Der Schlüssel zu einem aktiven Leben: Eigenverantwortung übernehmen!
Vielen von uns fällt es leichter, anderen Menschen die Schuld für einen Streit, ein Problem oder einen gemachten Fehler zu geben, als unseren eigenen Anteil zu suchen.
Schuld ist immer der andere?
So sagen wir z.B., dass wir ja durchaus zu diesem oder jenem bereit wären, aber das die oder jene Person “uns das unmöglich macht”. Oder wir beschuldigen andere Menschen uns unglücklich, wütend oder krank zu machen. Oder das Wetter ist schuld, die Politiker, die Wirtschaft oder was auch immer.
Auf den ersten Blick entlasten uns Schuldzuweisungen zwar, aber tatsächlich geben wir dadurch Macht ab
Wenn wir anderen die Schuld zuschieben, fühlen wir uns zunächst entlastet, weil wir dann nicht über unseren eigenen Anteil an der Situation nachdenken müssen. Gleichzeitig überlassen wir damit aber anderen Menschen eine ganze Menge Macht über uns, denn wir selbst sind durch dieses Verhalten passiv und nicht in der Lage, an der jeweiligen Situation etwas zu verändern.
Dabei sind wir selbst niemals vollkommen schuldlos
Tatsache ist, dass wir immer auch selbst “schuld” sind, wenn dieses Wort überhaupt verwendet werden soll. Wir haben immer einen Anteil, auch wenn wir z.B. gar nichts tun. Denn auch nichts zu tun ist eine Entscheidung, die wir fällen. Eigenverantwortung heißt anzunehmen, dass wir immer auch irgendwie beteiligt sind, bei allem was mit uns geschieht.
Probleme beginnen nicht erst dann, wenn das Problem offensichtlich wird
Tipp
Denken Sie einmal an einige Situationen, in denen Sie das Gefühl hatten, dass andere schuld an dem waren, was geschehen ist. Schreiben Sie diese Situationen auf. Und dann versuchen Sie einmal mit einem möglichst objektiven Blick von außen auf die jeweilige Situation zu schauen: Rufen Sie sich das Erlebnis vor Ihrem geistigen Auge zurück und betrachten Sie die beteiligten Personen und sich selbst als wären Sie ein neutraler Betrachter. Finden Sie heraus, was Sie selbst anders hätten tun können, um die Situation zu einem positiven Verlauf zu bringen.
Ob wir nun übergangen werden, jemand sich mit uns streitet oder wir verlassen werden. Mindestens lassen wir es zu, dass andere etwas mit uns tun. Meist aber haben wir selbst auch aktiv etwas zur jeweiligen Problemsituation beigetragen. So mögen Sie zwar z.B. von Ihrem Lebenspartner verlassen worden sein, aber Sie haben im Vorfeld entweder aktiv dazu beigetragen, dass Sie sich beide entfremdet haben oder Sie haben es zumindest versäumt, an der Partnerschaft zu arbeiten. Wenn Sie gekündigt werden, tun Sie dies zwar nicht selbst, aber Sie haben vielleicht nicht genug Engagement gezeigt oder Sie haben es versäumt, zu registrieren, dass in Ihrer Firma Arbeitsplätze abgebaut werden, so dass Sie sich nicht rechtzeitig um etwas Neues gekümmert haben.
Wer hat “Schuld” im Streit?
Zu einem Streit, zu einem Konflikt oder zu einer Auseinandersetzung gehören immer zwei Menschen. Einer allein kann nicht streiten. Wenn Sie nicht streiten wollen, müssen Sie es nicht tun. Sie können selbst sachlich bleiben, zuhören, verständnisvoll sein, Sie können aber genauso gut das Gespräch abbrechen, den Raum verlassen und den Kontakt abbrechen. Sie können sich aber natürlich auch provozieren lassen und selbst unsachlich werden. Es geht hier nicht darum zu sagen, welches die beste Lösung wäre, sondern nur darum, herauszustellen, dass Sie Wahlmöglichkeiten und damit auch einen eigenen Anteil an der jeweiligen Situation haben.
Nutzen Sie Ihren Handlungsspielraum
Oft denken wir, dass wir nur auf eine bestimmte Art und Weise reagieren können. Tatsächlich aber haben Sie in den meisten Situationen viele verschiedene Möglichkeiten, zu reagieren. Das heißt, Sie haben einen enormen Handlungsspielraum, den Sie nutzen können. Sie müssen sich z.B. nicht über eine andere Person ärgern und Sie müssen sich nicht schlecht fühlen, weil Sie von einer anderen Person kritisiert worden sind. Und Sie müssen sich auch nicht alles von Ihrem Chef bieten lassen. Übernehmen Sie Verantwortung für sich und Ihre Lage, suchen Sie nach Alternativen und gestalten Sie aktiv die jeweilige Situation.
Übung
Überlegen Sie einmal, in welchen Situationen Sie das Gefühl haben, Sie können gar nicht anders reagieren, als Sie es bereits tun. Dann versuchen Sie, andere Verhaltensweisen zu finden. Stellen Sie sich z.B. vor, wie Ihr Freund, Ihre Partnerin, Ihre Mutter, Ihr Chef, ein berühmter Politiker oder ein Sportler reagieren würden. Versetzen Sie sich in die Lage eines anderen Menschen und betrachten Sie die jeweilige Situation aus diesen Augen – fallen Ihnen andere Lösungen ein? Sie können auch einfach einmal andere Menschen fragen, was sie tun würden. Hören Sie aufmerksam zu und bewerten Sie das, was Sie hören nicht gleich mit “Das geht sowieso nicht.” Vielleicht sind ja doch ein paar gute Ansätze dabei.
Immer bei sich selbst beginnen
Die Forderung, immer zunächst bei sich selbst zu beginnen, mag Ihnen vielleicht hart vorkommen. Denken Sie mal einen Moment darüber nach: Wer sagt Ihnen denn, dass Sie sich über den Schalterbeamten bei der Post ärgern müssen? Wer bringt Sie dazu? Sie sind es, der sich ärgert. Was würde z.B. geschehen, wenn Sie statt dessen ruhig, freundlich und gelassen bleiben würden?
Literatur zum Thema:
- Reinhard K. Sprenger: Die Entscheidung liegt bei Dir Heinz
- Körner: Johannes
- Ken Blanchard, John P. Carlos und Alan Randolph: Kursbuch Selbstverantwortung





Hallo zusammen! Dieser Beitrag erinnert mich an eine Zeit in der ich bemüht und recht erfolgreich mit und nach einem Spruch leben konnte: "Aller Schmerz den Du erfährst, ist selbst erschaffen, Widerstand gegen den Fluss". Wenn es gelingt, so vollständig wie möglich in sich selbst zu ruhen und zum eigenen sein und Handeln ja zu sagen, dann fällt Eigenverantwortung leicht. Oft ist das jedoch anders. Mein Streitpunkt in Sachen Eigenverantwortung sind (geistige, seelische) Krankheiten. Hier fühle ich mich persönlich provoziert: Sind sie zufällig oder ist man, weil man das falsche denkt, die nicht der Mehrheit entsprechende Wahrnehmung hat, selbst daran Schuld? Fasse ich in diesem Punkt die Eigenverantwortung zu weit? Vermutlich liegt es in der Art und Weise wie ich als Individuum damit umgehe und mir immerwieder vor Augen halte, das alles veränderbar ist. Von Möglichkeit zu Möglichkeit freundlich, offen und liebevoll auf mich, die Situation und die anderen Beteiligten schauen, möglichst objektiv bleiben, erkennen was ist und was gerade fehlt und gebraucht wird. Und auch akzeptieren, das es Situationen gibt, in denen ich nicht in der Lage bin, zu ersetzen, einzuspringen, zu geben oder; was oft passiert, Kontakt und Gespräch herzustellen, ohne darüber Schmerz und Trauer zu empfinden. Im Augenblick wünsche ich mir jedenfalls, das mein Maß an Selbstverantwortung gut zu mir und meinem Leben past.
Das mit den geistigen und seelischen Erkrankungen ist ein guter Punkt.
Ich bin der Ansicht das hier das Modell Selbstverantwortung in der Akuten Phase nicht greifen kann. Später ist es gut, sich damit auseinanderzusetzen, aber zunächst sollte man diese Menschen dort abholen, wo sie sind.
Wer sagt, ein Mensch, der beispielsweise eine Depression hat, solle bei sich selbst schauen und/oder sei selbst schuld an der Situation (durch die Blume: man kann, wenn man will), der weiß einfach nicht, was eine Depression ist und stößt bei solchen Situationen wohl auch an die Grenzen der eigenen Empathie und Fähigkeit, sich in andere Menschen Hineinzuversetzen.
Bis es dazu kommt, kann man allerdings viel tun. Ein mit Leid und Seele selbstverantwortlich gelebtes Leben mit einem hohen Maß an diesem "In sich selbst Ruhen"-Faktor ;) kann meiner Ansicht nach größere Krisen im Leben weniger schlimm oder besser bewältigbar erscheinen lassen.
Ich denke, hier sollte man immer auch von sich und seinen Lebensumständen ausgehen und keinesfalls glauben, dass andere hier ähnlich zu denken und zu handeln haben.
Ein Mensch mit schweren Schicksalsschlägen (Krebserkrankung/ Tod eines Nahestehenden) wird wohl ebenfalls erst langsam lernen müssen, mit diesen Schocks umzugehen.
Insgesamt aber ein sehr hilfreicher Artikel =).
Mir gefällt der Artikel sehr gut, weil er zusammemnfasst, was man eigentlich weiß, wenn man sich mit persönlicher Weiterentwicklung befasst, aber im Alltag leider immer wieder missachtet. Jedenfalls geht es mir so.
Klar weiß ich, dass ich mich über den unfreundlichen Verkäufer oder den rücksichtslosen Autofahrer nicht ärgern muss, wenn ich es nicht will, nicht zulasse. Aber meine Reaktion ist häufig in Bruchteilen von Sekunden da, mein Denken folgt erst hinterher. Zumindest gelingt es mir immer häufiger, dann schnell wieder "auf seelisches Normalmaß" zu kommen. Ich arbeitere daran ... :)
Schwierig finde ich es allerdings, wenn man bei Freunden, Bekannten sieht, dass es ihnen offensichtlich deswegen schlecht geht, weil sie die Umstände und andere Menschen verantwortlich machen für ihre Situation. Hier bin ich immer unsicher, inwieweit man da was zu diesem Thema sagen soll? Einerseits möchte ich nicht bevormunden, zu nahe treten, andererseits will ich helfen, damit es ihnen besser geht. Für mich immer wieder eine schwierige Situation ...
An sich stimme ich Ihrem Artikel zu, nur beim Punkt sich nicht mehr zu ärgern bin ich nicht Ihrer Meinung. Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, seine Gefühle so weit zu kontrollieren, dass man sich nicht mehr ärgert. Denn ich denke, man hat Grund sich zu ärgern.
Wenn einen andere Menschen schlecht behandeln, ist es sicher gut sich zu überlegen, wie man der Situation begegnen könnte um sich davon nicht den Tag vermiesen zu lasssen, aber ich glaube nicht, dass es gut ist, wenn ein Mensch dem schon fast gleichgültig gegenübertritt oder sich versucht, dazu zu bringen immer suverän und ausgeglichen zu sein. Ich denke, man verbiegt sich damit selbst und setzt Masken auf. Am Ende kommen die unterdrückten Gefühle zum Vorschein. Nur in einer anderen Form und wahrscheinlich nicht mehr zuordnenbar, was die Sache sehr viel schwerer macht.
Ich denke, es ist besser sich zu ärgern und dabei aber zu wissen, okay, ich bin frei zu reagieren und wenn ich meinem Ärger jetzt Luft machen will, dann ist das in Ordnung und berechtigt. Das macht es, denke ich, auch dem Gegenüber leichter, damit umzugehen.
Ich bin immer iritiert von Menschen, die grade unfair behandelt wurden und dann einfach lächeln. Anstatt klar zu sagen, dass sie etwas verletzt hat und das sie das nicht in Ordung finden. Man ist da, denke ich, schnell versucht, Dinge einfach zu ignorieren und wegzulächeln.
Wahrscheinlich war das gar nicht das, was Sie gemeint haben, aber ich hatte das Gefühl der Artikel ging in die Richtung und da wollte ich das los werden :-)