5 Tipps für das lösungsorientierte Denken und Handeln
Von Tania Konnerth
Es gibt verschiedene Arten, mit Problemen umzugehen:
- Manch einer verschließt die Augen und ignoriert Probleme einfach.
- Ein anderer jammert und beklagt sich, glaubt aber nicht, irgendetwas ändern zu können.
- Wieder andere nehmen die Sache in die Hand und versuchen das Problem zu lösen.
Dass es Personen, die zu der dritten Kategorie gehören, deutlich leichter haben, mit Problemen klarzukommen, dürfte auf der Hand liegen. Erfreulicherweise ist die Zugehörigkeit zu diesen Gruppen nichts, was unveränderlich ist. Wenn Sie also bisher eher zu der ersten oder zweiten Gruppe gehören, können Sie das ändern! Im Folgenden finden Sie hilfreiche Einstellungen und ganz konkrete Handlungsansätze für den konstruktiven und lösungsorientierten Umgang mit Schwierigkeiten aller Art.
Tipp 1: Nicht fragen “Ob…”, sondern “Wie?” und “Was?”
Viele Menschen, die vor einer Herausforderung stehen, fragen sich:
- Ob ich das wohl schaffen kann?
- Ob das überhaupt zu schaffen ist?
- Ob da nicht ganz viel schief gehen kann, wenn ich das versuche?
Diese Gedanken sind verständlich. Je größer eine Aufgabe und je bedrohlicher ein Problem ist, desto stärker werden auch unsere Zweifel. Wir sind uns nicht sicher, ausreichende Fähigkeiten oder Stärken zu haben.
Sich Gedanken über die Grenzen der eigenen Möglichkeiten zu machen, ist grundsätzlich nicht schlecht. Nur als Start für die Bewältigung sind sie eher hemmend. Sie lassen nämlich eine Aufgabe oder ein Problem oft viel größer werden, als es eigentlich ist.
Probieren Sie es mal mit einer anderen Herangehensweise. Mit einer, die Ihnen nicht das Gefühl gibt, vor einer schier unüberwindlichen Mauer zu stehen, sondern die Türen für die verschiedensten Lösungsmöglichkeiten öffnet. Versuchen Sie es einmal mit Fragen wie:
- Wie könnte das zu schaffen sein?
- Was würde es möglich machen, das Problem zu lösen?
- Was brauche ich ganz konkret, um das Problem zu lösen?
- Wer oder was könnte mir dabei helfen?
- Was könnte der erste Schritt sein, diese Schwierigkeit zu überwinden?
Fragen dieser Art beschönigen nicht die Tatsache, dass es unter Umständen schwierig werden könnte. Mit diesen Fragen bewegen wir uns aber dennoch direkt in den Raum der möglichen Lösungen und wenn wir mehr über Lösungen als über Grenzen nachdenken, gibt uns das Kraft und wir fühlen uns aktiv haben das Gefühl, unser Leben gestalten zu können.
Wenn Sie konsequent Ihre “Ob wohl …”-Gedanken durch “Wie?”- und “Was?”-Gedanken ersetzen, haben Sie eine gute Ausgangsbasis dafür, Probleme tatkräftig anzugehen.
Tipp 2: Der Weg ist das Ziel – lernen Sie Ihr Problem zu lieben
Wenn wir ein Problem haben, dann wollen wir es am liebsten von heute auf morgen einfach weghaben und vergessen können. Wir sehen es als lästig an und wünschten, wir könnten es wie unserem Müll einfach entsorgen. Dabei vergessen wir eines: Jedes Problem birgt unendlich viele Möglichkeiten für uns, als Mensch zu wachsen und dazuzulernen.
Dem entsprechend ist ein sehr nützlicher Ansatz für die Lösung von Problemen, Herausforderungen jeder Art als Lernaufgabe wertzuschätzen und auch den Lösungsweg selbst lieben zu lernen. Das ist viel weniger theoretisch, als es vielleicht klingt – denn tatsächlich macht genau das fast jeder Mensch in bestimmten Bereichen.
Wer z.B. eine Sportart oder ein Instrument erlernen will, steht zunächst vor einer großen Herausforderung. Menschen, die nun nur auf das – noch nicht erreichte – Ziel schauen, hadern mit sich und ihren Fähigkeiten. Sie sind unzufrieden damit, noch nicht so gut zu sein und vergeuden viel Energie mit Selbstkritik. Darüber vergeht ihnen schnell der Spaß an der Sache und sie geben auf.
Anders ist es bei denjenigen, die die Sache selbst lieben und für die, die Begeisterung für die Tätigkeit entwickeln. Sie können trotz Frustphasen den Lernprozess genießen und gewinnen so aus ihrer Freude die Kraft zum Durchhalten.
Was für Lernprozesse gilt, gilt auch für das Problemlösen. Probleme zu lösen, ist nichts anderes, als dazuzulernen – Fähigkeiten, Erkenntnisse, Erfahrungen. Mathematiker z.B. genießen das Lösen schwieriger mathematischer Probleme – sie fühlen sich dadurch herausgefordert. Und wenn Sie vielleicht gerne Rätselraten, dann wenden Sie bereits diesen hilfreichen Grundsatz des lösungsorientierten Denkens ganz praktisch an.
Für anstehende Problemlösungen, bei denen Ihnen das noch nicht so leicht fällt, können Sie die folgenden Denkfragen nutzen:
- Was könnte gut an diesem Problem sein – für mich und / oder für andere?
- Was kann ich durch dieses Problem / dieser Herausforderung lernen?
- Welche Erfahrungen kann ich machen, die ich ohne es hätte nicht machen können?
- Inwieweit kann dieses Problem bzw. das Lösen desselben meinen Horizont und meine Fähigkeiten erweitern?




