Sonderfall: Virtuelle Erfolgsteams
Ursprünglich ist das Erfolgsteam als ein “reales” Team konzipiert, das sich regelmäßig trifft. Allerdings kam uns schnell die Idee für ein “virtuelles” Erfolgsteam. Wir selbst haben mit einem solchen Erfolgsteam bereits Erfahrungen gemacht und halten die Idee für vielversprechend.
Die Idee des virtuellen Erfolgsteams
Für viele Menschen ist es schwierig, Zeit für regelmäßige Teamtreffen zu finden, da möglicherweise einiges an Anreise nötig ist. Dann scheuen sie vielleicht schon im Vorfeld den Aufwand. Und so viele Vorteile persönliche Treffen auch haben, so gestaltet sich manchmal die enge persönliche Zusammenarbeit unter Umständen auch sehr schwierig. Angesichts dieser Erkenntnisse und mit dem Wissen über vielen Möglichkeiten der neuen Medien haben wir die Idee des “virtuellen Erfolgsteams” entwickelt. Hier sind keine realen Treffen vorgesehen, sondern die Kommunikation, Hilfestellungen, Tipps und der Austausch erfolgen per eMail und auf einem geschlossenen Diskussionsforum im Internet.
Kommunikation per Email - Das Schreiben von Emails ist vor allem für die alltägliche Kommunikation gedacht – für schnelle Anfragen zwischendurch, für Hilferufe, Ratschläge, Tipps oder kürzere Mitteilungen über Erfolge oder Schwierigkeiten. Alle im Team sollten alle paar Tage in ihre Mailbox schauen und die Emails aus dem Erfolgsteam lesen und ggf. beantworten. Damit die Emails immer an alle verschickt werden, sollten die Teammitglieder beim Email-Verschicken entweder einen Verteiler einrichten, so dass die Emails, die man schreibt automatisch an alle gehen oder alle Mitglieder als Kopie-Empfänger (Cc) eintragen, was den gleichen Effekt hat. Es ist natürlich auch möglich, eine Mailingliste im Internet für das Erfolgsteam einzurichten.
Kommunikation auf dem Team-Nachrichtenbrett - Eine zusätzliche Möglichkeit ist die Kommunikation über ein web-gestütztes Diskussionsforum. Hierbei muss man wegen der Wahrung der Privatsphäre der Mitglieder ein Diskussionsforum verwenden, dass durch ein Passwort geschützt ist und auf das nur die autorisierten Teammitgliedern Zugriff haben. Dieses Nachrichtenbrett soll die regelmäßigen Treffen ersetzen. Hier berichtet jeder im Team alle ein oder zwei Wochen über die Erfolge, Fortschritte und Schwierigkeiten. So erhält das Team eine Art Dokumentation der Entwicklung. Hier kann auch jede/r jederzeit nachlesen, was die Ziele der anderen waren und welche Schritte der eine oder andere schon mit welchen Resultaten ausprobiert hat.
Weitere Medien - Natürlich können auch die anderen Medien, wie Telefon oder Fax genutzt werden oder es treffen sich auch mal Teammitglieder persönlich. In diesem Fall sollte davon die Zusammenfassung / Quintessenz für alle veröffentlicht werden, damit alle mitreden können und nicht den Anschluss verlieren.
Vor- und Nachteile eines virtuellen Erfolgsteams
In einem virtuellen Team wird die gewisse Anonymität mit der die Teammitglieder zusammenkommen in mancher Hinsicht die Sache leichter machen und in mancherlei vielleicht auch schwerer.
Die Vorteile des virtuellen Erfolgsteams sind:
- Die Tatsache, dass in einem virtuellen Erfolgsteam Menschen zusammenkommen, die sich in der Regel alle nicht persönlich kennen, gewährleistet, dass die Informationen und Äußerungen nicht “schaden”, weil mit den Informationen keiner wirklich was anfangen kann. So können viele Menschen sicher freier und ungehemmter über sich schreiben.
- Im Team gibt es keine “Vorgeschichten” miteinander, was einen unverkrampften Umgang miteinander erleichtern kann.
- Die Teammitglieder beschränken sich nicht mehr nur auf den engen Kreis der eigenen räumlichen Umgebung, sondern können theoretisch überall auf der Welt sitzen.
Nachteile, oder besser gesagt Herausforderungen, sind:
- Dass die Mitglieder sich wahrscheinlich nicht persönlich kennen und treffen fordert von allen ein höheres Maß an Commitment (Verbindlichkeit und Engagement) und Selbstdisziplin, sich ohne den Druck von regelmäßigen Treffen, mit den Zielen der anderen zu beschäftigen.
- Die virtuelle Kommunikation erfordert einiges an Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl, denn manchmal wirkt das geschriebene Wort viel härter als das gesprochene. Hier müssen alle Teammitglieder darauf achten, z.B. bei Missverständnissen oder Worten, die jemandem zu hart erscheinen, das sofort anzusprechen und sich gegenseitig mitzuteilen, wie die Worte bei den anderen ankommen. Hilfreich für die Kommunikation im Team sind die sogenannten “Emoticons”, um z.B. eine Aussage zu relativieren.
- Einige Beispiele für Emoticons. Bitte drehen Sie den Kopf schräg, um die Emoticons korrekt zu betrachten:
Freundlich lächelnd, aufmunternd.
Ich bin traurig oder verärgert.
Ironie: Das ist nicht so gemeint, wie es da steht! %-) Ich bin verwirrt :´-( Mir kommen die Tränen
Eine Liste solcher Emoticons sollte zu Beginn allen Teammitgliedern zur Verfügung gestellt werden.
Eines steht fest: auch ein virtuelles Erfolgsteam macht Arbeit!
In einer Sache unterscheidet sich ein virtuelles Erfolgsteam in nichts von einem realen Team: Auch für ein virtuelles Erfolgsteam ist eine Menge Einsatzbereitschaft und Zeit notwendig. In der Anfangszeit sollte eine Person die Koordination übernehmen, so dass die ersten Hemmnisse und die ungewohnte Art der Kommunikation überwunden werden können. Sinnvoll sind hier Impulsfragen, klare Anleitungen und Vorgaben. Nach einiger Zeit sollten sich aber alle verantwortlich für das Fortbestehen und für die effektive Arbeit im Team fühlen. Dazu gehört z.B. konstruktive Vorschläge zu machen, wenn etwas nicht gut läuft, nachzufragen, wenn zu einem Thema die Kommunikation plötzlich abbricht und aktiv daran zu arbeiten, dass alle im Team etwas von der gemeinsamen Arbeit haben.
Literatur zum Thema:
- Barbara Sher: “Wishcraft”
- Barbara Sher: “Live the Life you love” (nur auf englisch)





