Bergauf mit Rückenwind (Kelly McGonigal)

Bergauf mit Rückenwind

„Bergauf mit Rückenwind: Willenskraft effizient einsetzen“ – von Dr. Kelly McGonigal – München: Goldmann Verlag, 2012 – 336 S. – ISBN: 978-3-44217287-0 – 8,99 €

Jeder Mensch verliert manchmal den Kampf mit seinem inneren Schweinehund. In Momenten der Schwäche reicht unsere Willenskraft einfach nicht aus. Ob es dabei um schlechte Angewohnheiten geht, die wir aufgeben wollen (wie das Rauchen oder das Naschen), oder um gute Verhaltensweisen, die wir uns angewöhnen möchten (wie z. B. regelmäßig Sport zu treiben). Manchmal wird jeder schwach und nascht, raucht oder bleibt lieber auf der Couch. Viele Menschen fühlen sich deshalb als Versager, die vom Leben einfach nicht mit genügend Willenskraft ausgestattet wurden. Willenskraft ist aber sehr wichtig, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Doch warum verlieren wir eigentlich die Beherrschung, obwohl wir uns ein Ziel fest vorgenommen haben?

Dr. Kelly McGonigal unterrichtet Psychologie an der Stanford-Universität und beschäftigt sich mit genau solchen Fragen. Sie hält Vorlesungen über die Willenskraft.

Aus den hilfreichsten Studien und den mit ihren Studenten in Versuchen gesammelten praktischen Erfahrungen hat sie ein einzigartiges Buch gemacht: „Bergauf mit Rückenwind“.

Darin fasst sie in allgemein verständlicher Sprache zusammen, was der aktuelle Stand der Wissenschaft zum Thema Willenskraft ist. Außerdem vermittelt sie in ihrem Buch, wie Willenskraft funktioniert und warum sie manchmal nicht funktioniert. Aber auch wie man sie schulen und erfolgreich für sich einsetzen kann, lässt sich hier nachlesen.

Dies sind die einzelnen Kapitel im Überblick:

  1. Was Willenskraft ist, und warum wir sie brauchen
  2. Warum der Widerstand gegen die Sahnetorte angeboren ist
  3. Selbstregulation gleicht einem Muskel
  4. Warum Moral zur Falle werden kann
  5. Warum wir Wünsche mit Erfüllung verwechseln
  6. Warum wir schwach werden, wenn wir uns schlecht fühlen
  7. Die Ökonomie der sofortigen Befriedigung
  8. Warum Willenskraft ansteckend wirkt
  9. Die Grenzen des „Ich werde nicht …“

Dabei ist das Buch für den Leser wirklich sehr lehrreich und auch enorm nutzbringend. Denn Kelly McGonigal versteht es sehr gut, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in alltagstaugliche Strategien und Verhaltensweisen zu übersetzen. Obendrein macht sie einen direkten Sprung von der Theorie in die Praxis, indem sie am Ende von jedem Kapitel praktische Übungen anbietet. Der Leser wird dabei aktiv dazu eingeladen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse an sich selbst auszuprobieren und seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Die Aufgaben sind alle leicht umsetzbar und spannend gestaltet, so dass man beim Lesen schon mit Vorfreude auf das Ende eines Kapitels hinarbeitet, um eine neue Übung kennen zu lernen.

Fazit: 

Nur die wenigsten Ratgeber, die ich bisher gelesen habe, konnten wissenschaftlich fundiertes und geballtes Wissen so praxistauglich und mit so viel Leichtigkeit rüberbringen. Für mich ist „Bergauf mit Rückenwind“ daher ein Grundlagenwerk für jeden, der seine Willenskraft stärken möchte.

Und wenn ich 6 Sterne vergeben könnte, würde ich das für „Bergauf mit Rückenwind“ bedenkenlos tun :-)

Bewertung:

PunktPunktPunktPunktPunkt

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Kommentare

Alexander Schwarz schreibt am 28. Januar 2013

Hallo Mathias,

dem stimme ich uneingeschränkt zu, das ist definitiv eines von ganz wenigen 6-Sterne-Büchern.

Menschen, die sich mit der Veränderung bestimmter Verhaltensweisen schwer tun, werden hier vielversprechende und anwendbare Anregungen finden.

LG, Alexander

Uschi Göth schreibt am 2. Februar 2013

Kann mich nur anschließen. Ich habe einen großen Teil der versammelten “Schweinehund-Literatur” gelesen, alles, was mir zum Thema Aufschieberitis in die Hände fiel – aber so gut erkärt hat noch kein Buch die zugrundeliegenden Strategien des Gehirns.

Lilia Weizel schreibt am 6. Februar 2013

Das Buch ist wirklich gut. Ein Stern würde ich trotzdem abziehen, da ich die deutsche Übersetzung nicht so gut finde. Hatte Möglichkeit vier Kapitel russischer Übersetzung zu lesen und zu vergleichen. Wer keine Probleme mit Englisch hat, dem würde ich vielleicht empfehlen das Original zu lesen.