Einfach gelassener sein!?
Von Ralf Senftleben • Ein Kommentar
Kennen Sie auch Menschen, neben denen eine Bombe einschlagen kann und die trotzdem noch lächeln und vollkommen ruhig bleiben? Menschen, die scheinbar nichts erschüttern kann!
Solche Menschen geraten nicht in Panik und regen sich erst recht nicht über Kleinigkeiten auf. Sie gehen souverän und entspannt mit Problemen um und strahlen eine innere Sicherheit aus. Was diese Menschen haben ist etwas, was den meisten von uns fehlt: Gelassenheit.
Der Nutzen der Gelassenheit
Wünschen Sie sich nicht auch, im Alltag und Beruf gelassener zu sein? Die Vorstellung, gelassen und entspannt die Klippen des täglichen Lebens zu umschiffen, ist ja auch wirklich attraktiv. Gelassenheit steigert nicht nur unsere Lebensqualität, sondern ist auch noch gesund, da sich gelassene Menschen viel weniger stressen lassen. Gelassene Menschen treffen auch die besseren Entscheidungen, weil sie sich selbst nicht so schnell unter Druck setzen, sondern ruhig bleiben und so keine vorschnellen Entscheidungen fällen. Außerdem sind sie oft erfolgreicher als andere, weil sie ihre Probleme mit Abstand und objektiver betrachten können und so schneller konstruktivere und bessere Lösungen finden.
Gelassenheit kann man erreichen!
Wie ist das aber nun ganz praktisch mit der Gelassenheit? Ist das eine angeborene Eigenschaft oder können wir lernen, mehr Gelassenheit in unser Leben zu bringen? Beides stimmt wohl: Zu einem gewissen Teil ist die Fähigkeit zu Gelassenheit persönlichkeits- und typbedingt, aber Gelassenheit lässt sich auch ein ganzes Stück weit erlernen und trainieren.
Gelassenheit ist neben der Persönlichkeit im wesentlichen eine Frage Ihrer Grundeinstellung. Es geht hier zu einem großen Teil um “eine persönliche (Lebens-) Philosophie”. Aber welche Einstellungen helfen uns dabei, mehr Gelassenheit zu erreichen?
Ein weiser Spruch
Vielleicht kennen Sie den Spruch von Reinhold Niebuhr, der auch bei den Anonymen Alkoholikern verwendet wird? Hier ist er in leicht abgewandelter Form:
“Ich wünsche mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen,
die ich nicht ändern kann;
den Mut,
Dinge zu ändern,
die ich ändern kann;
und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.”
In diesem Spruch finden sich die drei Hauptelemente der Gelassenheit:
- Das hinnehmen, was nicht zu ändern ist!
- Das ändern, was zu ändern ist!
- Und erkennen, was ich hinnehmen muss und was
- ich ändern kann!
Aber das ist alles gar nicht so einfach!
Leider gehören diese drei Elemente mit zum Schwierigsten überhaupt. Die meisten Menschen finden sich zwar mit unendlich vielen Dingen ab, die sie stören, unzufrieden oder unglücklich machen – die aber bei einer genaueren Betrachtung änderbar wären. Gleichzeitig sind sie nicht oder kaum in der Lage, solche Dinge anzunehmen, die wirklich nicht zu ändern sind. Das eine ist also wirklich gar nicht so leicht vom anderen zu unterscheiden!
Was wir beeinflussen können, ist für jeden unterschiedlich
Unsere Einflussmöglichkeiten sind individuell sehr verschieden. Z.T. werden sie durch unseren Beruf, unser Einkommen, unsere Kontakte u.ä. bestimmt. Aber auch unsere inneren Einstellungen und Glaubenssätze, unsere körperliche und seelische Energie, unser Wissen und unserer persönlicher Entwicklungstand spielen hier eine große Rolle.
Tatsächlich aber können wir alle meist viel mehr von dem ändern, was uns nicht gut tut, als die meisten glauben. Wir sehen uns viel zu schnell als Opfer oder “Spielball des Schicksals” und versäumen unsere Chancen, unser Leben so zu gestalten, dass wir glücklich sind. Aber auch hier geht es darum, sorgsam auszuwählen, was geändert werden soll – denn alles auf einmal kann niemand von uns verändern.
Fragen Sie sich doch einmal systematisch:
- Was regt mich immer wieder auf?
- Kann ich das beeinflussen?
- Wenn nein – wer oder was kann es beeinflussen und wie habe ich auf denjenigen oder dasjenige Einfluss?
- Wenn ja – was konkret kann ich tun?
Solche Gedanken sollten Sie am besten schriftlich machen und das auch immer wieder, denn die Antworten auf diese Fragen können sich immer wieder verändern.
Was wir einfach nur annehmen können
Du kannst die Brandung nicht aufhalten, aber du kannst surfen lernen.
anonym
Es gibt immer wieder auch ein paar Sachen, auf die wir keinen Einfluss haben – zumindest nicht auf die Sache selbst.
Dazu gehören z.B.:
- das Wetter (lachen Sie nicht – das Wetter ist sicherlich eine der Sachen, über die sich die meisten Leute fast permanent aufregen!),
- plötzliche Todes- oder Unfälle,
- feststehende Entscheidungen anderer Menschen
- u.ä.
Bei solchen Ereignissen gilt es, anzunehmen, was kommt und das Beste daraus zu machen und damit leben zu lernen.
Der Schlüssel zur Gelassenheit
Der Schlüssel zur Gelassenheit ist ein liebevoller Blick auf sich selbst und auf alles um einen herum. Wer die Welt, die Menschen und sich selbst mit einer liebevollen Einstellung anschaut, kann leichter geduldig sein und auch gelassener. Es geht um ein inneres Vertrauen, um Zuversicht, Optimismus und um das kleine Wörtchen “Ja”. Es geht darum, anzunehmen, was kommt, das Leben zu bejahen, das eigene Schicksal als Aufgabe und nicht als Bürde zu sehen. Gelassenheit entsteht aus der Liebe zum Leben und zu anderen Menschen.
Für alle, die neben solch eher philosophischen Gedanken auch ein paar “handfeste” und praktische Ratschläge suchen, haben wir hier noch 5 Tipps für mehr Gelassenheit für Sie.






Sehr geehrter Herr Senftleben,
ich danke Ihnen vom ganzen Herzen für diesen Artikel!!! Ich steckte seit rund 8 Wochen in schwierigen Problemen, die ich zwar zum größten Teil lösen konnte, aber es hat mich unglaublich viel emotionale und körperliche Energie gekostet. Ich habe mir Ihren Artikel kopiert und will beim nächsten Problem so vorgehen...:-), denn ich habe das Vetrauen, dass es mir helfen wird, da ich Ihre bodenständigen Tipps sehr zu schätzen gelernt habe. Nochmals ganz herzlichen Dank dafür!!!
Mit freundlichen Grüßen
Christiane Knaupe