein und steigern Sie sich. Und bleiben Sie vor allem dran. Anfangen allein hilft nichts. Das ist zwar auch wichtig, aber noch wichtiger ist, dass Sie durchhalten und sich schrittweise von den 10% bis zu den 80% oder sogar bis zu den 100% bewegen. Gehen Sie kleine, aber stetige Schritte in Richtung auf Ihren nächsten Schritt in Ihrem Coachingplan. Markieren Sie dort auch, auf welcher Stufe Sie sich gerade befinden. So können Sie Ihre Erfolge messen.

Kalkulieren Sie auch Rückschläge mit ein. Das ist ganz normal. Das gehört einfach dazu. Wichtig ist nur, dass Sie bei einem Rückschlag nicht aufgeben, sondern einfach weitermachen.

Behalten Sie bitte immer im Hinterkopf, dass erreichte 50% besser sind, als 0%. Schauen Sie immer auf das, was Sie bereits geschafft und nicht auf das, was Sie noch nicht geschafft haben.

Noch ein Hinweis: Wenn Sie im Schritt 5 merken, dass Sie Schwierigkeiten haben anzufangen, dann ist wahrscheinlich Ihr Coachingziel zu hoch gesteckt. Dann kann es Sinn machen, Ihr Coachingziel zu überarbeiten oder die ersten 10% Ihres Coachingplans noch bescheidener festzulegen.

Zusammenfassung

Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung der Schritte.

Das sind 5 einfache Schritte, mit den Sie sich selbst coachen können. Viel Erfolg mit Ihrem Projekt.

Literaturtipp