Prinzip "Dazulernen"
Von Tania Konnerth
Das Sprichwort "Wer A sagt, muss auch B sagen." ist weit verbreitet und man bekommt es immer wieder zu hören.
Das Grundprinzip, welches hinter diesem Sprichwort steht ist aber sehr gut dazu geeignet, sich das Leben sehr schwer zu machen.
Vom Ändern der Meinung
Die gute Nachricht gleich vorweg: Unsere Ansichten sind glücklicherweise nicht in Stein gemeißelt, sondern wir können Sie ändern. Und auf diese Weise können wir auch erkennen können, dass ein einmal eingeschlagener Weg nicht der Richtige sein muss.
Das nennt man "Dazulernen".
Falsch verstandene Konsequenz:
Durchhalten um des Durchhaltens Willen
Viele Menschen machen es sich durch den Anspruch, sich immer konsequent an einmal getroffene Entscheidungen zu halten, selbst sehr schwer. Sie spüren dann vielleicht sogar heftige innere Widerstände und ihr Gefühl oder sogar ihr Verstand sagt ihnen, dass es eigentlich viel besser wäre, hier doch eine andere Richtung zu wählen. Aber mit dem Eigenanspruch nach unbedingter Konsequenz zwingen sie sich dazu, den Weg bis zum – manchmal bitteren – Ende zu gehen. Ein klassisches Beispiel für falsch verstandene Konsequenz.
Einfacher haben’s die, die dazulernen können
Sehr viel nützlicher ist es, sich klarzumachen, dass jeder von uns heute ein bisschen mehr als gestern weiß.
Wenn Sie bereit sind, das Leben als eine große Schule zu sehen, in der Sie immer wieder Neues lernen können, fällt es auch leichter, von einem einmal eingeschlagenen Weg abzugehen.
Ein Beispiel: Die Berufswahl
Ein schönes Beispiel dafür ist die Berufswahl. Wir entscheiden uns für eine Berufsausbildung oder ein Studium in einem Alter, in dem wir meist noch sehr wenig über uns selbst wissen, geschweige denn über das, was wir im Leben erreichen wollen und was uns glücklich macht. Dementsprechend kann eine solche Entscheidung auf lange Sicht ungünstig, ja sogar falsch sein.
Vielleicht haben Sie mit 30 ganz andere Vorstellungen davon, wie Ihr Leben aussehen soll, als Sie das im Alter von 18 hatten? So etwas kommt sehr häufig vor. Sollen Sie deswegen dann noch 30 Jahre in einem Beruf verbleiben, den Sie nicht mögen, nur weil Sie es einmal gelernt haben? Warum nicht einfach die Konsequenz aus Ihrer Weiterentwicklung ziehen und einen neuen Beruf erlernen?
Vielleicht denken Sie, dass Sie es sich einfacher machen, wenn Sie in dem Job bleiben, für den Sie sich einmal entschieden haben. Dies trifft aber dann nicht zu, wenn Sie dort unzufrieden sind, denn Unzufriedenheit und jahrelanges Ärgern sind keineswegs der einfachere Weg.
Dazulernen ist manchmal aufwändig, aber es lohnt sich
Manchmal kann es das Leben zuerst durchaus etwas komplizierter machen, wenn wir erkennen, dass wir eine einmal gefällte Entscheidung oder eine Überzeugung aufgeben müssen. Eine solche Erkenntnis erfordert in der Regel eine ganze Reihe von Folgeschritten und auch Ihr Umfeld – also Ihre Familie, Freunde, Kollegen und Bekannten – kann unter Umständen verärgert und verständnislos reagieren.
Aber: nichts und niemand außer Ihnen selbst kann Sie zwingen, bei einer Sache zu bleiben, von der Sie inzwischen wissen, dass Sie nicht das Richtige für Sie ist. Haben Sie den Mut, sich weiterzuentwickeln und dazuzulernen und eben nicht automatisch "B" zu sagen, sondern nach einem "C" oder einem ganz anderen Buchstaben zu suchen.
Im Folgenden finden Sie dazu praktische Tipps und Anregungen.




