Das ABC der kreativen Möglichkeiten - Teil 2
Hier folgt der zweite Teil unseres ABCs der kreativen Möglichkeiten.
L wie Leichtigkeit
Gehen Sie an das Thema Kreativität möglichst mit viel Leichtigkeit heran. Ernst und Schwere sind oft echte Killerfaktoren, wenn es um das kreative Sprühen von Ideen geht. Warum? Weil Kreativität einen gewissen Freiraum braucht. Freiraum im Denken und Tun.
L wie Lernen
Lernen Sie möglichst immer wieder viele neue Dinge kennen. Lernen hält das Gehirn jung und den Geist wach. Neu Gelerntes gibt uns Impulse dazu, die gewohnten Bahnen zu verlassen und mit allem, was wir lernen, erhalten wir auch neue Fähig- und Fertigkeiten.
Tipp: Lernen Sie Lerntechniken, damit Ihnen das Lernen leicht fällt und Sie Freude daran haben.
M wie Malen
Malen und Zeichnen – das sind klassische kreative Tätigkeiten. Leider glauben sehr viele Menschen, dass sie weder das eine noch das andere können. Zu schade!
Vergessen Sie einmal alle Botschaften, die Sie aus Ihrer Kindheit erhalten haben und malen Sie einfach drauflos. Viel wichtiger als das Ergebnis ist, dass Sie Freude dabei haben – Freude an Formen und Farben, Freude am kreativen Selbstausdruck.
M wie Musizieren
Ein Instrument spielen zu können, ist etwas Wundervolles. Musik ist eine der schönsten kreativen Ausdrucksmöglichkeiten. Wie wär’s – vielleicht möchten Sie noch eines erlernen? Oder verschüttete Kenntnisse wieder auffrischen?
Oder Sie laden Ihre Lieben zu einer kreativen Musikrunde ein, in der alles Mögliche als "Instrument" genutzt werden kann: Küchengeräte, Spielzeug, Möbel. Lassen Sie sich etwas einfallen
M wie Mut
Seien Sie mutig! Trauen Sie sich etwas zu. Denken Sie auch über Sachen nach, über die Sie eigentlich "keine Ahnung" haben. Gehen Sie Projekte an, die Sie vielleicht nicht schaffen. Riskieren Sie es, Fehler zu machen oder kritisiert zu werden.
Gerade in der Kreativität geht es darum, sich etwas zuzutrauen und kreativen Mut zu beweisen.
N wie Neurobics
Unter "Neurobics" versteht man kleine Übungen, die darin bestehen, etwas anders zu machen als sonst. Also z.B. mal die Zähne mit der anderen Hand zu putzen, sich in einer ungewohnten Reihenfolge anzuziehen oder andere Wege als die gewohnten zur Arbeit zu gehen. Wann immer wir etwas anders als gewohnt machen, regen wir damit die Entstehung neuer Nervenbahnen in unserem Gehirn an. Zusätzlich bringt uns manche dieser Änderungen eine neue Sicht der Dinge und damit den einen oder anderen Aha-Effekt.
O wie Offenheit
Offenheit ist ein Schlüssel für kreatives Tun.
Gemeint ist damit ein offener Geist, der empfänglich für Anregungen, Ideen, Informationen und Inspirationen ist, wie auch immer diese sich zeigen.
O wie Optimismus
Eine optimistische Grundhaltung ist der Kreativität in vielen Bereichen sehr förderlich. Wenn Sie z.B. glauben, dass sich eine Situation zum Besseren wenden kann, werden Sie sich viel leichter an die Problemlösung machen als wenn Sie denken, alles hätte eh keinen Sinn. Auch in Bezug auf Ihre kreativen Leistungen können Sie ruhig optimistisch sein: glauben Sie daran, dass Ihnen etwas einfallen wird, glauben Sie an Ihre Fähigkeiten, glauben Sie an sich.
P wie Phantasiereisen
Reisen Sie in Ihrer Phantasie zu allen möglichen – und unmöglichen Orten: in fremde Länder, zu fernen Sternen oder auch in andere Zeiten! Das ist das schöne an unserer Vorstellungskraft: sie ist unendlich. Sie können geführte Phantasiereisen unternehmen (es gibt vielfältige Angebote auf CD) oder Sie denken sich einfach selbst etwas aus. Stellen Sie sich auf Ihren Reisen das, was Sie sehen und erleben, so intensiv und plastisch wie möglich vor – damit schulen Sie Ihr Vorstellungsvermögen.
P wie Probleme lösen
Probleme zu lösen, ist ein kreativer Akt! Er umfasst die Schritte:
- Situationsanalyse,
- Problembestimmung,
- Ideenfindung
- und Entwickeln von konkreten Lösungsvorschlägen.
Schauen Sie doch einfach einmal um, und nehmen Sie Probleme war – entweder von anderen Menschen oder auch solche, die unser Land gerade hat (Arbeitslosigkeit, Motivationslöcher, Bildungsschwund etc.) und entwickeln Sie dafür verschiedene Lösungsansätze. Das ist ein super Training – und wer weiß – vielleicht werden Sie mit einer solchen Lösung sogar berühmt
Q wie Quadratur des Kreises
Kreativität kann auch dann entstehen, wenn man sich das "Unmögliche" vornimmt. Also bestehende Grenzen oder Bedenken einfach ignoriert und voller Selbstbewusstsein daran glaubt, etwas Unmögliches möglich zu machen. Es muss nicht einmal klappen – entscheidend ist, sich nicht entmutigen zu lassen.
Q wie Querdenken
Es gibt Menschen, die grundsätzlich davon ausgehen, dass man alles auch ganz anders machen, sehen oder denken kann, als die meisten. Diese Menschen fallen oft durch ungewöhnliche Aktionen auf – und durch ihre Kreativität.
Trainieren Sie sich also ruhig selbst systematisch zum Querdenken, indem Sie Dinge in Frage stellen und Neues zu denken wagen.
R wie Reflektion
Kreatives Tun ist eine Sache – einmal zu überlegen, was man da tut und vor allem wie man es macht, ist eine andere. Immer mal wieder innezuhalten und zu reflektieren, was man tut und wie sinnvoll es ist, steigert die Effektivität des Handelns enorm. Hinzu kommt dass man auf diese Weise Ansatzpunkte findet, bei denen es z.B. Sinn macht, etwas Neues zu lernen oder sich helfen zu lassen.
Kreativitätstechniken sind sehr oft nichts anderes als das Ergebnis einer Reflektion: Man hat genau hingeschaut, wie etwas gemacht wurde und entwickelte daraus eine Methode. Auf diese Weise können Sie auch Ihre ganz eigenen Techniken erarbeiten.
S wie Schneidern
Lernen Sie Schneidern! Nähen Sie sich ihre eigenen Klamotten. Entwerfen Sie Kleider, Hosen und anderes. Schneidern ist eine vielfältig kreative Tätigkeit, bei der man vom Entwurf bis zur Herstellung alles selbst machen kann.
Tipp: Hierzu gibt es z.B. an den Volkshochschulen Einführungskurse.
S wie Schreiben
Das Schreiben kann eine zutiefst kreative Tätigkeit sein – und zwar dann, wenn Sie sich nicht selbst einengen, sondern alle Türen öffnen. Sprich: Zwingen Sie sich nicht dazu, z.B. "korrekt" zu schreiben oder "in einem guten Stil". Engen Sie sich auch nicht thematisch ein, sondern lassen Sie alles aus sich herausfließen, was da an Worten und Sätzen kommt. Vielleicht werden es Gedichte, vielleicht Geschichten. Vielleicht nur Fragmente. Vielleicht schreiben Sie über sich, vielleicht über andere. Vielleicht über die Liebe und vielleicht auch nur "Blödsinn". Was immer heraus will – nehmen Sie es an.
Tipp: Texte, die auf diese Weise entstehen, sind nur selten dazu geeignet, sie anderen Menschen zu zeigen. Kritik kann hier sehr hemmend wirken. Schreiben Sie also immer erst einmal nur für sich selbst.
S wie Singen
Das Singen wird vielen Menschen verleidet, weil sie z.B. schon als Kind gesagt bekommen, keine schöne Stimme zu haben oder es "nicht zu können". Singen hat aber z.B. sehr viel mit (Atem)Technik zu tun – sprich: man kann es ein ganzes Stück weit lernen. Die eigene Stimme zu fördern und sich singend auszudrücken – allein oder im Chor-, ist eine sehr schöne Art, kreativ zu sein. Nur Mut!
S wie Spielen
Das Spiel ist in seiner Ursprungsform etwas höchst Kreatives. Beobachten Sie einmal Kinder, die jenseits von gekauftem Spielzeug gleichsam aus dem Nichts ganze Spielwelten erfinden. Ihre Phantasie ist grenzenlos und ihr Einfallsreichtum, die merkwürdigsten Dinge zum Spiel zu nutzen, ebenfalls.
Schauen Sie mal, ob Sie nicht in sich selbst wieder solche spielerischen Ansätze erwecken können.
T wie Tanzen
Tanzen – damit verbinden viele Menschen vor allem die Tanzschule und Familienfeste. Neben den Standardtänzen gibt es hier aber noch so viel mehr zu entdecken. Sehen Sie das Tanzen einmal als eine Möglichkeit, Gefühle und Stimmungen auszudrücken. Lassen Sie Ihren Körper die jeweilige Musik wiedergeben. Machen Sie Ihren Körper zu einem kreativen Ausdrucksmittel. Könnte gut sein, dass Sie dadurch ein ganz anderes Verhältnis zu ihm bekommen.
T wie Theater spielen
Das Theaterspiel ist eine wundervolle Möglichkeit, in verschiedene Rollen zu schlüpfen und kreativ zu wachsen. Dabei geht es gar nicht darum, wirklich auf einer Bühne zu stehen und vor Publikum zu spielen. Sie können auch ganz für sich allein Elemente des Theaterspiels nutzen oder Sie suchen sich ein paar andere, mit denen Sie sich gemeinsam zum Theaterspielen verabreden – einfach nur für sich.
T wie Träumen
Das nächtliche Träumen ist auch ein Ausdruck von Kreativität – hier ist aber das ganz bewusste und gezielte Träumen gemeint: Also, sich wundervolle Dinge auszumalen und Visionen zu "erspinnen".
- Wie könnte z.B. eine "ideale Welt" aussehen?
- Wie ein "ideales Leben"?
- Was müsste ein "ideales Land" ausmachen?
- Und wie sollte die "ideale Schule" sein?
- Usw.
U wie Unsinn machen
Machen Sie Unsinn. Reden Sie Quatsch. Schreiben Sie Blödsinn. Denken Sie Verrücktes. Unsinn kann nämlich ein exzellenter Nährboden für kreative Ideen sein. Viele Menschen verbieten sich Blödsinn jeder Art und schneiden sich damit von einer wichtigen kreativen Quelle ab.
Also: erlauben Sie sich, herumzualbern und schauen Sie, was daraus entsteht.
V wie Visualisieren
Lernen Sie die Methode der Visualisierung kennen. Gemeint ist damit die Fähigkeit, Bilder vor dem inneren Auge sehen zu lernen. Schließen Sie die Augen und denken Sie an eine Rose. Können Sie die Blume sehen? Ihre samtigen Blätter? Die Tautropfen auf dem tiefen Rot?
Visualisierung kann man systematisch trainieren, indem man mit einfachen Bildern beginnt und diese dann immer komplexer werden lässt. Diese Fähigkeit steigert das kreative Vorstellungsvermögen und lässt sich oft auch ganz praktisch in Phasen der Ideenfindung oder Problemlösung einsetzen.
W wie Wundern
Kinder haben die herrliche Fähigkeit, sich über alles Mögliche wundern zu können. Wundern heißt staunen. Wundern heißt wissen wollen, wie etwas funktioniert. Und Wundern heißt auch, Wunder wahrnehmen zu können.
Entdecken Sie diese Fähigkeit wieder neu für sich.
X wie x-fach
Machen Sie es sich zum Grundsatz, sich nie mit nur einer Idee, mit nur einem Bild, mit nur einem Ergebnis zufrieden zu geben, sondern spielen Sie – zumindest im Geiste – immer möglichst viele verschiedene Versionen durch.
Nicht nur auf die erstbeste Lösung zu kommen, sondern auch noch weitere zu suchen, fördert das kreative Denken enorm – und gleichzeitig werden Sie so manches Mal auch zu besseren Ansätzen kommen, als wenn Sie zu früh aufgehört hätten.
Y wie Do-it-Yourself
Selbstmachen – das ist ein Grundprinzip der Kreativität. Nicht darauf hoffen oder spekulieren, jemand würde die Sache übernehmen, sondern loslegen. Wie? Das mag manchmal noch offen sein, aber allein, indem man sich etwas zutraut, bekommt man schon viel Kraft.
Und wenn Sie wirklich nicht weiterwissen, können Sie immer noch jemanden um Hilfe bitten.
Z wie Zaubern
Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten zaubern: Was wäre dann alles möglich? Im Alltag sind wir oft viel zu sehr im vermeintlich Möglichen verhaftet. Allein die Gedanken dafür zu öffnen, dass vielleicht doch viel, viel mehr möglich ist, zeigt oft neue Lösungswege auf. Fragen Sie sich also ruhig öfter mal, was wäre, wenn Sie zaubern könnten und öffnen Sie so die Türen und Tore zu Ihrer Kreativität.
Literatur zum Thema
- Michael Luther und Jutta Gründonner: Königsweg Kreativität
- Klausbernd Vollmar: Sprungbrett zur Kreativität
- Hendrik Backerra u.a.: Kreativitätstechniken
- Edward DeBono: De Bonos neue Denkschule




