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Tipps gegen die Einsamkeit (Seite 2 von 3)

Aleinsein

Wer sich einsam fühlt, leidet darunter oft sehr. Wir fühlen uns dann verlassen und der Einsamkeit ausgeliefert und vielleicht auch hilflos, gelähmt, wie ein Opfer.

Und so sitzen dann gerade einsame Menschen allein zu Hause, womöglich noch in der stillen Hoffnung, jemand würde kommen, um sie aus ihrer Einsamkeit zu retten. Ein Teufelskreis der krank machen kann.

Das Wichtigste: Einsamkeit ist keine Schande

Das Allerwichtigste beim Thema Einsamkeit ist, dass Sie sich unbedingt klar machen sollten, dass Einsamkeit kein Makel ist und nichts, wofür Sie sich schämen müssen. Sehr viele Menschen fühlen sich einsam – insofern sind Sie ironischerweise sogar in guter Gesellschaft. Einsamkeit ist aber auch kein Schicksal, das Sie hinnehmen müssen. Einsamkeit ist etwas, das Sie ändern können.

“Einsamkeit ist eine Gefängniszelle, die sich nur von innen öffnen lässt.”

Alfredo La Mont

Selbsterkenntnis: Warum fühlen Sie sich einsam?

Zu Beginn ist es ratsam, einmal herauszufinden, warum man sich eigentlich einsam fühlt. Nicht jeder der allein ist, fühlt sich auch einsam. Einsamkeit liegt in uns selbst begründet. Überlegen Sie einmal, ob einer der folgenden Gründe auch bei Ihnen zutrifft:

Diese kleine Übung soll nicht dazu dienen, dass Sie sich selbst kritisieren, sondern ermöglicht es Ihnen zu erkennen, wo Sie von Ihrer Einstellung her an Ihrer Einsamkeit ansetzen können.

Ihre Einsamkeit können nur Sie selbst beenden

Sie sind der Mensch, der etwas gegen Ihre Einsamkeit tun kann. Sie können zunächst lernen, Ihr Alleinsein anzunehmen und für sich zu nutzen. Tipps dafür haben wir Ihnen bereits gegeben. Darüber hinaus können Sie einiges dazu tun, nicht länger allein zu sein, wenn Sie damit unzufrieden sind. Tipps dafür haben wir hier im folgenden für Sie zusammengestellt.

Unternehmen Sie etwas

Werden Sie aktiv, indem Sie unter Menschen gehen. Überlegen Sie sich, wo Sie andere treffen können, die ähnliche Interessen wie Sie haben und gehen Sie dort hin. Hier einige Ideen, wo Sie Menschen treffen können:

Sie können sich natürlich auch dann einsam fühlen, wenn Sie unter Menschen sind. Aber wenn Sie nicht unter Menschen gehen, werden Sie in jedem Fall einsam bleiben. Wenn Sie unter Menschen gehen, bestehen immer wieder neue Möglichkeiten andere Menschen kennenzulernen. Also – raus aus Ihrer Wohnung.

Engagieren Sie sich

Eine gute Möglichkeit Einsamkeit zu überwinden ist sich zu engagieren. Sie können sich eine ehrenamtliche Tätigkeit suchen, in der Sie zusammen mit anderen Menschen etwas Gutes tun – sei es für Notleidende, für die Umwelt, für Tiere oder was auch immer. Eine ehrenamtliche Tätigkeit bringt Sie in Kontakt mit anderen Menschen und gibt Ihnen darüber hinaus das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Das tut einfach gut.

Wofür möchten Sie sich engagieren?

Wie Sie Freunde finden können

Viele Menschen, die sich einsam fühlen, sehnen sich nach einem Freund oder einer Freundin. Aber wie und wo kann man so jemanden finden? Hier haben wir einige Tipps für Sie:

Das Kapitel Partnersuche

Exkurs: Der Tod des Lebenspartners

Wer seinen durch Tod Lebenspartner verliert, fällt sehr oft in ein tiefes Einsamkeitsloch. Selbst nach einer langen Trauerphase erlauben sich viele nicht den Gedanken an einen neuen Partner. Denken Sie aber daran: Ihr Lebenspartner oder Ihre Partnerin hätte nicht gewollt, dass Sie für den Rest Ihres Lebens einsam bleiben.

Sie leben weiter und weiterzuleben, heißt auch für sich zu sorgen. Wenn Sie Liebe in sich haben und sie an jemanden weitergeben möchten, ist das mehr als in Ordnung. Der Tod Ihres Partners verpflichtet nicht auch Sie dazu, innerlich zu sterben. Sie vergessen den Menschen, den Sie geliebt haben ja nicht. Und sie betrügen ihn oder sie auch nicht. Geben Sie sich und einer neuen Liebe die Chance.

Einsamkeit entsteht oft auch nach der Trennung vom Lebenspartner. An dieser Stelle wollen wir das Thema Partnersuche nur kurz anreißen – es ist eigentlich einen eigenen Artikel wert.

Einen neuen Partner können Sie auf ganz unterschiedliche Weise finden:

Und  hier erfahren Sie, wie Sie bewusstes Alleinsein genießen können.

  1. Gilbert Dietrich schreibt am 4. August 2011 um 10:44

    Interessant, besonders die Gedanken zur Einsamkeit. Es stimmt, es ist eine Be-Wertung eines eigentlich neutralen Zustandes und man kann sich auch immer mal überlegen, ob man einen Zustand immer wirklich bewerten muss. Statt ein Urteil zu fällen, kann man auch erst einmal versuchen, die Situation wahrzunehmen, wenn man allein ist. Was sehe, rieche, höhre ich? Wie wirkt die Stille auf mich? Was passiert mit meinem Atem, meinem Herzschlag etc. Auch Gefühle registrieren, ohne gleich zu bewerten, ist nicht immer einfach, aber lohnend. Das kann schon oft helfen zu erkennen, dass die Stille unser Freund sein kann. Wenn man natürlich Panikattacken in solchen Momenten bekommt, dann sollte man lieber professionelle Hilfe aufsuchen.

    Was mir noch einfällt: "Einsamkeit" ist nicht immer negativ belegt. In der Romantik z.B.: Waldeinsamkeit von Tieck

    Waldeinsamkeit
    Wie liegst du weit!
    O dich gereut
    Einst mit der Zeit. -
    Ach einzge Freud
    Waldeinsamkeit!

    Waldeinsamkeit
    Mich wieder freut,
    Mir geschieht kein Leid,
    Hier wohnt kein Neid,
    Von neuem mich freut
    Waldeinsamkeit.

  2. Wlado Tudic schreibt am 4. August 2011 um 13:05

    Tips für Alleinsein mochte mir gerne Downladen bitte um Erlaubnis.

    • Judith Wischhof schreibt am 4. August 2011 um 15:35

      Hallo Wlado,

      zum Download haben wir diesen Beitrag nicht. Aber du darfst dir gerne alles bei uns ausdrucken und für dich nutzen :-) Liebe Grüße, Judith

  3. Claudia Schmoll schreibt am 4. August 2011 um 20:17

    Und ist es nicht so, dass wir immer gern den Zustand hätten, den wir grad nicht haben können? Ist zuviel los, wären wir gern allein. Sind wir allein - zuviel allein - wünschen wir uns Gesellschaft. Einsam sind wir dann, wenn wir keine Kontrolle über den Zustand haben, was wir in der Stille mit uns anfangen sollen, oder wann wir wieder in sozialen Kontakt gehen können. Deshalb finde ich die Tipps und Ideen sehr hilfreich, damit umzugehen.

    Einsam kann man aber auch mit einem Partner oder in einer Gruppe sein - und das liegt nicht am/an den anderen, sondern immer in einem selbst.

    Einsamkeit kann uns Wunden zeigen, die z.B. eine Erfahrung des Ungeliebtfühlens hinterlassen haben kann. Kontrolliert die Einsamkeit zu nutzen ist auch eine Technik für Initationsriten, um einen Lernprozess anzustoßen.

    Deshalb finde ich es wichtig, sich bewusst zu werden, wann man sich einsam fühlt (wie gesagt, es kann auch in der Gruppe sein) und seine "Aha-Erlebnisse" sammelt, was man alles "erfindet", um das nicht zu spüren... und dann sich mit dem, was dahinter liegt, zu befassen.

  4. Christina schreibt am 5. August 2011 um 07:46

    Ein sehr schöner und für mich treffender Artikel. Danke dafür!

  5. dina schreibt am 7. August 2011 um 09:02

    Danke für die intereßanten Gedanken. Schon mein ganzes Leben lang war ich immer wieder gerne allein. Ich finde dann den für mich schönsten 'Draht' zu mir. Und während eines Tagebucheintrags fiel mir folgende Wortkonstruktion auf: all-ein. Im all-ein sein mit allem verbunden?! Wunderschön,nicht?