Und was ist, wenn sich mit der Autosuggestion keine Erfolge einstellen?
Es kann passieren, dass sich auch trotz konsequenten Übens keine spürbaren Erfolge einstellen. Dafür gibt es verschiedene Ursachen:
Veränderungen brauchen schon ein bisschen Zeit
Eines vorab: Wenn Sie nach drei oder vier Tagen noch keine Veränderung bemerken, dann ist wirklich noch kein Grund zur Sorge gegeben. Viele Veränderungen brauchen durchaus zwei oder drei Wochen, bis sich die ersten Anzeichen einer Auswirkung in Ihrem Leben zeigen.
Vielleicht sind Sie zu verbissen
Es kann sein, dass Sie Ihr Ziel zu sehr erreichen wollen. Wenn wir etwas zu sehr wollen und wir jede Sekunde darauf lauern, ob wir unser Ziel bereits erreicht haben, setzen wir uns selbst zu stark unter Druck. Lassen Sie in einem solchen Fall Ihr Ziel ein bisschen los und geben Sie Ihren Veränderungen mehr Freiraum. Versuchen Sie darauf zu vertrauen, dass sich die Dinge in Ihrem Sinne entwickeln. Ein solches Vertrauen ist für Veränderungsprozesse sehr wichtig. Machen Sie weiter Ihre Übungen, aber versuchen Sie Ihr Ziel den restlichen Tag über zu “vergessen”. Manche Veränderungen sind wie ein schreckhaftes Tier und kommen nur zum Vorschein, wenn Sie sich unbeobachtet fühlen.
Unterstützen Sie sich darin, eine vertrauensvolle Einstellung zu bekommen
Unterstützen Sie Ihre Übungen z.B. durch folgende Suggestionsformeln:
- “Ich habe volles Vertrauen darin, dass ich mein Ziel erreiche.”
- “Meine Übungen bringen mich meinem Ziel täglich näher und näher.”
- “Ich kann loslassen und vertrauen, dass sich alles zu meinem Besten entwickeln wird.”
Wir tun nichts umsonst – alle Verhaltensweisen haben ihren Sinn
Wenn Sie mit Ihren Suggestionen nicht weiterkommen, kann das auch daran liegen, dass der Zustand, den Sie eigentlich verändern wollen, auf irgendeine Art und Weise doch noch wichtig für Sie ist und Sie ihn deshalb nicht loslassen können. Das kann völlig unbewusst in Ihnen sein. Fast alle unserer Angewohnheiten haben einen Sinn, auch wenn wir Sie vielleicht als störend oder unnütz empfinden. Ein Raucher raucht ja z.B. nicht, weil er seine Gesundheit kaputt machen will, sondern weil er mit dem Rauchen bestimmte Bedürfnisse befriedigt.
Vielleicht will Ihr Unterbewusstsein sich nicht verändern
Wenn Sie sich verändern wollen, kann es passieren, dass Ihr Unterbewusstsein nicht bereit ist, die alte Verhaltensweise aufzugeben. Schließlich erfüllt die Verhaltensweise einen bestimmten Zweck. Dann kann es sehr hilfreich sein, einmal herauszufinden, was Sie unbewusst mit der Veränderung verbinden. Worauf glauben Sie, verzichten zu müssen? Was ist Ihnen so wichtig an dem, was Sie offenbar nicht loslassen wollen? Und machen Sie sich auch die Vorteile dessen klar, was Sie sich als Ziel gesetzt haben.
Nehmen Sie sich mit Ihren inneren Widerständen ernst
Wann immer Sie spüren, dass etwas in Ihnen sich gegen eine geplante Veränderung wehrt, so ist das ein innerer Widerstand. Es macht meist keinen Sinn gegen einen solchen Widerstand mit mehr Härte oder Disziplin anzugehen. Verhandeln Sie statt dessen lieber einmal mit sich selbst. Zeigen Sie sich selbst die Vorteile des angestrebten Zieles. Überlegen Sie sich, wie Sie das Bedürfnis, dass Sie offenbar haben, auf eine andere Art befriedigen können. Gehen Sie dabei behutsam mit sich, Ihren Bedürfnissen und Ängsten um. Oft fürchten wir uns vor Veränderungen, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass wir uns selbst nicht immer nur Gutes antun. Lernen Sie, so gut für sich zu sorgen, dass Sie sich selbst vertrauen können.
Und wenn es trotzdem nichts bringt
Es kann sein, dass Sie trotz allem keinen Erfolg mit der Autosuggestion haben. Dann liegt Ihnen vielleicht einfach diese Methode nicht. Es gibt Menschen, die ungern mit Affirmationen arbeiten oder denen diese Methode nicht viel bringt. Dann sollten Sie nicht einfach weitermachen oder alles andere kategorisch ablehnen. Es stehen Ihnen immer noch andere Mentaltechniken zur Verfügung – probieren Sie aus, was für Sie das Richtige ist.
Literatur zum Thema:
- Rolf Kretschmann: Die Kraft der inneren Bilder
- Kurt Tepperwein: Kraftquelle Mentaltraining
- Erich Rauch: Autosuggestion und Heilung
- Shad Helmstetter: Anleitung zum Positiven Denken




