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5 wirkungsvolle Strategien zur Schlagfertigkeit - Teil 2 (Seite 2 von 2)

Hier folgen weitere Schlagfertigkeitsstrategien:

Schlagfertigkeits- Strategie: “Wäre Ihnen… lieber?

Die Methode “Wäre Ihnen… lieber?” ist eine der schönsten Rückfragetechniken der Schlagfertigkeit. Sie bringt den Angreifer nicht nur zum Schweigen, sondern kann ihn auch auf einer tiefen Ebene von Ihrem Argument überzeugen.

Dies ist eine Form der Rückfrage, der ein ganz bestimmtes Prinzip zu Grunde liegt: Sie verkehren den Vorwurf ins Gegenteil und verzerren das Gegenteil nun so, dass es hässlich wird. Jetzt fragen Sie nach, ob dem anderen lieber wäre, wenn Sie so sein würden.

Dem Vorwurf wird durch dessen überzogenes Gegenteil eine extreme Alternative gegenüber gestellt. Jetzt hat der arme Angreifer nur die Möglichkeit, entweder die hässliche Alternative gutzuheißen oder den Ursprungsvorwurf zurückzunehmen. Damit steht er jetzt unter großem Druck, quasi seinen Angriff zurückzunehmen.

Schlagfertigkeitsstrategie: “Unerwartetes Zustimmen”

Schlagfertigkeit, “zu sich selber stehen” und Selbstwertgefühl sind untrennbar miteinander verbunden. Schlagfertigkeit und Rechtfertigung hingegen, sind zwei sich ausschließende Begriffe. Es gibt viele Angriffe, auf die wir eigentlich gar nicht reagieren müssten. Aber wir überlegen, ob nicht doch ein Körnchen Wahrheit dahinter steckt, fühlen uns getroffen und versuchen uns zu verteidigen oder zu rechtfertigen. Menschen mit großem Selbstwertgefühl lassen solche Angriffe gar nicht an sich heran. Sie stehen einfach zu dem, was sie tun.

Lilli Palmer hatte einmal eine Lesung in einer Buchhandlung gehalten und danach Bücher signiert. Jetzt stand eine Schlange von Menschen in einer Reihe, die von ihr ihr Buch signiert haben wollten. Plötzlich kommt eine Dame an die Reihe und sagt zu Lilli Palmer: “Sie sehen aber noch gut aus – sind Sie schon geliftet?” Die Buchhändlerin, die daneben stand, wollte sterben vor Peinlichkeit. Lilli Palmer antwortete: “Gut geworden, nicht?”

Man kann Sie nur dann angreifen, wenn Sie die Werteordnung des anderen annehmen und etwas als verwerflich akzeptieren, was der andere Ihnen als verwerflich vorgibt. In dem Moment, wo Sie voll und ganz zum Vorwurf stehen, ist es vorbei. Sie ziehen dem Angreifer die Zielscheibe weg, und er schießt ins Leere. So weigern Sie sich, Zielscheibe zu sein.

Ich sage nicht, dass das immer die taktisch beste Variante ist. Nur, das Prinzip funktioniert auch hier. Dem Angreifer ist die Waffe zu Boden geschlagen worden. Dem Instrument ist es egal, ob Sie was Böses oder Harmloses gemacht haben – es verteidigt Sie in allen Fällen.

Hinter dieser Technik steckt weit mehr, als nur eine oberflächliche Regel für gelungene Schlagfertigkeit. Es geht darum, dass Sie wie ein Baum zu dem stehen, was Sie sind, tun und darstellen. Wenn Sie ein Mann sind und Sie lieben Männer, oder eine Frau und Sie lieben Frauen, oder Sie sind alt, klein von Körperwuchs, haben keine Haare mehr, oder Sie sind dick… so kann man Sie nur dann angreifen, wenn Sie akzeptieren, dass man sich dafür zu schämen hat. In dem Moment, wo Sie voll und ganz dazu stehen – ist es vorbei.

Für diese Technik gibt es zwei Standardformulierungen, die es Ihnen erleichtern, die richtigen Worte zu finden. Was Sie fast immer sagen können, ist:

Schlagfertigkeitsstrategie: “Die Kunst Nein zu sagen”

“Du, ich muss heute Abend noch dringend wichtige Erledigungen machen. Könntest du nicht ausnahmsweise für mich heute bis acht Uhr im Büro bleiben?”

Der bettelnde Blick ihres Kollegen trifft Sie. Ihre Gedanken laufen: “Schon WIEDER. Der soll sein Zeug gefälligst wie alle anderen dann erledigen, wenn er keinen Spät-Dienst hat.” Sie sagen jedoch: “Eigentlich nicht so gern, aber wenn’s denn sein muss mach ich’s halt für dich”.

Die ganze Zeit, die Sie bis 20 Uhr gegen Ihren Willen absitzen, grämt Sie der Gedanke, wieder mal Ja gesagt zu haben, obwohl Sie sich doch vorgenommen hatten, beim nächsten Mal einfach Nein zu sagen.

Jeder Mensch hat solche Situationen schon einmal erlebt. Nein zu sagen ist eigentlich einfach, man muss es sich zunächst nur vornehmen. Folgenden Tipp gebe ich Ihnen: Treffen Sie jetzt die Entscheidung, beim nächsten Mal, wenn Sie wieder so eine Situation erleben, einfach Nein zu sagen, auch entgegen Ihrer Unsicherheit. Sagen Sie mit Bestimmtheit “Nein” und danach geben Sie eine Begründung. Das simple Nein, ohne Begründung klingt sehr schroff.

Im Falle des netten Kollegen könnten Sie etwa sagen: “Nein, ich werde nicht bis 20 Uhr dableiben. Mir ist mein Feierabend wichtig. Du musst eine andere Lösung finden”.

Haben Sie bemerkt, dass ich nicht gesagt habe: “Tut mir Leid, ich würd’s ja tun, aber ich habe auch schon heute Abend was vor” das wäre nämlich in neun von zehn Fällen gelogen. Das ist das, was die meisten tun. Das ist feige und macht Sie nicht zufrieden. Sagen Sie die Wahrheit und keine erfundenen Ausreden. Das verhindert erstens, dass der andere beim nächsten Mal wieder kommt und hat zweitens erstaunlicherweise für beide eine bessere Wirkung als die (meistens sowieso durchschaute) Ausrede.

Ich habe verschiedene Formulierungen getestet und bin auf folgenden einleitenden Satz gestoßen, mit dem Sie höflich und trotzdem bestimmt wirken. Sagen Sie: “Nein, und ich sag dir auch warum,….” Und dann ergänzen Sie die Begründung, die der Wahrheit entspricht.

Extra-Tipp

Testen Sie das doch bitte jetzt gleich mal mit einem Menschen Ihres Vertrauens. Der soll Sie um etwas bitten, wo Sie normalerweise widerwillig Ja sagen würden, aber diesmal sagen Sie mit klarem Blick “Nein, und ich sag dir auch warum…” Sie werden sehen, das fühlt sich gut an.

Schlagfertigkeitsstrategie: “Die Kunst Ja zu sagen”

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass Sie bei jeder Bitte immer Nein sagen sollen. Aber wenn Sie zögern, dann gibt es nur ein ganz klares Nein oder aber ein ganz klares Ja. Wenn Sie Nein sagen, dann tun Sie es klar und ohne Weichmacherformulierungen wie “eigentlich” oder “ich finde”. Dasselbe machen Sie aber auch, wenn Sie helfen wollen, dann bitte immer mit einem klaren Ja aus vollem Herzen, selbst wenn Sie schwanken. Sagen Sie noch zusätzlich: “…Mach ich gerne für dich”.

Das Schlimmste, was Sie machen können ist: “Eigentlich nicht so gerne, aber ich mach’s trotzdem”. Jetzt hat der Bittsteller schlechte Laune, Sie haben schlechte Laune und Sie erledigen die Arbeit mit Missmut und mit entsprechend vielen Fehlern.

Wenn Sie dem Bittsteller nachgeben wollen, dann sagen Sie Ja mit vollem Herzen und ohne Einschränkungen. Sagen Sie anschließend auch, dass Sie es gerne machen, denn dann machen Sie es erstaunlicherweise auch viel lieber, weil Sie sich ihren eigenen Worten verpflichtet fühlen. Beide haben ein besseres Gefühl dabei.

Lit<a eratur zum Thema

© Matthias Pöhm
Pöhm Seminarfactory
www.schlagfertigkeit.com
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