Aktiv werden - so kann's losgehen
Nach der Einführung nun der Sprung in die Praxis: Wie lässt sich mein Bedürfnis nach Aktion umsetzen?
Fragenkatalog für den Einstieg
Hier haben wir einige Fragen für Sie zusammengestellt, mit denen Sie systematisch herausfinden können, welche Form des Aktiv-werdens für Sie geeignet ist.
Motivation: Was ist mir ein Bedürfnis? Worauf habe ich Lust? Was reizt mich?
Hier geht darum, sich einmal bewusst zu machen, was einem wirklich wichtig ist und wofür man von seinem Herzen aus wirklich gerne aktiv werden möchte.
Einzelfragen könnten hier z.B. sein:
- Wie kann man die Welt verändern und was kann ich dazu tun?
- Was ärgert mich immer wieder?
- Was muss dringend geändert werden?
- Was finde ich spannend oder interessant?
- Wovon möchte ich ein Teil sein?
- Was möchte ich gerne mitgestalten?
- Wo wäre es meiner Ansicht nach besonders lohnenswert, aktiv zu werden?
- Gibt es ein Thema, welches mich immer schon beschäftigt hat? (z.B. Tierschutz, Drogenproblematik, Politik, Kulturerbe etc.)
- Wo finde ich Gleichgesinnte?
- Gibt es Projekte oder Organisationen zu diesem Bereich, denen ich beitreten möchte?
- Was genau möchte ich am liebsten machen? (Anderen etwas beibringen, die Bevölkerung informieren, im Hintergrund bleiben, mit Menschen arbeiten usw.)
Durch die (möglichst schriftliche) Beantwortung solcher Fragen lassen sich die passenden Einsatzgebiete für Ihr Engagement schon einmal gut eingrenzen.
Einsatz: Was kann und will ich investieren?
Überlegen Sie dann auch einmal, was genau Sie eigentlich investieren wollen. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- Zeit – in Form von Betreuung, Aufgaben übernehmen, Ansprechpartner sein usw.
- Geld – als Spenden, Zugaben zu konkreten Mitteln
- Sachspenden – Gegenstände, Kleidung, selbst Erstelltes
- Knowhow – Wissen, Können, Fertigkeiten, die man anbieten oder auch weitergeben kann
- Dienstleistungen – wie z.B. Beratungsdienste, Schreibdienste und dergleichen mehr
- Sonstiges – z.B. Platz (Räume, Grundstück etc.), Tiere (z.B. für Rettungseinsätze o.ä.) usw.
Wie Sie sehen, sind die Möglichkeiten des eigenen Einsatzes durchaus vielfältig. Vielleicht fallen Ihnen ja noch weitere ein?
Output: Was ist mir bei einem Engagement besonders wichtig? Was möchte ich bekommen?
Eine nicht unwesentliche Frage bei jeder Form des Engagements ist die nach dem “Output”, also danach, was für Sie dabei herauskommen soll. Da es bei vielen Formen des Engagements um ehrenamtliche Projekte geht, wird es hier weniger um Summen gehen, als vielmehr um immaterielle Sachen.
- Was möchten Sie ganz grundsätzlich für Ihr Engagement haben?
- Was ist Ihr Ziel?
- Was Ihre Motivation?
- Möchten Sie etwas für sich selbst verändern oder verbessern – wenn ja, was genau?
- Möchten Sie etwas für andere erreichen oder verbessern – was konkret?
- Ist es Ihnen wichtig, dass andere Ihr Engagement bemerken? Möchten Sie z.B. Anerkennung? Wenn ja, durch wen? Und in welcher Form?
- Möchten Sie etwas “bewegen”? Wenn ja: wo ist das möglich? Wo besteht die Chance auf schnelle, sichtbare Erfolge?
- U.ä.
An dieser Stelle ist auch der Hinweis wichtig, dass ein Engagement durchaus nicht immer nur uneigennützig sein muss.
So manche gute Geschäftsidee wurde schon aus dem Bedürfnis, etwas zu ändern geboren. Geld zu verdienen sollte vielleicht nicht der Hauptantrieb für ein Engagement sein, aber wenn es möglich ist, mit dem, was einem wirklich wichtig ist, auch Geld zu verdienen, spricht nichts dagegen, das anzugehen. Vom Wortstamm her entwickelte sich “Engagement” übrigens aus dem frz. engager, was “in Gage nehmen” hieß. Eine Gewinnmöglichkeit steckt also sogar im Wort selbst.
Möglichkeiten, aktiv zu werden
Wir können hier als ersten Schritt nur einen sehr groben Überblick über die Möglichkeiten eines Engagements geben, da das ein sehr breites Feld ist. Aber Sie finden hier eine Reihe von ganz verschiedenen Ideen, aktiv zu werden, die Sie hoffentlich dazu inspirieren, sich das zu suchen, worauf Sie ganz persönlich am meisten Lust haben.
Im kleinen Kreis – Familie und Freunde
Schon im engsten Umkreis lassen sich Möglichkeiten finden, sich zu engagieren. Manches davon gilt für viele als “selbstverständlich”, ist aber dennoch zum aktiven Engagement zu zählen:
- Betreuung übernehmen – z.B. für Kinder oder auch pflegebedürftige Angehörige, Tiere hüten oder ausführen usw.
- Familientage zu bestimmen Themen organisieren,
- Treffen mit einer bestimmten Absicht ausrichten (z.B. Schreibtreffen, Hobbytreffen, Maltreffen etc.),
- familien- bzw. freundeskreisinterne Hilfsaktionen starten
- u.a.
Schön ist auch zu überlegen, wie Sie sich als Familie oder als Gruppe von Freunden vielleicht gemeinsam engagieren können.
In größerem Kreise – Vereine, Institutionen und Organisationen
Hier wird der Kreis nun sehr groß. Es gibt unzählige Vereine, Institutionen und Organisationen, in denen Sie aktiv werden können:
- Hilfsorganisationen, wie z.B. “Deutsches Rotes Kreuz”, “SOS-Kinderdörfer”, “Brot für die Welt”, “Amnesty International” u.ä.
- Kinder- und Jugendorganisationen
- Vereine und Stiftungen zur Bekämpfung von Krankheiten bzw. zur Unterstützung von Erkrankten, wie z.B. “Deutsche Krebshilfe”, “Kinderkrebshilfe”, Suchthilfe u.a.
- Vereine und Institutionen für Behinderte, wie z.B. “Aktion Mensch”, Behindertenwerkstätten u.ä.
- Umweltorganisationen, wie z.B. “Greenpeace”, “BUND”, “NABU” u.ä.
- Tierschutzorganisationen, wie “WWF”, “Deutscher Tierschutzbund”, regionale Tierschutzvereine und Tierheime u.ä.
- kulturelle Stiftungen und Organisationen
- politische Einrichtungen
- historische Stiftungen
- multikulturelle und völkerverbindende Einrichtungen
- sportliche Einrichtungen
- und viele andere mehr.
Wichtig hierbei ist sich klarzumachen, was es bedeutet, Teil einer solchen Organisation zu sein. Mitglied im Verein oder in einer Institution zu werden hat wie alles Vor- und Nachteile. Man hat als Gruppe (zumal wenn es um große Organisationen geht) meist mehr Einflussmöglichkeiten denn als Einzelperson. Weltweit operierende Hilfsorganisationen wie z.B. die “SOS-Kinderdörfer” oder Umweltverbände wie “Greenpeace” können eine Menge Druck ausüben, Gelder zusammenbekommen und die Medien mobilisieren. In solch großen Organisationen ist man aber natürlich meist nur ein winzig kleines Rädchen im Getriebe und muss sich stark an bestehende Regeln und Verhaltensvorhaben halten.
Je kleiner die Organisation ist, desto weniger Einfluss hat sie normalerweise, aber hier sind die Möglichkeiten als Einzelner etwas zu bewirken wiederum größer.
Wiegen Sie ab, was Ihnen wichtig ist. Manchmal muss man schlicht auch ausprobieren, wo man sich am wohlsten fühlt bzw. wo man sein Engagement am wirkungsvollsten einsetzen kann.
Selbst etwas auf die Beine stellen
Es gibt Menschen, die vor allem dann motiviert sind, aktiv zu werden, wenn sie selbst “am Hebel” sitzen. Sprich: wenn sie selbst ein Projekt aufziehen.
Auch das hat Vor- und Nachteile. Selbst etwas aufzubauen, gibt einem alle Freiheiten. Man kann genau das angehen, was einem ganz persönlich wichtig ist. Gleichzeitig macht es aber natürlich auch viel Arbeit, wenn man selbst die Verantwortung trägt. Überprüfen Sie einmal, ob das eine Möglichkeit für Sie wäre.
Zu dieser Art des Engagements gehören z.B. folgende Sachen:
- Das Gründen einer Selbsthilfegruppe,
- Gründen von Erfolgsteams,
- Gründung eines Vereins,
- Initiierung eines Bürgerbegehrens,
- Gründung von Einrichtungen, wie z.B. eine selbstorganisierte Tauschbörse, KiTa, Suppenküche o.ä.,
- Gründung einer Partei (ja, denken Sie ruhig groß!)
- u.ä.
Die Vielfalt des Engagements
Eines dürfte deutlich geworden sein: Es gibt unzählige Möglichkeiten, aktiv zu werden. Unsere kleine Einführung ist nicht vollständig, keine Frage. Aber, wie schon gesagt, hier ist mehr geplant.
Wenn es Sie angeregt hat, einmal ganz konkret zu überlegen, wo und wie Sie sich engagieren könnten, ist der Zweck dieser Einführung vollends erfüllt
Überregionale Linktipps (Auswahl)
- www.freiwillig.de (Infoseite rund um das ehrenamtliche Engagement)
- www.ehrenamtlich.de (Überblick über verschiedene ehrenamtliche Projekte)
- www.gemeinsinn.de (Überblick über ehrenamtliche Projekte, Stiftungen u.ä.)
- www.buerger-fuer-buerger.de (Stiftung zur Förderung von Engagement)
- www.bagfa.de (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen e.V.)
- www.stiftungsindex.de (Übersicht über bestehende Stiftungen)
- www.efi-programm.de (Senioren können hier als “seniorTrainer/innen” in verschiedenen Projekten aktiv werden)
Darüber hinaus sind natürlich auch die Kirchen, die Kommunen, die Parteien und viele zuvor genannte Organisationen Ansprechpartner für Sie




