TZI im Alltag
Das Wissen über die themenzentrierte Interaktion können Sie auch ganz praktisch in Ihrem Alltag anwenden.
Die Bedeutung der TZI in Gesprächen allgemein
In allen Gesprächen spielen die drei Ebenen der TZI eine Rolle. Wenn immer Sie etwas sagen, kann es auf der Sach-Ebene, auf der Ich-Ebene oder auf der Wir-Ebene erfolgen.
Ein Beispiel – Sie gehen in ein Geschäft und suchen eine bestimmte CD. Sie fragen die Verkäuferin: "Ich suche die neueste CD von Roger Chapman." Mit diesem Satz befinden Sie sich auf der Sachebene. Nehmen wir nun an, die Verkäuferin sagt relativ unfreundlich, dass Sie doch mal da drüben auf dem Stapel schauen sollen. Sie wissen aber nicht, welchen Stapel die Frau meint. Sie ärgern sich über den Ton der Frau und sagen zu sich selbst: "So eine Ziege." Damit befinden Sie sich auf der Ich-Ebene, denn Sie drücken sich selbst gegenüber Ihr persönliches Missgefallen aus. Wenn Sie zu der Frau sagen: "Also, entschuldigen Sie bitte, aber ich möchte, dass Sie mir die CD zeigen, schließlich ist das Ihr Job." geht es um die Wir-Ebene, denn Sie versuchen, Ihre gemeinsame Beziehung zu klären.
Bewusstheit über die Ebenen hilft in Konflikten oder Streits
Wenn wir uns in unseren Gesprächen über die drei Ebenen bewusst sind, fällt es uns auch viel leichter, Bemerkungen von anderen z.B. nicht immer sofort persönlich zu nehmen. Wenn ich mir klarmache, dass auch in jedem Gespräch mit meinem Lebenspartner die drei Ebenen eine Rolle spielen, kann ich seine schlechte Laune viel besser einordnen. Sie kann z.B. einfach nur etwas mit ihm oder seiner Arbeit zu tun haben, nicht aber mit mir. Vielleicht gefällt ihm einfach auch nur das Thema, über das wir reden nicht (es ist ihm lästig oder peinlich o.ä.). Handelt es sich um ein "Wir-Problem", in diesem Fall also um ein Beziehungsproblem, kann auch dies angesprochen und besprochen werden.
Selbstreflektion durch TZI
Ebenso wie wir die Äußerungen anderer Menschen in die drei Ebenen einordnen können, so können wir auch unsere eigenen Empfindungen, Handlungen oder Äußerungen daraufhin analysieren. Wenn ich z.B. meine Tochter anmotze, dann kann das die Ursache in dem Verhältnis zu ihr haben – z.B. habe ich mich über eine ihrer Frechheiten geärgert. Genauso gut kann es sein, dass ich wütend bin, weil sie einfach nicht versteht, worum es mir geht (das wäre ein Problem auf der Sachebene) – dann müsste ich mein Anliegen einfach anders formulieren. Und die dritte Möglichkeit ist, dass ich an diesem Tag mit mir selbst nicht so recht klarkomme und meine eigene Wut auf mich selbst vielleicht an ihr auslasse. Die Klarheit, die wir durch eine solche Selbstanalyse gewinnen können, kann uns dabei helfen, Konflikte schneller und besser zu lösen.
Literatur zum Thema:
- Ruth Cohn: Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion
- Ruth C. Cohn und Christina Terfurth: Lebendiges Lehren und Lernen – TZI macht Schule





