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Was jeder über das Lernen wissen sollte - 2 (Seite 3 von 5)

Hier finden Sie weitere Grundlageninformationen für ein effektives Lernen.

Lernen und Entspannung

Lernen fällt vielen von uns vor allem deshalb so schwer, weil wir es oft unter Stress und Druck tun. Dabei lernen wir am besten im entspannten Zustand – im sogenannten  Alpha-Zustand. Dann nämlich können die chemischen Stoffe, die das Lernen überhaupt erst möglich machen, frei und ungehindert fließen und Nervenimpulse optimal weitergeleitet werden.

Siehe auch

Mental entspannen

Sind wir zu angespannt, können wir uns oft an gar nichts erinnern, weil genau diese Botenstoffe blockiert sind. Denken Sie einmal daran, wie das ist, wenn Sie sich unbedingt an einen Namen oder ein Datum erinnern wollen und es Ihnen einfach nicht einfällt. So sehr Sie sich anstrengen – Sie kommen nicht drauf. Einfallen tut es Ihnen erst wieder, wenn Sie gar nicht mehr daran denken, abends im Bett oder unter der Dusche.

In der Entspannung wird die rechte Gehirnhälfte aktiver

Im Entspannungszustand dominiert unsere rechte Gehirnhälfte, wodurch unsere Kreativität gesteigert und unser Unterbewusstsein mit seinen Fähigkeiten stärker aktiviert wird. Im Normalfall filtern wir aus unserer Umgebung sehr viele Informationen heraus und vergessen diese sofort wieder. Im Alphazustand werden diese Filter durchlässiger, so dass wir mehr aufnehmen können.

Lernen heißt Beziehungen herzustellen

Das Lernen geht im wesentlichen so vor sich, dass neue Informationen an bereits vorhandenem Wissen “angehängt” werden -  also eine Beziehung zwischen den Informationen hergestellt wird. Je mehr Sie bereits über ein Thema wissen, desto einfacher fällt es Ihnen, etwas Neues zu diesem Thema dazuzulernen. Wenn Sie sehr viel über ein Thema wissen, haben Sie viele Anknüpfpunkte, an die neues Wissen angehängt werden kann. Es fällt Ihnen dann viel leichter, das neue Wissen mit dem, was Sie bereits kennen, in Beziehung zu setzen.

Wissensbrocken mit neurologischen VerbindungenIhr Wissen lässt sich also mit vielen kleinen Wissens-Brocken vergleichen, die in Ihrem Gehirn durch neurologische Verbindungen in Beziehung stehen.

Was das Lernen mit Autobahnen zu tun hat

Mit der Zeit bilden sich durch die vielfältigsten Lernprozesse neurologische Verbindungen im Gehirn aus, die immer stabiler werden, je öfter wir diese Verbindung aktivieren. Denken Sie an etwas, das Sie gelernt haben, z.B. Tennis spielen oder Gleichungen lösen: Was Ihnen zunächst unüberschaubar erscheint, wird irgendwann zur Gewohnheit und Sie müssen nicht weiter über die einzelnen Handgriffe oder Rechenschritte nachdenken. Nachdem Sie mit einem schmalen Trampelpfad eine erste neurologische Verbindung hergestellt haben – sprich die ersten Erfahrungen in dem neuen Gebiet gesammelt haben – konnten Sie durch stetiges Üben eine Straße und zum Schluss eine Art gut ausgebaute Autobahn in Ihrem Gehirn etablieren, auf der nun die benötigen Informationen leicht reisen können. Natürlich ist dieses Bild stark vereinfacht, aber es gibt die Idee des Lernens sehr anschaulich wieder.

Lernverbindungen können abbrechen

Lernverbindungen oder -straßen, die Sie lange Zeit nicht aktivieren, können abbrechen, d.h. Sie vergessen das Gelernte. Das ist dann, als ob eine Straße nicht mehr gepflegt wird und so von Pflanzen überwuchert und schlecht befahrbar wird. Wie aber bei einer solchen Straße auch, lassen sich die Verbindungen leicht wieder auffrischen. Deswegen verlernen wir sehr wenige Dinge wirklich endgültig.

Das Gehirn und damit das Lernen ist trainierbar

Wir können die Fähigkeiten unseres Gehirns trainieren, damit die Verbindungswege erhalten bleiben. Je öfter und vielfältiger wir lernen, desto leichter fällt es uns. Vielleicht haben Sie schon das ein oder andere “Gehirnjogging-Buch” in den Buchhandlungen gesehen oder Denksportaufgaben unter dieser Bezeichnung in Zeitschriften gesehen. Tatsächlich können wir so die Lern- und Denkfunktionen unseres Gehirns fit halten.