Realität ist eine Illusion (Seite 2 von 2)

Realität ist eine Illusion

Der Gedanke mit den unterschiedlichen Landkarten lässt sich noch weiterführen: Wir können davon ausgehen, dass es nicht nur eine Realität gibt und damit eben auch nicht die Realität, sondern viele verschiedene. Ihre Realität ist anders als meine und meine ist anders als die Ihres Nachbars. Wir nehmen die Welt um uns herum auf unterschiedliche Art und Weise wahr, wir interpretieren sie anders und wir ziehen jeweils unsere eigenen Schlüsse daraus. Jemand, der die Natur liebt, kann sich in einer Großstadt über jedes noch so kleine Pflänzchen freuen, das durch den Asphalt bricht. Ein studierter Biologe sieht darin nur Unkraut. Und jemand, dem Pflanzen gleichgültig sind, wird das Grün vielleicht nicht einmal sehen.

Wir sehen unsere Umgebung durch einen Filter…

Es gibt einen Grund dafür, dass wir die Welt alle unterschiedlich wahrnehmen: Unser Gehirn filtert ständig die meisten Sinneseindrücke aus unserer Umgebung heraus, so dass wir uns auf die wesentlichen Dinge konzentrieren können.

…und das hat seinen Sinn

Überlegen Sie einmal wieviele Sinneseindrücke tagtäglich auf Sie einströmen. Am Abend erinnern Sie sich aber nur an relativ wenige Elemente. Müssten wir alles wahrnehmen und uns alles merken, würden wir wohl verrückt werden, weil uns das vollends überfordern würde. Unser Gehirn sortiert schon beim Wahrnehmen alles aus, was für uns subjektiv uninteressant ist. Wenn Sie z.B. keinen Führerschein haben, nehmen Sie Autos in der Regel kaum wahr. Von allem, was wir überhaupt wahrnehmen, sortiert das Gehirn dann weiterhin alles nach kurzer Zeit aus, was nicht wichtig genug ist – dabei sprechen wir vom Kurzeitgedächtnis. Jemand registriert z.B. eine Frau mit einem auffälligen Blumenkleid kurz und vergisst Sie auch genauso schnell wieder.

Nur was gerade für uns wichtig ist, behalten wir im Gedächtnis

Nur die Dinge, die für uns wirklich wichtig sind, merken wir uns länger. Wenn Sie gerade schwanger sind, kann das z.B. ein Kinderwagen sein, der Ihnen auf gefallen ist, weil er so praktisch war. Vor Ihrer Schwangerschaft hätten Sie einem Kinderwagen keine Aufmerksamkeit geschenkt.

Unsere Filter bestimmen, was für uns Realität ist

Diese Beispiele zeigen, dass wir alle die Welt durch subjektive Filter wahrnehmen. Solche Filter sind z.B. unser jeweiliges Interesse, unsere Vorlieben, unsere Erwartungen oder eben auch unsere Landkarte. Dabei unterscheiden sich die Wahrnehmungsfilter der einzelnen Menschen und dementsprechend auch die Realität, die wir durch unsere Filter wahrnehmen.

Grundlegende Dinge nehmen wir ähnlich wahr

Nur in sehr grundlegenden Dingen können wir davon ausgehen, eine ähnliche Wahrnehmung wie andere Menschen zu haben. Wenn z.B. ein Auto auf den Fußgängerweg gerast kommt, werden wir alle, die wir dort stehen, das als Gefahr wahrnehmen und wegspringen.

Ihre und meine Realitäten sind anders, aber keine ist weniger real

Wir müssen also davon ausgehen, dass wir durch unsere unterschiedlichen Sichtweisen auch eine unterschiedliche Realität erleben. Meine Realität ist anders als Ihre, aber sie ist deshalb nicht weniger real. Es gibt in diesen Fragen kein “richtig” und kein “falsch”. Es gibt nur Ihre Sicht und meine Sicht und die Sicht von anderen Menschen.

Literatur zum Thema

 

« Vorherige Seite

Wie finden Sie den Beitrag?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2)
Loading...Loading...