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Über den richtigen Umgang mit Kritik

Von Tania KonnerthEin Kommentar

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Wenn wir kritisiert werden, sollten wir möglichst weder zum Gegenangriff übergehen noch uns verteidigen. Idealerweise hören wir uns die Kritik ruhig an und überprüfen, inwieweit wir Sie annehmen und von ihr lernen wollen. Das aber ist oft nicht leicht.

Atmen Sie zunächst tief durch

Wenn wir kritisiert und damit angegriffen werden, stockt uns oft der Atem. Atmen Sie deswegen zunächst ein paar Mal tief durch. Damit können Sie meist den ersten Schmerz und den Impuls, selbst anzugreifen, vermindern.

Finden Sie die nötige Distanz

Wenn immer wir kritisiert werden, ist es hilfreich, dass wir uns emotional ein bisschen von der Situation distanzieren. Das heißt nicht, dass Sie alles an sich abprallen lassen sollen. Es geht vielmehr darum, die Kritik nicht so tief an sich heranzulassen, dass es wehtut. Stellen Sie sich dafür im Geiste neben sich und versuchen Sie die Situation so sachlich wie möglich als Außenstehender zu betrachten. Wenn wir uns etwas von der konkreten Situation distanzieren können, erkennen wir meist viel eher, ob die Kritik gerechtfertigt ist oder nicht.

Fordern Sie Spielregeln ein

Sie müssen nicht jede Art von Kritik annehmen. Sie können durchaus ein paar Spielregeln festlegen und deren Einhaltung von Ihrem Gegenüber einfordern oder zumindest darum bitten. So könnten Sie vielleicht sagen, dass es Ihnen leichter fällt, Kritik anzunehmen, wenn derjenige auch etwas Positives sagt. Nicht immer allerdings werden sich Ihre Gesprächspartner an Ihre Regeln halten. Versuchen Sie aber dennoch, wo immer es möglich ist, solche Kommunikationsregeln auszumachen und sie einzufordern. Das ist natürlich einfacher mit Kollegen als z.B. mit Ihrem Vorgesetzten. Denken Sie auch daran, dass Sie im privaten Bereich solche Regeln einführen können. So können viele Familienkrachs deutlich milder ausfallen.

Lernen Sie aus Kritik

Wie wir mit Kritik klarkommen, hängt auch wesentlich von unserer Einstellung zu Kritik ganz allgemein ab. Die meisten von uns sehen in einer Kritik einen Angriff. Versuchen Sie doch einmal jede Kritik als eine Chance zu sehen, etwas Neues für sich zu lernen. Das erfordert ein bisschen Disziplin und Übung. Es kann Ihnen aber dabei helfen, Kritik besser anzunehmen. Wenn wir kein Feedback von außen bekommen würden, könnten wir auch nicht wissen, wo wir unsere Leistungen noch verbessern können.

Fragen Sie gezielt nach Verbesserungsmöglichkeiten

Wenn Sie kritisiert werden, können Sie Ihr Gegenüber danach fragen, was er anders machen würde oder ob er Ihnen helfen kann. Vielleicht hat er ja ein paar wertvolle Hinweise für Sie. Sie können dadurch sicherstellen, dass die Kritik an Ihnen wirklich konstruktiv und hilfreich für Sie ist. Sie stellen so auch schnell fest, ob es Ihrem Gegenüber wirklich um die Verbesserung der Situation geht oder ob er Sie aus anderen Gründen kritisiert.

Loben Sie sich ruhig einmal selbst

Zugegeben, Lob von anderen ist schöner – aber wir können uns auch etwas Gutes tun, wenn wir unsere eigenen Leistungen selbst anerkennen. Haben Sie keine Angst davor, eingebildet oder eitel zu sein, nur weil Sie sich selbst loben. Es geht hier vor allem darum, liebevoll und fair mit sich selbst umzugehen. Wenn Sie etwas gut gemacht haben, können Sie  mit sich zufrieden sein. Sagen Sie sich innerlich oder auch laut, dass Sie diese oder jene Sache gut gemacht haben. Belohnen Sie sich selbst für gute Leistungen.

  1. Michael J.Bauch schreibt am 4. April 2011 um 14:58

    Die Zeit der Einzelkämpfer ist endgültig vorbei. Ein gut funktionierendes Team ist der Erfolgsfaktor im Arbeitsalltag, aber auch Grundvoraussetzung in Krisensituationen wie einem Veränderungsprozess. In der Realität scheitern Teams aber häufig bei der Zusammenarbeit und gegenseitige Kritik ist an der Tagesordnung. Kritisieren ist keine Kunst. 80% der „Kritik“ ist jedoch nur Nörgelei und kann getrost gespart werden. Wenn das gelingt, dann werden die wirklich wichtigen Kritikpunkte auch wahrgenommen und können konstruktiv gelöst werden.

    Kritik darf keine Einbahnstraße von oben nach unten sein. Menschen, die kritisieren, werden oft abgetan oder die Kritik wird persönlich genommen. Tatsächlich jedoch liefert Kritik kostenlose Bausteine für die Entwicklung einer Abteilung bzw. eines Unternehmens. Führungskräfte sind die entscheidenden Schlüsselpersonen für die Kommunikationskultur in der Abteilung. Sie sollten neugierig und risikofreudig bleiben und Kritik als kostenlose Beratung für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess in Ihrer Abteilung bzw. ihrem Unternehmen sehen. Eine gekonnt und bewusst gelebte Kritikkultur wird die Kommunikation systematisch fördern. So wird verhindert, dass hintenrum getuschelt wird und letztlich nichts dabei herauskommt.

    Eine sehr wichtige Frage finde ich persönlich, wann kein Kritikgespräch erfolgen sollte. Dies immer dann, wenn ein Mitarbeiter sich nicht an Vorgaben hält bzw. einen Fehler macht und seine falsche Handlung selbst erkennt (und natürlich verbessert). Dann, so meine persönliche Erfahrung, würde ein Kritikgespräch nur noch verletzen.

    Immer dann, wenn ein Mitarbeiter sich nicht an Vorgaben hält bzw. einen Fehler macht und gleichzeitig seine Handlung mutmaßlich als richtig einstuft stelle ich mir die Frage nach der (Aus-)Wirkung. Ein Kritikgespräch erfolgt dann, wenn meine Wahrnehmung eine Auswirkung hat oder haben könnte.

    Übrigens halte ich gar nichts von Lob vor einem Kritikgespräch. Ich spüre das und denke mir in solchen Situationen: "Komm endlich zur Sache bitte". Alles zu seiner Zeit!