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Der Schlüssel zu einem aktiven Leben: Eigenverantwortung übernehmen! (Seite 3 von 4)

Eigenverantwortung

Wir jammern alle mal ganz gerne, nicht wahr? Darüber, wie teuer alles geworden ist, wie schlimm die wirtschaftliche Situation ist, wie hoch die Kriminalitätsrate steigt, über das schlechte Wetter (zu kalt, zu heiß, zu nass oder zu trocken), über die zu hohen Steuern und Benzinpreise, über die Politik, die Unfreundlichkeit der Leute, darüber wie ungerecht doch das Leben ist usw. usw… – Manchmal ist es tatsächlich ganz nett, sich einmal so richtig über alles Mögliche auslassen zu können.

Auch jammern kostet Energie

Wenn Sie aber das nächste Mal beim Jammern sind, sollten Sie einmal folgendes beachten: Auch jammern kostet Kraft und Energie. Zunächst einmal müssen Sie dafür auf alles Schlechte und Negative in Ihrer Umgebung schauen, denn über tolle Sachen jammert es sich nicht so gut. Und außerdem werden Gefühle in uns wach, wie z.B. Enttäuschung, Frust, Wut, Ärger oder ähnliches. Auch das kostet Kraft!

Wer sich bewusst entscheidet, braucht weniger zu jammern

Wenn wir uns für etwas entscheiden, entscheiden wir uns gleichzeitig gegen etwas. Das heißt einerseits, dass wir nie alles haben können und andererseits, dass wir Kompromisse eingehen müssen, um etwas anderes zu bekommen. Ein Beispiel dazu: Wenn Sie arbeiten gehen, können Sie nicht zu Hause faulenzen. Sie entscheiden sich aber für die Arbeit, weil Sie das Geld brauchen. Damit treffen Sie die Entscheidung, arbeiten zu gehen. Sie könnten sich durchaus auch dafür entscheiden, zu kündigen – dann aber hätten Sie weniger Geld. Egal wie Sie sich entscheiden – je bewusster Sie Ihre Entscheidung fällen, desto weniger ungerecht dürfte Ihnen eigentlich das Ergebnis vorkommen, denn die möglichen Alternativen schienen Ihnen ja schlechter.

Übung

Wenn immer Sie mit einer Situation unzufrieden sind, können Sie sich folgendes fragen:

  • Was genau stört mich?
  • Was kann ich in dieser Situation verändern?
  • Was kann ich anders machen?
  • Was sind meine Alternativen?

Nehmen Sie sich einen kleinen Zettel und schreiben Sie sich diese Fragen auf. Stecken Sie den Zettel in Ihre Brieftasche und tragen Sie ihn immer bei sich. Immer wenn Sie mit einer Situation unzufriedens sind, schauen Sie auf diesen Zettel und beantworten sich diese Fragen. Dann können Sie sehr schnell erkennen, wo es sich lohnt, Energie zu verwenden und wo nicht.

Ihre Entscheidungen bestimmen Ihr Leben

Es sind Ihre persönlichen Entscheidungen, die dazu führen, dass Sie etwas bekommen oder erreichen und dafür auf etwas anderes verzichten müssen. Das macht es so bedeutend, dass Sie Ihre Entscheidungen ganz bewusst treffen und nicht dem Zufall überlassen. Wenn Sie sich öfter einmal klarmachen, dass bestimmte, manchmal vielleicht unangenehme oder störende Aspekte in Ihrem Leben die Ursache in einer Ihrer persönlichen Entscheidungen haben, brauchen Sie im Grunde kaum zu jammern. Sie wissen dann z.B. ja, dass Sie arbeiten gehen wollen, um Geld zu haben. Und dann gilt es eben entweder die Folgen der Entscheidung in Kauf zu nehmen, oder eine neue Entscheidung zu treffen, sich z.B. um eine neue Arbeitsstelle zu bemühen.

Bei falschen Entscheidungen nicht jammern, sondern entsprechende Konsequenzen ziehen

Hin und wieder kann es passieren, dass wir uns falsch entscheiden. So haben wir z.B. vorschnell einen Job angenommen oder gekündigt, im Ärger eine Freundschaft beendet oder unüberlegt einen Kredit aufgenommen. In solchen Fällen möchten wir alle jammern. Das ist menschlich. Jammern Sie ruhig ein bisschen .

Dann aber hören Sie auf damit, und überlegen Sie, welche Konsequenzen Sie nun noch ziehen können. Sie können sich z.B. entscheiden, dass Sie das nächste Mal besser nachdenken, der Bank können Sie das Geld vielleicht wieder zurückgeben und sich bei Ihrer Freundin entschuldigen. Nicht immer können wir ungünstige Entscheidungen wieder ins Lot bringen. Manchmal können wir einfach nur aus ihnen für die Zukunft lernen. Die Gefahr, sich einmal falsch zu entscheiden, sollte für Sie aber keine Entschuldigung dafür sein, die Entscheidungen lieber anderen zu überlassen. Es ist Ihr Leben und zu Ihrem Leben gehört es auch, Fehler zu machen.

Verschüttete Milch

Dale Carnegie schreibt in einem seiner Bücher: “Weine nicht über verschüttete Milch”. Mit diesem kleinen Satz ist gemeint, dass wir uns oft viel zu lange den Kopf über Dinge zerbrechen, die schon längst vorbei sind. Dann hadern wir mit Ereignissen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind oder jammern über Verlorenes. Es ist natürlich nachvollziehbar und tiefmenschlich, wenn wir unserer Enttäuschung oder Wut mit Tränen Ausdruck verleihen. Das ist an dieser Stelle auch nicht der Punkt. Weinen Sie ruhig einen Moment über die verschüttete Milch. Dann aber sollten Sie die Scherben einsammeln und die Milch fortwischen. Sie können an dieser Stelle nichts mehr tun. Vielleicht können Sie daraus etwas für die Zukunft lernen. Vielleicht auch nicht. Wir verschütten in unserem Leben eine Menge Milch. Und wir könnten sehr, sehr lange darüber weinen. Tun Sie das nicht. Schauen Sie lieber nach vorne.

Auszeiten zum Jammern sind erlaubt

Natürlich haben wir alle diese Momente, in denen wir einfach nur “richtig schön destruktiv” sein wollen. Das ist absolut OK. Heulen Sie sich dann einfach bei einem guten Freund oder einer vertrauten Freundin aus oder weinen und schlagen Sie in Ihr Kopfkissen. Dann aber sollten Sie wieder aktiv werden, sonst kommen Sie nicht weiter. Entscheidend ist, dass Sie sich im Durchschnitt zu einem größeren Teil auf Lösungen und zu einem geringeren Teil auf die Probleme konzentrieren

Packen Sie es an

Wenn es einiges in Ihrem Leben gibt, über das Sie jammern möchten, dann ist es vielleicht an der Zeit, einmal herauszufinden, was Sie ändern wollen und können. Klarheit über das, was wir wollen, ist meist eine große Erleichterung, weil wir so eine Perspektive haben, mit der wir aus der oft lähmenden Leidenshaltung herauskommen können.

Übung

Nehmen Sie sich ein Blatt Papier und zeichnen Sie eine Tabelle mit drei Spalten. Nun schreiben Sie in die erste Spalte einmal alle Dinge auf, über die Sie jammern möchten. In die zweite Spalte schreiben Sie dann alle guten Gründe auf, warum Sie die jeweilige Sache auf jeden Fall ändern sollten. In die dritte Spalte schreiben Sie hingegen alle guten Gründe auf, warum Sie die Sachen auf keinen Fall ändern sollten.

In bestimmen Bereichen werden Sie vielleicht gleich gute Gründe für und gegen eine Veränderung finden.  Hier müssen Sie im Einzelfall ganz für sich persönlich abwägen, ob die Nachteile aus der aktuellen Situation oder Ihre Gründe gegen eine Veränderung schwerer wiegen. Überprüfen Sie genau, was es für Sie bedeutet, die jeweilige Situation unverändert zu lassen und was es bedeuten könnte, sie anzugehen. Alles was Sie nicht ändern wollen, sollten Sie annehmen lernen. Alle Bereiche, für die Sie gute Gründe gefunden haben, sie zu verändern, können Sie zu Ihren nächsten  Zielen machen.

  1. Sonja schreibt am 2. Juni 2011 um 22:57

    Hallo zusammen! Dieser Beitrag erinnert mich an eine Zeit in der ich bemüht und recht erfolgreich mit und nach einem Spruch leben konnte: "Aller Schmerz den Du erfährst, ist selbst erschaffen, Widerstand gegen den Fluss". Wenn es gelingt, so vollständig wie möglich in sich selbst zu ruhen und zum eigenen sein und Handeln ja zu sagen, dann fällt Eigenverantwortung leicht. Oft ist das jedoch anders. Mein Streitpunkt in Sachen Eigenverantwortung sind (geistige, seelische) Krankheiten. Hier fühle ich mich persönlich provoziert: Sind sie zufällig oder ist man, weil man das falsche denkt, die nicht der Mehrheit entsprechende Wahrnehmung hat, selbst daran Schuld? Fasse ich in diesem Punkt die Eigenverantwortung zu weit? Vermutlich liegt es in der Art und Weise wie ich als Individuum damit umgehe und mir immerwieder vor Augen halte, das alles veränderbar ist. Von Möglichkeit zu Möglichkeit freundlich, offen und liebevoll auf mich, die Situation und die anderen Beteiligten schauen, möglichst objektiv bleiben, erkennen was ist und was gerade fehlt und gebraucht wird. Und auch akzeptieren, das es Situationen gibt, in denen ich nicht in der Lage bin, zu ersetzen, einzuspringen, zu geben oder; was oft passiert, Kontakt und Gespräch herzustellen, ohne darüber Schmerz und Trauer zu empfinden. Im Augenblick wünsche ich mir jedenfalls, das mein Maß an Selbstverantwortung gut zu mir und meinem Leben past.

    • Anne schreibt am 3. Juni 2011 um 15:47

      Das mit den geistigen und seelischen Erkrankungen ist ein guter Punkt.

      Ich bin der Ansicht das hier das Modell Selbstverantwortung in der Akuten Phase nicht greifen kann. Später ist es gut, sich damit auseinanderzusetzen, aber zunächst sollte man diese Menschen dort abholen, wo sie sind.

      Wer sagt, ein Mensch, der beispielsweise eine Depression hat, solle bei sich selbst schauen und/oder sei selbst schuld an der Situation (durch die Blume: man kann, wenn man will), der weiß einfach nicht, was eine Depression ist und stößt bei solchen Situationen wohl auch an die Grenzen der eigenen Empathie und Fähigkeit, sich in andere Menschen Hineinzuversetzen.

      Bis es dazu kommt, kann man allerdings viel tun. Ein mit Leid und Seele selbstverantwortlich gelebtes Leben mit einem hohen Maß an diesem "In sich selbst Ruhen"-Faktor ;) kann meiner Ansicht nach größere Krisen im Leben weniger schlimm oder besser bewältigbar erscheinen lassen.

      Ich denke, hier sollte man immer auch von sich und seinen Lebensumständen ausgehen und keinesfalls glauben, dass andere hier ähnlich zu denken und zu handeln haben.

      Ein Mensch mit schweren Schicksalsschlägen (Krebserkrankung/ Tod eines Nahestehenden) wird wohl ebenfalls erst langsam lernen müssen, mit diesen Schocks umzugehen.

      Insgesamt aber ein sehr hilfreicher Artikel =).

  2. Claudia schreibt am 5. Juni 2011 um 10:48

    Mir gefällt der Artikel sehr gut, weil er zusammemnfasst, was man eigentlich weiß, wenn man sich mit persönlicher Weiterentwicklung befasst, aber im Alltag leider immer wieder missachtet. Jedenfalls geht es mir so.
    Klar weiß ich, dass ich mich über den unfreundlichen Verkäufer oder den rücksichtslosen Autofahrer nicht ärgern muss, wenn ich es nicht will, nicht zulasse. Aber meine Reaktion ist häufig in Bruchteilen von Sekunden da, mein Denken folgt erst hinterher. Zumindest gelingt es mir immer häufiger, dann schnell wieder "auf seelisches Normalmaß" zu kommen. Ich arbeitere daran ... :)
    Schwierig finde ich es allerdings, wenn man bei Freunden, Bekannten sieht, dass es ihnen offensichtlich deswegen schlecht geht, weil sie die Umstände und andere Menschen verantwortlich machen für ihre Situation. Hier bin ich immer unsicher, inwieweit man da was zu diesem Thema sagen soll? Einerseits möchte ich nicht bevormunden, zu nahe treten, andererseits will ich helfen, damit es ihnen besser geht. Für mich immer wieder eine schwierige Situation ...

  3. Julia schreibt am 5. Juni 2011 um 22:31

    An sich stimme ich Ihrem Artikel zu, nur beim Punkt sich nicht mehr zu ärgern bin ich nicht Ihrer Meinung. Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, seine Gefühle so weit zu kontrollieren, dass man sich nicht mehr ärgert. Denn ich denke, man hat Grund sich zu ärgern.
    Wenn einen andere Menschen schlecht behandeln, ist es sicher gut sich zu überlegen, wie man der Situation begegnen könnte um sich davon nicht den Tag vermiesen zu lasssen, aber ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn ein Mensch dem schon fast gleichgültig gegenübertritt oder sich versucht, dazu zu bringen immer suverän und ausgeglichen zu sein. Ich denke, man verbiegt sich damit selbst und setzt Masken auf. Am Ende kommen die unterdrückten Gefühle zum Vorschein. Nur in einer anderen Form und wahrscheinlich nicht mehr zuordnenbar, was die Sache sehr viel schwerer macht.
    Ich denke, es ist besser sich zu ärgern und dabei aber zu wissen, okay, ich bin frei zu reagieren und wenn ich meinem Ärger jetzt Luft machen will, dann ist das in Ordnung und berechtigt. Das macht es, denke ich, auch dem Gegenüber leichter, damit umzugehen.
    Ich bin immer iritiert von Menschen, die grade unfair behandelt wurden und dann einfach lächeln. Anstatt klar zu sagen, dass sie etwas verletzt hat und das sie das nicht in Ordung finden. Man ist da, denke ich, schnell versucht, Dinge einfach zu ignorieren und wegzulächeln.
    Wahrscheinlich war das gar nicht das, was Sie gemeint haben, aber ich hatte das Gefühl der Artikel ging in die Richtung und da wollte ich das los werden :-)