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Phantasiereisen selbst entwickeln (Seite 3 von 4)

Phantasiereise

Wenn Sie beschlossen haben, dass Sie selbst gerne Phantasiereisen mit anderen durchführen wollen, haben wir hier einige Tipps für Sie.

Eines vorweg

Es sollte sich zwar von selbst verstehen, aber dennoch möchten wir darauf hinweisen: Sie sollten, bevor Sie selbst Phantasiereisen anbieten, selbst bereits eine Reihe von Phantasiereisen erlebt haben. Nur wenn Sie wissen, was Sie tun, können Sie Ihre Phantasiereisen teilnehmergerecht konzipieren und durchführen.

Siehe auch

Phantasiereisen leicht gemacht von Evelyne Maaß und Karsten Ritschl

Vorbereitung: Die Wahl der Reise

Wenn Sie eine Phantasiereise für andere Menschen anleiten wollen, sollten Sie sich zunächst fragen, was das Ziel dieser Reise sein soll. Handelt es sich um eine reine Entspannungsreise? Oder möchten Sie den Teilnehmern ermöglichen, etwas über sich selbst zu lernen? Oder möchten Sie deren Phantasie und Kreativität wecken?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, eine Phantasiereise zu gestalten. Wenn Sie therapeutisch nicht erfahren sind, sollten Sie aber Phantasiereisen in erster Linie zu Entspannungszwecken einsetzen.

Umgang mit Emotionen

Es gibt viele Phantasiereisen, die Sie durchführen können, ohne befürchten zu müssen, bei den Teilnehmern extreme Emotionen auszulösen. Beachten Sie allerdings auch, dass die Intensität, mit der Phantasiereisen erlebt werden, sehr unterschiedlich sein kann. Bestimmte Inhalte oder Formulierungen können die Intensität verstärken. Wenn Sie beispielsweise die Teilnehmer weit in ihre Kindheit zurückreisen lassen, kann es dazu kommen, dass der eine oder andere dort aufwühlende Erlebnisse hat.  An dieser Stelle sind sie gefordert: Sie müssen selbstkritisch einschätzen, welche Phantasiereisen Sie wirklich anleiten können und wollen.

Gefühle wollen ausgedrückt werden

Phantasiereisen an sich sind nicht gefährlich, aber Sie müssen sich immer im Klaren darüber sein, dass Sie bei den Teilnehmern Gefühle auslösen können. Auch bei leichteren Phantasiereisen kann es vorkommen, dass Teilnehmer vielleicht weinen oder andere Emotionen zeigen. Deshalb sollten Sie ihnen die Möglichkeit geben, Ihre Gefühle auszudrücken, z.B. indem sie Bilder malen können oder auch über die Bilder und Gefühle sprechen können, die in ihnen während der Phantasiereise aufgekommen sind.

Woher Sie die Texte bekommen können

Siehe auch

Ein Buch, das viele Vorlagen bietet ist  Phantasiereisen leicht gemacht

Unterbewusstsein

Um selbst eine Phantasiereise mit anderen durchzuführen, können Sie zu Beginn auf fertige Phantasiereisen aus Büchern zurückgreifen. Solche Texte sind meist recht gut und eignen sich dafür, sie mit anderen zu veranstalten. Achte Sie aber darauf, dass Sie möglicherweise selbst eine ganz andere Sprechart haben. Zwingen Sie sich dann nicht dazu, den Text haargenau so vorzulesen, sondern passen Sie ihn an Ihre Bedürfnisse an. Sie können aber natürlich auch selbst ganz neue Reisen ausarbeiten. Bevor Sie das tun, sollten Sie sich aber intensiver mit dem Unterbewusstsein und seiner Symbolik beschäftigen.

Eine Grundregel für die Texte: Lassen Sie die Teilnehmer selbst reisen

Wichtig für jede Phantasiereise ist, dass sie nicht zu viel vorwegnimmt. Wird im Reisetext z.B. gesagt, dass auf der Lichtung ein Haus zu sehen ist, dann kann sich jeder darunter sein ganz persönliches Haus vorstellen. Wie das Haus aussieht, sollte nicht schon vom Text her vorgegeben werden. Sie sollten also nie beschreiben, wie das, was zu sehen ist, aussieht, also z.B. “Ihr seht auf der Lichtung ein Haus. Es ist ein kleines altes Haus mit Strohdach.” So besser nicht. Diese Formulierung nimmt zu viel vorweg.

Jeder sieht die Dinge in einer Phantasiereise anders

Eine Phantasiereise zeichnet sich dadurch aus, dass jeder, der daran teilnimmt, seine ganz eigenen Bilder sehen kann. Leiten Sie also die Teilnehmer durch die Reise, nehmen Sie aber nicht die Bilder vorweg. Bieten Sie verschiedene Möglichkeiten an, aber bestimmen Sie nicht, was tatsächlich zu sehen, zu fühlen oder zu hören ist. Bevor Sie zu viel vorschreiben, sollten Sie lieber Fragen stellen, wie z.B. “Was könnt Ihr hören?” oder “Gibt es etwas, das Ihr spüren könnt – vielleicht den Wind?”.

Veranstalten Sie eine Reise für alle Sinne

Für den Text der Reise ist es sehr wichtig, dass möglichst alle Sinne angesprochen werden. Weisen Sie also nicht nur auf das hin, was vielleicht zu sehen ist, sondern weisen Sie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auch auf mögliche Gerüche, Geräusche oder auf etwas hin, das zu fühlen ist. Das können Sie z.B. tun, indem Sie beim Spaziergang fragen: “Spürt Ihr den Boden unter den Füßen. Vielleicht ist er weich und nachgiebig? Oder vielleicht voller Kieselsteine? Lauft Ihr auf Gras oder Sandboden? Wie riecht es dort? Welche Geräusche könnt Ihr hören? Zwitschern vielleicht Vögel?”