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Phantasiereisen durchführen (Seite 4 von 4)

Phantasiereise

Auch für die praktische Durchführung der Phantasiereise haben wir einige Tipps für Sie:

Das Vorlesen oder Erzählen der Reise

Wie auch das Vorlesen von Texten ganz allgemein eine Kunst ist, so ist es auch die Fähigkeit, Phantasiereisen gut anzuleiten. Sie sollten schon etwas selbstkritisch sein, bevor Sie sich zutrauen, eine Gruppe zu einer Phantasiereise einzuladen. Wenn Sie den Text dann vorlesen (oder frei sprechen, wenn Sie das können), sollten Sie auf jeden Fall die folgenden Aspekte beachten:

Klang der Stimme – Versuchen Sie Ihrer Stimme einen vollen, sanften Klang zu geben. Reden Sie weich und fließend.

Klar, deutlich und natürlich sprechen – Sie sollten klar und deutlich sprechen, nicht aber übertrieben ausformuliert. Vermeiden Sie es, zu schmatzen oder andere Geräusche zu machen, denn die Aufmerksamkeit der Teilnehmer ist ganz bei Ihrer Stimme und registriert jeden Ton.

Sprechtempo und Pausen – Beachten Sie unbedingt, dass Sie langsam sprechen und viele lange Pausen zwischen den einzelnen Passagen machen. Gehen Sie hierbei nicht nach Ihrem eigenen Maßstab vor. Ihnen mögen die Pausen vielleicht viel zu lang vorkommen, aber die Teilnehmer brauchen diese Pausen, um innere Bilder entwickeln zu können.

Siehe auch

Ein Beispiel für solche Musik sind die CDs von Tony o’Connor.

Musik – Sie können immer auch Hintergrundmusik einsetzen. Diese Musik

sollte aber sorgfältig ausgewählt sein und zu der Reise passen – mehr

noch  – sie unterstützen. Die Musik darf auch nicht zu laut sein, damit

sie nicht von der Reise ablenkt.

Ganz wichtig: Üben Sie!

Bevor Sie tatsächlich eine Phantasiereise mit anderen durchführen, sollten auf jeden Fall vorher üben: Lesen Sie den Text mehrmals laut und langsam vor. Am besten nehmen Sie sich selbst auf ein Tonband auf und sind danach Ihr eigener Teilnehmer. Dann erkennen Sie am besten, was Sie anders vorlesen müssen oder was schon gut klingt. Eine Phantasiereise, die viel zu schnell oder holprig vorgetragen wird, ist für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehr ärgerlich. Wichtig ist, dass Sie den Text so gut kennen, dass es Ihnen nicht mehr schwer fällt, ihn vorzutragen. Denken Sie sich immer in die Teilnehmer und Teilnehmerinnen hinein und versuchen Sie, die nötige Stimmung zu schaffen.

Konzeption und Vorbereitung der Reise

Eine Phantasiereise sollte im Vorfeld gut konzipiert werden. Überlegen Sie sich, welche Zielsetzung die Reise hat und in welchem Zusammenhang Sie sie durchführen wollen. Wenn Sie z.B. planen, im Anschluss an die Reise die Teilnehmer Bilder malen zu lassen, müssen Sie das nötige Material dafür bereitstellen. Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre im Raum, lüften Sie vorher und legen Sie bequeme Matten und Kissen bereit. Fühlen Sie sich wie ein wirklicher Reiseleiter und bereiten Sie Ihre Reise gut vor.

Machen Sie einen konkreten Zeitplan

Sie sollten im Vorfeld die Reise auch zeitlich planen. Sie müssen sich klarmachen, wieviel Zeit Sie für die Reise haben und wieviel Zeit Sie den Teilnehmern geben können, um im Nachhinein mit ihren inneren Bildern zu arbeiten.

Entspannungsphase – Wie lange soll diese erste Phase der Reise dauern? Wie geübt sind Ihre Teilnehmer darin, sich zu entspannen?

Dauer der Reise – Planen Sie Ihre Reise nicht zu lang. Fünfzehn bis zwanzig Minuten sind vollkommen ausreichend. Wie lange Sie für einen Text brauchen, können Sie nur herausfinden, wenn Sie im Vorfeld möglichst unter Realbedingungen testen. Rechnen Sie Pausen mit ein.

Zurückholen und Nachbereitung – Das Zurückholen geht in der Regel recht schnell. Mehr Zeit sollten Sie aber für die Nachbereitung einplanen – vielleicht malen, darüber reden, sich austauschen.

Sammeln Sie selbst immer wieder Erfahrungen

Nutzen Sie selbst jede Möglichkeit, weiter Erfahrungen zu sammeln. Nehmen Sie an vielen Phantasiereisen teil und besorgen Sie sich auch Kassetten oder CDs mit Phantasiereisen. Registrieren Sie aufmerksam, welche Aspekte Ihnen die Reise angenehm machen und was Sie daran stört. Entwickeln Sie dann Ihre Reisen entsprechend dieser Erkenntnisse. Fragen Sie auch Ihre Teilnehmer nach der Reise (nicht unmittelbar danach, sondern etwas später), was ihnen gut gefallen hat und was nicht. Ein solches Feedback ist sehr hilfreich. Entwickeln Sie Ihre Phantasiereisen immer weiter.