Für ein aktives Leben brauchen Sie Kraft
Von Tania Konnerth
Ja, es ist richtig: für ein aktives Leben brauchen wir Kraft. Aber auch für ein Opferdasein brauchen Sie Kraft – das wird oft übersehen.
Reicht meine Kraft?
Viele Menschen glauben, nicht genug Kraft zu haben, um ihr Leben zu verändern. Sie geben an, zu viel zu tun zu haben und schon jetzt vollkommen ausgelastet und gestresst zu sein. Viele fühlen sich selbst schwach. Und wie neidvoll schauen sie dann oft zu den Menschen auf, die die nötige Kraft zu haben scheinen, um ihr Leben aktiv zu gestalten. Vielleicht sagen wir Ihnen nun etwas Neues: Auch Sie haben genug Kraft in sich, um zu erreichen, was Sie wollen!
Wir haben enorme Kraftreserven
Wir verfügen in der Regel über unglaublich viel Kraft. Wieviel Energie und Power in uns steckt, zeigt sich immer dann, wenn ein Mensch etwas findet, für das es sich aus seiner subjektiven Sicht zu kämpfen lohnt – z.B. um den Lebenspartner in einer Krise, das Hab und Gut bei einer Naturkatastrophe, den Job oder was auch immer. Wenn uns etwas sinnvoll erscheint, ist es uns oft einen großen Aufwand wert. Und wenn wir etwas erreichen wollen, können wir ungeahnte Kräfte mobilisieren.
Wofür verwenden Sie Ihre Kräfte?
Gerade die Menschen, die von sich selbst denken, nicht genug Kraft zu haben, verfügen teilweise über enorme Kraftreserven. Diese verwenden sie aber oft dazu, sich selbst negativ zu programmieren. Sie können sich mit einer unglaublichen Energie und Kraft einreden, dies oder das nicht zu können und zu dumm oder zu unfähig für dies oder jenes zu sein. Sie sind voller Energie, wenn es darum geht, Schlechtes zu sehen, etwas Negatives an sich selbst zu finden oder auch, sich gegen etwas Neues zu wehren, das ihnen möglicherweise gut tun könnte. Wofür verwenden Sie Ihre Kraft? Für die positiven oder für die negativen Dinge in Ihrem Leben?
Wo sind Ihre Kraftfresser?
Es ist sehr wichtig, sich einmal klarzumachen, wofür wir eigentlich unsere Energien verwenden. Es gibt viele Kraftfresser in unserem Leben. Wir lassen es immer wieder zu, dass wir dort Kraft verlieren. Kraftfresser können zum Beispiel Personen sein, mit denen Sie immer wieder über die gleichen Dinge streiten, ohne dass sich je etwas verändert. Oder Menschen, die alle Sorgen bei Ihnen abladen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, wie Sie sich fühlen. Kraftfresser können aber vor allem auch wir selbst sein, in dem wir uns selbst schaden, z.B. durch einen überhohen Anspruch oder durch andauernde Kritik an uns selbst.
Überlegen Sie sich sorgfältig, wo Sie Kraft und Energie investieren
Negative, frustrierende und aussichtslose Vorhaben kosten uns viel Energie. Vielleicht haben wir gute Gründe, unsere Kraft dort zu investieren. Dann muss uns aber immer auch klar sein, dass wir diese Kraft von irgendwo anders her aufladen müssen. Es lohnt sich einmal zu überlegen, wofür wir unsere Kräfte einsetzen und wo wir neue Energien sammeln können.
Übung
Schreiben Sie einmal alle Bereiche in Ihrem Leben auf, für die Sie Kraft und Energie brauchen. Schreiben Sie aber nicht nur negative Aspekte auf, sondern auch die Bereiche, die Sie lieben, aber die Sie dennoch Kraft kosten. Beispiele für solche Bereiche: Ihre Arbeit, die Erziehung Ihrer Kinder, Ihre pflegebedürftige Mutter oder die Freundin, die Ihnen regelmäßig ihre Probleme mit ihrem Mann erzählt.
Schreiben Sie dann auf, woraus Sie überall Kraft ziehen. Das kann z.B. ein erfüllendes Hobby sein, oder das Lachen Ihrer Kinder, die Liebe zu Ihrem Lebenspartner usw. Sie können hier möglicherweise auch einige der Bereiche aufschreiben, die Sie Kraft kosten, denn manchmal bekommen wir auch sehr viel aus den Situationen die uns Kraft kosten.
Schauen Sie nun, ob in Bezug auf Ihre Kraft ein ungefähres Gleichgewicht in Ihrem Leben herrscht. Finden Sie genug Kraft, um all die Energie für die ersten Aktivitäten zu bekommen? Überprüfen Sie auch, ob sich der Kraftaufwand für Sie subjektiv als gerechtfertigt erscheint oder ob Sie ihn vielleicht für bestimmte Bereiche reduzieren möchten. Vielleicht stellen Sie auch fest, dass es an der Zeit ist, einen besonders kraftfressenden Aspekt in Ihrem Leben zu verändern?
Ist ein aktives, positives Leben schwerer?
Tipp
Schreiben Sie einmal all das auf, worüber Sie sich in Ihrem Leben freuen können. Ergänzen Sie diese Liste immer weiter, wenn Ihnen etwas Neues einfällt. Wenn es Ihnen dann wieder einmal so erscheint, als gäbe es überwiegend Negatives in Ihrem Leben, schauen Sie einfach auf diese Liste. Dann geht es Ihnen sicher schon ein ganzes Stück besser. Es gibt so viele schöne Dinge in unserem Leben. Wir vergessen sie nur allzu leicht.
Vielen Menschen fällt es offenbar leichter, ihren Blick mehr auf die negativen Dinge im Leben zu richten als auf die positiven. Viele von uns investieren eine Menge Kraft und Energie in aufreibende und tendenziell selbstzerstörerische Vorhaben, statt das eigene Leben nach den persönlichen Bedürfnissen und Wünschen zu gestalten. Da stellt sich doch die Frage, ob ein positives und aktives Leben vielleicht schwerer ist als ein Leben mit dem Fokus auf den negativen Dingen. Wer aber kann dafür auch nur einen vernünftigen Grund nennen? Die Vermutung liegt nahe, dass wir dieses Verhalten in der Vergangenheit gelernt haben und einfach daran gewöhnt sind. Gewohnheiten aufzugeben, fällt uns oft schwer.
Den inneren Schweinehund überwinden
Wenn Sie sich vornehmen, mehr Gewicht auf die positiven Dinge im Leben zu legen, gilt folgendes: Das Schwierigste bei allen Aktivitäten ist es, überhaupt erst zu beginnen. Egal ob das ein Spaziergang ist oder unser Vorhaben, mehr Sport zu treiben, eine Bürgerinitiative zu gründen oder unser Lebensziel zu verwirklichen. Bei all dem müssen wir immer zuerst einfach nur beginnen. Anfangen. Loslegen. Am besten heute. Dafür müssen wir uns selbst motivieren. Und das jeden Tag neu. Immer wieder geht es darum, morgens nicht einfach im Bett liegen zu blieben (real und im übertragenden Sinn), sondern aufzustehen und aktiv zu leben.
Gönnen Sie sich Auszeiten
Verlangen Sie aber von sich selbst nicht, ständig perfekt zu funktionieren. Sie können nicht jeden Tag dieselbe Energie, Leistungsfähigkeit oder Aktivität erreichen. Seien Sie nachsichtig mit sich, wenn Sie in Ihrem Elan einmal etwas nachlassen. Gönnen Sie sich dann Ruhezeiten und geben Sie sich die Möglichkeit zum Rückzug. Es gibt viele Dinge, die Sie tun können, um sich zu erholen, wenn Ihre Kräfte nachlassen. Seien Sie gut zu sich selbst.
Fokus umlenken und Energien neu einsetzen
Tipp
Sie könnten z.B. immer wieder zu sich selbst sagen, dass Sie so viel Kraft haben, wie Sie brauchen: “Ich habe alle Kraft, die ich benötige.”
Das kostet nicht viel Kraft und durch eine solche Autosuggestion lenken Sie die Energie weg vom Negativen hin zum Positiven.
Gerade in Zeiten, in denen wir wenig Kraft haben, ist unser Fokus oft auch ständig auf alles Negative gerichtet und dadurch rauben wir uns selbst zusätzliche Kräfte. Wir müssen ständig nur noch daran denken, nicht genug Kraft zu haben und so zieht das weitere Energien. Mit unserer inneren Einstellung können wir uns selbst aber entscheidend unterstützen.
Wie wäre es z.B., einfach mal ein bisschen Kraft von dem negativen Denken hin zu dem motivierenden und aufbauenden Denken zu lenken? Wie wäre es, ein bisschen Kraft dafür zu verwenden, gut zu uns selbst zu sein und uns selbst Mut und Hoffnung zu machen?




