TZI in der Praxis der Teamarbeit
Die Zusammenarbeit in Gruppen lässt sich durch das Wissen über die TZI erheblich verbessern. Dabei müssen nicht alle Regeln wörtlich übernommen werden. Sie können aber die Grundlage für einen anderen Umgang der einzelnen Teammitglieder untereinander bilden. Wie lässt sich die TZI nun in der Praxis anwenden?
Sie können das Modell und die Regeln der TZI auch sehr gut mit unserer Kärtchenmethode nutzen. Wir haben Ihnen dort extra einige Beispiel-TZI- Kärtchen ausgearbeitet.
Der erste Schritt: Das Team lernt das Modell gemeinsam kennen
Bevor ein Team auch nur eine Regel des TZI-Modells anwenden kann, sollten sich alle Teammitglieder gemeinsam das Wissen darüber aneignen. Nur wenn alle Teammitglieder das Modell der verschiedenen Interaktions-Ebenen (Sach-, Ich- und Beziehungsebene) im Kopf haben, verstehen und sich auch darin wiederfinden können, ist es möglich, damit zu arbeiten.
Ein Teammitglied kann die Methode vorstellen und dann können alle gemeinsam darüber diskutieren. Am Ende sollten alle wissen, was die TZI beinhaltet und das Team sollte sich darüber einigen, ob eine Arbeit nach diesem Modell und mit den entsprechenden Regeln sinnvoll ist. Dabei ist es durchaus möglich, einzelne Regeln auszuwählen, Regeln abzuändern und andere aufzunehmen.
Das Problem von Theorie und Praxis
Wenn nun alle Teammitglieder die Regeln verinnerlicht haben, geht es nun darum, sie tatsächlich auch im Team zu anzuwenden. In der praktischen Teamarbeit ist das oft ziemlich schwierig und es kann ein Weilchen dauern, bis es klappt. Oft vergessen wir unser Wissen in dem Moment, in dem wir mit anderen zusammenarbeiten. Und selbst wenn vielleicht ein Teammitglied z.B. erkennt, dass ein persönliches Problem eines Teammitglieds die Teamarbeit negativ beeinflusst oder das es unausgesprochene Differenzen zwischen zwei Teammitgliedern gibt, ist es leider oft nicht möglich, das einfach anzusprechen und so eine Klärung zu erreichen. Selten erlaubt es das Team einem Einzelnen, sich so aus der Gruppe herauszuheben.
Hilfreich im Team ist ein Moderator
In der Regel ist es sehr hilfreich, wenn eine Person im Team die Moderatorenrolle übernimmt. Ein Moderator ist eine neutrale Person, deren Aufgabe es ist, die Teamarbeit zu steuern. Dadurch, dass er oder sie nicht am eigentlichen Arbeitsprozess beteiligt ist, kann er oder sie einfacher die Distanz bewahren und notfalls eingreifen. Ein Moderator ordnet z.B. die Redebeiträge der einzelnen Teammitglieder, notiert wichtige Stichpunkte oder Bemerkungen und steuert den Prozess mit Fragen. Wird nach der TZI gearbeitet, ist er auch verantwortlich dafür, immer wieder das Gleichgewicht der drei Ebenen herzustellen.
Wer wird Moderator?
Es bietet sich an, als Moderator eine Person von außen zu nehmen. Nicht immer ist es aber aus organisatorischen oder Kostengründen möglich, einen professionellen Moderator für solche Aufgaben einzusetzen. Dennoch muss nicht darauf verzichtet werden, denn es kann auch eine Person aus dem Team die Rolle des Moderators übernehmen. Die Moderatorenrolle kann abwechselnd von jedem Teammitglied eingenommen werden, so dass alle einmal dran sind und sich niemand zurückgesetzt fühlt. Sollte aber eine Person diese Funktion besonders gut ausfüllen und alle sind einverstanden, kann die Moderatorenrolle dieser Person auch dauerhaft übertragen werden.
Die Begrifflichkeiten der TZI für die Klärung verwenden
Praktisch an einem Modell wie der TZI ist, dass damit alle Beteiligten gemeinsame Begriffe zur Verfügung haben, mit denen sie sich relativ emotionslos verständigen können. Wenn es z.B. einmal überhaupt nicht weitergeht, kann einer in die Runde fragen: "Sagt einmal, auf welcher Ebene befinden wir uns eigentlich?" und alle wissen, was gemeint ist. Auch wenn jemand mit schlechter Laune in das Team kommt und dort seine Wut an anderen auslässt , kann man diese Person behutsam darauf hinweisen, dass er oder sie wohl etwas aus dem persönlichen Kreis mit in die Teamarbeit gebracht hat. Dann könnte man fragen, ob dieser Person kurz erzählen möchte, was ihn oder sie beschäftigt. Natürlich ist das Modell der TZI kein Garant für einen konstruktiven Umgang miteinander, aber sie stellt einfache Werkzeuge dafür zur Verfügung
Wichtig: Regeln für alle sichtbar aufschreiben
Wenn sich ein Team dazu entscheidet, die Zusammenarbeit nach der TZI oder nach einigen Regeln daraus weiterzuführen, dann sollten die festgelegten Regeln für alle deutlich lesbar aufgeschrieben sein. Dafür bietet sich ein großes Packpapier an, das im Arbeitsraum aufgehängt wird. Während der eigentlichen Arbeit werden solche Regeln schnell vergessen. Wenn aber alle Teammitglieder jederzeit auf die Regeln schauen können, erinnern sie sich eher an die Einhaltung der Regeln. Auch für den Moderator oder für die anderen Teammitglieder ist es so einfacher, denn ein kurzer Hinweis auf die Regel an der Wand sagt alles Nötige.
Checktermine im Laufe der Zeit einführen
Es ist sehr nützlich, in regelmäßigen Abständen die Qualität der Teamarbeit zu überprüfen. So könnte z.B. zu Beginn alle vier Wochen eine Stunde dafür reserviert werden, dass sich alle im Team darüber austauschen können, ob die neuen Regeln eingehalten werden und ob das Modell der TZI für die Beteiligten Sinn macht. Dabei ist es wesentlich, die Zielsetzung im Auge zu haben. Sollte z.B. die Kommunikation verbessert werden, so kann sich das Team fragen: "Haben uns die neuen Regeln in Hinblick auf unser Ziel weitergebracht?" So kann die Teamarbeit konsequent verbessert werden. Solche Termine dienen der Selbstreflektion des Teams und können auch Schwierigkeiten deutlich machen, bevor sich Konflikte verhärten. Allerdings dürfen solche Termine nicht für gegenseitige Anschuldigungen missbraucht werden. Ziel ist es immer, einen konstruktiven Austausch aller Beteiligten und eine Verständigung zu ermöglichen.





