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Wenn wir uns durch andere provoziert fühlen

Von Tania Konnerth

Von Tania Konnerth

Oft fühlen wir uns durch andere Menschen extrem provoziert. Schon allein die Anwesenheit einer solchen Person reicht dann aus, dass wir aggressiv werden. Es lohnt sich, hier einmal genauer hinzuschauen, woher das kommt.

Ein Phänomen namens Übertragung

Tipp

Wenn Sie sich durch eine andere Person besonders gereizt fühlen, können Sie ja einfach mal überlegen, ob der- oder diejenige Sie an jemand anders erinnert oder ob es ein bestimmter Satz ist, ein Tonfall usw.

Übertragung ist ein Begriff aus der Psychologie und beschreibt das Phänomen, dass wir Erinnerungen oder Erfahrungen mit Menschen auf andere Personen übertragen. So können Sie z.B. schrecklich wütend auf eine Person werden, die einen bestimmten Satz gesagt hat, den Sie schon immer von Ihrer Mutter gehört haben und der für Sie unerträglich ist. Plötzlich ist es, als ob Ihre Mutter wieder vor Ihnen steht.  Wenn Sie nun die ahnungslose Person verbal angreifen, weiß sie wahrscheinlich gar nicht wie ihr geschieht. Das wirklich Knifflige daran ist, dass Übertragungsphänomene meist ganz unbewusst stattfinden. Und so entstehen Streits und Auseinandersetzungen mit Menschen, die wir uns zunächst gar nicht erklären können.

Wie kommt es, dass wir mit manchen Menschen partout nicht klar kommen?

Tipp

Wenn Sie sich wieder einmal über jemand anders ärgern, überlegen Sie in einer ruhigen Minute einmal, was das mit Ihnen zu tun haben könnte. Das ist zwar unbequem, kann Ihnen aber wertvolle Hinweise über sich selbst und die Ursache typischer Konflikte in Ihrem Leben geben.

Sicher kennen Sie auch einige Leute, bei denen Sie einfach nicht dagegen tun können, dass Sie aggressiv werden, oder? Sehen Sie diese Menschen ab sofort als Möglichkeit, etwas über sich zu erfahren! Häufig haben solche Personen nämlich eine ganze Menge mit uns selbst zu tun. Sie verkörpern vielleicht eine Charaktereigenschaft, die wir selbst in uns haben, aber bei uns unterdrücken. Oder diese Person tut genau das vollkommen ungezwungen, was uns immer verboten wurde. Und unbewusst nehmen wir es solchen Personen übel, dass sie ausleben, was wir uns verbieten, was uns gefährlich, ungehörig oder unangemessen erscheint.