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Was tun bei schlechter Laune? - Teil 1

Von Tania KonnerthEin Kommentar

grimmig

Es gibt wohl kaum jemanden, der nicht auch hin und wieder mal schlechte Laune hat. So eine handfeste miese Stimmung ist also vollkommen menschlich. Aber leider fühlt sich schlechte Laune nicht wirklich gut an – und wenn sie auch noch anhält, wird es meist auch für unsere Umgebung unangenehm. Gut, die meisten Verstimmungen gehen auch von allein vorbei, aber manche sind hartnäckiger oder kommen häufig wieder.

Wie geht man nun am besten damit um? Ablenken, wegdrängen oder ausleben?

Eine klare Antwort auf diese Frage haben wir nicht, dafür aber einige Tipps und Denkanstöße dafür, was Sie bei Schlechte-Laune-Attacken tun können. Schauen Sie doch einmal, ob etwas für Sie dabei ist.

Der erste Schritt: Gestehen Sie sich ein, schlechte Laune zu haben

Schlechte Laune haben und sich selbst einzugestehen, schlecht gelaunt zu sein, sind meist zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Sicher haben Sie auch schon öfter erlebt, dass jemand einen anderen anmotzt: “Ich habe überhaupt keine schlechte Laune!” und sein Tonfall und Gesichtsausdruck den Sprecher sofort Lügen strafen.

Der Satz “Du hast wohl schlechte Laune, was?” kann uns, wenn wir schlecht gelaunt sind, regelrecht auf die Palme bringen. Wir sind vielleicht etwas gereizt, aber gleich von schlechter Laune zu reden, ist ja wohl übertrieben. Es geht auch niemanden was an und uns darauf anzusprechen, ist eine Frechheit. Wird ja wohl mal erlaubt sein, nicht immer nur strahlend durch die Welt zu laufen, oder?

So und ähnlich reagieren wir, wenn wir auf unsere Laune angesprochen werden.

Tatsächlich ist es nämlich gar nicht so leicht, sich selbst seine schlechte Laune zuzugestehen. Wie bereits eingangs geschrieben, ist mal schlechte Laune zu haben, menschlich und an sich kein Problem. In unserer Spaßgesellschaft wollen aber die meisten immer gut drauf sein bzw. erwarten es auch voneinander. Schlechte Laune ist schließlich anstrengend und unangenehm und man zeigt damit in gewisser Weise eine Schwäche.

Lösen Sie sich von diesen Gedanken und sagen Sie einmal zu sich selbst: “Ok, ich habe jetzt schlechte Laune.” Einfach so als neutralen Satz, ohne Entschuldigung und ohne Beschwichtigung und auch ohne zu dramatisieren.

Es wird Sie erleichtern.

Und dann: Informieren Sie die anderen über Ihre Missstimmung

Schlechte Laune ist vor allem auch für unser Umfeld unangenehm – dann z.B., wenn wir andere anmotzen oder gar verletzen. So kann unsere schlechte Laune schnell ansteckend wie ein Virus werden und sie verbreitet sich, ohne dass wir es wollen.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir den Menschen, die zum Zeitpunkt unserer schlechten Laune um uns herum sind, einfach kurz sagen, dass wir heute etwas muffelig sind und dass sie uns doch bitte ein bisschen in Ruhe lassen sollen.

Nun gibt es sicher einige Menschen, die damit nicht gut umgehen können, die meisten aber werden Verständnis haben und unsere Reaktionen zumindest etwas besser einschätzen können.

Am besten sagen Sie den anderen, was Sie sich von ihnen wünschen, also z.B. für einen Moment allein sein zu können oder dass der andere keine Fragen stellt u.ä. Das macht es Ihrem Gegenüber leichter, Sie nicht ungewollt zu provozieren.

Dritter Schritt: Treffen Sie eine Entscheidung

Wenn Sie sich Ihre schlechte Laune eingestanden und dafür gesorgt haben, dass die Menschen um Sie herum, Ihr Verhalten besser verstehen, können Sie sich nun überlegen,

Sich selbst die Chance zu geben, zu entscheiden, ob man für eine Zeitlang muffelig bleiben will oder nicht, bringt ein aktives Element in die Situation. Schlechte Laune kommt zwar manchmal ungefragt, aber wir sind ihr nicht hilflos ausgeliefert. Wir haben immer eine Wahl.

Sowohl die Stimmung auszuleben, als auch sie zu verändern, kann je nach Situation sinnvoll sein, es gibt hier also kein “richtig oder falsch”. Die meisten Menschen werden spontan wohl lieber die schlechte Laune in eine gute umwandeln wollen. So verständlich der Wunsch ist, sich schnell wieder besser zu fühlen, so wichtig ist es aber, sich darüber hinaus klarzumachen, dass auch unsere miesen Stimmungen zu uns gehören und wichtig sind.

Oft ist es sehr sinnvoll, auch mal schlechte Stimmungen zuzulassen. Schlechte Laune kommt oft scheinbar grundlos wie aus heiterem Himmel. Tatsächlich aber hat sie in der Regel einen Grund. Nur sind die tieferen Gründe von Missstimmungen gar nicht so leicht zu erkennen. Indem wir die schlechte Laune überhaupt erst einmal annehmen und zulassen, erhalten wir die Möglichkeit, ihre Wurzeln zu entdecken. Auf diese Weise können wir unter Umständen eine ganze Menge über uns erfahren.

Ideen für die schlechte Laune und dagegen

Wie auch immer Sie sich in Ihrer Situation entscheiden – im Folgenden finden Sie nun noch eine Reihe von Tipps, was Sie ganz praktisch tun können, um entweder Ihre Laune auszuleben oder aber sie zu verändern.

  1. Mirko D. Walter schreibt am 24. November 2011 um 07:26

    Sehr guter Artikel. Ergänzend dazu eine kleine Anmerkung.

    Wir alle kennen das, dass wir beispielsweise im Auto schon mal gerne (verbal) ausrasten könnten. Oft unterdrücken wir es und "reißen uns zusammen". Das soll aber angeblich überhaupt nicht gut sein. Psychologen sagen schon länger, dass diese Herangehensweise im Grunde nur den eigenen Stress verstärkt und dieses Hineinfressen dazu führen kann, dass es irgendwann zu viel wird und wir komplett überreagieren. Sinnvoller sei es, wenn wir dem Wut/Ärger unmittelbar Luft machen.

    Der Effekt ist, dass wir dann unterm Strich angemessener reagieren (d.h. wir meckern kurz, reden uns aber nicht in Rage), weniger eigenen Stress empfinden (d.h. wir haken es ab) und die Situation damit im Grunde sogar entschärfen (d.h. wir verhindern eine Eskalation). Klingt zunächst mal paradox, oder?