Einsamkeit überwinden- Alleinsein genießen
Von Tania Konnerth • 6 Kommentare
Allein zu sein gilt für viele Menschen als Makel. Wer in Gesellschaft ist, Familie und Freunde hat, wirkt beliebt, aber wer einsam ist, schämt sich oft dieses Gefühls. Aber: Es gibt einen Unterschied zwischen Einsamkeit und bewusstem Alleinsein.
Während Einsamkeit regelrecht krank machen kann, können wir das bewusste Alleinsein dazu nutzen, uns selbst näher zu kommen und uns Auszeiten vom Stress nehmen. Mit diesem Artikel möchten wir Ihnen Tipps dafür geben, wie Sie Einsamkeit überwinden und das Alleinsein genießen können.
Alleinsein und Einsamkeit – die zwei Seiten einer Medaille?
Alleinsein und Einsamkeit sind zwei Begriffe, die sehr oft in einem Atemzug verwendet werden und die für viele ein und dasselbe aussagen. Tatsächlich aber handelt es sich hier um zwei ganz verschiedene Dinge. Wo genau liegt der Unterschied? Wann sind wir allein und wann einsam?
Alleinsein ist zunächst eine neutrale Situationsbeschreibung. Wenn wir allein sind, ist das ein Zustand, der sich dadurch auszeichnet, dass da kein anderer Mensch bei uns ist – und das kann für uns positiv oder negativ sein. Alleinsein kann etwas sein, das wir bewusst wählen, um zu uns zu finden und Abstand von anderen zu gewinnen.
Einsamkeit ist vor allem ein Gefühl, mit dem wir die Situation, in der wir sind (nämlich allein zu sein) negativ bewerten. Einsam können wir uns im Alleinsein fühlen, aber auch, wenn wir unter Menschen sind. Einsamkeit ist ein tiefer Schmerz darüber, dass wir uns niemanden nahe fühlen und mit keinem teilen können, was in uns ist.
So verstehen wir diese beiden Begriffe zumindest für diesen Artikel.
Tipps für das Alleinsein und gegen die Einsamkeit
Im Folgenden finden Sie nun praktische Tipps, mit denen Sie Ihre Einsamkeit überwinden und das zeitweilige Alleinsein genießen und für sich nutzen können.






Interessant, besonders die Gedanken zur Einsamkeit. Es stimmt, es ist eine Be-Wertung eines eigentlich neutralen Zustandes und man kann sich auch immer mal überlegen, ob man einen Zustand immer wirklich bewerten muss. Statt ein Urteil zu fällen, kann man auch erst einmal versuchen, die Situation wahrzunehmen, wenn man allein ist. Was sehe, rieche, höhre ich? Wie wirkt die Stille auf mich? Was passiert mit meinem Atem, meinem Herzschlag etc. Auch Gefühle registrieren, ohne gleich zu bewerten, ist nicht immer einfach, aber lohnend. Das kann schon oft helfen zu erkennen, dass die Stille unser Freund sein kann. Wenn man natürlich Panikattacken in solchen Momenten bekommt, dann sollte man lieber professionelle Hilfe aufsuchen.
Was mir noch einfällt: "Einsamkeit" ist nicht immer negativ belegt. In der Romantik z.B.: Waldeinsamkeit von Tieck
Waldeinsamkeit
Wie liegst du weit!
O dich gereut
Einst mit der Zeit. -
Ach einzge Freud
Waldeinsamkeit!
Waldeinsamkeit
Mich wieder freut,
Mir geschieht kein Leid,
Hier wohnt kein Neid,
Von neuem mich freut
Waldeinsamkeit.
Tips für Alleinsein mochte mir gerne Downladen bitte um Erlaubnis.
Hallo Wlado,
zum Download haben wir diesen Beitrag nicht. Aber du darfst dir gerne alles bei uns ausdrucken und für dich nutzen :-) Liebe Grüße, Judith
Und ist es nicht so, dass wir immer gern den Zustand hätten, den wir grad nicht haben können? Ist zuviel los, wären wir gern allein. Sind wir allein - zuviel allein - wünschen wir uns Gesellschaft. Einsam sind wir dann, wenn wir keine Kontrolle über den Zustand haben, was wir in der Stille mit uns anfangen sollen, oder wann wir wieder in sozialen Kontakt gehen können. Deshalb finde ich die Tipps und Ideen sehr hilfreich, damit umzugehen.
Einsam kann man aber auch mit einem Partner oder in einer Gruppe sein - und das liegt nicht am/an den anderen, sondern immer in einem selbst.
Einsamkeit kann uns Wunden zeigen, die z.B. eine Erfahrung des Ungeliebtfühlens hinterlassen haben kann. Kontrolliert die Einsamkeit zu nutzen ist auch eine Technik für Initationsriten, um einen Lernprozess anzustoßen.
Deshalb finde ich es wichtig, sich bewusst zu werden, wann man sich einsam fühlt (wie gesagt, es kann auch in der Gruppe sein) und seine "Aha-Erlebnisse" sammelt, was man alles "erfindet", um das nicht zu spüren... und dann sich mit dem, was dahinter liegt, zu befassen.
Ein sehr schöner und für mich treffender Artikel. Danke dafür!
Danke für die intereßanten Gedanken. Schon mein ganzes Leben lang war ich immer wieder gerne allein. Ich finde dann den für mich schönsten 'Draht' zu mir. Und während eines Tagebucheintrags fiel mir folgende Wortkonstruktion auf: all-ein. Im all-ein sein mit allem verbunden?! Wunderschön,nicht?