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Übungen für alle Sinne: ein 5-Tage-Programm

Von Tania Konnerth3 Kommentare

sinne

Viele der gängigen und herkömmlichen Kreativitäts-Methoden orientieren sich vor allem am Denken. Man könnte beinahe sagen, sie sind “verkopft”. Das sinnliche Erleben bleibt meist außen vor. Dabei bieten unsere fünf Sinne eine ständig sprudelnde Quelle für unser kreatives Schaffen.

Normalerweise bevorzugen wir einen oder zwei unserer Sinne und vernachlässigen die anderen. Dadurch liegt Kreativitätspotential einfach brach. Wenn Sie aber alle Ihre fünf Sinne gezielt aktivieren und trainieren, können Sie aus einer viel größeren Fülle von Eindrücken für Ihre kreativen Arbeiten schöpfen.

Entdecken Sie Ihre Sinne und leben Sie sinnlich

Den Begriff der Sinnlichkeit verbinden wir in erster Linie mit der Erotik. Hier erlauben wir uns auch, unsere Sinne auszuschöpfen – wir fühlen den anderen, sehen, hören, riechen und schmecken ihn. Aber in anderen Bereichen leben die meisten von uns eher sinnes-arm.

Öffnen Sie sich dafür, Ihre Welt mit allen Sinnen wahrzunehmen. Wie fremd sind Ihnen z.B. die folgenden Fragen:

Wirken diese Fragen auf Sie inspirierend oder nur fremd? Je nachdem, wie sinnlich Sie bereits leben, werden Sie etwas damit anfangen können oder entsprechend weniger. Wenn Sie an dieser Stelle Lust bekommen haben, Ihre Sinne einmal ganz intensiv zu erleben, dann starten Sie am besten gleich mit dem folgenden 5-Tage-Programm.

5 Sinne – 5 Tage: Das 5-Tage-Programm

Tipp

5 Tage zur Steigerung der Sinnlichkeit – das kommt einem Crashkurs gleich. Wer es langsamer und intensiver mag, kann aus den 5 Tagen auch 5 Wochen machen – und einfach die Übungen für einen Sinn auf eine ganze Woche ausdehnen.

In diesem 5-Tage-Kurs haben wir für jeden Tag einen unserer Sinne in den Mittelpunkt gestellt. Ziel ist es, dass Sie einmal nacheinander Ihre einzelnen Sinne ganz bewusst erleben und in einem zweiten Schritt auch systematisch schulen und trainieren.

Am besten nehmen Sie sich für die folgenden Tage ein schönes Notizbuch zur Hand, in das Sie Ihre Erfahrungen, Erlebnisse, Gefühle und Ideen notieren. Es wäre schade, wenn da etwas verloren ginge. Und denken Sie daran, dass Sie in ein Notizbuch nicht nur schreiben können, sondern auch zeichnen und malen oder Sie können Collagen zusammenkleben, die ausdrücken, was in Ihnen ist.

1. Tag: Sehen

Tipp

Es heißt, dass der Mensch ein “Augentier” ist. Und da uns das Sehen so selbstverständlich ist, kann es eine gute Übung sein, sich einmal für eine Zeitlang die Augen zu verbinden. Registrieren Sie, wie eingeschränkt Sie plötzlich sind! Nehmen Sie wahr, welche große Bedeutung das Sehen für Sie hat. Sie werden danach Ihren Sehsinn automatisch intensiver erleben.

Heute stehen visuelle Reize im Vordergrund, also Farben, Formen, Licht, Schattierungen, Größenunterschiede u.ä. Hier finden Sie ganz unterschiedliche Übungen und Anregungen, mit denen Sie Ihren Sehsinn entdecken können:

Fassen Sie am Ende Ihren Tag zusammen. Schreiben Sie auf, wie es Ihnen mit Ihrem Seh-Tag ergangen ist. Was war anders als sonst? Was haben Sie entdeckt? Was haben Sie genossen? Was war schwierig?

Kreativitäts-Tipp: Übertragen Sie Ihre visuellen Eindrücke in ein kreatives Produkt. Erzählen Sie eine Geschichte Ihrer visuellen Erlebnisse, indem Sie die Ausdrucksmöglichkeiten nutzen, die Ihnen liegen – also z.B. Bilder, Texte, Musikstücke, Ausdruckstanz o.ä. Versuchen Sie anderen Personen auf Ihre ganz persönliche Art mitzuteilen, was Sie gesehen haben.

2. Tag: Hören

Tipp

Die meisten von uns sind von unzähligen Geräuschen umgeben, die wir oft gar nicht mehr wahrnehmen. Schalten Sie heute einmal alle Geräuschquellen, mit denen Sie sich normalerweise umgeben, wie z.B. Radio o.ä. aus. Sie können auch für einige Zeit einmal durch Ohrenstöpsel gehörlos verbringen, um sich für das bewusste Hören zu sensibilisieren.

Heute konzentrieren Sie sich auf akustische Reize, also auf Musik, Klänge, Krach u.ä. Lassen Sie sich auf die folgenden Übungen ein, um heute das Hören ganz intensiv zu erleben:

Fassen Sie am Ende Ihren Tag zusammen. Schreiben Sie auf, wie es Ihnen mit Ihrem Hör-Tag ergangen ist. Was war anders als sonst? Was haben Sie entdeckt? Was haben Sie genossen? Was war schwierig?

Kreativitäts-Tipp: Nutzen Sie Musik – oder für Fortgeschrittene auch andere Geräusche – ganz bewusst, um in eine Stimmung zu kommen, über die Sie schreiben können, die Sie malen oder auf eine andere Weise ausdrücken wollen.

  1. Soheila Mojtabaei schreibt am 9. Oktober 2011 um 08:27

    Guten Morgen liebe Tania,

    schöner Tipp. Viele von Menschen sind so geplagt von Sorgen und Ängsten, dass die schöne Dinge keinen Platz und keine Aufmerksamkeit mehr haben.

    Ich habe eine schöne Geschichte von N. Peseschkian (iranischer Psycholog und Grüder der "Positiven Psychologie":

    „Vergebliche Sorgen um die Schulden“

    Ein Mann stellte fest, dass er Schulden hatte. Dieser Gedanke ließ ihn nicht mehr schlafen.

    Er litt unter Depressionen und wollte aus dem Leben scheiden.

    Dies klagte er einem guten Freund.

    Der hörte sich geduldig die Sorgen an. Anschließend sprach er jedoch nicht über die Schulden.

    Das verwunderte den Mann sehr. Sein Freund sprach stattdessen von dem, was der Mann noch als Eigentum besaß, vom Geld, das er hatte, und von den Freunden, die bereit waren, ihm zu helfen. Plötzlich sah dieser seine Situation mit anderen Augen.

    Indem er seine Energie nicht mehr zugunsten der vergeblichen Sorgen um die Schulden verbrauchte, sondern sie im Verhältnis zu seinem tatsächlichen Vermögen sah, hatte er genügend Kräfte frei und Wege offen, sein Problem zu lösen."

    Schönen Tag wünsche ich allen:-)

    Soheila

  2. Monika schreibt am 9. Oktober 2011 um 12:21

    Hallo zusammen,

    während Kur habe ich das Genußtraining kennengelernt. Sinn davon war, ein Gegengewicht zu setzen gegen Schmerzen, Ängste und Depressionen, für einen Moment auszusteigen und in den Augenblick zu gelangen und diesen zu genießen. Dass es die Kreativität anregt, finde ich eine schöne Begleiterscheinung..
    Was mir dabei auch besonders eindrucksvoll in Erinnerung blieb, war - neben Vielem, was Ihr vorschlagt: Langsam spazierengehen und dabei darauf achten, wie sich der Untergrund, auf dem man sich bewegt, anfühlt. Das ist mittlerweile meine liebste Erdungsübung, funktioniert sogar mit Schuhen.

    liebe Grüße
    Monika

  3. Frauke schreibt am 9. Oktober 2011 um 12:26

    Hallo!

    Das ist sehr sehr schön! Gefällt mir...! Die Fragen haben mich sofort angesprochen, so, dass ich weiter gelesen habe. Das Leben fühlt sich anders an und lebt sich anders, wenn man/frau mit allen Sinnen z.B. einen Spaziergang macht und sich auch grundsätzlich so im Alltag bewegt. Dies meine eigene Erfahrung! :-)

    Allen einen schönen Sonntag,
    Frauke