Glaubenssätze: Nur weil Sie etwas glauben, muss es nicht auch wahr sein!

Glaubenssaetze

Unsere Glaubenssätze, also die “Wahrheiten”, von denen wir fest überzeugt sind, prägen uns, unser Denken, Fühlen und Handeln. Wir übersehen dabei oft nur eines: Wenn wir etwas glauben, dann ist das nur eine mögliche Sicht der Dinge und eben nicht die Wahrheit.

Die Sache mit den Glaubenssätzen

Glaubenssätze sind Meinungen und Überzeugungen, die wir uns aus bestimmten Erlebnissen oder Erfahrungen gebildet haben oder die wir von anderen Menschen übernommen haben. Typische Glaubenssätze sind z.B.:

  • “Andere wollen dich immer übers Ohr hauen.”
  • “Geld macht arrogant.”
  • “Männer können nicht treu sein.
  • “Frauen können nicht sachlich bleiben.”
  • “Ich bin nicht liebenswert.”
  • u.ä.

An diesen Beispielen können Sie erkennen, dass Glaubenssätze sehr häufig Verallgemeinerungen sind, die etwas in Stein meißeln, das so gar nicht immer zutreffen muss. Damit machen wir uns das Leben oft schwer, denn wir verschließen uns vor der Möglichkeit, andere, vielleicht viel positivere Erfahrungen zu machen.

Warum bilden wir uns Glaubenssätze?

Glaubenssätze und Überzeugungen geben uns Halt und ein Gefühl von Sicherheit. Sie sind für viele Menschen wir ein Geländer, an dem man sich entlang hangeln kann und das uns vor Enttäuschungen schützt.

Tatsächlich aber können genau diese Überzeugungen einen großen Teil dazu beitragen, dass wir immer wieder Schmerzen und Enttäuschungen erleben, da wir selbst durch unsere Erwartungshaltung oft genau solche Situationen anziehen, in denen wir uns in unserem Glaubenssatz wieder bestätigt sehen.

Alles nur Zufall?

Vielleicht kennen Sie das ja von sich selbst oder auch von anderen Menschen, dass wir oft genau das anziehen, von dem wir überzeugt sind:

  • Da lernt genau die Frau, die überzeugt davon ist, dass kein Mann es je mit ihr ernst meint, immer nur solche Männer kennen, die sie dann auch wirklich schlecht behandeln.
  • Da wird genau dem Mann die Brieftasche von einem
  • Teenie gestohlen, der der Überzeugung ist, dass die Jugend von heute verdorben ist.
  • Da wird genau der Mitarbeiter gekündigt, der schon immer sagt, dass es ihn als Ersten trifft, wenn Stellen abgebaut werden.
  • u.ä.

Alles Zufall?

Was wir glauben, muss nicht wahr sein…

Eigentlich steckt es ja bereits im Wort: Es heißt schließlich Glauben-ssätze und nicht Wahrheit-ssätze o.ä. Aber dennoch stellen Glaubenssätze für die meisten von uns eine unverrückbare Tatsache dar, mit denen wir es uns aber oft viel schwerer als nötig machen.

Es ist nämlich möglich, unsere Glaubenssätze zu ändern, wenn sie uns nicht gut tun. Je eher Sie damit beginnen, Ihre Überzeugungen einfach einmal vorsichtig zu hinterfragen, desto leichter wird es für Sie, sich von Glaubenssätzen zu lösen, die Ihnen nicht gut tun. Im Folgenden finden Sie dafür einige praktische Tipps.

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Kommentare

Bernd schreibt am 25. September 2011

Es ist schwer diese Glaubenssätze zu verändern. Wenn ich erkenne das ich meinen bisherigen Weg verändern will auf dem Weg dahin aber diese Sätze wieder zuschlagen, komme ich mir vor wie bei einer Sisyphusarbeit.

    Petra schreibt am 25. September 2011

    Ja, das stimmt. Dieser Eindruck kann entstehen. Doch anders als bei Sisyphus ist diese Arbeit nicht umsonst. Wenn die Glaubenssätze erst einmal erkannt sind, habe ich die Chance etwas daran zu ändern. Dabei ist natürlich auch Geduld gefragt ;).
    Wie bei der Geschichte vom Frosch, der einen hohen Turm erklettern wollte und dies auch begann. Doch auf dem Weg gab es viele andere Frösche, die sagten: Das schaffst du nicht. Doch der Frosch kletterte weiter. Dies erregte das Interesse von noch mehr Fröschen und alle sagten: Das schaffst du nicht! Doch der Frosch kletterte weiter…
    Zum Schluss stellte sich heraus, das der Frosch taub war.

    Man darf sich eben nicht von seinem Ziel abbringen lassen.

    Viele Grüße
    Petra

    Bianca schreibt am 26. September 2011

    ….das ist natürlich auch wieder ein Glaubenssatz und der geht natürlich in Erfüllung, wenn man ihn nur oft genug denkt und nur dieses Ergebnis erwartet. Also bedarf es der Umprogrammierung und des Loslassen von Glaubsenssätzen, also der Tatsache, dass es passieren darf, dass es ganz leicht ist. Warum wir es immer schwer haben wollen und leiden wollen, das müssen wir uns natürlich auch erst einemal beantworten. Dann hört das auch auf. Jeder hat da seine ganz eigene Antwort einer Erfahrung nach.

Angelika Fleckenstein schreibt am 25. September 2011

Ich liebe “The Work”! Mir hat es schon oft geholfen, uralte Glaubenssätze, die sich schädlich in meinem Leben auswirken, zu verändern. Hat man sie einmal in Frage gestellt, passiert etwas in meinem Innern. Ich nenne das den “hey, Moment mal!”-Impuls. Er bremst und setzt mich erstmal hin, dass ich genau hingucke, was ich denke, fühle und dann tun würde – “normalerweise”. Aber indem ich meine Glaubenssätze auf einen Prüfstand stelle, beginnt die Veränderung schon zu wirken.
Ich kann nur jedem sagen: DIESE Sisyphus-Arbeit ist jeder Mühe wert!

Herzliche Grüße
Angelika

Monika schreibt am 25. September 2011

Hallo zusammen,
ich finde Glaubenssätze praktisch, es wäre einfach zu umständlich, sich zu jeder Situation tiefschürfende Gedanken zu machen. Scheinbar negative Glaubenssätze sind manchmal zu unserem Schutz, wenn ich z.B. etwas unbedingt erreichen will und den positiven Glaubenssatz habe, ich schaffe alles, was ich mir vornehme, kann das u.U. zuviel sein. Seit ich zum ersten Mal einen Glaubennsatz in Frage gestellt habe, kann ich davon gar nicht genug bekommen. Wenn man viele destruktive, entmutigende und kleinmachende Glaubenssätze in jungen Jahrn erhalten hat, können diese sehr lebens- und freudeeinschränkend sein, ein Leben lang, deshalb rentiert sich die Beschäftigung damit. Mir hat jeder über Bord geworfene mich einschränkende Glaubenssatz mehr Seelenruhe gebracht, mehr Lebensfreude und mehr Mut, auch wenn manche sehr beharrlich waren und es doch erheblicher Energie bedurfte, um sie zu verabschieden. Was den Abschied manchmal sehr erleichtert, ist die Frage danach, von wem diese stammen.
ein schönes Wochenende
wüsncht Monika

    Sebastian schreibt am 25. September 2011

    ich glaube, dass das in Frage stellen der Glaubenssätze der zentrale Punkt ist. Wie bereits Angelika geschrieben hat, passiert alleine dadurch schon etwas. Vorausgesetzt man betrachtet seine Glaubenssätze erst einmal. Betrachtet, was für Gefühle und Gedanken bei diesen hoch kommen. Alles ist legitim und sollte nicht unterdrückt oder verdrängt werden. Ich glaube es ist erst einmal wichtig, sich selbst mit seinen bisherigen Glaubenssätzen zu akzeptieren. Danach kann Veränderung entstehen, jedoch sollte diese nicht als absolutes Ziel verstanden werden. Wenn man sich aufmerksam selbst betrachtet, wird Veränderung von selbst da sein. Eine Sache, die wie ich glaube, entschlossen (jedoch frei von jeglichem Zwang) angepackt werden sollte.